![]() | 21. Dezember 2010 Du sprichst also die Schuldfrage an? Gibst dem Opfer die Wahl zwischen Teilschuld und Ohnmacht, und sagst, dass sich damit das Verzeihen erübrigt, weil es nie ein klares Opfer gibt? Ich glaube so richtig verstehe ich Deinen Punkt nicht. Es gibt sicher unzählige Beispiele in denen jemandem Schaden zugefügt wurde, ohne dass man diesem eine explizite Teilschuld zuweisen kann (abgesehen davon, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein). Und auch wenn das Verständnis des eigenen Verhaltens natürlich dazu beiträgt, Kreisläufe zu durchbrechen, so erübrigt es sich nicht, dass das Opfer noch mit den dadurch entstandenen Verletzungen umgehen lernen muss. Sicher. Ich habe mir erlaubt, die Frage des Freds umzustellen, ero der doch absichtlich so formuliert war, dass eindeutig ist: Ich bin diejenige, die zu verziehen hat (wen juckt eigentlich, ob ich verzeihe oder nicht -- ich meine, wenn mich da schon jemand soooo verletzt, ist es ihm/ihr nicht letzendlich schnuppe, ob ich ihm/ihr verzeihen werde? Aber das ist sicher schon aufgedeckt worden). Wen es juckt, ob Du verzeihst? Dich selbst. Ein wesentlicher Teil des Vergebens ist es, eine Situation für Dich persönlich abzuschließen. Ob das den Täter juckt, braucht Dich dabei nicht zu interessieren. Letztendlich geht es darum Schmerz, Wut und Angst irgendwie hinter sich zu lassen. In einer Beziehung geht es beim Verzeihen ja auch nicht darum, die Absolution zu erteilen, sondern darum wieder in der Lage zu sein, jemandem zu vertrauen. Das Ziel ist der persönliche Abschluß mit der Verletzung, nicht der Erhalt oder die Aufgabe einer Machtposition, weil der andere 'mir etwas schuldig' ist. |
![]() | 21. Dezember 2010 Hallo Devek, ich meinte, abgesehen davon zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein und eventuell einem Amokläufer in die Arme zu laufen, habe ich immer Einfluss darauf, dass jemand mir Schaden zufügt. Man interagiert ja ständig miteinander und vllt. war die Kommunikation (im pue'schen Sinne) nicht so prickelnd zwischen den Partnern, so dass der Andere nun meinte, mal etwas Neues ausprobieren zu wollen. Klar, dass dies den "treuen" Partner verletzt, aber so lange man nicht beide Seite im Verhältnis sieht, steht man immer entweder auf der Opfer- oder der Schuldnerseite und das erzeugt die Ohnmacht: Deine Freundin betrügt dich, und du musst das hinnehmen. Sie will in der Beziehung mit dir bleiben, und du weißt nicht, ob du ihr vertrauen kannst, etc. -- Du bleibst passiv. Das ist nicht schlecht, und die Zeit wird zeigen, ob die Wunde heilt und wie die Beziehung sich unter neuen Vorzeichen gestaltet, oder auch nicht. Bleibt man passiv, gelangt man schnell in die Rolle des Opfers. Das Einzige, was vllt. noch zu tun bleibt, ist zu sagen "Das verzeih ich Dir nie!" Und dann ist das Gleichgemacht wieder hergestellt, man kommt aus der Ohnmacht heraus. Anders wäre es, selbst aktiv zu werden. Du kennst dich und du weißt, wie sehr das Fremdgehen deines Partners dich verletzt, also unternimm etwas. Du wirst überlegen, dass dies dies das erste und letzte Mal ist, dass du das Fremdgehen hinnehmen konntest und in Zukunft nicht mehr. Oder das ist dir zu viel und du trennst dich gleich von diesem Menschen. In jedem Fall kommst du nicht so leicht in die missliche Lage sagen zu müssen: "Das verzeih ich Dir nie", weil du selbst die Situationen in die Hand nimmst und weniger in einer Opferrolle bist. Das ist schon alles, was ich sagen wollte. Schöne Grüße, von Vajra |
![]() | 21. Dezember 2010 Richtig, Devek, ich meine Zuneigung und Akzeptanz, ich meine Liebe, Zusammengehörigkeitsgefühl, Offenheit, Ehrlichkeit, Austausch... All das fasse ich schludrig unter dem Begriff Kommunikation zusammen. Denn ist ein Gesellschaftsmitglied kommunikationsunfähig, erfährt er nichts von all dem. Schludrig deshalb, weil Abstraktionen immer ungenau und unscharf sind. Aber sie fassen die Sache zusammen. Schreiben, Lachen, Lesen, Streicheln, Trauer zeigen, all das und viel mehr gehört zur Kommunikation. Im Falle des heimlich und öfter Fremdgehenden ist es auch die Kommunikation, die fehlt. Es fehlt die Ehrlichkeit, wie Vajra richtig schreibt. Ist alles ehrlich vermittelt, hat jeder die freie Wahl, zu entscheiden, was er will. Wer ehrlich sein will, muss kommunizieren. Ich habe mich schon sehr früh gefragt, was Schuld sein soll. Zu Ende gedacht, halte ich keinen Menschen für schuldig. Man muss nur die Ursachen für das 'böse' Verhalten weit genug zurück verfolgen, dann kommt man an einen Punkt, wo man sagen wird, er hat nicht anders gekonnt. Ich lebe grade in Scheidung und weiß gut um das Thema. Alle Paarprobleme scheinen mir letztendlich Kommunikationsprobleme. So einfach, wie sich das anhört, macht es das nicht leichter, diese zu lösen. Deine letzten vier Absätze vom letzten Posting gefallen mir gut. |
