![]() | 28. Dezember 2009 Virtuell oder real? mich würde einmal interessieren ob alle Transgender hier soviel Wert darauf legen ihre Welt real zu erleben oder ob es nicht auch viele gibt, die nach ihren Sturm und Drang Zeiten zu einem stilleren virtuellen Leben gefunden haben. Irgendwann muss doch jedem, der nicht den vollständigen Weg zur Frau gefunden hat (mit allem Drum und Dran), einsehen, dass es nicht viele Alternativen gibt: entweder läufst Du als hässliches kleines Entlein durch die Gegend oder man macht sich unter Gleichgesinnten soviel gegenseitig loben, dass man selbst an seine eigenen Phantasien glaubt. Ist man es nicht irgendwann leid, die tuschelnden Passanten und kichernden Teenagger zu sehen, die einem klarmachen, dass die eigene Phantasie einen ganz anderen Weg geht als die Realität? Kommt nicht der eine oder andere irgendwann zum Schluss, dass er nach allem Ausprobierten in einem zurückgezogeren Leben glücklicher ist? Jedem das Seine und Toleranz, klar, darüber will ich an dieser Stelle keine Zweifel lassen, mich interessiert aber mal ob es immer nur "Hurra, wir wollen uns verwirklichen" heissen muss, oder ob es nicht auch viele gibt, die anders denken oder zum anders Denken gekommen sind. |
![]() | 28. Dezember 2009 Interessante Frage. Natürlich kann man nie eine Gruppe von Menschen verallgemeinern, deswegen kann ich nur Subjektiv anhand meiner Erlebnisse und Bekanntschaften antworten. Zuerst einmal ist (zumindest bei Transsexuellen) der Faktor, von der Gesellschaft im gewünschten Geschlecht wahrgenommen zu werden nur ein Teilaspekt. Hauptsächlich machen wir das ja eher um uns richtig zu fühlen, und nicht um der Welt zu beweisen, wieviel Frau wir sind (obwohl hier das Maß variieren kann). Zweitens ist das Gekichere, wie Du es genannt hast, nur in den Anfängen ein Problem. Meist bekommt man da recht schnell ein dickes Fell dagegen. Drittens werten mich die Leute, die mich kennen als Frau, unabhängig, wie ich aussehe. Selbst ungeschminkt und mit Dreitagebart wurde ich immer noch mit meinem Frauennamen angesprochen (war auf einem dreitägigen Survival-Trip). Klar, Passanten oder Unbekannte können mich natürlich nicht von Anfang an als Frau verstehen, aber der Rückhalt aus dem Freundeskreis negiert solche Faktoren problemlos, da ich weiß, daß mich Leute, die über das Oberflächliche hinauskommen, akzeptieren. (bis auf ganz wenige Ausnahmen - und das sind dann auch nur solche Leute, die mit Meinungen wie "Schwulsein ist heilbar" ankommen) Und was ist eigentlich die Welt "real" oder "virtuell" zu erleben? Ist nicht jedes Leben virtuell? Schließlich wird jede Wahrnehmung, die die Nerven an unser Bewußtsein leiten, von unserem Gehirn erstmal gefiltert und verzerrt. Wer sagt, daß Grün, so wie ich es wahrnehme, bei Dir genauso aussieht? Wahrnehmung ist Subjektiv. Und wenn ich mich als attraktiver Wahrnehmen würde, als ich in Wirklichkeit bin, wo liegt dann der Schaden? Ich bin realistisch genug, zu wissen, daß ich wohl nie eine Misswahl gewinnen würde, aber das trifft auch auf 99% aller anderen Frauen zu. (Und wenn ich mir so die Gestalten in Gedächtnis rufe, die mir in der Fußgängerzone über den Weg laufen, dann bin ich Froh, daß ich wenigstens auf mein Äußeres achte) Und um ganz ehrlich zu sein: Lieber höre ich einen Passanten tuscheln "Das war aber ne häßliche Frau", als "Der Kerl in Frauenkleidern war aber süß". ^.^ |
