![]() | 28. Februar 2010 Ich denke mal, dass sich die "virtuelle" Welt auch im Kopf und auf der Gefühlsebene abspielt. Beides läuft parallel ab, zumindest bei mir. Dazu kommt die Einstellung meines unmittelbaren Umfeldes, denn mir geht immer noch reale Angst vor Ablehnung durch den Kopf. Wenn ich mich en femme bewegen möchte, dann nicht in erlesenem Kreise gleich Denkender und Fühlender, oder im Rahmen einer "Spaßveranstaltung". Ich fühle mich nicht als Drag-Queen, oder Travestiekünstlerin und auch nicht als "Uschi Blum", sondern wenn immer öfter und intensiver als "WandererIn zwischen meiner äußeren und inneren Identität. Ich begreife es als ganz normal und nicht gestört, deswegen halte ich wenig von "Schubladen", Begriffen und Kategorien, da diese ganz real oft eingesetzt werden, um intollerantes Verhalten seitens der sich als normal betrachtenden gesellschaftlichen Mehrheit zu legitimieren. Wissenschaftliche Seriosität mal unterstellt, halte ich sie auf der medizinisch - psychologischen Ebene für nicht gänzlich unverzichtbar, etwa um eine Behandlung (nicht gegen Krankheit) zu erhalten. Meine These: Die Konflikte zwischen Psyche (Gefühl) und Körper, werden eher dadurch verursacht, dass ich, folge ich Ersterer fast in der Regel immer noch auf offene Ablehnung stoße oder als "gestört" bezeichnet werde. Aus diesem Grunde halte ich es für wichtig, das Recht auf sexuelle Identität in die Verfassung aufzunehmen. Eine entsprechende Petition wurde eingereicht und wenn es interessiert hier mal ein Hinweis: Links nur für Mitglieder Leider endet die Zeichnungsfrist am 3.März! |
![]() | 02. März 2010 Mischwesen Das Thema ist ja eins, über das sich viele von uns irgendwann Gedanken gemacht haben, und jede hat wohl die für sich individuell möglichst optimale Lösung gefunden. Ich selbst bin 183cm gross, im Transitionsprozess und stelle mich jeden Tag vor den Spiegel, um zu sehen, wieviel Frau ich schon sehe. Ich mache auch dieses Affenteather "Alltagstest" nicht mit, weil wenn schon, dann möchte ich als Frau wahrgenommen werden, und das ist besonders am Anfang und ohne Hormonbehandlung nicht möglich. Gut ich habe auch nicht das Geld mir jetzt irgendwelchen teuren outfits zuzulegen, und ziehe es vor Schritt für Schritt immer mehr Frau zu zeigen. An meinem Busen kann sowieso schon keine(r) mehr wirklich vorbeisehen, selbst wenn der BH unter einem Männerhemd steckt, und dass bei mir nichts in der Hose steckt, sieht man auf den ersten Blick. Aber da ist halt das Bartwachstum, was für mich das störendste ist, und je öfter Frau rasiert, um so besser wächst auch Frauenhaar (weiss ich von meiner EX) Sicher schockiert es den einen oder anderen, aber was ficht es die Eiche, wenn das Wildschwein sich an ihr reibt. Aber zum Thema. Virtuell ist hier rein gar nichts, auch der Bereich der Fantasie wird nur wenig malträtiert. Es geht drum sich zu fühlen wie Frau sich fühlen möchte, und das gelingt jedem in einer unterschiedlichen Ausprägung. Sicher sehe ich auch Fotos von Transsexuellen, wo es schon irgendwie auf den ersten Blick eher nach verkleideter Mann aussieht. Aber das ist eher ein Problem des geschärften Blickes. Ich finde es da schon eher unverschämt den Mädels zu unterstellen, sie wären in einer virtuellen Welt unterwegs. Ich schaue mir jeden Tag Frauen und Männer an, und suche nach den Unterschieden, Frauen und Männer gibt es von wunderschön bis hässlich wie die Nacht. Einige der Damen sehen dabei zwar weiblich aus, aber haben auch irgendwie männliche Züge. Wenn ich jetzt die Eingangsfrage überspitzt kommentiere, dann frage ich mich, in welcher virtuellen Welt sich die Erste Frau des Landes bewegt, weil Feminines Auftreten kann man ihr jetzt nicht unbedingt nachsagen. Einfach mal in den Spiegel sehen, und sich fragen, ob die Frage nach den anderen und deren Aussehen nicht durch eigenes Unwohlsein verursacht wurde, und daran arbeiten. Leben und leben lassen ist nicht das schlechteste Motto. LG Rafaela Patricia |
