Er will nicht so wie ich...

Ich dachte, ich schreibe hier mal über mein Problem. Also, ich bin sehr devot veranlagt, und mein Partner kann auch...

19. April 2010
Er will nicht so wie ich...

Hallo! Ich dachte, ich schreibe hier mal über mein Problem. Also, ich bin sehr devot veranlagt, und mein Partner kann auch recht dominant sein...Das lief bisher immer ganz gut, aber in letzter Zeit ist er mir viel zu "sanft" geworden. Ich mag auch Kuschelsex, so ist das ja nicht. Aber es gibt noch so viel, was ich ausprobieren möchte!
Habe z.B. letztens ein Fesselset gekauft, aber irgendwie will er es nicht anwenden, zumindest nicht so wie ich. Ihm ist das zuviel rumgeeier mit den Fesseln, fest machen usw.
Auch würde ich gern mal richtig als Sklavin behandelt werden, aber irgendwie hat er da Hemmungen. Und ich auch manchmal, weil ich schon noch Probleme habe, mir meine Neigung einzugestehen.
Ihm macht es auch Spass, dominant zu sein, aber ich glaube, er hat da noch viele Hemmungen.
Was also tun?
19. April 2010
Ursachen...

Für dein Problem gibt es nur eine Lösung:

Reden!

Du solltest unbedingt mit ihm über deine Wünsche offen reden, ihm klar machen was du möchtest, was du für Fantasien hast.

Bist du dir denn sicher, dass er dominant veranlagt ist?
Oder ob er es dir zuliebe nur spielt?

Die zunehmende "Sanftheit" in der Beziehung ist ein Problem, das in Dom/Sub Beziehungen nicht nur bei Anfängern auftritt.
Es kann sein, dass er dich einfach zu gern hat um dir weh zu tun, oder um dich "schlecht" zu behandeln.
Auch da solltest du unbedingt mit ihm drüber reden und ihm klar machen, dass er dir damit ja etwas gutes tut, deine Wünsche erfüllt.

Wenn er sich gar nicht aufraffen kann, könnte es auch an seiner Unsicherheit liegen (die Angst vor Blamage) - in dem Fall hilft es vielleicht, wenn ihr euch einen erfahrenen Dom oder eine Domse sucht, die euch euch (ihn) ein wenig in die Materie einführt um euch Sicherheit zu geben.

Die letzte Möglichkeit für dich ist natürlich, dir neben deiner Beziehung einen Spielpartner zu suchen, der deine Gelüste befriedigen kann.

Grüssle
19. April 2010
+1 !

möchte mich den Vorredner anschliessen; Kommunikation ist da sehr wichtig.
Vielleicht ist ihm dein inneres Gefühlsleben nicht ganz deutlich und/oder umgekehrt?
20. April 2010
Der Rat

übe die Situation zu reden, ist zwar gut gemeint, bringt für sich genommen der T.E. aber recht wenig.

Mina,

natürlich kann es sein, dass, wie von silbergrau angemerkt, dein Partner vielleicht nur dir zu liebe dominant spielt, es kann auch sein dass er noch viele Hemmungen hat, die einem Spiel zu deiner Befriedigung hinderlich sind, wie du vermutest.

Jedoch kann das "Problem" aber auch ganz anderer Natur sein, es könnte ihm derzeit schlicht und einfach die Kraft und Motivation fehlen, dir ein sexuell dominanter Partner zu sein.

Das ist nicht nur Spekulation meinerseits, sondern ich erfahre es gerade an mir selber, muss dafür nur ein wenig weiter ausholen.

Als meine derzeitige Partnerin und ich vor zwei Jahren zusammen kamen, hatte ich in meiner vorherigen Beziehung (was eine reine "Spielbeziehung" war) gerade richtig Blut geleckt, was das Dominieren einer Frau angeht, Ich wurde mir bewusst dass ich das nicht nur als Spiel und Spass mag, sondern tatsächlich dominante und zum teil sadistische Neigungen in mir hatte und habe.

Ähnlich wie ein frisch verliebtes Paar, welches keinerlei Neigungen in diese Richtung hat, natürlich so oft wie es geht Sex hat, so lebten wir uns miteinander aus, wann immer unsere knappe gemeinsame Zeit es zuliess. Ich muss dazu sagen, dass es zu der Zeit noch eine Fernbeziehung war.

