Kinder in die offene Beziehung einweihen?

21. Februar 2010

„und hinten drein komm ich bey nacht
und vögle sie, das alles kracht.“


Johann Wolfgang von Goethe
21. Februar 2010

Grins, wieso bloß haben meine Deutschlehrer uns das unterschlagen....

Grinse-Grüsse,

Birgit
21. Februar 2010
summersun07

du warst anscheinend öfter im deutschunterricht u n d es ist noch nicht so lange her wie bei uns *zwinker*

*zumthema* denn *offtopic* wird schwer geahndet wenn *modda*

das thema ist interessant und für uns sehr hilfreich im positiven wie im negativen sinne. unsere jüngste tochter ist 16,5 und sie weiss offiziell nichts, inoffiziel bestimmt aber eine menge. die haben nämlich eine sehr gute spürnase!
öftermal hat sie sich in der vergangenheit mit ihrer bereits erwachsenen schwester über unsere sexualität unterhalten ! die große tochter weiss mehr als sie zugibt und sieht das aber gelassen und kümmert sich lieber um sich selbst. sie wiegelt bei der jüngeren schwester ab und gibt uns immer nur mal stichworte als hinweis, daß wir besser aufpassen sollen und n o c h diskreter sein müssen.

aber was einige leute hier von sich geben ist echt die härte !!

sehr schön finden wir persönlich die einlassung von
Tonella !!
sie hat sich zurück erinnert und kann sich deshalb gut hineinversetzen. sie benötigt keine eigenen kinder, es reicht ihr gesunder menschenverstand . danke schön *g*
21. Februar 2010

die große tochter weiss mehr als sie zugibt und sieht das aber gelassen und kümmert sich lieber um sich selbst. sie wiegelt bei der jüngeren schwester ab und gibt uns immer nur mal stichworte als hinweis, daß wir besser aufpassen sollen und n o c h diskreter sein müssen.

Und genau so was möchte ich auf keinen Fall innerhalb meiner Familie haben! Da wird gemunkelt, vermutet, geahnt, befürchtet ... das ist nie gut. Jedes Kind kennt andere aus Scheidungsfamilien, in sehr vielen Fällen war eine Affäre der Auslöser (seltener der Grund). Wenn Kinder da nicht Bescheid wissen, aber trotzdem was mitbekommen (und das tun sie!) dann ziehen sie ihre ganz eigenen Schlüsse und die werden mit Sicherheit nicht derart sein, dass das schon alles so passt.

Die Einwände, dass Jugendliche doch erst mal eigene Beziehungserfahrungen machen sollen, sonst würden sie das eh nicht verstehen oder in eine Richtung gedrängt werden, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Mein Sohn weiss seit Beginn meiner polyamoren Erfahrungen davon, er grenzt sich deutlich davon ab, für ihn wäre das nichts. Er weiss auch in groben Zügen von meiner SM-Lastigkeit - ich wollte nicht darauf warten, dass er da mal irgendwas aus einem dummen Zufall mitkriegt und dann gar nicht damit umgehen kann (da war er 12 oder 13) Wir hatten dann ein sehr interessantes Gespräch über Empfindungen und warum man etwas gleiches sehr unterschiedlich wahrnehmen kann. Und wie wichtig es ist, sich zu vergewissern, ob das was ich glaube, dass der andere empfindet auch tatsächlich so ist - nein nicht mit SM-Beispielen, da waren wir längst bei ganz anderen Themen - es ging ums Grundprinzip.

Übrigens - so ab 12 würde ich niemand mehr als Kind bezeichnen, das sind Jugendliche, da verschiebt sich so manches. Und so wie sie körperlich auf gleiche Augenhöhe heranwachsen, sollten sie das auch allmählich auf anderen Gebieten tun dürfen. Bis jetzt ist noch niemand erwachsen geworden, nur weil der den 18. Geburtstag hinter sich gebracht hat.

