Er brauchte sehr lange zum Orgasmus...

17. Februar 2010
Er brauchte sehr lange zum Orgasmus...

Hallo liebe Forengemeinde,

nun melde ich mich auch mal zu Wort. Es geht um eine Sache die schon sehr lange zurück liegt, mir aber nicht aus dem Kopf geht.

Der Mann mit dem ich mich damals eingelassen habe, brauchte i.d.R. bis zu einer Stunde und mehr zum Orgasmus (normaler GV), manchmal klappte es auch gar nicht. Üblich und bekannt ist ja, dass viele Männer "zu schnell" bzw. "zu früh" kommen. Aber bei ihm war es genau umgekehrt. Was mir natürlich absolut zugute kam... ich hatte multiple Orgasmen wie nie zuvor, weil die Erektion über die ganze Zeit konstant war. *zwinker*

Er hat mir damals glaubhaft versichert, dass es nicht an mir liegen würde. Er würde einfach den Kopf nicht freibekommen. Er war auch oft selbst mit sich sauer, enttäuscht dass es mal wieder nicht so lief wie er sich das eigentlich wünschte. Manchmal hat er sich so sehr unter Druck gesetzt, dass ich dachte, wenn ich es mir so krampfhaft wünschen würde, käme ich auch nicht.

Ich habe ihn auch nach allen Regeln der Kunst verwöhnt, ich merkte dass er sich körperlich auch total entspannen und fallen lassen konnte aber hinter seiner Stirn lief ein "Film" ab, der sich nicht um das hier und jetzt drehte.

Am besten klappte es noch, wenn er es sich (nach dem eigentlichem Sex) "selbst" gemacht hat, ich habe ihn dabei liebevoll mit Streicheln und Dirty Talk "unterstützt" (mehr wollte er nicht). Er kam auch super selten, vaginal in mir... was vielleicht auch daran lag, dass er partout keine Kinder wollte.

Wir konnten sehr gut über sexuelle Wünsche und Bedürfnisse reden. Haben einiges ausprobiert, aber das "Grundproblem" blieb.
Er selbst konnte sich auch keinen Reim daraus machen, alles wäre perfekt... nur 'ER' (sein kleiner großer Freund) würde ihm einen Strich durch die Rechnung machen.

Woran liegt so etwas? Gibt es solche psychischen Blockaden die einen Mann nicht kommen lassen? Sind körperliche Ursachen auszuschließen nur weil es mit der (eigenen) Hand geht?

Hätte ich nicht einige Sexualpartner davor und danach gehabt, die mir mein Einfühlungsvermögen, Geschick und "Können" bescheinigt hätten, so hätte diese Erfahrung mich noch mehr verunsichert.

Kann so manchen Mann nachempfinden wie es sein muss, wenn man selbst auf die eigenen Kosten kommt, die Partnerin aber gar nicht, selten oder nur sehr schwer zum Höhepunkt kommt

Wäre lieb, wenn ihr mir eure Meinung zu dieser Thematik schreiben könntet.

'Jule
17. Februar 2010
Könnt sein, dass...

... was vielleicht auch daran lag, dass er partout keine Kinder wollte.


Wenn er tatsächlich so einen Horror hatte, Vater zu werden, so könnte dies der Grund für seine Blockade gewesen sein.

Mach Dir keinen Kopf, deswegen.
17. Februar 2010

Woran so etwas liegt?
Wenn ich als Mann nicht sonderlich empfindlich bin, den Kopf nicht frei bekomme und eine Frau die Muschi auch nur hinhält, dann sind solche Situationen vorprogrammiert.
Was kann Mann also tun?
In erster Linie muss Mann sich selbst kennenlernen.
Er muss seinen Körper verstehen - seine Gedanken steuern lernen, um dann nach Lösungen zu suchen, wie er auf seine eigene Erregung den optimalen Einfluss nehmen kann.
Will sich eine Frau zu dem Thema Gedanken machen, dann sollte sie darüber nachdenken, wie sie einem Mann im Bett sowohl den Kopf verdreht, als auch physisch mehr Genuss beschert.

Al
17. Februar 2010

Vielleicht hat er auch irgendwelche "Aufputschmittel" genommen. Das soll ja seit einigen Jahren so eine Lifstyle-Geschichte sein, dass sich "gesunde" Männer mit Viagra oder sonstigen Pillchen "zudröhnen", damit sie die ultimative Erektion haben. Nebenwirkung soll dann auch u.a.eine heftige Ejakulationsdämpfung sein.
17. Februar 2010
Das gibts einfach...

Hi Jule,

ich hatte bis zum Alter von 25 (!) Jahren das selbe Problem. Es war mir einfach nicht möglich beim GV oder auch "französisch" einen Orgasmus zu erleben. Das Ergebnis war bei meinen Freundinnen, dass mich zwei damals betrogen, weil sie glaubten nicht sexy genug zu sein (so wie Du ja auch nachdachtest) - was TOTALER QUATSCH war. Aber sie suchten die "Schuld" bei sich - dabei war es einfach eine Blockade in meinem Kopf.

