ignis ![]() ![]() Themenersteller | 23. September 2009 Wer von Euch fotografiert noch analog? Hallihallo an alle, daß die analoge Fotografie ein sterbender Ast ist, mag wohl niemanden hier überraschen, dennoch interessiert mich, ob es hier noch ein paar Aufrechte gibt, die die Fahne der echten Fotografie ( Ich für meinen Teil liebe einfach das Einstellen aller Parameter mittels einfacher Ringe oder Rädchen, das Spiel mit den Möglichkeiten ohne vorher eine armdicke Bedienungsanleitung für das digitale Mäusekino auf der Kameraoberseite lesen zu müssen. Ich liebe es, mir Dias anzuschauen (ja, so exotische Dinge mache ich noch Was mich zum Equipment bringt: Ich benutze komplett Pentax. Meine 4 Gehäuse (bis auf ME alle mechanisch und ohne Automatiken) sind folgende: MX, ME, KM und K1000. Meine Optiken sind alle fix, ich habe mal mit Zooms experimentiert, fand aber die Bildqualität unbefriedigend. Wie auch immer, hier die Linsen (alles Originale): 2.8/28, 1.7/50, 1.8/55, 2.8/100, 3.5/150 und 4/200. Und ich habe noch ein Kiron 2.0/24, das ich allerdings selten benutze. Dazu ein dreifach-Set Zwischenringe und einen Metz-Blitz mit LZ30/100ASA, was für meine Belange bisher immer ausreichte. Das Kleingeraffel wie Drahtauslöser o.ä. lasse ich jetzt hier mal weg. Schön sind auch die robusten, silbernen Metallgehäuse und die Tatsache, daß ich mit einer oder zwei Knopfzellen-Batterien mindestens 2-3 Jahre auskomme. Laßt mal was von Euch hören... |
Gianfranco ![]() ![]() | 24. September 2009 verschiedene Kameras Ich habe erst nach dem digitalen Wiedereinsteig eine ordentliche analoge Sammlung aufgebaut, mit der ich noch gerne fotografiere. Sowohl Kameras von 1930 bis 1940, die Bildern einen ganz eigenen Charme verleihen als auch eine Pentax Spotmatic und diverse Exas, mit denen man einfach immer noch erstklassige Bilder machen kann |
| EL_RAPTOR | 24. September 2009 franco... geht mir grad genauso bin auch dabei wieder mit mittelformat analog weiterzumachen |
aktmaler ![]() ![]() | 24. September 2009 Auch ich gehöre zu der aussterbenden Art der analogen, wobei ich zugeben muß, dass mittlerweile mehr als die Hälfte meiner Bilder digital entsteht. Analog fotografiere ich mit meinen Canon, SLR's, mit alten Mittelformat- oder auch Boxkameras aus meiner kleinen Sammlung (die älteste ist von 1906) oder experimentiere mit selbstgebauten Lochkameras. Ich besitze auch noch ein altes s/w-Labor und so kann ich auch den Prozess nach dem Knipsen auch selber steuern. Für mich ist das ein ganz anderes Gefühl, als am Rechner zu sitzen und mit EBV zu arbeiten. Die analoge Technik schult das Auge noch immer, so dass ich auch einen Vorteil in der digitale Welt sehe, denn auch hier zählt für mich, nach Möglichkeit ein gutes Bild bereits 'out of the box' zu bekommen, nicht erst per EBV hinterher. Und während andere bei einem Shooting tausende von Auslösungen machen, ist es bei mir nur ein Bruchteil davon. Gut, digitale Auslösungen kosten quasi nichts, aber es braucht dann doch ne Menge Zeit zum Aussortieren hinterher. Jeder analoge Schuss kostet Geld, da beschränkt man sich dann doch, und schaut lieber zweimal durch den Sucher, bevor man abdrückt. Für mich eine sehr effektive Schule auch für die digitale Welt. Fred |
HaPe ![]() ![]() | 24. September 2009 hm wenn du 2x durch den Sucher blickst, hast du den ersten Augenblick schon verpasst,..............speziell bei Fotos mit Menschen jeder art. Die Vorteile der Analogfotografie gegenüber der Digitalen sind an einem Finger abgezählt. "Man kommt schneller und einfacher zu einem langweiligen Dia-Abend. :-)" |
