![]() | 26. Juni 2010 Dilemma Doppelleben Hallo, ich lebe schon seit knapp einem Jahr glücklich in einer Beziehung. Mit meiner Freundin ist alles soweit super und wir lieben uns. Bis darauf, dass wir anscheinend sexuell nicht auf einer Wellenlänge liegen. Das heißt, dass sie zwar völlig zufrieden ist mit dem Sex, ich es aber nicht bin. Sie teilt nicht die gleiche Experimentier- und Spielfreude, wie ich sie habe. Ich habe schon ziemlich viel versucht: haben schon öfter darüber gesprochen, ich habe versucht ihre Ängste zu verstehen, in ihrer Vergangenheit vielleicht den Grund darin zu finden und eben sehr einfühlsam zu sein. Leider kickt mich der Sex eben dennoch nicht so, wie sie - da ich in meinem Leben schon andere Erfahrungen gemacht habe. Es ist anscheinend einfach nicht in ihrer Natur!? Jedenfalls spiele ich die ganze Zeit mit dem Gedanken, regelmäßig mit einer anderen Person genau das auszugleichen, was mir in meiner Beziehung fehlt. Dabei habe ich irgendwie gar keine Gewissensbisse... es fühlt sich gut an. Dennoch weiß ich um die Verantwortung, die man als Partner in einer Beziehung besitzt. Daraus ergibt sich dieses Dilemma zwischen Lust und der Ethik einer Beziehung! Eure Meinung ist mir sehr wichtig dazu |
![]() | 26. Juni 2010 Du willst die Meinung von Anderen....okay, kannst du haben. Deinen Ansatz finde ich gut. Mir fehlt nur eines dabei: willst du das heimlich machen oder offen und ehrlich? Ich finde deine Freundin sollte die Möglichkeit haben selbst entscheiden zu können ob sie das möchte oder nicht. Wenn sie es nicht möchte dann seid ihr gezwungen einen Weg für euch beide zu finden. Heimlich wiederum ist blöd. Du mußt dir dauernd Lügen einfallen lassen. Das wird irgendwann zum Netz. Und wenn das dann rauskommt wird sie mit Recht die Beziehung beenden. Lass ihr die Wahl. |
![]() | 26. Juni 2010 Wenn der Sex mit meinem Partner nicht "der Wahnsinn schlechthin" ist, sprich wir nicht auf einer Wellenlänge liegen, würde es für mich wenig Sinn machen, eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Ihr seid ja erst 1 Jahr zusammen, da wäre eine Trennung wohl nicht so schlimm. Vielleicht findest Du ja ne Partnerin, die viel besser zu Dir passt? |
![]() | 26. Juni 2010 naja, es geht in einer beziehung ja nicht NUR um sex... das mal vorne weg! ich würde mit ihr darüber reden, daß du dich im sexuellen mit ihr nicht befriedigt fühlst... heimlich würd ich mir an deiner stelle keine "geliebte" suchen, denn sowas kommt über füh oder spät doch immer raus! also, hab nen arsch in der hose und REDE über dein problem!!!!!!!!! good luck... |
![]() | 26. Juni 2010 Dann mal eine Meinung in die andere Richtung: Du schreibst viel von Dir und Deinen Bedürfnissen, die auf Deinen Erfahrungen beruhen. Du hast eine gewisse Vorstellung davon, was Dir Spaß macht und versuchst, Deine Partnerin von diesen Vorstellungen zu überzeugen. Du bist frustriert, weil das nicht klappt. Fallt Dir was auf? Genau, es geht scheinbar nur um Dich. Das mag ja im Sinne der Selbstverwirklichung gar nicht mal verwerflich sein - aber erfolgversprechend in einer Beziehung ist es auch nicht. Eine Beziehung lebt davon, das man gemeinsam entdeckt, was Spaß macht, und nicht bei der eigenen eingefahrenen Schiene bleibt. Du kannst Deiner Freundin nun vorschlagen, das sie Dich "zum Austoben" freigibt, und so wie Du sie schilderst wird sie dem wahrscheinlich sogar zustimmen. Oder Du kannst es heimlich machen, wobei sie Dir da schneller dahinter kommen wird als Du denkst. In beiden Fällen wirst Du ihre Achtung verlieren - einmal langsamer, einmal schneller: Denn einen Partner, der in der Beziehung nicht mal nach einem Weg zum gemeinsamen Glück suchen will sondern es biddeschön genauso haben will wie von der Ex - den braucht keine Frau wirklich. Also: Überleg Dir - wen liebst Du mehr, die Frau oder den Sex? |
![]() | 26. Juni 2010 @chrismaas Du hast genau das geschrieben, was ich gedacht habe. Nur hast Du es viel besser formuliert, als ich es gekonnt hätte. Ich finde, dem ist nichts mehr hinzuzufügen... |
![]() | 26. Juni 2010 Hm naja, ich muß sagen, ich würde da ein wenig Einspruch erheben. Natürlich ist es wichtig, daß man miteinander seine Sexualität entwickelt und das braucht Zeit und Hingabe und hört nie auf. Aber der Satz, daß derjenige mit der schwächeren Libido die Quantität in Sachen Sex entscheidet, hat auch Anwendung in Bezug auf Experimentierfreudigkeit, fürchte ich. Mit der Zeit kann das kommen, daß jemand sich (und das kann er auch nur allein) aus seiner Scham, Ängsten oder sonstigen Verklemmungen befreit. Einfühlsam und ohne Druck damit umzugehen ist hier der einzige Weg. Aber es muß nicht passieren. Und es passiert auch selten ohne gewisse Motivation von außen. Man beschäftigt sich selten bereitwillig mit unangenehmen Gefühlen. Insofern - und als poly - halte ich