Mein Leben war damals geprägt von Phasen in denen ich einige Wochen am Stück arbeitete, und mich diese Arbeit erfüllte, gefolgt von Phasen der Entspannung, die auch mal ein paar Wochen dauern konnten, und die meinem "Spieltrieb" sehr förderlich waren. *zwinker*

Nun leben wir mittlerweile in der selben Stadt, nicht zusammen aber sehen uns doch viel häufiger und seit ein paar Wochen arbeiten wir sogar gemeinsam.

So entdeckt man viele neue Seiten, die aber mit der anfänglichen, für sich stehenden gleich gesinnlichten Leidenschaft (die uns zusammenführte) für sexuell motivierte Spiele um Macht und Unterwerfung nicht mehr viel gemeinsam haben.

Was ich in Anbetracht der Tatsache. dass wir mittlerweile sicher sind, unser Leben gemeinsam verbringen zu wollen, keinesfalls bedauere.

Nun habe ich aber derzeit eine berufliche Position, die mich nicht nur körperlich sondern auch geistig sehr beansprucht, sprich, eine Position, die Verantwortung und Kopfarbeit erfordert, mir zwar nen Riesen-Spass macht, aber meine Kräfte doch sehr beansprucht.

Und wie du dir nun denken kannst, meiner Motivation, ein dominanter, über seine Partnerin verfügender Mann zu sein, nicht förderlich ist.

Ich würde gern, aber es fehlt mir derzeit oft die Kraft, meine dominante Neigung, die sie so an mir liebt und die ihr ganz sicher fehlt, mit ihr auszuleben.

Eben weil es eine wirkliche Neigung ist, und kein blosses Spiel, ich kann keine dominante Rolle spielen, sondern kann diese Neigung nur zulassen und (aus)leben, oder auch nicht

Da ich über eure Beziehung nichts weiss, ist die Möglichkeit die ich hier benenne, natürlich doch reine Spekulation, doch könnte sie ein Grund sein, warum ein eigentlich dominant geneigter Partner seine "Rolle" nicht wie von seinem Gegenüber gewünscht, einnehmen kann.
20. April 2010

Ihm ist das zuviel rumgeeier mit den Fesseln, fest machen usw.

Den Satz kann man sicher falsch verstehen, bzw. kann falsch rüberkommen. Ist der so richtig wie er da steht, dann hast ein Problem - und mit Sicherheit kein kleines.

Vielleicht übersteigt deine Devotheit nur seine (Bereitschaft, Fähigkeit an -) Dominanz, evtl. auch nur im Moment. Dann lässt sich gemeinsam an einer Lösung arbeiten - wenn beide es auch wollen.

Aber überleg mal: der dich angeblich liebende Partner hat kein Interesse daran, eigentlich harmloses "Spielzeug" zu verwenden, von dem er weiss dass es dir gefällt, dir gut tun würde. Dann kannst nicht nur deine Wünsche in Richtung Sklavin erst recht in den Wind schiessen, dann solltest auch über anderes nachdenken.

Reden kann helfen, aber nur wenn 1. mein Partner willens und in der Lage ist mich zu verstehen und 2. ich sagen (ausdrücken) kann was ich meine.
20. April 2010

Vielen Dank für Eure Antworten.
Nun bisher hatte ich nicht den Eindruck, dass er ein Problem mit der Dominanz hat. Teilweise war er sogar herrischer als ich wollte *g*

Ich glaube, das Problem das wir eher haben, ist, dass es uns noch schwer fällt, uns einzugestehen, dass uns solche Spielchen Spass machen. Ich glaube, er hat manchmal schlicht ein schlechtes Gewissen, nach dem Motto: "Hu, das darf man doch nicht". Und das habe ich auch noch manchmal. Einfach, weil ich mich manchmal dafür schäme, dass es mir Spass macht, so behandelt zu werden. Obwohl ich ja eine emanzipierte Frau bin usw.
Klar weiss ich, dass ich dafür keinen Grund habe. Aber moralische Erziehung lässt sich halt schwer austreiben (brauche deswegen andere Erziehung *zwinker* )
20. April 2010
Öhm?

Also mal ganz ehrlich...ich verstehs nicht.

Wie kann man sich für etwas schämen, das ganz offensichtlich beiden Spass macht?