![]() | 29. Dezember 2009 Guten Morgen zusammen! @ilemmeli ... die grundsätzliche Frage ist doch erst mal, wie man deine Aussage des "vollständigen Weg zur Frau gefunden" verstehen soll. Meinstest du damit die komplette Angleichung - also mit OP oder eher die Optik und hierbei ohne Unterscheidung zwischen TS und TV? Für das ganze Thema werde ich etwas auholen, da offensichtlich immer noch sehr viel in einen Topf geschmissen wird. virtuell vs. real .... Ich denke, dass sehr viele, und hierbei reduziere ich meine Aussage nicht nur auf TV' oder TS, in der virtuellen Welt sich und anderen etwas vormacht bzw. sich so darstellt, wie er oder sie sich gerne sehen würde, doch real nicht ist. So stellt sich beispielsweise (übertrieben ausgedrückt) der Arbeitslose Mann gerne als der eloquente, erfolgreiche, gutaussehende Geschäftsmann und die alleinstehende Mutter von vier Kindern als gutaussehende, gebildete, Schwedin dar. Der Grund? .. weil alle im WWW die Aufmerksamkeit suchen, welche sie in der Realität nicht erhalten. Schublade Transgender .... Ich weiß nicht, wer sich diese schwachsinnige Verallgemeinerung hat einfallen lassen, doch es wird sich eine Transsexuelle nur ungern gefallen lassen, durch die Verallgemeinerung TG, mit anderen Gruppen wie TV und DTW in einen Topf geschmissen zu werden (ich weiß, dass auch bei mir dieser blödsinnige Begriff im Profil steh, doch mir ist es mittlerweile gesagt, reichlich egal, da ich einen festen Freund habe und somit nicht mehr suche und auch äußerst selten neue virtuelle Bekanntschaften mache). Frau oder nicht Frau .... Woran definiert man eine Frau? Ist es ihre äußerliche Erscheinung (Kleidung, Makeup etc.) oder ihr Auftreten (Gestik, Mimik etc.)? Was ist sich weiblich fühlen? Assoziiert es sich durch den Wunsch, weibliche Kleidung zu tragen und Makeup im Gesicht zu haben? Auch mich beschäftigt die von dir gestellte Frage schon recht lange, da vieles auch in meinen Augen eher die Karrikatur einer Frau darstellt. Eine genaue Antwort habe ich bisher noch nicht erhalten und sie wird es wohl auch nicht geben, da der ganze Bereich zu breit gefächert ist und mehr oder weniger fließend ineinander übergeht. So beschäftigte mich wärend der Zeit meines Studiums ebenso die Frage, was einen 50+-Mann dazu treibt, nun als Frau leben zu wollen, wenngleich es absehbar ist, dass die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit immer eine gewisse "Vergangenheit" erkenne lässt. Denken diese Menschen, dass ein Leben als Frau einfach ist und sie evtl. die Aufmerksamkeit erhalten, welche sie in ihrer männlichen Vergangenheit nicht erhielten? Warum ist es bei vielen aus diesem Altersbereich so, dass trotz dieses Wandlungswunsches, zugleich am Partnerbild einer Frau festgehalten wird? Auf all diese Fragen habe ich bisher keine Atwort erhalten und wenn ich sie in der Vergangenheit genauer formulierte, kame alle möglichen Reaktionen, doch kaum welche, die diese Fragen beantworten konnten. Ich bin mit dir einer Meinung, dass nicht wenige in meinen Augen sehr Wahrnehmungsresistent sein müssten, um so aufzutreten, wie sich darstellen, doch mir ist es mittlerweile reichlich egal, da nich zuletzt auch die Medien einen nicht unerheblichen Anteil daran haben, dass