![]() | 02. März 2010 Genau darum geht es, Leben und Leben lassen. Doch in unserem realen Umfeld ist das nicht so leicht, zu groß die Gefahr, in das "soziale Abseits" zu geraten, oder lächerlich gemacht zu werden. Das, so denke ich," nötigt" viele, die kein "dickes Fell" haben, oder eine "Eiche" sind, mehr in der Fantasiewelt zu leben. Nobody is perfekt, auch vom vom "Aussehen" nicht, aber wie schon gesagt, auch nicht jede Frau sieht weiblich aus. Damit kein Mißverständnis entsteht:auch wenn ich schrieb, mich nicht als Drag-Queen etc.. zu fühlen, will ich damit nicht ausdrücken, es handele sich dabei um reine Show. Kenne ich denn ihre Gefühle? Jene beurteilen zu wollen, halte ich für anmaßend und respektlos. Ich wünsche jeder/ jedem seine Gefühle auch in der realen Welt ohne Versteckspiel leben zu können. LG Christina |
![]() | 02. März 2010 Bestätigung @christin danke Dir sehr für den lieben Beitrag, der wieder mal zeigt, dass "Biofrauen" das Schreiben erfunden haben, da sie Gefühle transportieren können. Und auch lieben Dank für Deinen gelungenen Schwung zur Ausgangsfrage zurück, die schlichtweg eine Frage war ob ein "virtuelles" Leben - Kopfkino nennst Du es treffend - eine Lösung ist, ob andere auch darüber nachdenken, ob es ein Weg ist, der genauso glücklich machen kann oder könnte wie andere Wege auch. Du sprichst einen zentralen Punkt an, den der "Anerkennung", der "Bestätigung", des "Angenommen-Werdens" - von aussen, aber eben auch von innen heraus kommend. Wenn letzteres erfolgt, erfolgt ersteres automatisch - aber manchmal geht man umgekehrt vor, man will das innere Akzeptieren erzwingen oder erleichtern durch die äussere Bestätigung. Insofern hat mir der Beitrag von Rafaela sehr gut gefallen - auf den ersten Teil bezogen, schmunzel, s.u. - da ist die innere Akzeptanz voll da, die äussere wird sich von alleine ergeben, zum rechten Zeitpunkt. Ist Kopfkino ein Ersatz für innere Akzeptanz oder nur ein Spielchen aus der Not heraus? Ist es ein Mass für die fehlende innere Akzeptanz oder ist es nur ein Dessert, der immer gerne obendrauf genommen wird, wenn einem gerade danach ist? Ich weiss es nicht. Aber ich glaube, dass Christin Recht hat, dass der Wunsch nach "Realität" viel mit dem Wunsch nach "Bestätigung" zu tun hat. Nicht nur ein Stempel, Gütesiegel, "ich bin Frau" - sondern eine Bestätigung, die nach innen durchdringt. Die kann ich leider nicht durch Gesetze erzwingen. Und besser ist es allemal wenn sie einfach direkt von innen kommt. Vielleicht ist die innere Akzeptanz sehr verschieden bei jeder und unterliegt Schwankungen, aber selbst wenn sie da ist oder latent herumschwimmt - warum kann sie nicht schlussendlich im Kopfkino ihren schönsten Ausdruck finden, anstatt von aussen nur verletzt zu werden? @rafeala also irgendwie muss ich allmählich ein wenig schmunzeln, die einen sprechen von "Hochachtung", die anderen finden mich "unverschämt", usw., usw. - sorry, aber lieber wäre mir ein gesundes Mittelmass, einfach "neutral" am besten |