![]() | 22. Dezember 2010 Verzeihen...und verkraften! Verzeihen verlangt dem Verzeihenden emotional ganz schön viel ab. Was man verzeihen will und kann ist individuell sehr verschieden. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass ich meinem Partner zwar verziehen hatte- also ich wollte ihm verzeihen und habe mir immer wieder gesagt, dass es vorbei und vergessen ist- aber dass das zu Verzeihende bei mir Wunden hinterlassen hatte, über die ich nicht mehr mit ihm reden konnte, da er das stets als Vorwurf sah. Und dann verzeiht man den selben oder ähnliche Fehler auch nur einmal. Beim zweiten mal ist es nicht so, als wäre man zum ersten mal verletzt worden, sondern viel schlimmer. Und auch die Gefühle vom ersten mal kochen wieder mit hoch. Bei einer langjährigen Beziehung kann einen ein Fehler des anderen am Anfang nach Jahren auf diese Art irgendwann einholen. |
![]() | 06. Juli 2011 Hero schreibt ... Verzeihen ist die schwerste Liebe, sagte Albert Einstein einmal. Ich finde, er hat recht. |
![]() | 17. Juli 2011 Wenn das Verzeihen zu schwer ist - bleiben lassen. Vor allem, wenn man sehr verletzt ist und der "Auslöser" keine Spur von Reue zeigt, sich mit fadenscheinigen Erklärungen rausredet oder gar nicht versteht, warum man etwas als so schlimm empfunden hat, würde ein Verzeihen wohl immer oberflächlich bleiben, und darunter broddelt es weiter. Ausschlaggebend sollte allein sein, womit man sich besser fühlt. Bloß kein schlechtes Gewissen haben, nicht denken, "ich schade mir nur selbst, wenn ich das nicht los lasse" oder "ich beweise Großmut, wenn ich verzeihe",..... In sich horchen und sich fragen, geht es mir besser, wenn ich das jetzt verzeihe, oder wenn ich mit diesem Menschen nichts mehr zutun haben will - und wenn die ehrliche Antwort auf Zweiteres fällt, das dann aber auch durchziehen. ~~~~~~~~~~~~ Was mir persönlich sofort dazu einfiel, war seltsamerweise noch vor Fremdgehen, Lügen, Bestohlen werden ect. ...... Tierquälerei. Wenn ich heraus bekommen würde, dass ein mir sehr nahestender Mensch, egal wie nah, Mann, Freund, beste Freundin, Eltern,.... ein Tier einfach zum Spaß schwer gequält hätte, dann wär der Ofen aus. Und er bliebe aus. |
![]() | 13. Januar 2012 vERZEIHEN IST DIE SCHWERSTE LIEBE??? Ich habe jetzt nun 2 Tage über diesen Satz nachgedacht....und er erklärt mir nun einiges. Albert hatte wohl Recht....dann war die Liebe wohl nie groß genug |
![]() | 13. Januar 2012 @velveetene Und dann verzeiht man den selben oder ähnliche Fehler auch nur einmal. Beim zweiten mal ist es nicht so, als wäre man zum ersten mal verletzt worden, sondern viel schlimmer. Und auch die Gefühle vom ersten mal kochen wieder mit hoch. Bei einer langjährigen Beziehung kann einen ein Fehler des anderen am Anfang nach Jahren auf diese Art irgendwann einholen. DANN.... hat man nicht verziehen.... ich denke, man muss mit sich selbst ehrlich sein... aber wenn man sagt... ICH HABE VERZIEHEN... dann sollte es auch so sein... oder man sagt nicht was man nicht halten kann !! relativ einfach.... umsetzung schwer....;-) |
![]() | 03. März 2012 Es geht nicht um die Schuldfrage Liebe Joyler In der Verhaltendtherapie lernt man, dass es nicht um die Schuldfrage geht. Es geht um den Lösungsansatz. Den findet man oft bei der Ursache. Und dazu gehören in einer Beziehung immer zwei. Einer der macht und einer der nicht macht, wobei die Reihenfolge vollkommen egal ist. Die Schuldfrage ist immer auch mir einem Vorwurf und einem Zurechtweisen verbunden. Darüber hinaus wäscht dann der Eine seine Hände in Unschuld. So entsteht ein Gefälle, dass die Gemeinsamkeit zerstört. Und das soll einer Partnerschaft dienlich sein??????? Die Erfahrung zeigt, das diesem eben nicht so ist. Ja, ich kann und will verzeihen. Das hängt zum einen davon ab, wie es mir beigebracht wird und dass ich die Fähigkeit nachzutragen nicht besitze. Was aber sehr wohl möglich ist, ist mich nachhaltig zu verärgern. Und ist dieses mehrmals gelungen, gibt es auch kein Zurück mehr. Dieses hängt dann wiederum von der Schwere der Situation und dem Verhältnis ab. Denn andererseits ist es doch das Interessante, dass wir unterschiedlich sind. Euer Alex_MUC |