vielen all dies unverständlich ist (gibt ja einie prominente Beispiele *schmunzel*). Ich selbst sehe mich nun wirklich nicht als Schönheitsbild, doch wird man es (abgesehen von Karnevall) nicht erleben, dass ich wie ne 16-jährige rumrenne oder mich übertrieben weiblich gebe - ich bin einfach ich. Es hat bei mir sicherlich lange gedauert, bis ich so richtig verstanden und akzeptiert habe, was genau mit mir los ist. Toleranz sollte man in diesem Fall jedoch nicht nur von der Gesellschaft erwarten, sondern ebenso bereits sein, diese der Gesellschaft und dem persönlichen Umfeld entgegen zu bringen. Wie oft las ich in anderen Beiträgen (auch in anderen Foren), dass Betroffene sich über das fehlende Verständnis seitens Freunden und Bekannten beschwerten, zugleich aber nicht auf die Idee kamen, warum es so sein könnte. Wie du siehst alles sehr umfassend und trotzdem noch keine 100%ige Antwort - sorry wen ich so viel geschrieben habe, doch ich hoffe, dass du nun verstehst, warum man das nicht so einfach mit einer Antwort vermitteln kann. Lieben Gruß - Tassja |
![]() | 29. Dezember 2009 Vorkämpfer für etwas zu sein war noch nie leicht. Ein weiblich wirkender Mann ist auch im Mitteleuropa des 21. Jahrhunderts noch ein Novum. Frauenwahlrecht, Homosexualität uvm. sind mittlerweile Normalität. Warum? Nur weil es mutige Menschen gibt, die sich diese Freiheit gegen alle Widerstände erkämpfen und den Nachfolgenden Mut machen und den Weg ebenen! Burschikose Frauen sind längst Normalität. Obwohl auch diese in der Vergangenheit ihre Probleme hatten, haben sie sich ihren Platz erkämpft! Warum also sollten Männer ihre weibliche Seite nicht offen zeigen? Wenn Frauen Hosen tragen, warum sollte ein Mann nicht im Rock rumlaufen? Wenn Frauen kurze Haare tragen warum sollte ein Mann auf eine wallende Mähne verzichten müssen? Wenn IHR ein Damenbart zugestanden wird, warum sollte ER dann nicht mit Kajal oder Nagellack hantieren dürfen? Frauen haben sich längst vollständig aus ihrem Rollenbild befreit. Es gibt nichts, was eine Frau nicht tun kann (zumindest theoretisch). Sie wird keinen Spot dafür ernten wenn sie sich die Haare abschneidet, Jeans, Boxershorts und Holzfällerhemd trägt und mit den Kumpels in der Kneipe um die Wette säuft. Auch wenn "Mann im Rock" auf der Straße (noch) skuril erscheinen mag, halte ich das immer noch für ästhetischer als z.B. ungepflegte Leute oder Jene mit angefressenen 120kg. Man setzte sich einfach mal eine halbe Stunde in die Fußgängerzone und schaue wie viele "normale" Frauen und Männer sich völlig unpassend kleiden oder anderweitig eine Strafe für die Augen sind. |
![]() | 30. Dezember 2009 eigene Wahrnehmung Auf die Frage warum die eigene Wahrnehmungsfähigkeit bei TVs manchmal Irrwege geht, kann ich versuchen eine Teil-Antwort zu geben, die ich - um nicht den Eindruck zu erwecken oberklug oder beleidigend zu wirken - direkt auf mich selber beziehe und daher sehr klar und hart formuliere: Weil bei vielen TVs eine starke sexuelle Komponente im Spiel ist und sie Kindsköpfe geblieben sind. Sexuell, weil die Weiblichkeit als solche nach innen reflektiert wird und einen Kick auslöst - nicht nur Kleidungsstücke wie bei DWTs, sondern das ganze weibliche Wesen mit allem Drum und Dran wird in allen Einzelheiten studiert, zerlegt, kopiert, geklont, und