Übereinstimmung oder Ergänzung in Partnerschaft?

29. Dezember 2009
Übereinstimmung oder Ergänzung in Partnerschaft?

Mich beschäftigt gerade die Frage, was in einer Beziehung 'wichtiger' ist:
Übereinstimmung oder Ergänzung?

Ich mag hier gar nicht die Frage nach richtig / falsch klären. Denn ich denke das ist weder möglich noch sinnvoll, so individuell wie die Menschen sind.
Aber vielleicht möchtet ihr eure Erfahrungen hier kurz darstellen?

Anregungen...
Passt ein eher extravertierter Mensch zu einem eher introvertiertem?
Ein Naturwissenschaftler zu einem Esoteriker?

Lebt ihr mit einer eher passenden PartnerIn zusammen?
Ist Ergänzung für euch der Schlüssel zu dauerhafter Nicht-Monotonie?
Ist eure alte Beziehung vielleicht an zu starken Differenzen gescheitert?

Bin gespannt auf eure Beiträge...

Epykur
29. Dezember 2009

Eine interessante und spannende Frage!

Ich glaube (nach all meinen Erfahrungen), dass es beide Formen von Partnerschaften gibt. Und dass beide Formen scheitern oder funktionieren können. Soweit ich das sehe, wäre es jedoch ideal, eine gute Mischung zu haben aus ergänzenden und gemeinsamen Eigenschaften.

Sind die Differenzen zu krass, wird es häufig schwierig, sind die Übereinstimmungen zu krass, wird es häufig langweilig.

Man kann aber meiner Meinung bei allem einiges dafür tun, dass die Partnerschaft darunter nicht leidet, vorausgesetzt die beiden lieben sich und haben nicht nur eine Zweckgemeinschaft ...

(Der Antaghar)
29. Dezember 2009

Ich bin eher ein introvertierter Mensch und bevorzuge Partner, die eher das Gegenteil davon sind. Zwei "Schlaftabletten" in einer Beziehung könnte auf Dauer doch recht Langweilig werden *ggg*
29. Dezember 2009
Interessante Frage!

Ich würde sagen, es hat beides seine Vor-und Nachteile.
Ich persönlich mag es eher gegensätzlich. Das wiederrum ist nicht immer der harmonischste Weg, aber der bereichernste.
Für extrem harmoniebedürftige Menschen ist "gleich und gleich gesellt sicht gern" sicher die bessere Wahl.

Ich würde das vielleicht gar nicht mal so, an Berufen festmachen sondern eher nach der Persönlichkeit.
Man nehme z.B. einen sehr sensiblen (bauch)Menschen der ebenfalls auf einen sehr sensiblen Menschen trifft. Beide verstehen sich von Anfang an... blind, können reden, austauschen, mitfühlen......!
Das ist die positive Seite.....aber was geschiet wenn beide z.B. mit einen schweren Schicksalsschlag fertig werden müssen??????
Ich kenne viele solcher Paare, bei denen man glaubt sie seien für die Ewigkeit bestimmt, doch plötzlich alles zerbricht, weil sie sich gegenseitig, in schweren Zeiten nicht "halten" konnten, weil genau dann, wenn das Leben ernst wird, sich zeigt wie gut "wir" miteinander bestehen können.

Es gibt natürlich noch viele andere Beispiele aber ich denke das Prinzip kann man erkennen.*ggg*

Sinnesrausch
29. Dezember 2009

Übereinstimmung oder Ergänzung ?

meiner ansicht nach kann beides klappen. das wird immer sehr von den zwei persönlichkeiten abhängen und wie man einen eigenen weg für sich findet.


Lebt ihr mit einer eher passenden PartnerIn zusammen?

wir sind in vielen sachen sehr sehr verschieden und mussten uns in der anfangszeit schon seeeeehr zusammen raufen. das waren völlig unterschiedliche lebenskonzepte und -geschichten, die da zueinander finden mussten.
aber : im grunddenken sind wir uns wohl recht ähnlich. und das ist sicherlich das, was das andere in den hintergrund gedrängt hat.


Ist Ergänzung für euch der Schlüssel zu dauerhafter Nicht-Monotonie?

"unterschiedlichkeit" muss ja nicht immer "ergänzung" sein. das kanns wohl. aber manche dinge empfinde ich überhaupt nicht als ergänzung ;-).
eine gewisse unterschiedlichkeit und gegensätzlichkeit ist irgendwo ja auch spannend. ich stell mir die beziehungen von diesen "dauerhaft ruhigen immer gleich schwingenden paaren" oftmals sehr langweilig vor. auf der anderen seite wünsche ich mir für meine harmoniesucht zwischendrin dann doch wieder den gleichklang.
wenn ich mich entscheiden müsste... dann würd ich mich aber wohl immer eher für die spannung entscheiden ;-).