von Heimlichkeit gar nichts. Ob Offenheit bezüglich Deiner Bedürfnisse eure Beziehung übersteht, weiß ich natürlich nicht. Die Frage ist doch aber: ist sie bereit, Dich so zu lieben, wie Du bist - inklusive Bedürfnisse? Oder möchte sie jemanden, der ihr bequem in ihren Entwicklungsstand paßt? Die Frage, ob man den Menschen liebt, den man hat (und der sich auch verändert), oder den Menschen, den man haben möchte, ist häufiger der Knackpunkt, denke ich. Wir denken jedenfalls, daß Heimlichkeit die GEMEINSAME Entwicklungsmöglichkeit in eurer Beziehung ein Stück weit beerdigt, weil jeder so tut, wie der andere ihn gerne hätte - gleichzeitig aber sein Ding macht. Das treibt auf Dauer auseinander. Aber: auch sich "nur" sexuelle Offenheit zu gewähren ist ein anstrengender Schritt, der viel Selbstreflektion und Wachstum bei beiden erfordert und die Folgen sind erst nach Wochen und Monaten erkennbar. Und Du solltest Dich auch ganz konkret fragen, ob Du auf Dauer auch in Deinem Beziehungsbild damit klarkommst, daß der Sex zwischen Deiner Freundin und Dir vielleicht immer so bleibt. Und ob Deine Beziehung zu Deiner Freundin guter Sex mit jemand anderem dann trotzdem verkraftet. Oder ob es tatsächlich AUCH dann ein Rückzug auf Raten ist. Und Du eigentlich getreu dem Hollywood-Bild nach jemandem suchst, bei dem "alles" stimmt. Sprich an Dich die selbe Frage: liebst Du Deine Freundin so wie sie IST oder liebst Du sie so, wie Du sie haben möchtest? Und wenn klar wird, daß sie nicht so ist, wie Du sie haben möchtest, worum geht es dann in deiner Frage nach Doppelleben oder nicht eigentlich? |
![]() | 26. Juni 2010 danke für eure Antworten bis jetzt. Ich würde es mir, wie bei Venice, wünschen, wenn ihr nicht anfangt über mich zu urteilen! Leider würde es auch den Rahmen sprengen alle Einzelheiten so darzustellen, dass ihr ein unmissverständliches Gesamtbild von der Situation bekommt... Ja, ich liebe meine Freundin und dass sie auch so ist wie sie ist. Es ist eben _nur_ der Sex, der mich nicht erfüllt. Ich habe schon oft mit ihr darüber gesprochen. Über ihre Wünsche, Fantasien und Vorstellung. Sie äußert aber sehr oft, dass ihr einfach nichts einfällt, was sie noch anturnen würde. Sie scheint eben einfach zufrieden damit zu sein! Natürlich ist "fremdgehen" eine ethische Frage, die viele immer wieder mit "nein" beantworten würden. Das kann ich auch gut nachvollziehen. Immer wenn ich versuche ganz einfühlsam über andere Facetten unseres Sexuallebens zu sprechen, dann wird sie unsicher und blockiert irgendwann. Wir ergänzen uns menschlich ausgezeichnet in so vielen Sachen, aber eben in der einen nicht.. und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll! Das, was ich in meinem ersten Post geschrieben habe, ist ja nur _eine_ Möglichkeit, die sich mir bietet... |
![]() | 26. Juni 2010 Du hast die Frage nach der Heimlichkeit leider noch nicht beantwortet. Das würde doch schon vieles klären. Im übrigen urteilt hier keiner über dich sondern beleuchtet dich und deine von dir in Auszügen geschilderte Situation. Und zwar ziemlich gut und sachlich. |
![]() | 26. Juni 2010 Ich sag mal so.. wenn ich es offen machen würde, gefährde ich unsere Beziehung... sie würde es definitiv ablehnen.. mach ich es nicht und ändert sich an der Situation auch nichts, steigert sich meine Unzufriedenheit!Diese Kausalkette ist eben das Dilemma |
![]() | 26. Juni 2010 naja... und in deinem profil steht "offene beziehung"... toll, da sind die fremdgehchancen ja gleich viel höher hm? |
![]() | 26. Juni 2010 danke rebel_yell... das hilft mir beim erörtern meines problems sehr weiter! |
![]() | 26. Juni 2010 naja, du lügst ja schon im profil, dann kannste es ja auch real tun... |
![]() | 26. Juni 2010 "Steine, frische Steine" |
![]() | 26. Juni 2010 Woher weißt du das sie es ablehnen würde? Glaub mir, irgendwann fliegt das auf und dann ist die Beziehung auf jeden Fall kaputt. Hast du ihr schon mal gesagt wie du gerne Sex erleben möchtest? Und zwar wirklich direkt. Wenn du mit ihr sprichst und sie abblockt dann mußt du ihr ganz deutlich klarmachen das du völlig unzufrieden bist und es so zu keiner Lösung für euch beide kommt. Das kann auch mal ein schlechtes Gefühl für euch beide machen. Aber Beziehung bedeutet nun mal Arbeit. So wie ich es bisher verstanden habe wolltest du mal Neues ausprobieren und hast darüber mit ihr gesprochen. Sie hat abgeblockt und dann hast du dich zurückgezogen. Korrigiere mich wenn ich falsch liege. Aber genau dann mußt du erst Recht weiterreden. Male nicht in den schillerndsten Farben aus was du willst sondern bleib sachlich beim Thema. Ihr sollte bewußt werden das du unzufrieden bist, das du es aber ändern möchtest. Wie das hängt dann von euch beiden ab. Aber es heimlich zu tun, also den Weg mit dem wenigsten Wiederstand, ist auf Dauer nicht der Richtige. |
