Kann Man(n) Dominanz lernen

01. Juli 2010
Schade...

dass eure Diskussion so läuft. Maximalpositionen sind selten angebracht -und auf Menschen angewandt sind sie es niemals.
Die Wahrheit -falls es eine solche geben kann, leigt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte bzw. ist Fallspezifisch.

Man kann vielleicht mal damit beginnen, dass sprachlich etwas sauberer getrennt wird.
Auf der einen Seite Rysland und Pegasus, Rysland spricht vom Erlernen dominanter Verhaltensmuster und führt das ohne Überleitung zum inneren internen Belohnungssystem des Menschen -also dazu wie dieses Verhalten getriggert werden kann.
Pixy und cane von einem inneren Antrieb bzw. von dem was man gemeinhin als "natürliche Dominanz" bezeichnen könnte Das ist absolut nicht dasselbe.
01. Juli 2010

Man entscheidet sich.

Man leidet nicht an der Neigung zu rauchen- man leidet, weil man raucht.

man leidet nicht an der neigung, devot zu sein, oder schmerzen zu benötigen, man leidet, weil man sich mit dem eigenen Verhalten nicht identifiziert, also das vorgestellte Selbstbild mit dem erlebten Selbstbild nicht übereinstimmt oder schmerzen positiv sublimiert werden.

schmerzen positiv zu sublimieren ist ein lernprozess, und das vorgestellte selbstbild mit dem erlebten nicht in einklang zu bringen ist keine neigung, sondern verweigern eines lernprozesses.

Und Verweigerung wiederum ist eine Reaktion auf eine Erfahrung. Wer leidet, leidet aus freien Stücken. Er leidet aktiv, indem er sich passiv gibt.
01. Juli 2010

@Rysland:

… aber LERNEN kann man Dominanz sicherlich-genauso wie Lateinvokabeln oder Mathe.

Frage: Befähigen mich 2.000 gelernte Lateinvokabeln dazu, diesen Worten ebenso Liebesglut einzuhauchen, wie der Dichter Ovid seiner Ars amatoria oder seinen Amores oder gehört zur Dichtung doch etwas mehr, als nur Worte einfach korrekt aneinanderzureihen?

Hm, Fragen über Fragen, aber vielleicht sehen wir unseren Lateinjünger ja wieder im FORUM BDSMum mit der Frage: „Schön schreiben kann ich, aber wie schreibe ich nun schön?“

v. Bruns
01. Juli 2010
@rysland

versteh mich nicht falsch..ich will dich nicht kritisieren und vieles was du schreibst macht durchaus sinn..nur ist das meiste davon pädagogisch geprägte Teil-Psychologiekenntnis auf ein Thema angewandt wo sie nichts zu suchen hat. Dafür ist sie nicht umfassend genug. Sie vernachkässigt große Teile des Unterbewussten und hat sehr praktische Ansätze, aber ist wirklich nicht hierfür geeignet.
01. Juli 2010

Die Frage war nicht, kann man ein Ovid der Dominanz werden, sondern kann man Dominanz lernen.

Ich behaupte auch nicht, man könne lernen, Mozart zu werden, aber man kann lernen, Gitarre zu spielen. Und das ist immerhin auch Musik.

Octavian, ich bin sehr gespannt auf deine sicherlich bald folgende umfassende und geeigente Erörterung unter besonderer Berücksichtigung des Unterbewussten zum Thema: "Dominanz- erlernbar oder nicht?" mit dem furiosen Arbeitstitel "die Wahrheit liegt in der Mitte."

Bitte lass mich nicht zu lange warten *g*
01. Juli 2010
Huh...

Sachlich kein Widerspruch? Nur ein bisschen Spott ?...ich sagte : es ist schade dass eure Diskussion sich so entwickelt. Führen, müsst Ihr sie schon selbst. Aber wenn Ihr weiter abseits der Sache oder wenigstens der Mechanismen der Diskussion aufeinander einhacken wollt..ohne mich. Ich lese den Thread bloß von Anfang an mit. *zwinker*
01. Juli 2010

man leidet nicht an der neigung, devot zu sein, oder schmerzen zu benötigen, man leidet, weil man sich mit dem eigenen Verhalten nicht identifiziert, also das vorgestellte Selbstbild mit dem erlebten Selbstbild nicht übereinstimmt oder schmerzen positiv sublimiert werden.

Männlicher Masochismus ist ein schlechtes Beispiel, auch wenn ich es selbst angeführt habe.

Es ist vollkommen egal, ob sich ein Mann der seine Sexualität gerne unterhalb der Augenhöhe einer Frau erlebt sich damit indentifiziert oder nicht - hätte er die Wahl würde er - in den meisten Fällen - die Art der Sexualität wählen, die ihm die meisten Chancen beim Wettkampf um paarungswillige Damen einräumt.

Und es kann gerade hier kein Zweifel bestehen, dass ein Mann ohne extreme Veranlagungen und ein dominanter Mann mehr Auswahl bei der Partnerwahl haben. Im Sinne einer umfassend befriedigenden Partnerschaft.