gelebt, und das verursacht aus irgendeinem Grund einen sexuellen Reiz - ein Reiz, der sehr tief geht und nicht nur spielerisch zu sehen ist, aber eben eine starke sexuelle Natur hat. Kindsköpfe, weil sie diesem Reiz nachgeben und ihn öffentlich ausleben wollen, das macht den Kick noch stärker. Das ist keine Krankheit im Sinne einer heilbaren Sucht, sondern einfach ein tiefes Gefühl, das einen überfällt und nicht mehr loslässt, man kann es nur versuchen besser zu kontrollieren. Denn brutal gesprochen benutzt man doch die Gesellschaft nur dazu um die eigenen sexuellen Gefühle zu verstärken. Das muss nicht exhibitionistisch sein - kann natürlich schon, Beispiele gibt's auch dafür - sondern es kann auch wie im Schlafwandel sein, man wandelt in seiner Traumwelt durch die Welt, glücklich und zufrieden, da man die Weiblichkeit nicht mehr abstreifen kann wenn links und rechts die Passanten vorbeieilen. Und es ist sogar noch schöner, wenn die Passanten einen gar nicht beachten, denn dann wird die Traumwelt durch Spott nicht gestört und man kann noch besser entspannen. Das ist keine reale Welt, es ist virtuell. Klar, man kann es "realer" machen, man kann sich mit Gleichgesinnten oder verständigen Freunden treffen, sich Schutzwände bauen an denen der Spott besser abprallen kann, aber egal, es bleibt doch virtuell. Mit innerer Weiblichkeit hat das alles gar nichts zu tun, keine Frau der Welt kriegt ein Kribbeln im Bauch wenn sie als Frau rumläuft oder reizvolle Kleidungsstücke trägt, eher schon wenn ein schöner Mann auf sie zukommt. Will man nicht ewig Kindskopf bleiben, ist es dann nicht irgendwann Zeit zu sagen, dass man die Öffentlichkeit aus dem Spiel lässt, es nur noch privat oder allein oder im vertrauten Kreise auslebt? Ich will das nicht als Ratschlag verstanden wissen, Belehrung kann man sich in diesem Forum sicher sparen, aber kommt denn nicht irgendjemand anderes auch mal auf diesen Gedanken? Es ist sicher was anderes, wenn man es - mit welchen Mitteln auch immer - geschafft hat, als Otto-Normal-Frau öffentlich rüberzukommen. Dann braucht man sich keine Gedanken mehr über öffentlich oder nicht zu machen. Aber die Haltung, scheissegal wie ich aussehe, ich habe das Recht mich öffentlich zu produzieren, ist nicht mein Ding, sorry. Und ich sehe auch keine Motivation dafür zu kämpfen, da ich bei mir selber das Gefühl habe die Öffentlichkeit nur zu benutzen um eine Traumwelt zu perfektionieren. Sorry, dass ich in diesem Forum so brutal darüber schreibe, aber da ich es in erster Linie auf mich selber beziehe, hoffe ich, dass mir verziehen wird. Wer sich dadurch nicht angesprochen fühlt, kann es gerne vergessen. Und leicht fällt es mir auch nicht das zu schreiben, denn ich nehme mir selber meine eigene Grundlage damit. Ich weiss natürlich auch, dass TVs sehr vielseitig sind, es fliessende Übergänge gibt, und TS mit dem oben Gesagten schon gar nichts zu tun haben. Viele werden mir jetzt ins Gesicht springen und sagen, dass sie überhaupt keine sexuellen Gefühle beim Ausleben der Weiblichkeit in der Öffentlichkeit verspüren. Da mag es welche drunter geben mit einer starken inneren Ausstrahlung, die die Äusserlichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes mit ihrem Frohsinn überstrahlen können, selbst wenn Mutter Natur es nicht so gut mit ihnen gemeint hat. Oder diejenigen mit einem dicken Fell denen es scheissegal ist was der Rest der Welt über sie denkt. Die leben sicher nicht virtuell, wozu auch. |