![]() | 19. März 2012 kommt auf die situation an was passiert ist. |
![]() | 19. März 2012 Banalitäten ?! Just because you've forgotten, that don't mean you're forgiven… Es gibt immer deine die ich nicht verzeihen kann z.B. von Menschen die behaupten einen zu mögen und für eine da zu sein ausgenutzt und belogen zu werden… die einem bewusst damit weh tun und einem jeglichen Respekt entziehen… Wenn mir jemand körperliche oder/und seelische Gewalt gegen meine Willen antut … Wenn durch verzeihen das was mir angetan wurde nicht besser wird, warum soll ich dann verzeihen? Ich sehen mich aber auch im Gegenzug nicht ach Rache weil das ebenfalls nicht mein Paket, meine schmerzen, meine Zerstörung in mir verbessert… Nicht verziehen zu haben macht es nicht schlimmer …. Das ist ein Irrtum…. Das wenn man dem, der einen was angetan hat verzeihen kann, das es einem dann bessert geht.. die Tat hat ihre wunden gerissen, die Narben bleiben.. die Wut auch.. immer! Aber ich denke das Problem liegt hier in den Erfahrungen die jeder gesammelt hat im Leben.. Wenn das schlimmste war, das ein Partnern mal einen betrogen und belogen hat dann sind es ggf. Banalitäten die man 10 Jahre nach der Trennung ohne Problem abhakt und sagt: ist verziehen… So was belastet einen ja auch nur im Moment der Beziehung nicht ein Leben lang.. Ich wurde heute jeden meiner Ex ihre Seitensprünge verzeihen weil sie Banal sind aus meinem heutigen Leben (auch kein Paket was mich heute noch belastet… ) Andere Dinge sind dagegen nicht ganz so banal.. und einfach nicht verzeihbar… nie! |
![]() | 19. März 2012 Verzeihe ich Dir nie Vater das Du mich mißhandelt hast das Frau einfach vergewaltigt wurde... das ich Deinetwegen gesundheitlich eingeschränkt bin mein Freund und heute im rollstuhl sitze weil du mich übern Haufen fuhrst. Das im Krieg UNSCHULDIGE STERBEN MRs President boxen sie sich selber mit Putin ?! und das unser Deutschland seine Soldaten im Stich läßt wenn sie Heim kehren - völlig traumatisiert das sind Dinge die ich nicht verzeihen könnte weil ich jede Nacht im Schlaf erschrecke, weil ich die Folgen immer noch spüre als wäre es gestern Es gibt den den Unterschied zwischen verzeihen und vergessen doch die Spuren und Alpträume lassen einen Opfer auch das nicht vergessen. Wenn es einen gerechten Gott gibt steht nur ihm allein zu darüber zu urteilen Ein Fremdgehen ist dagegen Kinderkram- denn sowas brauch Mann nicht dafür hilft reden in der Partnerschaft und es gibt Swingerclubs. So sehe ich das für alle OPfer in der ganzen Welt und in der BRD |
![]() | 19. März 2012 Das sind wahrlich hehre Worte - dennoch nicht vergleichbar. Wer meint, einen derartigen Vertrauensbruch in einer Beziehung als banal einstufen zu können - bitteschön. Für andere ist es das persönliche Ragnarök. Und es steht Fremden nicht zu, darüber zu urteilen. |
![]() | 19. März 2012 @seele verschenkt in unser beziehung gibt es kein fremd gehen. Treue ist was anderes wie Sex. Treue ist wie in guten und schlechten Zeiten. und glaube mir mein Engel hat es mit mir als MS Patientin nicht leicht. Doch wir halten zusamen. Wir hätten kein Grund fremdzugehen. Urteilen auch nicht über andere. Doch fremdgehen kann M.E. nach nicht so brutal wirken wie Kinderschänder usw. |
![]() | 19. März 2012 Und Nachtrag unseren Politikern die uns im Ruin treiben mit Ihrer Steuer. Ich hab einen Firmenwagen abgeben und 1 Mann entlassen. Verzeih mir Kollege. Ich kann das nicht mehr finanzieren. und bei jeden Einkauf werde ich daran erinnert das unsere Poltiker unser Leben schwerer machen seitdem eder Euro eingeführt wurde. 1 Euro ist gleich 1 DM und nicht zwei DM wie uns einst versprochen. vergessen kann man das auch nicht. Verzeihen weil Politik viel reden und nichts sagen ist schon. |