Passt ein eher extravertierter Mensch zu einem eher introvertiertem?

das fände ich jetzt gar nicht so schlimm und eher eine tatsächliche ergänzung.


Ein Naturwissenschaftler zu einem Esoteriker?

fände ich schon problematischer. weil es hier um grundsätzliche lebenseinstellungen gehen dürfte. ich würde als materialistin vor einem esoteriker wohl reißaus nehmen. allerdings käms da wahrscheinlich gar nicht so weit, dass da sowas wie ne beziehung entstehen könnte.


lg
fishandchips
29. Dezember 2009
Übereinstimmung ist wichtig

Das, was zu Anfang am anderen exotisch und aufregend war - Gegensätze ziehen sich an - ist später dann auch das, was nervt.
Je unterschiedlicher der andere, desto schwieriger wird es, gemeinsame Ziele und Prioritäten zu finden. Unterschiedliche Temperamente, Kultur, Herkunft erschweren es schon, auch nur eine gemeinsame Sprache zu finden. Sicher nicht unmöglich, aber ich finde es auch so schwierig genug.
29. Dezember 2009
Wichtig ...

... erscheint mir nur, dass eine Beziehung funktioniert und idealerweise von den Partnern als perfekt empfunden wird. Übereinstimmungen dürften dabei nicht hinderlich sein. Ergänzungen sogar förderlich. Mutieren Ergänzungen jedoch zu unüberwindbaren Gegensätzlichkeiten, also zu Reibungspunkten, die jegliche Übereinstimmung erdrücken, handelt es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht um eine perfekte Beziehung.

Vielleicht könnte man dies auch dahingehend abstraieren, dass mit dem Wegbrechen von Übereinstimmungen - auch die gelebten Gemeinsamkeiten - die ehedem als Ergänzung empfundenen Vorzüge immer mehr als Gegensätzlichkeiten wahrgenommen werden. Dann wandelt sich die von Liebe getragene Beziehung in einen "Rosenkrieg".
29. Dezember 2009

Auch ich bin der Ansicht, dass beide Varianten funktionieren oder scheitern können.

Das Gelingen ist m.E. davon abhängig, wie flexibel die einzelnen Parteien sind. Es gibt Menschen, die sehr gut Brücken bauen können und Unterschiede / Differenzen überwinden können. Weil beide! agil sind und sich aufeinander zu bewegen. Dann können auch große Gräben gemeistert werden, sowie schwierige Lebenslagen.

Für mich (da ich mich nur bedingt flexibel einschätze) ist eine gute Wertekongruenz wichtig. D.h. man sollte sich schon einig sein, was für Werte und Ziele man im Leben verfolgt, wie man mit Konflikten umgeht und wo die persönlichen Belastungsgrenzen sind. Intellekt und Gesprächskultur gehören hier ebenso für mich zur Wertekultur.

lg Su
29. Dezember 2009

Ich denke, dass es sowohl als auch funktionieren kann. Es entscheidet ja nicht die Tatsache ob man Gegensätzlich oder sich gleich ist, ob man zusammen findet, sondern das, was zwei Menschen verbindet.
Dafür gibts denk ich kein Patentrezept, ausser Toleranz und die Liebe, die uns den anderen so annehmen lässt wie er ist. Ob es funktioniert oder nicht, das wird nur die Zeit zeigen.
29. Dezember 2009

Also mir persönlich gefällt es eher, wenn es beides zusammen ist. Ergänzung und Übereinstimmung, wie bei meinem Freund und mir.

Wir haben beide ungefähr dieselben Hobbies, können ständig miteinander reden, ohne dass uns langweilig wird. Auf der anderen Seite ergänzen wir uns aber auch gut, was unsere Stärken und Schwächen betrifft. Wir können einander halten, wenn der andere grad in Trauer versinkt und geben uns Stärke für das Zukünftige.

Wir stimmen überein, über die Zukunft unserer Beziehung, sprich Heirat (Ja, nein, wann), Kinder (ja, nein, wann) ...