![]() | 30. Dezember 2009 @ilemmeli .... |
![]() | 04. Januar 2010 Gut, daß es mal einer ausschreibt. Deswegen rate ich Betroffenen ja auch es sich gut zu überlegen, ob sie mit Hilfe einer Psycho nicht besser zurande kommen, als für den Rest des Lebens als Spinner zu gelten. Aus einem Holzfäller kann man keine Primadonna machen. Geht man den TS-Weg, dann hat man zwar ein Problem weniger, dafür bekommt man ein anderes, das nicht minder schwer ist. Deswegen kann ich nur den Leuten raten den kompletten Umstieg zu machen, die körperlich auch in Frage kommen. Schonungslose Selbstreflektion kann manchmal sehr weh tun, ist aber wichtig. |
![]() | 10. Januar 2010 Winterschlaf? Sacht mal: Sind hier im Forum alle im Winterschlaf ...... ??? Oder sind alle TGs nur in Grüppchen und TG-internen Foren glücklich? Hmmm, oder hatte ich nicht selber sowas geschrieben, Mist, selbst reingelegt ... Frage an die Mods: Muss man hier für jedes Unter-Thema erst eine eigene Gruppe bilden ...? |
![]() | 10. Januar 2010 Bin zwar kein Mod... ...aber wenn man (oder auch Frau!), nachdem er/sie eine Frage gestellt hat, diese dann in der eigenen(!) Sichtweise selbst sehr ausführlich (und wie Tassi ja schon bemerkte bisweilen "sehr deutlich und unverschnörkelt") beantwortet, dann ist das keine Diskussion sondern eher ein Monolog, dessen Grundaussage man sich anschliesst oder nicht. Weil ich aber nicht einfach nur als "Miesmade" den Strang "beenden" will, gebe ich als weiteren "Blickwinkel" und als AUSDRÜCKLICH MEINE UR-EIGENSTE SICHTWEISE zu verstehen, daß WEIL es die Natur nicht so besonders gut mit meinem weiblichen Alterego gemeint hat, ich mich nicht verkriechen oder in ein irreales oder virtuelles Schneckenhaus zurück ziehen werde, sondern mit meinem "bisschen" Selbstbewustsein (egal "wieviel" das auch sein mag...) an meinem Erscheinungsbild arbeiten werde um den, mit meinen Mitteln und Möglichkeiten bestmöglichen Kompromiss zwischen Meiner Wunschvorstellung und dem real Erreichbaren zu erzielen. Dabei habe ich zwei entscheidende "Helfer" auf meiner Seite : -erstens gibt es auch bei den "echten" Mädel´s ein real vorhandenes Spektrum "mit wieviel sie von Mutter Natur gesegnet wurden" -zweitens haben auch die "echten" Mädels eine "ganz schön große Trickkiste" und in kosmetischer Sichtweise eine "breite Palette" ihre sogenanten "Problemzonen" zu kaschieren. Und dann gibt es noch den Punkt in meiner ganz persönlichen Sichtweise dieses Themas, daß mir die Personen, die zu solch sehr persönlichen Fragen auf der Suche nach Antworten sind, dann auch persönlich sich aufraffen und Personen suchen/aufsuchen/besuchen (Thema "Stammtisch in der Nähe"), die schon ein paar Antworten auf ihre Fragen gefunden zu haben scheinen. Da kann er/sie dann auch selbst auswählen welche Person durch ihr eigenes Erscheinungsbild als "kompetent genug" für ihre Fragen im wahrsten Sinne des Wortes "anzusehen ist". Ich hätte damals, als ich noch auf der Suche nach Antworten war, nie im Leben einer "Virtuellen" Person, egal ob per Post, Telefon, Beichtstuhl oder geschweige dem "schwarzen Loch Internet" meine so geheimsten Persönlichkeitsprobleme anvertraut, die "nichtmal so viel Hintern in der Hose hat" zu dieser Facette des Lebens selbst Stellung zu beziehen (Thema "Avatar","geprüfte Person"). Aber das ist ja nur MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ZU DEM THEMA, ich hoffe nicht zu "sehr deutlich und unverschnörkelt". Liebe Grüße von Reneé (aus ihrem Schrank). |