Sie sind aber ebenso früh auf ihre sadomasochistische Veranlagung geprägt worden, wie die dominanten Damen und Herren.

Man kann dann nur noch nachjustieren oder abstinent leben. Was auch keine Freude bringt.

Es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen Sadomasochisten, die keine Wahl haben und SM - Touristen, die du beschreibst.

"Die Szene" ist ritualisiert, hat eigene Reglen und Normen und zwängt die Sadomasochisten in ein Korstett...aber es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Menschen durch ritualisierte SM-Erlebnisse devot, masochistisch, dominant oder sadistisch werden.
Auch in einer SM freien Umgebung würden sich Neigungen ausprägen, wild und nicht ritualisiert - aber sie würden sich ausprägen. Es wäre auch hier keine Entscheidung.
01. Juli 2010

@Rysland

Ich behaupte auch nicht, man könne lernen, Mozart zu werden, aber man kann lernen, Gitarre zu spielen. Und das ist immerhin auch Musik.

Öhm, ich fürchte, Du hast noch nicht gehört, wenn ich versuche, so was
wie „Musik“ zu machen.

Bruns
01. Juli 2010

also ich steige an diesem punkt aus der diskussion aus. das ist eure meinung, dies meine, ich glaube nicht, dass wir da noch auf nen grünen zweig kommen.
01. Juli 2010

ok ok eins muss ich noch loswerden:

das ist doch DIE anmache , man geht einfach zu jemand hin und sagt: "Hey Baby komm lass uns entscheiden uns gegenseitig gut zu finden" und schon hat man sein "...und sie lebten glücklich bis ans ende ihrer tage."
ich frag mich wieso das nicht mehr leute machen..

und wieso such ich immer ewig schuhe. ich beschließe jetzt einfach, dass ich das erste paar, das passt gut finde, wunderbar vereinfacht das leben enorm !!
01. Juli 2010

Auch in einer SM freien Umgebung würden sich Neigungen ausprägen, wild und nicht ritualisiert - aber sie würden sich ausprägen

Find ich ein guten Denkansatz!

Prägungen sind ja auch eine Mischung aus Neigung und Erlerntem. Ich glaube schon, das die persönliche Neigung eines Menschen Auswirkungen darauf hat, welchen Dingen er sich zuwendet, und wie gut er diese Dinge ausführt. Unsere sexuellen Vorlieben sind da zum Teil auch mit drin. Welchen Weg wir einschlagen bestimmen wir nicht allein und immer bewusst- aber wir könnten mehr und auch bewusster bestimmen.
Kontrolle über das eigene Leben und Kontrolle über andere sind keine gottgebenen Gaben, sondern beinhalten erlernbare Techniken.

Lernen gibt es auf viele Arten, klar unterscheidbar sind: Das bewusste, konzentrierte Erlernen von einzelnen Techniken, Daten und Zusammenhängen, und das eher beiläufig wahrgenommene Lernen durch Erfahrung und Erleben.

Schmunzelnd - van Bruns, sagen wir mal so, ich bin mir sicher du könntest lernen eine Gitarre so zu spielen, das es als Musik identifiziert wird. Deine Motivation ist eben nicht hoch genug *g*
01. Juli 2010

"Hey Baby komm lass uns entscheiden uns gegenseitig gut zu finden" und schon hat man sein "...und sie lebten glücklich bis ans ende ihrer tage."
ich frag mich wieso das nicht mehr leute machen..

Machen mehr Leute- nennt man Heiraten- funktioniert nicht umbedingt.

Das liegt daran, das eine Entscheidung zu treffen und zu ihr zu stehen 2 Paar Schuhe sind. Man sollte sich da eben das Paar aussuchen, das einem gefällt- gefällt es mir, zu meinen Entscheidungen zu stehen?
01. Juli 2010

@Rysland:

Schmunzelnd - van Bruns, sagen wir mal so, ich bin mir sicher du könntest lernen eine Gitarre so zu spielen, das es als Musik identifiziert wird. Deine Motivation ist eben nicht hoch genug.

Da bringst Du einen sehr schönen Begriff ein: Motivation. Meine Motivation beispielsweise zu musizieren strebt gegen Null. Einfach aus dem Grund, weil der Aufwand halbwegs annehmbare Töne zu erzeugen in keinem akzeptablen Verhältnis mehr (aufgrund mangelnden Talents) zum erzielten Ergebnis stehen würde. Anders gesagt: Es löst in mir weder Lust noch Vergnügen aus diese Fertigkeit zu erlernen, gleichwohl ich durchaus über Kenntnisse verfüge, wie Töne sich gefällig fürs Ohr zusammensetzen müssten. Meinem radebrechendem Herumgeklimpere würde es darüber hinaus an Seele fehlen. Und das ist nüscht für mich, das tue ich keinem an, das überlasse ich lieber Leuten, die dafür ein Händchen haben und lasse mich lieber von deren Talent in andere Welten beamen.

