| Ja, denn die Denk/Sichtweise ändert sich auch zwangsläufig! | 54% | (24) | |
| Ja, denn .... | 9% | (4) | |
| Nein, sie isoliert eher noch mehr als zuvor! | 11% | (5) | |
| Nein, sie belastet ja nicht bloss davon Betroffene! | 15% | (7) | |
| Nein, denn ... | 0% | (0) | |
| Stimmenthaltung. | 18% | (8) | |
| Teilnehmer insgesamt: | 44 | ||
![]() | 29. Mai 2010 Behinderung als Chance ... sicher, das klingt reichlich gewagt, wenn nicht sogar anmassend? Aber überlegt doch mal ob es Euch da nicht auch so geht wie mir. Wir da so Einigen sogar Vorbilder sein könnten, weil wir uns eben trotz Allem nicht unterkriegen lassen, sondern ganz einfach an die neue Lebensituation angepassen? In meinem Fall haben alle Handicaps zusammen erst ermöglicht, das ich mich seitdem häufiger und intensiver im Schreiben verwirklichen kann! Zwar geht so manches aus dem früheren "normalen" Leben längst nicht mehr doch reifte dafür in meinem Inneren ein anderes, neues Selbstbewußtsein heran, so daß ich jetzt zum Beispiel den Mut habe meine Gedanken zu diesem brisanten Thema niederzuschreiben. Mehr noch, sie mit Euch Allen, egal ob nun Behindert oder nicht, zu diekutieren! Es ist doch wohl auch Tatsache, das Behinderung nicht nur das Handeln in Alltag und Beruf einschränkt, sondern auch sehr oft zu einer anderen Denk und Sichtweise führt. Das man auf einmal ganz andere Dinge als bedeutend erkennt, welche man früher aus Mangel an Zeit und Interesse kaum wahrgenommen oder angedacht hatte? Darum sehe ich mich auch erst dann als Looser, wen ich zulasse das mir alles abgeneommen wird, wenn ich mich total in Schicksal und Erkrankung fallen lasse und nur noch von Anderen abhängig sein will! Und das wird, solange ich es selbst beinflussen kann, NIEMALS geschehen! Aufgrund dessen dann auch dieses "Reiz Thema" und die Umfrage. Threads mit depressiver Inhaltsthematik gibt es wahrlich schon mehr als genug. Daher beteiligt Euch bitte entsprechend, damit Alle sehen das WIR auch anders können, vor Allem aber auch WOLLEN! Mensch liest sich! Ralf, aka Seelentraum |
![]() | 30. Mai 2010 ich denke schon, dass die Behinderung auch Vorteile und Chancen bietet. Ich habe meine Behinderung von Geburt an. Das heißt von klein auf habe ich gelernt, mit den Dingen des Lebens anders umzugehen und andere, alternative Wege zu finden, meine Ziele zu erreichen. Zum Beispiel das Verbalisieren und Netzwerke bilden, um Probleme zu lösen. Durch die Behinderung bin ich wesentlich hartnäckiger, zäher, gebe nicht schnell auf. Das sind definitiv positiver Charaktereigenschaften. Auch mein Optimismus kommt daher, denn ich weiß, es bilden sich immer Chancen, egal in welcher Lebenssituation man steckt. man sollte aber dennoch die Nachteile nicht verschweigen oder tabuisieren.natürlich würde ich gerne auch aktiv umarmen, streicheln können. Natürlich würde ich gerne aussehen wie Jonny Depp. Natürlich würde ich mich gerne am Kopf kratzen wollen oder selbst befriedigen. Aber es ist nun mal alles so wie es ist und unterm Strich bin ich ziemlich zufrieden mit dem, was ich habe. |
