Professionell als Domina?

Schon seid längerem denke ich darüber nach den Beruf Domina zu ergreifen.

12. März 2010

Ich möchte da jetzt nicht nur den "Danke"-Button gedrückt haben, sondern auch sagen: Wirklich toller Beitrag, Amistad. Besser lässt es sich nicht zusammenfassen. *ja*

Ich habe großen Respekt vor dem Beruf einer Domina.
Zum einen weil ich natürlich meine eigenen Kicks kenne und weiß dass diese bereits ein hohes Verantwortungsbewusstsein seitens der Domina erfordern würden (z.B. Eingesperrtsein für mehrere Stunden), zum anderen aber auch, weil ich alleine virtuell bereits bemerkt habe wie groß das Kaleidoskop der Kicks der Menschen ist - und da ist nicht immer Appetitliches dabei ...

Sicher kann eine Domina Schwerpunkte und No-Gos setzen. Wenn die Tabuliste aber recht groß wird, laufen dir die Kunden weg, sprich: Eine Selbstständigkeit ist so dann nur schwer zu machen.

Viel brisanter aber ist, und da gebe ich Amistad zu 100% Recht, die psychologische Komponente.

Es wird Männer geben, die dich förmlich nur für ihre Lust benutzen. Klar, dürfen sie auch, schließlich bezahlen sie dich dafür. Sprich: Lust bereitet, angezogen, abgezogen ohne auch nur "danke" gesagt zu haben.
Wie oft so etwas vorkommt weiß ich nicht. Es reicht aber ja schon ein einziges Mal dass jemand so drauf ist, um die psychische Robustheit auf die Probe zu stellen.

Es wird Männer geben bei denen sich mittendrin herausstellt, dass du sie eigentlich überhaupt nicht leiden kannst.
Da dann Profi zu bleiben und nicht diese Abneigung in die Session fließen zu lassen ist auch nicht ohne. Privat könnte man hier abbrechen, dienstlich wäre es gleichbedeutend mit "Geld zurück".

Es wird Männer geben zu denen du dich hingezogen fühlen könntest.
Das ist dann auch nicht ohne: Mann geht nach Hause zu seiner Frau, du erfährst vielleicht dass sie ihn schlecht behandelt, du magst ihn. Was kannst du machen? NICHTS! Schließlich geht's nur um die Dienstleistung. Privates hat da dann nichts zu suchen.

Und das ist mit Sicherheit nur ein kleiner Ausschnitt deswegen, was dir in jenem Beruf begegnen wird.
Mir wäre dieser Beruf psychologisch zu anspruchsvoll. Und ich bin nun wirklich jemand, der eine gute Menschenkenntnis und Empathie besitzt. *ja*

Darum kann ich auch nur dasselbe raten wie die anderen auch: Dass du dich auf die Suche nach einem Studio machst, wo du mal reinschnuppern kannst oder eben "Praktikantin" wirst.
Auf eigene Faust einfach loslegen jedenfalls geht mit großer Wahrscheinlichkeit in die Hose. Dafür lauern einfach viel zu viele psychische Stolpersteine.
12. März 2010
Nun aber mal halblang ...

... bevor hier einige anfangen an die Halbgötter in Schwarz oder die Domina als Heilige und Hure zu glauben.

Ich kann ja verstehen, wenn man eine Domina verehrt ... aber diese Lobpreisung des Berufs Domina halte ich für ein wenig übertrieben.

Wenn man in diese Huldigungen nun Rettungssanitäter, Arzt oder Feuerwehrmann einsetzen würde ... super.

Ich gehe ja konform, dass der Beruf einer Domina gewisse Ansprüche beinhaltet. Aber letztendlich sind es doch die Ansprüche der Domina selbst, die ihr die Arbeit "erträglich" machen.
Es stellt sich eher die Frage, ob die Domina ihre Dominanz vermarktet, oder aus der Submissivität möglichst viel Kapital herausschlagen möchte. Bei Zweiterem kann es natürlich vorkommen, dass man die Zähne arg zusammenbeissen muss und die Entlohnung eher als Schmerzensgeld sieht ...