Bei mir sind schon viele Beziehungen zu Bruch gegangen, wegen Übereinstimmung oder Ergänzung, deswegen kann ich nicht sagen, das ist besser oder das. Ich denke, es kommt auch auf die Charakter der Menschen an und vor allem auf ihre Art und Weise
29. Dezember 2009

Ich denke, so einfach lässt sich diese Frage gar nicht beantworten. Eine Beziehung ist viel komplexer. Zum Beispiel spielt es ja auch eine Rolle, wie sehr man Gegensätze nutzen kann und möchte (man muss offen dafür sein), um gemeinsam eine Schnittmenge zu bilden. Nur dann ist ein Gegensatz eine Ergänzung. Bei den Gemeinsamkeiten ist es genauso. Minus x Minus kann Plus ergeben. 2 Phlegmatiker können sich lange Zeit sauwohl dabei fühlen, ihr Leben überwiegend auf dem Sofa zu verbringen, weil es eben beiden gefällt und wichtig ist. Genausogut kann ein eher passiver Mensch aber auch sein Gegenstück suchen, um den "Arschtritt" zu bekommen.

In Menschen mit gleichen Eigenschaften findet man sich eben eher selbst wieder, lernt sich kennen und mögen (denn was man am anderen mag, mag man ja dann an sich selbst auch). In gegensätzlichen Menschen findet man das, was eigene Lücken ausfüllt, was man für sich ablehnt, oder wonach man strebt.
29. Dezember 2009

Interessante Frage, differenzierte Antworten

Passt ein Naturwissenschaftler zu einem Esoteriker?

Hier möchte ich meine Bedenken anmelden.
Dies geht nur, wenn beide Seiten nicht sendungsbewusst sind und nicht "missionieren".
Und nicht das Bedürfnis haben, die Grundüberzeugungen des Gegenübers abzuwerten.

Lg
Freimut
29. Dezember 2009

Da kann man wohl jedes Paar zwischen den beiden Extrempunkten verorten, doch ist dies eine eher quantitative Aussage(mehr Übereinstimmung als gegensätzlich oder andersrum etc.)
Ich habe für mich erlebt, daß ich mit steigendem Alter über eine steigende Anzahl kritischer Elemente verfüge bzw. mir "er-lebt" habe, die nicht mehr zur Disposition stehen und somit eher einer Übereinstimmung bedürfen.
Und je nachdem wo man grundsätzlich startet auf der Dimension zwischen Übereinstimmung und Ergänzung, können diese kritischen Elemente dazuführen, daß man zu einem gesunden Gleichgewicht findet oder das man total intolerant wird *zwinker*
29. Dezember 2009
Ein schöner Start

Vielen Dank schon mal für eure Beiträge. Schön zu sehen, dass sich auch andere Menschen Gedanken um das Thema machen.

Ich greif mal was auf:

2 Phlegmatiker können sich lange Zeit sauwohl dabei fühlen, ihr Leben überwiegend auf dem Sofa zu verbringen, weil es eben beiden gefällt und wichtig ist. Genausogut kann ein eher passiver Mensch aber auch sein Gegenstück suchen, um den "Arschtritt" zu bekommen.

Wird ein Phlegmatiker seinen/ihren 'Hintern hoch kriegen', wenn ein Tritt kommt?
Ich glaube eher nicht. Aus Erfahrung, und auch aus der Überlegung.
Denn ein Phlegmatiker ist ein Phlegmatiker, weil er halt so ist. Das ist ein Persönlichkeitsmerkmal, dass man nicht mal eben ändert. Warum auch? Ist ja nicht grundsätzlich falsch. Nur ggf. unpassend, falls es den Partner stört.

Andere Erfahrungen...?
29. Dezember 2009

Ich finde es schon wichtig, wenn gemeinsame Interessen und eine gleichgelagerte Lebensphilosphie vorhanden ist und es nicht bei allem contra gibt. Eine Seelenverwandtschaft ist ideal.

Bei allem ist aber auch wichtig, dass die Komponente Sex stimmig ist, denn die ist der eigentliche Kit einer Beziehung.

Mit Gegensätzen kann man nur gemeinsam leben, wenn auch beidseitig die Toleranz vorhanden ist, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Gerade daran hapert es in vielen Beziehungen und meist sind es die Frauen, die ihre Männer in ihrem Sinne umerziehen wollen und ständig an ihnen herumkritisieren.

Wenn der eine Part sich auf Grund seiner Andersartigkeit nicht mehr als Persönlichkeit akzeptiert fühlt und nur noch mit Vorwürfen konfrontiert wird, weil er sich nicht so verhalten hat, wie der Partner denkt , ist eine Beziehung zum Scheitern verurteilt.

Die wenigsten Menschen sind Freigeister, die eine Andersartigkeit auch in ihrem engsten Umfeld als Bereicherung erleben können.

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