Wieviel Schmerz im BDSM?

Sicherlich ein provokantes Thema - aber lasst uns doch einfach mal Klartext sprechen. Was macht ihr beim BDSM konkret?

21. August 2010

@ Pegasus: alles, was mir Schmerzen bereitet, ist für mich ein NoGo, ich stehe eben nicht drauf *zwinker*

Ein solcher Test ist dafür da, herauszufinden, wie sich etwas anfühlt, etwas zu beurteilen aber nicht zu bewerten. Nachdem ich etwas an mir versucht habe, weiß ich in ungefähr wie es sich anfühlt, kann es grob einschätzen, mehr aber auch nicht.

@ van Bruns: Vollkommen OT, aber deswegen nicht weniger gut *zwinker*
Ich glaube, das jeder, der sich so in etwas hinein versetzen kann, dass er es durchschaut, versteht, emotional empfindet, zumindest einen Teil dessen in sich tragen muss. So gesehen, ja, jeder Profiler ist ein latenter Täter. Wer sich zum Beispiel so tief in einen Serientäter hinein versetzen kann, dass er den nächsten Schritt erkennen oder erahnen kann, hat auch die Ansätze in sich, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen.

Ein schöner Vergleich, der mir dazu mal kam sind Inseln. Um uns herum sind tausende Inseln, aber nur ein paar sind direkt verbunden, das ist das Bewusstsein. Ist die 'Schmerz erregt mich!'-Insel mit der Ich-Insel verbunden, ist mir Bewusst, das Schmerz mich erregt. Ist sie nicht verbunden, ist sie trotzdem da, es ist mir nur nicht bewusst. Ist sie gar nicht da, erregt mich Schmerz nicht. Auf dem Insel-Modell basiert dann die 'gedankliche-Switcher'-These, oder eben die 'Profiler-Serienkiller'-These.

Wenn im Ozean des Menschen keine Serienkiller-Insel existiert, kann er sich nicht in einen hinein versetzen, sie existiert eben nicht. Kann er sich in Ihn hinein versetzen, existiert die Insel. Solange er keine Brücke baut, ist er 'nur' der Profiler, der das Gedankliche Spiel durchexerzieren kann. Baut er die Brücke, wird er zur Gefahr.

And then I swallowed reality...

Sascha
21. August 2010

Wenn im Ozean des Menschen keine Serienkiller-Insel existiert, kann er sich nicht in einen hinein versetzen

unser hirn lebt von seiner vorstellungskraft....ist diese eingeschränkt ...durch was auch immer, selbstauferlegte moral ,angst oder aber scham....kann er diesen gedanken nicht zulassen.....was aber nicht heißt das er nicht dazu in der lage ist....genau diese insel zu erschaffen....denn sie war nie da, bis zu dem tag an dem er diese insel erschaffen hat *zwinker*

Baut er die Brücke, wird er zur Gefahr.


angst?


So gesehen, ja, jeder Profiler ist ein latenter Täter.

latenter oder potentieller?...latenter täter wäre mir nämlich ein ganz neuer psychologischer begriff...sollte man patentieren lassen *g*
21. August 2010

Der Punkt ist der:

Wir reden hier nicht mehr von Vorstellen. Vorstellen, in Gedanken aufbauen, kann ich vieles, was ich mal gesehen, gehört, oder eben phantasiert haben.

Hinein versetzen hat eine andere Qualität.

Lass' mich nochmal auf Dein Hundenapf-Szenario zurück kommen. Pet Play ist eine Sache, in die wir uns sehr gut hineindenken können. Uns fasziniert das Pony, dass auf der Party schön dressiert dahinstolziert, der Hund an der Leine seines Frauchens, das Katzchen zu den Füßen Ihres Herren, ein Schälchen Milch zum schlabbern, Glöckchen am Halsband.

Wir verstehen die Faszination davon, mein Engel kann die Anstrengung des Ponys und den Kick, der aus der Dressur entsteht, SPÜREN, Ich FÜHLE den Stolz des Herren, der sein Pony ausführt MIT.

