TPE -Totall Power Exchange

15. März 2010
TPE -Totall Power Exchange

....würde gerne einen regen Austausch anstossen in bezug auf den Begriff TPE-Totall Power Exchange.

Was versteht Ihr darunter?

Wer verlangt in einer Partnerschaft mit Machtsgefälle meistens danach und warum?

Ist TPE überhaupt zu leben?
19. März 2010
Gut, klären wir mal

Laut wiki bedeutet TPE dies:

Das Beziehungskonzept beruht auf der ständigen, zumindest geistigen, Präsenz eines Machtgefälles, einer bewussten und einvernehmlichen Asymmetrie im Machtgefüge. TPE als Lebensform kann die Kontrolle des Top über Geld, Beruf, familiäre Beziehungen des Bottom einschließen, allerdings ist es vom Status der Beziehung und den internen Absprachen der Partner abhängig, wie weit der Bottom dem Top Verfügungsgewalt über sich und sein Leben einräumt. Aufgrund der Verwendung des Begriffs Total oder Absolut wird TPE nicht als Status einer Beziehungsform, sondern als Zielsetzung oder Prozess innerhalb einer Beziehung definiert. Die Ausgestaltung einer auf TPE ausgerichteten Beziehung ist sehr individuell, bisweilen tragen symbolische Akte wie Tätowierung, Sklavenvertrag, etc. zur Dokumentation der Verbindlichkeit dieser Beziehungen bei. Die Einvernehmlichkeit (Konsensualität) dieser Beziehungsform wird häufig diskutiert, ebenso wie die Frage der zunehmenden psychischen Abhängigkeit des Bottom.

wiki führt dies dazu weiter aus:

Da das Konzept von TPE auch die nichtsexuellen Lebensbereiche einschließt, gibt es keine Abgrenzung von Spiel und realem Leben. TPE ist insofern mit einem feudalen Leibeigenschaftsverhältnis vergleichbar. In der Konsequenz ist für TPE daher auch keine Liebesbeziehung notwendig. Damit geht TPE über das Erotic Power Exchange (engl.: Erotischer Machtaustausch, abgekürzt EPE) hinaus, eine Beziehungsform innerhalb der BDSM-Szene in der die Partner außerhalb der sexuellen Rollenverteilung als Top und Sub gleichberechtigt leben. Die Steigerung von TPE ist die Complete and Irrevocable Submission (engl.: "völlige und unwiderrufliche Unterwerfung", abgekürzt CIS), die in letzter Konsequenz das zugrundeliegende Konsensualitätsprinzip (vgl. Metakonsens) aufhebt und deshalb innerhalb der BDSM-Szene höchst umstritten ist.



Birgit
19. März 2010

Was versteht Ihr darunter?

Den totalen Machtaustausch. Der eine hat das Sagen - der andere hat nichts mehr zu sagen. Jetzt mal platt ausgedrückt.

Etwas spezifischer ausgedrückt heißt es nichts anders, als das sub - als immer noch mehr oder minder eigenständiger und vor allem selbstverantwortlicher und mitdenkender Mensch stets versucht, im Sinne von Dom zu handeln.

Also sub ist durchaus in der Lage, eigene Entscheidungen zu treffen und für sich selbst und das eigene Wohlergehen Verantwortung zu tragen, Dom muss nicht nebendran stehen und auch noch das Atmen erlauben und der Job ist ebenfalls außen vor. Wobei es auch hier - per Definition - in Doms Macht steht, Einfluss zu nehmen (allerdings wäre das bei der heutigen Arbeitsmarktsituation im Zweifelsfall eher fehl am Platz). Sub soll Dom das Leben nicht erschweren sondern erleichtern, es bringt also nichts, wenn Dom beispielsweise eher hm... geringe wirtschaftliche und buchhalterische Kenntnisse hat, sub aber sämtliche Konten entzieht und zukünftig alle Bankgeschäfte selbst macht. Sinnvoller ist es, Dom nutzt Wissen und Können von sub und setzt es entsprechend ein.

Dies ist natürlich nur meine - sehr extrem verkürzte - Definition von TPE. Aber wenn die Diskussion sich interessant entwickelt, kommt man da bestimmt auch noch auf Details zu sprechen.


Wer verlangt in einer Partnerschaft mit Machtsgefälle meistens danach und warum?

Sinnvollerweise und idealerweise wohl am besten beide. Und ich kenns sowohl von sub- wie von Dom-Seite und auch Männlein und Weiblein nehmen sich da wenig.