![]() | 14. Januar 2010 Anspruch und Wirklichkeit Der Anspruch als glaubwürdige, attraktive Frau gesehen zu werden, ist für mich der Grund die Öffentlichkeit zu meiden. Mit meinen 185 bin ich einfach zu gross, um mich als Frau in der Menge eintauchen zu können. Und auch Stimme und Bewegungen sind nicht wirklich geeignet, die durchaus attraktive Erscheinung (ich weiss es ist Selbstlob, aber ich versuche mich so zu sehen) einen überzeugenden femininen Auftritt in der Öffentlichkeit hinzulegen. Damit bleiben mir nur die eigenen vier Wände, einige wenige Freunde, die eine immer überzeugend werdende Helga so nehmen wie sie ist und die Make-over-Sessions. Speziell bei diesen Sessions geniesse ich es, in einer angenehmen Umgebung und ohne externen Stress, mich für einen Tag völlig in jene attraktive Helga zu verwandeln, die ich gerne umfassend sein möchte. Und aus einer Gruppe von Serienbilder jenes mit der besten Pose und dem hübschesten Gesamteindruck auszusuchen, gibt mir dann die Möglichkeit, in der virtuellen Welt jene Frau präsentieren zu können, die ich gerne auch in der realen Welt wäre. Ich versuche jene realen Situationen, in denen Helga ausreichend glaubwürdig und akzeptiert ist, meinen Wunsch nach Weiblichkeit zu leben. Und ich bin im restlichen realen Leben lieber Mann, als eine unglaubwürdige Frau. Mir ist klar, dass das nur eine Antwort für jene sein kann, die ihre beiden Seiten, die männliche und weibliche, im ausgewogenen Einklang leben können. Aber mir hilft es. |
![]() | 14. Januar 2010 @helga_bl.: ...und so wie Du Deine Situation erklärst und die von Dir, für Dich selbst gefundenen Kompromisse umsetzt, um Dein "Seelenleben", Deine innere Zufriedenheit weitestgehend mit Deinem Alltag in "Einklang zu bringen" kann ich als "Dein Lebensmodell" voll akzeptieren !!! Aus meiner Sicht ist der entscheidende "Knackpunkt", daß auf jeden Fall versucht werden sollte, keinen (sogenannten) "Leidensdruck" aufkommen/entstehen zu lassen, um mit sich selbst und der EIGENEN SITUATION "in´s Reine" zu kommen/zu bleiben. |
![]() | 15. Januar 2010 Daumen hoch Helga Ich habe mir die Beiträge hier durchgelesen und fand sie alle sehr Interessant aber auch fast zu Komplex als das ich etwas anständiges zu dem Thema beisteuern könnte, deswegen fasse ich mich kurz in dem ich sage die Einstellung und herangehensweise von Helga trifft genau auf mich zu und wenn man selbst damit zufrieden ist und/oder seine Kompromisse mit sich gemacht hat, wie Renee so schön gesagt hat, dann weiß ich nicht wo da noch irgendein Problem ist. (ausser das was mann sich vielleicht selbst machen will) |