Aber als wir selbst einmal in das Spiel eingestiegen sind, endete es mit einem wunderbaren Gelächter, einem spaßigen Abend und der Erkenntnis, das da wohl eine PetPlay - Insel existiert, die ist aber definitiv nicht mit Unseren verbunden.

Wäre die Insel nicht da, könnten wir uns sehr wohl vorstellen, dass es das Pony gibt, das einer von uns das Pony sein könnte, aber wir könnten es nicht MIT FÜHLEN, und das ist der Unterschied, von dem hier geredet wird.
21. August 2010

aber lasst uns doch einfach mal Klartext sprechen. Was macht ihr beim BDSM konkret?

Alles, was wir für uns als vertretbar und unschädlich für Dritte begreifen.

D/s vermischt sich mit SM und BD an einem Punkt den wir einfach zulassen, weil wir erstmal keine Grenzen im Kopf haben, bis diese durch die erlebte Erfahrung definiert werden.

Konkret geht das über Augenkontakt,Nackengriff,Auspeitschen, Fixieren Klammern, Aufspritzen, Würgespiele u.a. bis zu dem Punkt, den wir für uns als nicht mehr vertretbar ansehen.Dort ist die Grenze.

Inzwischen empfinde ich es für mich als nicht mehr vertretbar mich durch Moralvorstellungen anderer eingrenzen zu lassen.Diese erschaffen nur Begrenzungen, die dem nicht gerecht werden können, was täglich neu in meinem Kopf entsteht.Solange wir dabei keinen anderen schädigen und in seiner Würde verletzen, ist vieles möglich, weil wir es so wünschen und wollen.
21. August 2010

Hinein versetzen hat eine andere Qualität.

...na das will ich doch hoffen,


Lass' mich nochmal auf Dein Hundenapf-Szenario zurück kommen.

..schön endlich wieder beim thema zu sein *g*

Uns fasziniert das Pony, dass auf der Party schön dressiert dahinstolziert, der Hund an der Leine seines Frauchens, das Katzchen zu den Füßen Ihres Herren, ein Schälchen Milch zum schlabbern, Glöckchen am Halsband.

...da haben wir doch die inselerschaffung...eure vorstellungen haben sich gut angefühlt....es gab bei den gedanken daran ein positives biofeedback...das lies die insel erschaffen...
das da wohl eine PetPlay - Insel existiert, die ist aber definitiv nicht mit Unseren verbunden.

na ich würde sagen sie ist noch nicht ganz fertig....niemand ist von einen moment an auf den nächsten ....katze oder hund....um mich in diesen wunderschönen tieren hineinversetzen zu können ....bedarf es eben.....eine andere Qualität ;-)...hast du schön gesagt..*siehe oben*
27. August 2010
die befriedigung

am ende der session für beide seiten ist uns sehr wichtig.
blaugeschlagene brüste usw davon halten wir auch nichts und nur schlagen wie meine vorredner bereits sagten ist nicht alles.
bei mir ist es wirklich tagesformabhängig,wurde auch bereits geschrieben.
das schönste für mich ist am ende des abends das er mich in den arm nimmt mir über das haar streichelt und ich mich bedanke bei ihm.
sicherlich gab es die eine oder andere situation, die aber vorher wie immer abgesprochen wurde, in der ich fast meine "schmerzgrenze" erreicht hatte.
da ich nicht nur devot sondern auch masochistisch veranlagt bin, ist es bei uns ein schönes gleichgewicht.
02. September 2010
Lustschmerz

Das Zauberwort in allen Bereichen des BDSM, heißt doch ganz klar "LUSTSCHMERZ".

Als Dom, bist eigentlich in der schwächeren Position.
Du musst stets bemüht sein, maximale Lust zu bereiten, nimmst dich dabei selbst oft zurück, damit dein Sub genießen kann.

Ich bin im übrigen der festen Überzeugung, das Grenzen nicht da sind, damit sie überschritten werden.

Wichtiger ist es einen Sub, so nah wie möglich an seine Grenzen zu führen, die er/sie sich so selbst noch nicht bewusst geworden sind.
02. September 2010
soviel wie den Beteiligten gut tut

BDSM ist ein Geben und Nehmen, auf beiden Seiten und in gegenseitiger Verantwortung.