Um den üblichen Einwänden zuvorzukommen - ich spreche ausdrücklich NICHT davon, sich auf eine Stufe zu seinen Kindern hinab zu begeben! ich spreche davon, dass sie - ob es uns passt oder nicht - auf die Erwachsenenstufe heranreifen werden - wie sollten sie auch sonst ihr eigenes Leben mal in den Griff bekommen?

Würzigen Gruß
die Herbe - offen poly lebend
21. Februar 2010
@herbedeprovence

Also Kinder sind sie sicher ab einem bestimmten Alter nicht mehr, dass bezog sich hier eher auf die Beziehung zu uns als Eltern. Und ich denke da stimmst du mir zu, das bleiben sie nun mal ein Leben lang: unsere Kinder.

Ja sicher haben Affären zu Trennungen geführt. Und das kann verunsichern. Auch richtig.
Aber die Frage, ob es für ein Kind eine "sicherere" Angelegenheit ist, wenn die Eltern weitere Partner haben, bleibt.
Auch da ist es schwer für ein Kind erkennbar wie weit die Symphatie, Zuneigung oder Liebe ausserhalb der Partnerschaft geht. Sicher kann man dem Kind erklären, das Papa oder Mama der Partner Nr. 1 ist.
Aber die Konkurenz zum jeweiligen Elternteil bleibt doch für das Kind bestehen. Gerade wenn beide andere Partner haben.
Meiner Meinung nach werden die Kinder damit auch verunsichert.


Für mich geht es nicht um die Frage, ob Kinder über die Form der Sexualität der Eltern aufgeklärt werden müssen, sondern wie verarbeiten sie das...und ist es deshalb ratsam sie zu informieren.

Eine Aussage aus der Sicht des Kindes wäre hier sicher hilfreich, aber anscheinend gibt es niemanden, den die Eltern in ihr Intimleben
eingeweiht haben.
Sollte man das als ein Zeichen sehen?
21. Februar 2010

Ja sicher haben Affären zu Trennungen geführt. Und das kann verunsichern. Auch richtig.
Aber die Frage, ob es für ein Kind eine "sicherere" Angelegenheit ist, wenn die Eltern weitere Partner haben, bleibt.
Auch da ist es schwer für ein Kind erkennbar wie weit die Symphatie, Zuneigung oder Liebe ausserhalb der Partnerschaft geht. Sicher kann man dem Kind erklären, das Papa oder Mama der Partner Nr. 1 ist.
Aber die Konkurenz zum jeweiligen Elternteil bleibt doch für das Kind bestehen. Gerade wenn beide andere Partner haben.
Meiner Meinung nach werden die Kinder damit auch verunsichert.

Da sollte man sich mal fragen was denn verunsichert. Wann fühlt man sich selbst unsicher? Ich denke, dass das Unerklärte, Totgeschwiegene aber dennoch fühlbare (es ging ja auch um gemeinsame Unternehmungen, evtl auch länger beziehungen zu anderen) sehr viel stärker verunsichert. Gerade weil es die meisten heimlich ausleben haben Kinder und Jugendliche da keinen Vergleich, keine Erfahrungen, Vorbilder. Das was sie kennen, sind Trennungen und das fürchten sie auch. Der offene Umgang mag anfangs auch verunsichern, eben weil sie es so vermutlich von niemand anderem kennen, aber darüber kann man dann sprechen.
21. Februar 2010
Was verunsichert....

Das die eigenen Eltern anders sind als andere Eltern?

Kinder ziehen ständig Vergleiche, auch und gerade mit Familien von Freunden, Verwandten und Bekannten......

Und ich denke nicht, das heimlich was ausgelebt wird. Wie schon vorher geschrieben werden Fragen der Kids von den meisten hier beantwortet, allerdings ohne sie mit ausschweifenden und zu weit gehenden Mitteilungen und kompromisslosen Ausleben zu behelligen.

Birgit
21. Februar 2010

Also was meiner Meinung nach verunsichert, schrieb ich ja bereits.
Ich bin der Ansicht, dass man zwar erklären kann, aber was die Kinder fühlen und wie sie das verarbeiten, können wir nur mutmaßen.