![]() | 30. Mai 2010 genau das trifft es thalon! Man wächst quasi in einem anderen Bewußtsein auf. Gewinnt viel mehr Blick und Gespür für Ehrlichkeit und Nähe, die man zwar mitunter auch als Mitleid von Anderen erlebt, die jedoch dann wieder den eigenen Willen, es aus eigenem Antrieb schaffen zu wollen, stärkt! Was bei Dir das Umarmen iss is bei mir die aktive Sexualität. Ich habe noch nie in meinem Leben aktiv penetrieren (Vögeln) können, da nicht nur mein Bindegewebe, sonder auch das der Schwellkörper von Beginn an fehlerhaft und deformiert war. Obwohl ich es niemand verschweige das ich nunmal ohne Implantation errektionsunfähig bleiben werde, scheiterte genau daran meine langjährige "Beziehung". Was jedoch nicht kaputt ging das war die Freundschaft die Nähe und Ehrlichkeit die wir jederzeit zu leben bereit bleiben, so daß wir noch heute genauso häufig, dafür aber in einer ganz besonderen Art und Innigkeit zusammen sind. Wei sie mal sagte hatte ich sie damals "gewinnen" können, weil ich eben sehr gut zuhören kann. Dadurch auch die Dinge eher wahrneheme auf welche man eingehen sollte. Damals asl ich noch im Berufsleben stand (zwar schon immer Schmerzen hatte) war solch ein Bewußtsein nie vorhanden. Da lebte ich wahrlich "wilde Jahre". Hätte sie mich so kennen gelernt, sie hätte bestimmt überhaupt kein Interesse oder Bezugspunkt zu mir gefunden. Als auch die Organe mehr und mehr kollabierten, ich durch die Folgen meiner Berufsunfälle zusätzlich auch noch inoperable Schäden im Becken und am Gehaapparat erlitt, verlor die schöne Schein Welt aus "Trunk und Rauch" ihre gesamte Bedeutiúng. Ich bin mir heute sicher das mir gerade die Tatsache siet 14 jahren völlig erwerbsunfähig zu sein, nicht nur zu einem anderen Bewußtsein verholfen, sondern letztendlich sogar mein Leben gerettet hat! Was hatte ich damals zur "Flucht und Betäubung" gesoffen und gequalmt. Auch des Öfteren mal gekifft, wenn die Schmerzen zu groß wurden. Dann aber begann die erfüllte Zeit, wo ich im BDSM Halt und Orientierung fand. Wo ich mein Schmerzeempfinden und Verhalten endlich anders kanalisieren lernen durfte, es einfach in mein Kopfkino "einbauen" konnte! Deshalb fresse ich auch heute längst keine Unmengen von Schmerzmitteln mehr wie früher, benötige auch keine Antidepressiva mehr, sondern nehme nur noch Beta Blocker, die ich niemals absetzen darf. Ja, und eigentlich. Eigentlich bin ich mittlerweile glücklich, weil ich längst irgendwie doch mehr zu wissen glaube, als so manch andere "Gesunde". Was, und wen ich brauche, um meinen weiteren Weg zielgerecht durchs Leben gehen zu können! Mensch liest sich! Ralf, aka Seelentraum |
![]() | 30. Mai 2010 Super Einstellung, Ralf! |
![]() | 30. Mai 2010 Die hast Du auch, thalon. Und nicht nur wir beiden haben die. Sondern eben auch unzählige Andere die raus aus ihrer eiegen Trauer, den "Oasen ihres Selbstmitleides" kommen sollten. Wenn es uns gelingt auch die zu motivieren und zu überzeigen, haben wir schon wieder was bewegt! Aus Ehrlichkeit und purem Leben heraus! Und selbst wenn so Einige auch wütend sein könnten über die "überheblichhkeit" die mitunter in unseren Erklärungen mitschwingt! Wut, kann auch was Gutes haben, wenn man daraufhin endlich den Arsch in die Höhe bekommt, und zum UMdenken bereit wird! So gesehen solten wir uns sogar darauf freuen das es auch zu kontroversen Gesprächen kommen wird, wenn erst mal mehr auf das neue Thema aufmerksam geworden sind. Mensch liest sich! Ralf, aka Seelentraum |