![]() | 03. März 2010 Leben und leben lassen ....ist ein Balanceakt auf dem Drahtseil des Lebens. Die Gefahr jemandem ungewollt zu nahe zu treten geht jeder ein, der sich ausserhalb seiner vier Wände begibt. Ich versuche mich dezent zu verhalten, nicht zu provozieren und mich dabei aber auch nicht zu verbiegen und zu verstecken. Das gelingt im realen Leben recht gut. In so einem Forum, einmal geschrieben ist es draussen, und verändern kann man es leider nachher nicht mehr, besteht schon die latente Gefahr, dass beim Empfänger etwas anderes ankommt als gemeint war. Dann muss man von beiden Seiten etwas Leichtigkeit im Umgang miteinander verlangen. Wir Deutschen legen ja gerne das Wort auf die Goldwaage. Darau bezieht sich mein leben und leben lassen. Ich habe nicht wirklich auf eine Aussage hier geantwortet, sondern, allerdings durch das eine oder andere angeregt, meinen Gedanken freien Lauf gelassen. Und so sollte man das auch verstehen, da hat Rafaela ihre persönliche Sicht der Dinge beschrieben, die aber auch nur für sie selbst gelten und sich nicht auf andere beziehen können. LG Rafaela Patricia |
![]() | 18. März 2010 entschuldigung Die Gefahr jemandem ungewollt zu nahe zu treten geht jeder ein, der sich ausserhalb seiner vier Wände begibt. Ich versuche mich dezent zu verhalten, nicht zu provozieren und mich dabei aber auch nicht zu verbiegen und zu verstecken. Das gelingt im realen Leben recht gut. In so einem Forum, einmal geschrieben ist es draussen, und verändern kann man es leider nachher nicht mehr, besteht schon die latente Gefahr, dass beim Empfänger etwas anderes ankommt als gemeint war. danke Dir für Deine Worte, Patricia, da kann ich wohl nicht anders als Dir Recht zu geben und daher bin ich auch wieder da. Und wenn ich schon mal dabei bin, so ist es vermutlich nun auch mal an mir Farbe zu bekennen und zu sagen, dass ich nicht ganz unschuldig an der Entwicklung von diesem thread bin. Ich habe einen Fehler begangen, es tut mir leid. Ich habe meine Gefühlswelt, meine Schwankungen, meine Zweifel und meine Motivationen auf verschiedenen Stationen meiner Entwicklung versucht zu beschreiben und dabei den Fehler gemacht, mir anzumassen, es auf viele andere zu übertragen. Mag sein, dass manche TVs ähnliche Gefühle haben wie ich, ähnliche Zweifel haben und sich ständig hinterfragen, vielleicht sind es auch mehr, aber ich kann es natürlich nicht wissen und sollte da keine Behauptungen aufstellen. So möchte ich mich dafür entschuldigen, sollte ich manche, die eben ganz anders sind oder zu ganz anderen Erkenntnissen gefunden haben, verletzt habe. Jede ist vermutlich auf dem Weg einer Entwicklung, die sich auch ändern kann. Für mich ist es immer hilfreich die Gedankengänge und Gefühle auf diesem Weg auch bei anderen verstehen zu können, es hilft mir selber auch. Insofern glaube ich, dass der thread einen Sinn hatte, ich hätte ihn halt nur erstmal auf mich selber beziehen sollen. Habe ich nicht gemacht und daher hat er keine gute Entwicklung genommen, das tut mir leid. Es ist schon absurd, dass die eigenen Selbstzweifel einen soweit führen können, dass man nicht nur sich selber, sondern auch andere in Frage stellt, andere die vielleicht an ähnlichen Problemen knabbern wie man selbst. Ich möchte auch nicht verschweigen, dass ich mit meinem recht provokativem Beitrag auf die Frage von Tassi auch im Sinn hatte, dieses Forum mal wieder in "Schwung" zu bringen, ich finde es schade, dass es so unaktiv geworden ist. Das ist mir sicher nicht gut gelungen, da ich offensichtlich Gefühle anderer damit verletzt habe. Am Anfang war dieses Forum eine wirklich schöne Fundgrube und ich habe mich damals - noch unter dem Synonym "MMMM_1001" - unheimlich gerne beteiligt und sehr viel gelernt. Was ist nur der Grund, dass es so ruhig geworden ist? Sind es die vielen Gruppen, wo viele abgewandert sind, oder ist das Thema einfach nicht mehr interessant für viele, da alles schon irgendwo mal angesprochen wurde? |