Einerseits bin ich auch "katholisch" erzogen und zu meinen moralischen Grundwerten gehört ganz sicher, dass ich niemals eine Frau schlagen werde.

Aber im BDSM ist die Lage doch eine völlig andere, denn sie will es ja, es macht ihr doch Spass!

Ich glaube wirklich, dass ihr ein Kommunikationsproblem habt, anders kann ich mir euer Problem nicht erklären.
20. April 2010

Ja, das kann gut sein. Aber hattet Ihr denn NIE Probleme, euch eure Neigung einzugestehen?
20. April 2010
Gute Frage...

Erst mal, ich bin im Moment solo, bzw. habe nur zwei "Spielpartnerinnen", die ich gelegentlich treffe.

Das einzige Problem mit dem Eingestehen hatte ich mir selbst gegenüber.
Ich kenne meine Neigung jetzt auch noch nicht so lange (etwa 3 Jahre) bin also eher ein Spätstarter.

Drauf gekommen bin ich damals durch einen Rollenspielchat in dem eine Frau auf mich zukam und mir auseinandersetzte, was sie gerne spielen würde.

In dem Moment kämpte in mir die anerzogene Abscheu gegen die plötzlich aufsteigende Geilheit und Neugierde. Die Neugierde hat gewonnen.

Seitdem weiss ich was mir bisher in meiner Sexualität gefehlt hat, mich nach jeder Nummer unbefriedigt zurück lies.....

Und ganz ehrlich: bevor ich wusste wer und was ich bin war die Scham und Ratlosigkeit da, weil mir tief drin bewusst war, dass ich "anders" bin, aber nicht wusste wie mein anders sein aussieht.

Seit ich weiss was Sache ist, kann ich mir selbst gegenüber sehr gut dazu stehen und auch mein näheres Umfeld weiss Bescheid.

Du solltest dir darüber klar werden, dass das was du empfindest und dass diese Empfindungen zu dir gehören, deine innersten, eigensten Empfindungen sind - ein Teil von dir.
20. April 2010
@Mina31

Ich hab das Thema mal in der Gruppe BDSM für Anfänger zur disskussion gestellt.

BDSM für Anfänger

Vielleicht interessieren dich ja die Antworten.
20. April 2010

Ja, das kann gut sein. Aber hattet Ihr denn NIE Probleme, euch eure Neigung einzugestehen?

Nein, warum auch?

Das ist nicht unser "Verdienst", wir sind einfach so - erzogen worden, trotz katholisch, zu uns stehen zu können.
Der JC ist allerdings voll von Leuten die ähnlich denken undfühlen wieIhr, wenn bisserl suchst findest Themen und Threads zu hauf.

Informiert euch ein wenig über das Thema, im vl wie im rl und lernt vor allem miteinander über das zu reden was euch bewegt - und nicht drumrum *zwinker*
20. April 2010

@ Mina31
Ich hab' den Eindruck, dass dein Partner sich noch nicht richtig damit angefreundet hat, dass ihr diese Neigungen habt und dass das nichts ist, für das man sich schämen muss. Ich denke, es könnte helfen, wenn er sieht, dass es noch mehr Leute mit diesen Neigungen gibt.
Ist er hier auch im JC oder liest er wenigstens bei dir mit?
20. April 2010

Ich berichte ihm immer, und er liest mangels Zeit nicht mit, aber er will sich auch anmelden.
20. April 2010

Du schreibst, er könne auch sehr dominant sein. Wie äußert sich das, hat er schon mal gesagt, was ihm denn daran gefällt, oder hast du ihn schon mal gefragt, woran er denn Interesse hat?
BDSM ist so vielseitig, vielleicht kicken ihn ganz andere Dinge als Fesseln.

Ich finde es gut, dass er sich hier anmelden will. Vielleicht kann er dann auch seine Neigungen eher akzeptieren und seine Wünsche äußern.
20. April 2010

das Problem das wir eher haben, ist, dass es uns noch schwer fällt, uns einzugestehen, dass uns solche Spielchen Spass machen.

Habt ihr schon mal über ne Paartherapie nachgedacht? Dort hättet ihr einen Raum, in dem ihr über das reden könnt, was Euch zu verbalisieren schwerfällt, auch was Euch Scham verursacht.

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