Zum einen darin zu merken ob es dem "leidenden" Partner/in noch gut tut zum anderen dieses mitzuteilen wenn es nicht mehr so ist.

Es ist eine Frage des Einfühlungsvermögens und des Gespürs für sein Gegenüber zu merken wann es "genug" ist. Ein Safeword kann hier zwar sehr hilfreich sein, ich persönlich denke aber wenn es wirklich braucht sollte man als aktiver Part über seine Sensibilität nachdenken.
03. September 2010

Wieviel Schmerz, da müsste ich Subbie fragen.
Meine Grenze liegt irgendwo in blauen Flecken, ein paar sind ok, kommt auch vor aber was darüber hinaus geht macht mich auch nicht mehr an.
Ansonsten sehe ich das absolut so wie Mr_SixSixSix!
03. September 2010

Ich bin im übrigen der festen Überzeugung, das Grenzen nicht da sind, damit sie überschritten werden.

Wer seine Grenzen kennenlernen will, muß bereit sein diese zu überschreiten !


Wichtiger ist es einen Sub, so nah wie möglich an seine Grenzen zu führen, die er/sie sich so selbst noch nicht bewusst geworden sind.

Wie soll man wissen was "nahe Grenze" ist, wenn man nicht mal die Grenze überschritten hat !


Als Dom, bist eigentlich in der schwächeren Position.
Du musst stets bemüht sein, maximale Lust zu bereiten, nimmst dich dabei selbst oft zurück, damit dein Sub genießen kann.

Nun, jeder lebt seinen SM eben anders aus. Als Dom muß ich erstens mal gar nix, schon gar nie nicht bin ich in einer schwächeren Position und erst recht nehme ich mich nicht zurück, damit Subbie genießen kann.

Das Einzige was ich als verantwortungsbewußter Dom tun muß ist, das Safewort zu beachten. SSC, Rack oder was auch immer sollte selbstverständlich sein.

Wenn sich Subbie unterwirft bleibt es doch meiner Fantasie überlassen was ich tue und wie ich es tue. Ich sollte natürlich wissen was ich tue um die Gesundheit meiner Sub nicht zu gefährden.

Mal angenommen deine Sub hat dir irgendwann mal gesagt, daß sie 10 Schläge mit der Gerte nacheinander gut ertragen kann. Für mich als Dom gehört es sehr wohl dazu mehr als 10 zu setzen, denn damit überschreite ich eine Grenze und stelle fest, ob und wieviel noch mehr geht.
Glaubst du etwa, daß Subbie die Schläge mitzählt? Glaube ich weniger, aber ich weil ich stets die Kontrolle darüber habe und haben muß. Das bezieht sich jetzt auf Gewebeverletzungen und dergleichen.

Viele Subbies erwarten das von einem Dom, daß er sich nimmt was er will und auch Grenzen überschreitet. Das er sie einfach nimmt und auch ganz spontan. Wünsche sind dann unerwünscht.


Mit freundlichen sadistischen Grüßen

Deep
03. September 2010
Zu DeepInYourHeart

[/Wer seine Grenzen kennenlernen will, muß bereit sein diese zu überschreiten !
quote]

In dem Satz steckt viel Wahrheit.
Vorallem "SEINE GRENZEN", da geht es NICHT um "DIE GRENZEN DES ANDEREN".
Eine Grenzüberschreitung, kann eine ganze Session zerstören.
Das ist ein Erfahrungswert


[/Wie soll man wissen was "nahe Grenze" ist, wenn man nicht mal die Grenze überschritten hat !
quote]

Die Grenzen liegen in der Psyche des/der Sub begraben.
Kein Mensch ist von natur aus Schmerzgeil, es ist die Stimmulation die der Lustschmerz in der Psyche auslöst.
Wie das Wort "Lustschmerz", schon sagt, geht es um maximalen Lustgewinn. Nicht aber darum eine Grenze zu überschreiten.

Das du als Dom, lediglich das Codewort beachten musst, damit machst du dir die Sache, finde ich zu einfach.

Ist aber wie du schon geschrieben hast, bei jedem sehr individuell.