Bei ersterem liegt es halt an der Domina selbst sich die zu ihr passende Kundschaft zu suchen, so dass es beiden Seiten Spass macht.


Es sei denn, wir reden über Laufhausdomsen, mit Erziehungsflat zum Festpreis für jedermann, eingehend vor Gefahren beschützt, gegen einen angemessenen Obolus, versteht sich ...
12. März 2010

Genau genommen habe ich großen Respekt vor jeder Person, die in einem Beruf arbeitet der direkt mit Menschen zu tun hat und diesen kompetent ausführt.

Das betrifft genauso die Domina wie die Krankenschwester, den Sozialarbeiter wie den Bestatter, die Pychchotherapeutin wie ein guter Lehrer.

Den Respekt packe ich dann aber auch wieder ein wenn ich merke, dass da jemand nicht gut arbeitet. Insofern bringe ich den nicht jeder Domina entgegen, genauso wie ich den auch zu Schulzeiten bereits nicht gegenüber jedem Lehrer entgegenbrachte, wenn er vor Inkompetenz nur so sprühte. *zwinker*
12. März 2010

Ich kann ja verstehen, wenn man eine Domina verehrt ... aber diese Lobpreisung des Berufs Domina halte ich für ein wenig übertrieben

Ich nicht... solange sie für sich selbst diesen Beruf als Berufung ansieht und wirklich auch Interesse an ihren Kunden hat, und zwar trotz aller Obuli auch menschliches Interesse.

Ganz ehrlich... ich halte das für eine Kunst... und Kunst kommt von Können *gg*

Eine Domina f**** das Gehirn des sich ihr anvertrauenden Menschen. Eine Domina, die sich nur die passenden Sahnestücke heraussucht , versinnbildlicht für mich nicht das Bild einer guten und echten Domina.

Das wäre nicht mein Anspruch, wenn ich diesen Job machen würde- im Gegenteil.

Wer geht denn zu einer Domina... das sind doch Menschen, die tiefste innere Bedürfnisse haben, und diese in der Regel nicht ausleben können. Dadurch entsteht Leidensdruck. Warum soll man also einen Beruf nicht wertschätzen, wo es jemandem gelingt, Menschen auch zu helfen, tiefste innere Bedürfnisse erfüllt zu bekommen und leben zu dürfen?

Dominanz auf professioneller Ebene wäre für mich auch das Bedürfnis und der Reiz, JEDES GEHIRN f****n zu können. Das wäre für mich Macht ohne Ende und gleichsam ein schönes Gefühl, einem anderen dadurch Lust und Befriedigung zu verschaffen.
12. März 2010
amistad

ich finde deine beiträge sehr gut, aber viele können mit durchdachten zeilen leider nicht viel anfangen *g*
12. März 2010

Dunja, du selbst hast aber geäussert, dass du nicht jedes Gehirn f***st und auch nicht f***en möchtest, sondern das Glück hast auswählen zu können ...
Siehst du dich nicht als Künstlerin, als gute und echte Domina?

Ich wage auch zu bezweifeln, dass bei Dominabesuchen wirklich die Zahl der tiefst innerst Bedürftigen so dominieren.

Die grundeigene, profane Triebbefriedigung dürfte auch genügend dorthin führen.

Insgesamt ist die Frage aber interessant, ob eine Domina eher die körperliche oder die mentale Lust befriedigt. Nicht theoretisch, sondern rein praktisch ... geht es bei einem Dominabesuch mehr um die Haue, oder mehr um den Geist?
12. März 2010

Ich wage auch zu bezweifeln, dass bei Dominabesuchen wirklich die Zahl der tiefst innerst Bedürftigen so dominieren.


Die grundeigene, profane Triebbefriedigung dürfte auch genügend dorthin führen.

Das schliesst sich nicht aus : grundeigene Triebbefriedigung und tiefstes inneres Bedürfnis.

Wenn wir davon ausgehen, dass es ja sehr spezielle Bedürfnisse und Triebe sind, die man weiss Gott nicht an jeder Ecke und mit jedem ausleben kann.