Wenn Fragen kommen, sollte man die soweit nötig, beantworten. Okay.
Aber mehr denke ich nicht.
21. Februar 2010

Ich stimme Tonella auch zu (Anerkennung dass als Nicht-Mutter so zu sehen). Für Kinder, auch ältere, besonders pubertierende ist schon die Vorstellung dass die Eltern Sex miteinander haben komisch. Wir würden bzw. werden (unser Ältester ist 13) unsere Kinder nicht mit unserem Liebesleben kofrontieren, auch wenn das gewisse EInschränkungen mit sich bringt. Wir denken, dass Jugendliche ihre eigene Sexualität erst finden müssen und sie so etwas aus der Bahn werfen kann. Ich bin da aus eigener Erfahrung auch eher ein gebranntes Kind.
Wann der Zeitpunkt gekommen ist und ob er überhaupt kommt, dass wir unsere Kinder einweihen, kann ich nicht einschätzen, das hängt von ihrer Entwicklung ab, aber vermutlich wenn überhaupt erst wenn sie erwachsen sind, eigene Erfahrungen haben und sogar außer Haus sind. Denn dass sie mit einem befreundeten Pärchen von uns frühstücken mag ich mir nicht so recht vorstellen...
22. Februar 2010

die g
roße tochter weiss mehr als sie zugibt und sieht das aber gelassen und kümmert sich lieber um sich selbst. sie wiegelt bei der jüngeren schwester ab und gibt uns immer nur mal stichworte als hinweis, daß wir besser aufpassen sollen und n o c h diskreter sein müssen.

solange unsere töchter mit uns nicht das gespräch suchen, werden wir denen das auch nicht im familienrat aufdrängen. das würde mehr schaden anrichten, als wenn sie das untereinander aufarbeiten und anscheinend reicht diese form ja auch bisher. alles andere besprechen sie ja auch gern und ausgiebig mit uns.

Übrigens - so ab 12 würde ich niemand mehr als Kind bezeichnen, das sind Jugendliche, da verschiebt sich so manches. Und so wie sie körperlich auf gleiche Augenhöhe heranwachsen, sollten sie das auch allmählich auf anderen Gebieten tun dürfen. Bis jetzt ist noch niemand erwachsen geworden, nur weil der den 18. Geburtstag hinter sich gebracht hat.

richtig und dies hat hier auch niemand angezweifelt. bestritten wird allerdings daß jugendliche im elterlichen haushalt auf die stufe der eltern heraufgehoben werden sollten . körperliche augenhöhe, nur weil dort sexual-hormone inzwischen produziert werden wie bei den eltern ist ja ok, allerdings eine psychische augenhöhe führt zur überforderung.
unsere kinder sind unsere kinder und nicht unsere freunde. da gibt es gewaltige unterschiede und auch wichtige distanzen. die brauchen und wollen was anderes.

wir müssen uns nicht mit unseren kindern, ob bereits ausgezogen und erwachsen oder noch jugendlich im elterlichen haushalt lebend, auf eine stufe stellen. trotzdem finden die uns toll und cool und lassen dies auch immer mal wieder spüren und äusern sich auch diesbezüglich.

es wird ganz offen und auch ganz oft über sexuallität bei uns gesprochen, allein deswegen weil mrs.sun in einem erotikshop für frauen arbeitet. dies heißt nicht, daß wir über unsere eigene sexualität mit denen reden und dies hat sich auch prima bewährt. alle gehen locker mit diesem thema um.
als schönste rückmeldung haben unsere beiden töchter uns bereits einvernehmlich in einem kritischen gespräch mitgeteilt, daß sie sich gut erzogen fühlen und diese art auch gern an ihre eigenen kinder weitergeben wollen .
22. Februar 2010

Offenheit und Ehrlichkeit sind wichtig, keine Frage!