Bruns
01. Juli 2010

E
s gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen Sadomasochisten, die keine Wahl haben und SM - Touristen, die du beschreibst.

jeder mensch hat immer die wahl seine neigungen auszuleben oder es eben zu lassen, denn wenn du sagst das dies sadomasoschisten nicht hätten, haben die sadisten im sm nichts zu suchen, denn dann wären es wohl straftäter und gehören in behandlung!

der weg zur dominanz wird in der regel von der eigenen befindlichkeit geprägt, von der umgebung und den äusseren einflüssen, aber eben nicht nur, kinder, jugendliche und auch männer im erwachsenen alter haben vorbilder mit denen sie sich identifizieren, ein beispiel für kinder wäre hier mal pipi langstrumpf, sie ist als sehr dominante persönlichkeit in der geschichte dargestellt worden und für jungs habe ich da noch den old schatterhand....., diese verhaltensweisen werden verinnerlicht, bewusst oder unbewusst ist sekundär, denn es gibt ja keine schuldfrage warum ich nun gerade die person klasse oder eben eine andere toll finde und mich mit ihr identifiziere,(pipi langstrump...ect, sind beispiele und austauschbar)

ein gutes zeitgemäßes beispiel wären die aktionen mit dem traurigen hintergrund der schulmorde,

ebenso gibt es ja auch beispiele für den erwachsenen menschen der sich mit bd/sm identifiziert, marci de sade oder aber eben der weibl. teil mit der filmfigur aus dem film "geschichte der o".....um sich jedoch damit identifizieren zu können, musste er zwangsläufig auch mit dieser literatur in kontakt gekommen sein,

irgendwann kommt dann zur heranwachsenden persönlichkeit auch die sexualität und genau hier muss ein junger mensch noch sehr viel lernen, das erste was ich da lerne, das jeder völlig unterschiedlich tickt....jeder zwar einen sexuellen trieb hat und doch jeder ganz unterschiedlich mit diesen umgeht!

ich kann mir nur sehr schwer vorstellen das ein 15jähriger schon unterwerfungsphantasien in sich trägt....wenn er nicht irgendwann mal mit diesen mal konfrontiert worde, aus dem nichts kann bekanntlicherweise auch nichts entstehen,

jeder hat doch mal die möglichkeit sein leben mal revue passieren zu lassen und genau dort dürfte auch jeder etwas finden was ihm zu dem machte was er ist, nämlich immer sich selbst!


das domninanz ziemlich individuell ist sollte doch jeden bekannt sein, denn jeder mensch ist auf völlig verschiedene arten dominant, körperliche stärke zum beispiel...lässt sich trainieren und wenn ich im studio genug gepumpt habe, werde ich in der umgebung als dominant wahrgenommen(unerheblich davon ob ich es wirklich bin), geistige überlegenheit...lässt sich ebenfalls erlernen, sich schlau machen kann jeder, tun wir übrigens auch alle....,bewusst oder unbewusst ist mal wieder völlig sekundär!denn es bedeutet am leben teilzuhaben!

letztendlich dürfte es auch keine "wahre" dominanz geben, denn jede lässt sich ja devotisieren (unterwerfen), beispiel, @bruns und ich beim wettkampf, da ich leistungsportler bin würde ich da wohl den dominanteren part einnehmen, er könnte aber was dagegen tun....sich vorbereiten auf diesen wettkampf...nur das müsste er wollen und sich letztendlich auch dafür entscheiden!

zum thema freier wille! bd/sm beruht auf dem gegenseitigen einverständnis, wie kann ich das geben, wenn ich keinen freien willen habe und entscheiden konnte?

auch sich nicht zu entscheiden ist eine entscheidung!
01. Juli 2010

ich kann mir nur sehr schwer vorstellen das ein 15jähriger schon unterwerfungsphantasien in sich trägt...

Ich glaube dir, dass du dir das schwer vorstellen kannst. Ich nehme an, du zählst wenige männliche devote Sadomasochisten zu denen Bekannten? Und wenn interessieren dich ihre Hintergründe wenig?

Unterwerfungwünsche haben sie oft schon vor der Pubertät. Schon in der Frühpubertät, aber 12-13 manifestieren sie sich. Auch ohne, jemals einschlägige Bilder gesehen zu haben. Das Unbewußte drängt sie eher zu den zickigen, aufsässigen Mädels, die bestimmen wollen. Während die anderen Jungs die strenge Lehrerin nervig finden, genießen sie den strengen Blick und die scharfe Anrede.
Und merken genau da auch schon, dass sie anders ticken.

Die erste Freundin ist oft eine Verklemmte - weil die ständig Nein sagt und schwierig ist.

Nicht zu reden von den ersten Selbstfesselungen, und Selbstverletzungen. Und das alles ohne zu wissen dass es SM gibt.

Ok, heute kann man natürlich davon ausgehen, dass Jungs mit 12, 13 Bilder gesehen haben. Vor 25 Jahren war das noch nicht so einfach in dem Alter. Und selbst Papi's Pronosammlung gab da nicht unbedingt was her.

Du siehst, weder enstpricht das dem gängigen Männerbild, noch einem erwünschten Triebverhalten von Männern und trotzdem entwickelt es sich - abseits jeder SM Szene.

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