Ich persönlich glaube auch nicht, dass man mal einfach so sehr viel Geld ausgibt, wenn da nicht wirklich etwas sehr Begehrenswertes, Außergewöhnliches und sonst nicht Erhältliches die treibende Kraft wäre. Also sehe ich dahinter auch einen gewissen Leidensdruck , ein inneres Bedürfnis.

Insgesamt ist die Frage aber interessant, ob eine Domina eher die körperliche oder die mentale Lust befriedigt. Nicht theoretisch, sondern rein praktisch ... geht es bei einem Dominabesuch mehr um die Haue, oder mehr um den Geist?

Wenn ich BDSM richtig verstanden habe, dann geht es um Sex ... in einer speziellen Art. Sexuelle Erregung gekoppelt an Fantasien/Neigungen oder Praktiken. Die körperliche Lust kann zumeist nur noch ( oder sagen wir letztendlich wirklich zufriedenstellend) in Verbindung mit der mentalen Lust (der besagten Fantasie/Neigung) und /oder in Verbindung mit Schlägen etc als Lustschmerz ausgelebt werden.

Ich würde das also nicht trennen, sondern als ein Gesamtgefüge betrachten.
12. März 2010
Nochmal dazu gesagt...

... natürlich BIN ich keine Domina, ich kann mich nur gedanklich versuchen hineinzuversetzen... und gehe dabei primär von meinem hohen Anspruchsideal aus, dass ICH erstmal keinen Kunden wegschicken oder aussuchen würde bzw mich nur auf sehr einfach zu "bedienende" Kunden stürzen würde.

Wie sich das später in der Praxis gestalten würde, wenn ich vielleicht sehr viel zu tun hätte und wenn man möglicherweise auch negative Erfahrungen gemacht hat oder selbst an Grenzen gerät... das kann ich nicht einschätzen, und da halte ich es auch nicht für unwahrscheinlich, dass man dann geneigt ist, zu selektieren.

Das räume ich ein... was aber menschlich auch verständlich wäre und nichts mit fehlendem Können zu tun hätte.

Und ich denke, nach 10 Jahren kann ein Profi wie Herrin Dunja das auch genau abschätzen und für sich entscheiden, ich würde ihr dabei ganz sicher nicht ihr ureigentliches Können absprechen wollen. Das sind dann Einzelfallentscheidungen.

Auch wenn es einigen hier scheinbar bitter aufstößt, dass sich eine professionelle Frau zu Wort meldet .

Mich würden vielmehr ihre Erfahrungen interessieren und ein konstruktiver Austausch mit ihr, als ständig zu versuchen, sie zu widerlegen und zu hinterfragen.

Das wäre insgesamt förderlicher für die Diskussion.
12. März 2010

Na, bei Selbstständigen ist das Prinzip doch immer dasselbe: Wenn wirklich der eigene Geldbeutel davon abhängt, kann man sich so lange seine Kunden nicht aussuchen, solange man die "Unbequemen" ebenfalls benötigt. Egal ob man Rechtsanwalt, Dolmetscher oder eben Domina ist. *g*

*edit* letzte zwei Absätze -> Falsches Thema, öhm ... *floet*
12. März 2010

Amistad, ich meine es doch nicht mal böse ...

Ich bin mir nur nicht sicher, ob diese Tiefsinnigkeit nun wirklich so häufig gegeben ist.
Ich denke, dass diejenigen, die 3 Monate sparen müssen um einmal die Domina zu besuchen, bei denen das Wort "Viel" auch wirklich diese Bedeutung hat, eher die geringere Zahl ausmacht.
Für Wahrscheinlicher halte ich, dass diese Dienste von entsprechend zahlungskräftigen Kunden benutzt werden, die zwar gewisse Triebe befriedigt sehen möchten, aber dafür nicht unbedingt eine passende Beziehung suchen. Für diese Klientel relativiert sich der Ausdruck "viel Geld" und lässt daher auch nicht auf diese Tiefsinnigkeit schliessen.
Ich erkenne einer Domina auch nicht ihre Leistung ab, wenn sie ihren Job gut macht, allerdings bedingt eine gute Domina auch kein psychologisch angehauchtes Studium.
13. März 2010
Nun...