Es gibt allerdings - dies bezieht sich jetzt natürlich nur auf meine eigenen Erfahrungen - einige Jungs, die TPE damit verwechseln, weiterhin an Mamas Rockzipfel hängen zu dürfen und vollkommen entscheidungslos und ohne Eigenverantwortung durchs Leben zu dümpeln. Die lassen wir jetzt aber mal außen vor, denn genauso wenig wie sie TPE an sich verstehen, genauso wenig sind sie dann in der Lage, Kopfkino in Reales umzusetzen.


Ist TPE überhaupt zu leben?

Wenn man es vernünftig und einigermaßen rational angeht und weiß, dass manche Dinge einfach besser Kopfkino bleiben - ja. Allerdings müssen es beide wollen und es entwickelt sich. Sowas geht selten von Anfang an - obwohl ich auch hier Paare kenne, bei denen es direkt so begonnen hat. Allerdings war dies auch gleichzeitig die Basis, überhaupt eine Beziehung einzugehen.
04. April 2010

Ist TPE überhaupt zu leben?

natürlich ist es zu leben, man könnte es als die höchste beziehungsform zwischen zwei personen beschreiben, ....die bedingungslose unterwerfung/auslieferung...die völlige hingabe in allen belangen!

die grundlage um dieses leben zu können beherrbergt als fundament, den menschen gefunden zu haben, der das genauso sieht...in diesen fall sollten keine spielerein gemacht werden...so nach dem motto ...mal schauen was die sub so alles mitmacht, sondern es bedeutet verantwortung auf einen sehr hohen niveau!


in der heutigen schnelllebigen zeit denke ich aber....das der wunsch in vielen köpfen rumgeistert...genau diese beziehungsform leben zu können, denn die bedingungslosigkeit und unterwerfung schafft nähe...nur realisitsch betrachtet....sind nur noch wenige menschen in der lage nähe leben zu können oder zu wollen....



von daher dürfte tpe nur in ausnahmefällen möglich sein!
04. April 2010
wie meinen?

TPE ist die "höchste Beziehungsform" zwischen zwei Personen?

Da kocht aber jemand sehr im BDSM Saft...

...


Der Wunsch die Kontrolle total und absolut abzugeben, mag als Tagtraum so legitum sein wie alle anderen Tagträume - es entspricht aber nicht dem menschlichen Wesen, das zur gerne in Gruppen lebt, sich Regeln unterwirft aber höchst ungern die totale Kontrolle über das eigene Leben abgibt.


Es besteht ein großer Unterschied in den Dingen zu denen ich fähig wäre und denen für die ich mich bewußt entscheide.

Und ich persönlich entscheide mich ganz klar gegen jede Art der Pseudo-Religiosität sowohl in einem Sexleben als auch in meinem Beziehungsleben.

TPE mag für den/ die Sub ein lustvolles Gefängnis sein, für den Top ist es ein Gefängnis ganz anderer Art.


Ich übe mich in Selbstkontrolle - um frei zu sein.
04. April 2010
befreit...in Ketten

Es mag eine paradox anmutende Freiheit sein, liebe Pixy, und eben...eine Knechtschaft für so viele, aber es gibt Menschen, für die wird genau dann der Himmel weit und blau, wenn die Kette einrastet.
Fest und verbindlich und ohne Nebenausgang.

Und noch paradoxer...fangen Manche an, genau in dem Moment der 'Kapitulation', Verantwortung für sich zu übernehmen, da sie sie 'abgeben' und einem die Option darauf geben, die Hand am Schalter zu haben. Das allumfassende: Ja.
Verantwortung übernehmen deshalb, weil es kein Entrinnen, kein Entkommen, keine Flucht (vor sich selbst) an einem solchen Band gibt.

Du ahnst gar nicht, wie viel...Selbstkontrolle, Disziplin, Verantwortung und Stärke man eben da...lernen und übernehmen kann und wie sehr man ...sich selbst sein kann, wenn man so egobefreit von eigen Wunsch und Wollen...am festen Band zu sich geführt wird.

Es ist Erfüllung pur...und für jene Manche...Seelenfrieden, wie sie ihn kaum sonst kennen.