Heute kann ich darüber selbst nur noch den Kopf schütteln und mich über mich selbst wundern.

Übrigens war für mich der Sex damals trotzdem schön - wenn auch nicht so erfüllend wie ich ihn heute erlebe.

Gruß

Paul
17. Februar 2010
Sex geht in der Birne ab...

und deshalb ist es in aller Regel ein Kopfproblem, wenn es zu schnell oder zu langsam geht.
Je mehr man es erzwingen will, desto schwieriger ist es bisweilen, den Punkt zu erreichen. Bisweilen muss auch der Mann dazu dann viel Konzentration aufbringen. Und je mehr Mann schon die Erwartungshaltung hat in Richtung "das wird jetzt problematisch", umso schwieriger wird es, sich auf die Empfindungen und das eigene Kopfkino einzulassen.

In dem Fall hat das wohl eher dann geklappt, wenn er selber Hand an sich gelegt hat und sich ganz auf sich und die notwendigen Reize konzentrieren konnte.

Es gibt eine Menge Tricks gegen das "Ewigbrauchen":
Mir hat mal eine sehr sinnliche und betörende Frau durch einen zart ins Ohr geflüsterten Satz einen Schlüsselreiz verpasst, dass ich ganz gegen meine Gewohnheit nichts mehr halten konnte und im gleichen Augenblick schon der Höhepunkt losging. Ich war einfach überrumpelt.
Also: Sobald es gelingt, den Kopf aus der typischen Bahn zu werfen, die sich mit Technik, Ausdauer und Erwartungshaltungen beschäftigt, klappt es meist wie am Schnürchen...

Die Erregungskurve erst mal sanft ansteigen zu lassen, das ist auch recht hilfreich. Wenn Mann von jetzt auf gleich ran an den Speck soll, fehlt oft die Möglichkeit, langsam in Fahrt zu kommen und den Druck aufzubauen, an dem die Schnellzieherfraktion bisweilen verzweifelt. Wenn der kleine Kollege rein äußerlich zwar schon Einsatzwillen zeigt, die Haut aber nicht sensibilisiert wurde und im Kopfkino noch kein Film auf der Spule liegt, dann wird aus der Nummer wieder ein Arbeitseinsatz und kein Genuss.
Zehn Minuten behutsames und neckendes Vorspiel - gewürzt mit Ankündigungen, was gleich alles noch passieren wird und wie viel Vorfreude schon vorhanden ist - können bisweilen dazu führen, dass Mann kommt wie in den besten Tagen, als Fünf Minuten Stoßen ohne Abgang ein neuer Rekord war. Weil dann nämlich der Hauptrechner nur noch ein Programm verarbeitet, statt sich noch mit etlichen anderen Anwendungen im Hintergrund rumzuschlagen.

Und genau diese Erlebnisse, die Erkenntnis, dass es immer noch recht unverhofft kommen kann, nehmen dann die Blockade weg, die den Mann daran hindert, Sex so zu genießen, dass ihm (bzw. dann auch der Partnerin) der Höhepunkt einfach in den Schoß fällt.

Ehrliches Lob hilft. Und nimmt ebenfalls Druck weg. Kommentare wie "wie gut Du mir tust" "machst mich verrückt" "der ist ja so hart, dass ich gleich gar nix mehr aushalte" etc. lenken den Blick vom eignen Leistungsdruck auf das Wunder, was Mann bewirkt und ermöglichen es, einfach abzuschalten und zu genießen.

Noch ein Techniktipp: Wenn er merkt, dass er ziemlich abgestumpft und eigentlich überreizt ackert, einfach mal kurz innehalten. Durchatmen. Langsam ineinander gleiten, bewusst die Berührungen wahrnehmen und das Feuer sachte mit neuem Sauerstoff versorgen.
Sonst hängt Mann schnell in der Endlosschleife und es bleibt bei fruchtlosen Gymnastikeinlagen.
17. Februar 2010

Er hat mir damals glaubhaft versichert, dass es nicht an mir liegen würde. Er würde einfach den Kopf nicht freibekommen.

Das duefte wohl eher selten sein... ich kenne es von mir und auch anderen eigentlich nur so, dass in dem Fall der Schwanz trotz bestehender Geilheit einfach nicht mitspielt. Und ich mich auch nicht wirklich auf die Partnerin konzentrieren kann. Was bei euch ja anscheinend kein Problem war?

Am besten klappte es noch, wenn er es sich (nach dem eigentlichem Sex) "selbst" gemacht hat, ich habe ihn dabei liebevoll mit Streicheln und Dirty Talk "unterstützt" (mehr wollte er nicht). Er kam auch super selten, vaginal in mir... was vielleicht auch daran lag, dass er partout keine Kinder wollte.

Das kann ich mir allerdings nur schwer vorstellen, auch wenn wir so einen Helden gerade in einen anderen Fred hatten. Ich wuerde dann schon eher in die gleiche Richtung wie Alchemist66 tippen...
17. Februar 2010
Das ist nicht zwingend so...