...Domina wird man nicht einfach so, man wacht nicht morgens auf, schaut in den Spiegel und ich plötzlich Domina.

Domina zu sein, ist für mich, ein Lebensgefühl. Eine tiefschürfende Passion.

Ich habe viele Jahre gebraucht um zu bemerken was da wirklich in mir los ist, habe viel rumprobiert, mich auch in die gegenteilige Rolle versetzen lassen und bemerkt, mein Platz ist definitiv oben! Ganz oben!

Man kann das nicht lernen, das ist eine Kunst für sich die viel kreatives Gedankengut erfordert und einen fest verankerten Platz in sich selbst!

Mich würde interessieren, was war/ist Deine Intention Domina zu sein/werden? Geldnot? Langweile?

Die Frage ist nicht wertend, einfach nur Interesse halber.
14. März 2010

Na, die Techniken und die Sicherheitsrichtlinien etc. kann man, denke ich, schon gut lernen.
Nur schwer erlernbar ist sicher Empathie und die Lust an dem, was die Kunden dann letztlich kriegen sollten / möchten. Aber auch das mag vielleicht Erfahrungssache sein, vor allem Ersteres.
Wenn man genug Kunden hatte, wird sich die Menschenkenntnis irgendwann automatisch einstellen. *ja*
14. März 2010

Die hier von Amistad dargestellte idealisierte Form der empathischen naturveranlagten Domina hat wohl höchstens im Ausnahmefall etwas mit der Realität zu tun. Die Normalität sieht anders aus.

Es gibt einen 2008 erschienenen sozialwissenschaftlichen Artikel von Dr. Steffen Zdun, Dr. Marion Lillig und Natalie Scherer mit dem Titel "Die Prostituierten". Darin wird aufgegliedert in welchen Bereichen Prostituierte verschiedenen Alters und Attraktivität in Deutschland überwiegend tätig sind. In Clubs schaffen demnach vorwiegend attraktive Jüngere "im Alter zwischen 18 und 30 Jahren" an, während Frauen jenseits der 40 neben dem Straßenstrich ("Hier handelt es sich überwiegend um ältere und weniger attraktive Frauen.") eigentlich nur noch eine Beschäftigung als Domina bleibt. "Bei den Dominas handelt es sich größtenteils um ehemalige 'normale' deutsche Prostituierte. Die Frauen sind häufig bereits Mitte 30 und älter, und es wird für sie immer schwieriger, gegen die junge Konkurrenz anzukommen. Außerdem hat der Beruf der Domina den Vorteil einer geringeren physischen Belastung."

Mit anderen Worten: ist die Prostituierte zu alt für den Club geworden und kann sich den "Ruhestand" noch nicht leisten, wird sie eben Domina. Das hat rein gar nichts mit Veranlagung zu tun. Die Alternative Straßenstrich klingt nicht so toll, hat man sich an einen gewissen Lebensstil gewöhnt, nicht wahr?
14. März 2010
diese auführungen...

wie sie hier dargestellt werden, mögen sicherlich der wahrheit entsprechen, jedoch sind dies genau jene, welche es den
" ausnahme erscheinungen" so unendlich schwer machen, denn durch diese ausführungen werden alle in einen topf gesteckt und das finde ich sehr schade!!!!!! HD
15. März 2010

Eh klar, das sind alles Ausnahmeerscheinungen, wenn du sie fragst. Was denn sonst? *zwinker*

Aber mal im Ernst: bei einer jungen Domina wie Jira, die auch Alternativen hätte, ist eine Veranlagung glaubhaft. Ältere Frauen hingegen sind laut der Untersuchung in der Regel ausgemusterte "normale" Prostituierte, die nicht (mehr) gegen die junge Konkurrenz ankommen (Zitat siehe oben). Also: nix Veranlagung, nix Berufung, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit! (Auch wenn das natürlich keine zugibt.)

@Jira: lass dich von niemandem hier abschrecken.
Das angesprochene unbezahlte Praktikum solltest du auf keinen Fall machen. Lass dich nicht ausnutzen und über den Tisch ziehen!

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