Sophia
04. April 2010

E
s besteht ein großer Unterschied in den Dingen zu denen ich fähig wäre und denen für die ich mich bewußt entscheide.

ich denke eben das man sich für tpe bewusst entscheiden sollte...warum sollte dann nicht die freiwillig gewählte abhängigkeit die erfüllung sein...

wir reden hier nicht von monyslave*smile*

denn ich behaupte das darin oder die voraussetzung dafür grenzenloses vertrauen darstellt.....


klischeebedingt...durch diverse dummsklavenverträge der spielerischen bd/sm alltagsklamotte...finde ich es albern...und lächerlich!

TPE ist die "höchste Beziehungsform" zwischen zwei Personen?

ich für mich würde das so sehen...wenn meine partnerin sich das von mir wünschen würde...und da kann dir auch der saft in der möse überlaufen...soll mir recht sein!
04. April 2010
@pixy

durch eine fast fünfjährige reale Erfahrung, mit eine Sklavin, die sich nichts sehnlicher wünschte wie ein totaler, sprich extremer TPE -Beziehung, habe ich als Herr erfahren müssen das es indertat sehr belastend ist für den dominanten Part.
Ironischerweise endete diese Beziehung durch ein Ultimatum seitens der Sklavin, basierend auf einer völlig irrationale, unbegründete und unwahrhaftige Darstellung.

*Für mich steht jedenfalls fest wie relativ alle diese Wünsche und oder Träume sind.
04. April 2010

Ketten haben zwei Enden und egal...auf welcher Seite gezogen und gezerrt wird und am anderen Ende...ins Leere gehen, dann ist sie eben nicht fest, nicht 'richtig' und also auch nicht wirklich wirksam, fühl- oder lebbar, außer in Form eben eines Wunsches oder einer Art Illusion.

Die Zahnräder müssen schon nahtlos ineinandergreifen und der Halt, die Festigkeit und ja: der Wille dazu an beiden Enden der Kette fühlbar sein.
04. April 2010

Alsoooo......ja sicher ist es möglich so zu leben.
Denkt doch nur mal ein paar Jahrzehnte zurück.
Da war das völlig normal.
Es gibt eben Menschen die fühlen sich genau in dieser Konstellation am glücklichsten.
Und das hat nicht unbedingt einen sexuellen Hintergrund.
Es geht hier in der tat darum, sich in dieser Lebensform wohl zu fühlen.
Ich habe es ein paar Jahre so gelebt und hatte keine Probleme damit.
Sicher kommt es immer darauf an was die einzelnen betreffenden daraus machen.
Es geht hier ja nicht darum ein Sub in einem Käfig zu halten.
Es geht dabei um Zweisamkeit.
04. April 2010
@schattenwesen

Alsoooo......ja sicher ist es möglich so zu leben.

Das habe ich auch gedacht, bin aber eines besseren belehrt worden.
Es stellte sich für mich dabei heraus, dass es sich seitens Sklavin nur um ganz egozentrischen sexuellen Wünsche handelte, die befriedigt werden sollten und masoschistische Bedürfnisse, sprich extreme Schmerzen.
Alles im nachhinein sehr unreflektiert und unwahrhaftig. Um zu dieser Erkenntniss zu kommen, brauchte ich aber fast fünf Jahre.
04. April 2010

Wenn man diese Lebensform nur auf sexueller Basis sieht ja.
Ich habe es aber als Lebensform ohne sexuellen Hintergrund gewählt.
Der Sex war dabei nur eine Bereicherung aber keine Basis.
04. April 2010

Denkt doch nur mal ein paar Jahrzehnte zurück.
Da war das völlig normal.

und da war es nicht in jedenfall ganz freiwillig...heute kann die frau entscheiden, will ich das so oder nicht...und sie kann es jederzeit beenden, ebenso natürlich auch der mann.......man sollte sich dazu nicht gezwungen fühlen....sondern sich ganz bewusst für jeden schritt entscheiden!

und es gehört eben auch mal dazu als der dominante part nein zu sagen, wenn man das nicht kann...sollte man vielleicht besser die seiten wechseln*smile*



...wo ist das problem pixy?
04. April 2010

Sicher war es oft nicht ganz freiwillig.
Aber die frage stellt sich heute nicht mehr wenn sich jemand dazu entschließt so zu leben.
Dann ist das auf jeden Fall freiwillig.
Es wird ja niemand dazu gezwungen so zu leben.
04. April 2010

Das spricht für sich, dass eine solche Entscheidung, eine TPE-Beziehung zu wünschen, auf basis freiwilligkeit beruhen sollte.

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