![]() | 30. Mai 2010 Behinderung... als Chance, für mich ja. Auch wenn es nicht gleich von Anfang an so war. Sehe ich heute so mach eines im Leben anders, nicht als selbstverständlich. Ich weiß ja nicht was der Morgen bringt...aber egal...hier und das jetzt zählt. Die Behinderung ist ein teil von mir, ein Stück Lebensbeileiter. LH Light |
![]() | 30. Mai 2010 Ganz genau light_ning. Sie mag zwar zum Teil durch ihre Folgen und Belastungen sogar ausgrenzen. Dafür erinnert und konzentriert sie uns dann aber um so nachdrücklicher auf das zum erfülllten Leben Wesentliche! Das was man nicht erreichen haben kann, wenigstens in Gedanken oder als Sehnsucht so auszuleben das uns bereits der Traum davon oder die Erinnerung daran tröstet! So manches Lächeln wird bereits aus der Erinnerung heraus, und nicht erst aus dem Stolz am realen Besitz geboren! Mensch liest sich! Ralf, aka Seelentraum |
![]() | 31. Mai 2010 Ich sehe meine Krankheit eigentlich auch als Chance, aber es war ein sehr langer Weg bis hier her! Die komplette Lebenseinstellung ändert sich, man wird stärker. Was mir allerdings aufgefallen ist, dass eine Krankheit einen Menschen auch sehr einsam machen kann. Ich habe lange überlegt, wie ich aus dieser Einsamkit heraus finden kann, aber ich habe noch keinen, für mich passenden, Weg gefunden. Gruß Luna |
![]() | 31. Mai 2010 diese Art von Einsamkeit kenne ich. Eigentlich habe ich zwar ziemlich viele Freunde und Bekannte, trotzdem fühle ich mich manchmal einsam. Vieles liegt aber auch einfach in uns und wir müssen lernen, uns selbst anzunehmen. Die Arten der Freundschaften ändern sich auch - es kommt eine andere Qualität dazu. Allerdings ist es eigentlich nichts Negatives sondern bietet ebenfalls Chancen. |
![]() | 31. Mai 2010 Meine "Rezept" gegen Einsamkeit Vielleicht ist es ja bloß eine Art Selbstbetrug. Aber das Wichtigste: Es hilft mir selbst auf jeden Fall! Immer, wenn ch mich einsam fühle, denke ich mich in die Tiefe von Allemw as rings um mich herum ist. So zum Beispiel auch in einem Raum in dem außer einem Stuhl und nem Teppich nix drin iss. Halte ich mich normal darin auf. Dann wird es mir irgendwann darin fade. Wenn mich nicht sogar die Einsamkeit und Stille "überfällt". Ändere ich jedoch meine Denk und Sichtweise, erkenne das der Stuhl zum Beispiel aus Holz besteht. Holz ein Teil des Baumes war, der Baum widerum ein Teil eines ganzen Waldes, dann bin ich zwar noch immer real in dem gleichen nüchternen Raum. Gedanklich aber längst woanders, weil sich das Ganze unendlich weiter spinnen lässt! Selbst Orte, wo nicht mal der Stuhl oder was anderes vorhanden bleibt, diedurch Zerstörung irgendwie Trostlosigkeit "ausatmen" befinden sich letztendlich immer noch unter unseren Füssen, sind uns also "untertan"! Schon lässt sich deshalb wieder in eine andere Richtung fantasieren. Das funktioniert auch ganz wudervoll mit verhaltenem Charme, bei der Beobachtung von Gegenübern. *hachsag* Ich mache mir längst eine Art Sport daraus, allein über den Blick mit meinen Gegenübern in imaginäre Situationen einzutreten welche uns irgendwann beide lächeln lassen. Und das owohl sie gar nicht sehen , geschweige denn gedanklich erfassen konnte woran ich gerade gedacht hatte. Versucht`s mal, ich würde es Euch wünschen, das es Euch auch hilft! Mensch liest sich! Ralf, aka Seelentraum |