Aber stellt Euch mal vor, Eure halbwüchsigen Kids hören meinetwegen im Deutschunterricht, dass ein Dichter zwei Frauen gleichzeitig hatte ... und Euer Sprößling hat nix Besseres zu tun als durch die Klasse zu Brülle "Mein Papi auch!" ....

na und ? irgendwie weiß ich nicht wo hier der witz ist *gruebel*
finde das eher super traurig !
schön wäre es nämlich, das wäre gar nix besonderes.

dann könnte nämlich jeder offen so leben wie er mag.

und DAS würde ich gerne meinen kindern mitgeben im leben.
weshalb ich lebe und vorlebe, wie ICH es für richtig halte und nicht wie meine nachbarn mich gerne hätte.
und da meine kinder mich lieben und sie sich geliebt fühlen, können sie damit leben, dass ihre mama anders ist als andere mamas.

mal ist das eben cool und mal peinlich......aber eben immer
AUTENTHISCH
22. Februar 2010

Ich frage mich halt, ob man sein Sexualleben so penetrant nach außen tragen muss. Es geht niemanden was an, was ich in meinen vier Wänden oder im Swingerclub mache ... und genauso wenig will ich das von meinen Nachbarn wissen.

Es gibt sowas wie Privatsspäre und Intimsspäre ...
22. Februar 2010
Intimsphäre

Ich glaub, da geraten grad ein paar Welten durcheinander. Die einen gehen mal in den Swingerclub oder so und betrachten es tatsächlich nur als sexuelle Spielart - stimmt, das ist Intimsphäre, es geht niemanden was an, wie ich mein Sexualleben gestalte.

Aber im Eingansposting und etwas später nochmal ging es ganz klar um längere Beziehungen, sogar das Wort Polyamorie hab ich gelesen - und das sind soziale Kontakte, das nennt man dann Umfeld. Und in diesem Umfeld leben dann auch die eigenen Kinder und da finde ich sollten sie schon wissen wie die Menschen zueinander stehen.
22. Februar 2010

Als Single und Nichtvater sicherlich schwierig zu beantworten.
Aber anhand der postings lese ich heraus daß sich auch die Väter und Mütter schwer tun.

Kann es nicht sein daß es wieder mal auf ein gepflegtes sowohl als auch hinausläuft?
Anthagar hat am anfang von der sensibelen Ader der Kinder gesprochen. Kinder spüren mehr wie wir immer denken.
Und was ist mit uns? Haben wir nicht auch ein Bauchgefühl?

Ich denke dies wird in jeder Familie anders laufen, und vorallem auch anders laufen müssen. Was der einen Familie guttut ist für die andere schlecht.

Und um die Frage für sich richtig zu beantworten sollte das paar einen selbstkritischen Rückblick auf die Erziehung werfen und auch selbstkritisch erkennen wie ist mein Kind Eltern Verhältnis. Und vorallem auch das Bauch Gefühl zu lassen.

Lebenstoll:

Ich hab nicht den ganzen Thread gelesen. Aber vielleicht ist es ja bei Euch so. Ihr habt diesen Thread hier reingestellt, da Euch die Frage umtreibt. Warum treibt sie Euch den so sehr um? Ist es vielleicht so daß ihr tatsächlich spürt das ihr darüber reden solltet?
Welches Bauchgefühl treibt Euch an?


Kirk ende
22. Februar 2010

Wenn es zur Beziehung dazugehört, daß ein Partner über Nacht das Haus verläßt, würde ich ggf. überlegen, die Kinder je nach Alter und Gefühl "einzuweihen". Ansonsten hätte ich Bedenken, sie lägen in ihren Betten und malten sich bereits das Ende der Beziehung aus.
Für meinen Fall kommt ein Einweihen meiner Kinder nicht in Frage. Völlig unvorstellbar für mich, daß meine Kinder die andere Frau oder den Mann, die sie als gute Bekannte auch mittlerweile der Familie kennen, beim nächsten Zusammentreffen mustern und sich so ihre Gedanken machen, ne, also beim besten Willen nicht.
LG Sie

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