![]() | 15. Januar 2010 Hallo ilemmeli, eine interessante Frage! Im Prinzip muss das jeder Mensch mit slch selber ausmachen, ob er/sie sich "nur" virtuell auslebt oder real. Zunächst hat das aber auch mit sehr praktischen Fragen zu tun. Wie z.B. dem eigenen Selbstvertrauen, wie man sich sieht, welche Bedürfnisse man hat, ob man überhaut das ausgehfähige Outfit hat, Wo man hingehen kann und wie man aus dem Haus kommt. Zum Selbstvertrauen Ich weiß, dass der erste Ausflug ein ziemlich großer Schitt ist. Ich denke einmal, dass es den Meisten von uns so ergeht. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern. Mit der Zeit bemerkt man jedoch, dass überhaupt nichts schlimmes daran ist. Diesen Schritt, bzw. die Erfahung muss man aber erst machen. Wie man sich sieht / Bedürfnisse Bei mir war das Ganze eine Entwicklung. Zunächst war ich mit meinem virtuellen, eigenen "Ausleben" zufrieden gewesen. Mit der Zeit knüpft man jedoch Kontakte, Erfahrungen und die Wünsche werden größer. Damit kam auch das Bedürfnis andere real kennenzulernen, rauszugehen, Interaktion zu erhalten. Inzwischen kann und möchte ich meine Ausflüge und Kontakte zu den Anderen nicht mehr missen und ich bemerke es sogar an/in mir, wenn ich längere Zeit keine Gelegenheit dazu habe. Virtuell/in den eigenen 4 Wänden ist das Eine, rauszugehen etwas völlig anderes. Locations / Rauskommen Auch hier gibt es diverse Möglichkeiten. Man kann entweder den Kontakt zur Gesellschaft suchen, also in Cafes, Diskos etc. gehen oder sich auch auf "interne" Locations beschränken (TV-Stammtische, fetischclubs etc.). Sicherlich ist es einfacher, wenn man sich nur in sich geschlossenen Gesellschaften bewegt. Die Toleranz ist da größer und man ist offener. Wer mehr möchte, geht halt in die Öffentlichkeit, wobei man sich auch da die Locations aussuchen kann - es muss ja nicht jeder als Transe shoppen gehen müsen. Es ist also jedem seine eigene Entscheidung. Möglichkeiten gibt es jede Menge. Solange man damit zufrieden ist ... Für meine Person muss ich sagen, dass ich meine Ausgehtage, meine Bekannten und Freundinnen nie mehr missen möchte. Ich könnte und wollte die ausschließliche Aktivität virtuell oder zuhause garnicht mehr haben. Aber selbst bei mir gibt es eine Art virtuelles Ausleben - wenn ich eben keine Zeit zum Weggehen (für Gabi) habe. Ich möchte aber noch erwähnen, dass alles eine Entwicklung ist und die Bedürfnisse/Wünsche sich steigern. Ist mal der "Deckel" geöffnet, wird man mehr erwarten und wollen. Das sollte einem bewusst sein. Wie eine Hauskatze, die man einmal in den Garten lässt. Grüße Gabi |
![]() | 15. Januar 2010 Nachtrag Nachtrag zu dem Thema "Aussehen": Es ist klar, dass die Meisten von uns ein oder mehrere "Mankos" haben. Ob die Größe, die Statur, der Kleidungs/Makeup-Stil, die Stimme, das Gebaren etc. Die wenigsten gehen Dank filigraner Statur und Perfektionismus glatt als attraktive Frau durch. Auch ich habe meine Mankos. Ich kenne Transen aller o.g. Coleurs - es ist immer eine Frage was man persönlich daraus macht. Man muss nur zu sich selbst stehen. Ich gehe nicht aus um die Menschheit mit Schönheit zu blenden, sondern das zu sein/zu leben, was ich bin. Ich kenne TV-Transen, die sind 2 Meter groß und tragen dazu noch extreme Absätze, kleiden sich auffällig und haben Spaß daran. Gerade diese bekommen die meisten Kontakte zu Menschen. Die wollen und genießen das auch, ist aber nicht jedem sein/ihr Ding. Ich kenne auch kleinere, beleibtere Transen, Transen mit X-Beinen (trozdem ist für die Rock Pflicht), Transen mit tiefer Stimme etc. und alle gehen nach draußen und sind mit sich im Reinen. Ich muss jedoch feststellen, dass es 2 Arten von TV-Transen gibt. Die Einen