Ein guter Dom, wird nicht an der physischen Härte gemessen, viel mehr ist es seine geistige Überlegenheit, die einer Sub den Kick gibt.

Hier ist es aber wohl, wie bei allen sexuellen Praktiken, wichtig ist das sich zwei Menschen, die auf einer Welle liegen zusammen finden.

Ich empfinde solche eine Session, nicht als besonders reizvoll, weil ich dort körperliche Schmerzen bereiten kann, sondern weil es darum geht die Psyche der Sub zu dominieren..
03. September 2010

Eine Grenzüberschreitung, kann eine ganze Session zerstören.
Das ist ein Erfahrungswert



dieser erfahrungswert ist eben auch keine schablone für alle session´s, es ist nur dein ganz individueller und eigener!

eine grenzüberschreitung als worthülse....für grenzwertig einzusetzen halte ich persönlich nicht für ratsam....viele grenzen bestehen nur in den köpfen der menschen und sie merken beim überschreiten dieser....das die angst die sie hatten....sich nicht bestätigt und sind sehr froh einen neuen anderen weg gehen zu können,


das es gefahren gibt und grenzen die man nicht überschreiten sollte....haben etwas mit der menschenwürde ....oder einer körperverletzung zu tun....diese allerdings nichts mit bd/sm!
03. September 2010
Pegasus_68

[/quodieser erfahrungswert ist eben auch keine schablone für alle session´s, es ist nur dein ganz individueller und eigener!

eine grenzüberschreitung als worthülse....für grenzwertig einzusetzen halte ich persönlich nicht für ratsam....viele grenzen bestehen nur in den köpfen der menschen und sie merken beim überschreiten dieser....das die angst die sie hatten....sich nicht bestätigt und sind sehr froh einen neuen anderen weg gehen zu können,


das es gefahren gibt und grenzen die man nicht überschreiten sollte....haben etwas mit der menschenwürde ....oder einer körperverletzung zu tun....diese allerdings nichts mit bd/sm!te]

Besser hätte ich es nicht formulieren können
03. September 2010

Das Zauberwort in allen Bereichen des BDSM, heißt doch ganz klar "LUSTSCHMERZ".
Nö. Es gibt insbesondere in der Masoabteilung jede Menge Menschen die den Schmerz nicht zwangsläufig im sexuellen Kontext sehen.

Als Dom, bist eigentlich in der schwächeren Position.
Du musst stets bemüht sein, maximale Lust zu bereiten, nimmst dich dabei selbst oft zurück, damit dein Sub genießen kann.
Entweder ist das Topping from Bottom, oder es passt etwas in der Konstellation von Dom und Sub nicht zusammen.

Ich bin im übrigen der festen Überzeugung, das Grenzen nicht da sind, damit sie überschritten werden.
Sie erstmal zu finden und ggfs. zu verschieben ist besser als blindes überschreiten.

Wichtiger ist es einen Sub, so nah wie möglich an seine Grenzen zu führen, die er/sie sich so selbst noch nicht bewusst geworden sind.
Dacor
03. September 2010

[/quoteDas Zauberwort in allen Bereichen des BDSM, heißt doch ganz klar "LUSTSCHMERZ".
Nö. Es gibt insbesondere in der Masoabteilung jede Menge Menschen die den Schmerz nicht zwangsläufig im sexuellen Kontext sehen.


Als Dom, bist eigentlich in der schwächeren Position.
Du musst stets bemüht sein, maximale Lust zu bereiten, nimmst dich dabei selbst oft zurück, damit dein Sub genießen kann.
Entweder ist das Topping from Bottom, oder es passt etwas in der Konstellation von Dom und Sub nicht zusammen.


Ich bin im übrigen der festen Überzeugung, das Grenzen nicht da sind, damit sie überschritten werden.
Sie erstmal zu finden und ggfs. zu verschieben ist besser als blindes überschreiten.


Wichtiger ist es einen Sub, so nah wie möglich an seine Grenzen zu führen, die er/sie sich so selbst noch nicht bewusst geworden sind.
Dacor]

Ich stimme dir in alllen Punkten zu

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