![]() | 31. Mai 2010 Unterschiedlich Ich kann aus eigener Erfahrung mitreden. Eine Behinderung seit Geburt wird wahrscheinlich anders als eine Einschränkung in der Mitte des Lebens vom Betroffenen wahrgenommen. Für mich war es immer wichtig, genau die gleichen Dinge wie die anderen, gesunden zu tun. Da ich in der Schule kein Sport mitmachen durfte, fing ich damit später an. Bergsteigen, klettern in leichteren Gelände, Skilanglauf. Damals war ich ca.25. Mit 55 setzte ich mich auf einen Skibob und fuhr einen Berg runter. Was ich damit sagen will, es kommt auf den Willen an. Die Chance in der Behinderung sehe ich daher nicht so sehr in der Sichtweise des Lebens, sondern als Herausforderung an. lg nachtfremder |
![]() | 31. Mai 2010 Seelentraum... ...das mag für dich eine Methode sein, aber es ersetzt keine realen Menschen! Ich habe mir überlegt, was ich tun kann, um auch mal andere Menschen zu sehen, als meinen Mann, meinen dreijährigen Enkel oder die Kassiererin an der Supermarktkasse. Eine Zeit lang war ich soweit und habe mich einer MS Gruppe angeschlossen, in der Hoffnung, andere Leute zu treffen und etwas im Bereich meiner Möglichkeiten zu unternehmen. Aber dort findet auch nichts statt. Ich bin Gehbehindert und habe taube Finger. Sportliche Aktivitäten fallen also weg. Ebenso etwas im künstlerischen Bereich. Ich finde als Behinderter, egal welche Behinderung man hat, gibt es eben nicht viele Möglichkeiten. Ich habe inzwischen das Gefühl, ich verblöde zu Hause! Was macht ihr um der Einsamkeit zu entfliehen? Luna |
![]() | 31. Mai 2010 reale Menschen Wie ich sehe lebst Du doch ein sehr außergewöhnliches Leben. Ich nehme daher an, dass Dich die Behinderung erst später traf. Künstlerische Betätigung ist sehr gut. Malerei, Schriftstellerin, oder etwas mit dem Reden bringt Dich sicher unter Leute. Deine Chance ist es, eine jetzt erst recht Einstellung zum Leben. lg nachtfremder |
![]() | 31. Mai 2010 Jetzt erst recht, denke ich schon seit einigen Jahren, aber es hat mich nicht wirklich weiter gebracht, ausser die MS zu akzeptieren! Bis vor drei Jahren habe ich noch Vollzeit als Krankenschwester gearbeitet. Dann bekam ich einen deftigen Schub und nichts ging mehr. Ich wurde von 200% auf 0 runtergefahren und habe wirklich sehr lange gebraucht, um mich nicht mehr nutzlos zu fühlen! Aber ich weiss einfach nicht mehr, was ich machen soll um unter Leute zu kommen. Wir habenzwar unsere Freunde, aber die sind berufstätig. Treffe finden also eher seltener statt. Mein Mann hat seine Arbeit und sieht natürlich nicht, dass ich nur zu Hause hocke, nichts um die Ohren habe und mich verdammt nutzlos fühle. Übrigens, ein Buch habe ich schon geschrieben, aber einen Verleger zu finden erweist sich auch als sehr schwierig und Menschen habe ich dadurch auch nicht kennen gelernt Luna |
![]() | 31. Mai 2010 Nicht aufgeben ... sondern weiteer suchen. Je mehr Du Kontakte suchst, desto eher findest Du sie auch. Dein Problem ist übigens das, was ich mit dem Unterschied "von Geburt an oder mitten im Leben meinte. Ich habe jahrelange Erfahrung und konnte im besten Kindesalter lernen die Chancen zu erkennen. lg nachtfremder |