sehen sich verbissen als Frau, legen ihre Messlatte auch entsprechend hoch an, sind auch völlig konsterniert, wenn sie von der Gesellschaft nicht als Frau angesehen werden. Die Anderen (darunter zähle ich mich auch) sehen sich als (TV)-Transe. Ein TV kann und wird weder biologisch, noch psychisch eine Frau sein. Da hilft auch kein Outfit. Wir sehen uns, ich sage es mal so, feminin. Wenn mich jemand fragt antworte ich, dass ich eine Transe bin, differenziere mich jedoch zu Männern. Wenn man mit dieser Einstellung im Reinen ist (und mit sich selbst im Reinen), dann relativiert sich auch die Sache mit dem Passing. Wobei natürlich auch "wir" unseren Perfektionismus und Ansprüche haben. Grüße Gabi |
![]() | 15. Januar 2010 @renee abgesehen davon, dass Deine Schlussbemerkung schlichtweg einfach nur "schlechter Stil" ist und mit "deutlich" gar nichts zu tun hat, möchte ich Dich darauf hinweisen, dass mein zweiter Beitrag keineswegs als Monolog" gemeint war, sondern als Versuch einer Antwort auf den Beitrag von Tassi - das nennt man nach meinen Deutschkenntnissen "Dialog". Ich habe mich dabei auf "fetischistischen Transvestismus" bezogen und selbstkritisch versucht zu erklären, dass man beim Ausleben von Fetish in der Öffentlichkeit - jetzt mal ganz unabhängig von der Frage ob man "ausgehtauglich" ist oder nicht - nicht einfach nur sagen sollte "ich bin so, also haben alle anderen gefälligst zu akzeptieren, dass ich dies tue". Das ist alles und jede(r) kann da gerne eine andere Meinung haben. Da wir hier in einem Forum sind, wo die Öffentlichkeit mitliest - und das ist ja gerade das Schöne an diesem speziellen Forum - finde ich, dass es wichtig ist zu vermitteln warum ein Transgender auf die Strasse geht. Und da gibt es viele Facetten, von denen ich auch nur wenige aus meiner eigenen kleinen Welt nachvollziehen und verstehen kann. Das hat weniger etwas mit den Äusserlichkeiten zu tun, sondern mit der inneren Einstellung, die eben mehr in Richtung Fetish oder mehr in Richtung seelischer Notwendigkeit gehen kann. Auf letzteres hat sich mein Beitrag nicht bezogen, nur um das klarzustellen. Beim Fetish "spielt" man mit der Weiblichkeit, daher meine Assoziation mit dem "Kindskopf" - liebevoll gemeint - will mich ja nicht selbst in die Pfanne hauen Aber das ist offensichtlich nur eine Facette des ganzen Themas, wie Helga und Gabi erzählen, danke Euch sehr für die Beiträge. Wenn ich die Gedanken richtig verstehe, kann man auch in einer virutellen Welt glücklich sein, falls man sich ein entsprechendes persönliches Umfeld schafft. Offensichtlich reicht das aber nicht jedem um den Druck "des an die Öffentlichkeit gehen Müssens" einfach abzuschalten. Woher kommt dieser Druck, wenn man mal von Fetish absieht? Fühlt man sich dann anerkannter oder akzeptierter? Aber wenn ich die merkwürdigen Blicke der Passanten sehe, wenn sie sich die Zeit nehmen das "Objekt" mal genauer unter die Lupe zu nehmen, dann erlebe ich das Gegenteil von "anerkannt werden". Wenn hingegen im persönlichen Umfeld ein Mensch einen voll anerkennt, ist es das Schönste der Welt. Wozu also die Öffentlichkeit, wenn man im "normalen" Leben ja doch als Mann leben will? Und auf Stammtischen sehe ich nur in einen Spiegel und denke mir "Mist ..." - beim Spiegel zu Hause kann mich die Phantasie leichter betrügen. |