Ich hatte durchaus schon Probleme, zügig zu einem Abschuss zu kommen. Dennoch war die Härte hierbei manchmal schon fast schmerzhaft stark ausgeprägt. Ohne chemische Mittelchen oder sonstige Dinge - das kann also durchaus auch einfach so passieren.

Am besten lässt sich das für Zweifler evtl. nachvollziehen, wenn man schon zwei heftige Nummern über Tags hatte und nach einem kurzen Spaziergang nochmal nachlegen will. Dieses Gefühl einer fast gefühllosen Erektion - ich nenns manchmal scherzhaft "Holzlatte" - kommt bei einigen Männer wohl öfters einfach so vor...
17. Februar 2010

Lustgewinner:

Klar, passiert mir bei Ueberreizung auch gelegentlich (und Deinen Beitrag hab ich mit grossem Interesse gelesen)

Die TE schrub allerdings

i.d.R. bis zu einer Stunde und mehr zum Orgasmus (normaler GV)

und das kommt mir doch irgendwie spanisch vor. Auf der anderen Seite hat ja anscheinend Cunnilo eine aehnliche gleiche Erfahrung gemacht... Sachen gibt's *zwinker*
17. Februar 2010

@ TravelingMiles:

Meine erste Freundin verhütete immer mit Patentex Oval - ein schreckliches Zeug. Jedenfalls mussten immer "mittendrin" aufhören, weil die Wirkung nur für 45 Min. garantiert wurde und ich das nie "schaffte" *g*
17. Februar 2010
Nachtrag...

danke für die vielen ehrlichen Beiträge.

Einige haben auch was von "Reiz" geschrieben.
Eine andere mögliche Erklärung von mir wäre noch, dass ich durch den für mich guten Sex und die vielen Orgasmen meinerseits doch arg feucht wurde und es so für ihn vielleicht noch schwieriger war, durch die "fehlende Reibung", zum Höhepunkt zu kommen.

Potenzsteigernde Mittelchen schließe ich einfach mal aus, dafür waren wir damals zu lange zusammen.... aber man weiß ja nie.
17. Februar 2010
Glaub ich nicht,

denn beim Saugen kannst Du den Reiz ja kräftig verstärken. Und auch da trat es ja auf...
Ich z.B. brauche gerade den sanften Reiz, wenn ich ein bisschen "verholzt" bin. Und beim Blasen (nach der Teenagerzeit) habe ich lange gedacht, dass es mir davon gar nicht mehr kommen kann. Bis ich an Frauen geraten bin, die den Reiz langsam steigerten, statt gleich ansatzlos das Ding mit dem Tischtennisball durch den Gartenschlauch zu probieren.

Wie gesagt, wenn der Mann ganz bei der Sache ist, weil er langsam auf Siedetemperatur gebracht wurde und es kaum erwarten kann, endlich loslegen zu dürfen, kann es nach meinem Dafürhalten ruhig mächtig nass sein.
Denn wenn es gleich zu Anfang zu viel Reibung gibt, kommt man auch schnell über den Punkt, an dem man die Kurve nicht mehr kriegt und dann den Ochs auf dem Gatter spielt.
17. Februar 2010
Problem?

War es denn für ihn ein Problem oder nur für dich? Ich kenne diese Symptome gut, für mich ist sein Verhalten auch nicht ungewöhnlich oder behandlungsbedürftig, es klingt, als könne es von mir handeln.
17. Februar 2010
Ich muss

doch etwas sagen, es fällt mir einfach auf und will auch niemanden kränke aber:

zügig zu einem Abschuss zu kommen

ist eine Formulierung, die eher ins Feld des Militarismus gehört...
wir befassen uns hier aber mit anderem, geilen dirty talk hin und her; ich finde gerade hier sollten wir und klarmachen, woher die Worte kommen und ihre Bedeutung achten...
17. Februar 2010

Ich lese das hier gerade mit großem Interesse, muss ich sagen.

Es stopft gewissermaßen eine Sex-Bildungslücke bei mir.

Ich kenne das von mir als Frau, dass ich den eigentlichen Akt (also das Rein-Raus-Spielchen) nur eine bestimmte Zeit als stimulierend und lust-machend empfinde. Alles, was darüber hinaus geht, bringt mich a) nicht mehr zum Orgasmus und wird b) irgendwann wirklich unangenehm. Es ist als hänge man an einem sehr hohen Punkt der Erregungskurve einfach fest und die Erleichterung durch den Orgasmus erfolgt nicht. Wenn mir das passiert, dann WEISS ich auch, der Orgasmus wird nicht kommen. Und ja, meist hat das was damit zu tun, den Kopf nicht frei zu haben, irgendwie blockiert zu sein.

Ich frage mich, ob es das ist, was hier gemeint ist und wenn ja, dann überrascht es mich, dass es Männern auch so gehen kann.

Alles was ich bisher bei Männern in dieser Art beobachtet habe (ewig vögeln ohne zum Orgasmus zu kommen) war alkohol-induziert.

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