aktmaler ![]() ![]() | 24. September 2009 Wenn ich so denken würde, dann sollte ich nicht Fotografieren, sondern Filmen. Fotografieren besteht immer aus ner Menge verpasster Augenblicke. Die Kunst besteht da wohl eher darin, die richtigen Augenblicke zu finden, die es festzuhalten lohnt. Ich für mich definiere Fotografie in drei Sparten: - Die Foto-Dokumentation - Die Reportagefotografie - Die künstlerische Fotografie Einzig die Foto-Dokumentation versucht dabei, ein realistisches Bild fest zu halten, Foto-Reportage gibt schon ein verzerrtes, weil subjektives Bild wider, während die künstlerische Fotografie in der Regel aus gestellten Szenen besteht. (Das ist meine persönliche Einstufung, möge das jeder so sehen, wie er will.) Aktfotografie ist in der Regel gestellt, denn hier wird schon vor der Aufnahme die 'Schokoladenseite' gesucht und ins rechte Licht gerückt, es wird mit Muskelspannung und Pose derKörper möglichst ästhetisch präsentiert - und das ist auch gut so. Wenn ich also eine Pose aufbaue und dafür schon mehrere Minuten brauche, dann schaden die paar Sekunden nicht, für den zweiten Blick, um festzustellen, ob ein Schatten zu hart ist, ob eine Körperfalte noch zu dominant wirkt, ob eine Haarsträhne verrutscht ist... Wenn das alles passt, dann genügen zwei Auslösungen, um diese Pose abzulichten, dann hab ich immer noch eine Sicherheitsreserve. Viele Fotografen schießen in der gleichen Zeit 20 Bilder und sehen in ihrer Hektik die o.a. 'Fehler' erst zu Hause am Monitor. Dass analoge Fotografie, und gerade die s/w-Fotografie wie ich sie betreibe, in einem langweiligen Dia-Abend endet, das ist ein Klischee, was ich eher von einem Fachfremden erwartet hätte. Ist es nicht eher der digitale Fotograf, der aus einem 3 Std. Fotoshooting mit 1.500 Bildern und mehr rausgeht der, der hinterher tagelang am Rechner sitzt und 'Dias' anschaut? Gut, vielleicht macht er das dann ja auch im Akkord wie die Fotolabore, einmal ein Rezept erstellt und übers gesamte Schooting ne Batch-Verarbeitung. Meine Art von Fotografie ist das halt nicht. Ob ein Bild gut ist, wie es aus der Kamera kommt, oder erst gut wird, wenn man stundenlag gestempelt hat, weichgezeichnet, mit Masken Tiefenschärfe verändert, Hintergründe ein- oder ausblendet ... darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Mein Leitspruch über EBV: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Andere - auch Models - finden erst Geschmack an einem Bild, wenn die Haut der einer Barbie-Puppe gleicht, wenn die Gesichtsmerkmale eines 50jährigen Models auf 20 getrimmt sind, etc. Letztendlich wird der Bildbearbeiter-Fotograf ebenso sein Klientel finden wie die, die so wie ich so natürlich wie möglich arbeiten. Der Handabzug auf Baryt-Papier wird auch heute noch bestellt und verkauft, weil er sich eben doch vom Fine-Art-Print unterscheidet. Es kann also jeder in seiner Fasson glücklich werden, ohne fürchten zu müssen, dass ihm der andere das Wasser abgräbt. Soll jeder so halten wie er will, ich mags halt analog oder digital mit der analogen Herangehensweise. Mein Geschreibsel hier ist lediglich meine persönliche, unmaßgebliche Antwort auf die Eingangsfrage des Threaderstellers. Fred |
HaPe ![]() ![]() | 24. September 2009 naja, das war wohl gar nicht die Frage hier Wie du ja sicher in meinem Profil gesehen hast, bin ich ein Analogfotograf im Mittelformat,....arbeite aber auch digital. Analog weil ich mir finanziell einfach noch keine gleichwertige digitale Ausrüstung leisten kann. Ob jemand viel oder wenig Bilder im Digitalbereich macht hat ja nichts mit der Technik zu tun, sondern vielmehr mit dem Knipser hinter der Kamera. Ich kann ja auch mit Analog-Kameras "filmen". In der Fotografie mit Modellen, speziell im Amateurbereich, gibt es immer wieder Momente wo man schnell sein muss, um einen ungewöhnlichen Augenblick zu erhaschen, um ein wenig hinter die Fassade der Gesichtsmasken zu blicken, ansonsten hat man eben immer diese gleichen gestellten Situationen, mit dieser antrainierten Mimik. Mit meiner Digitalkamera kann ich wesentlich schneller reagieren als mit meiner Analog-Mittelformatkamera. Ich denke die Analofotografie ist bald nur noch etwas für Künstler die gerne mit Säurebäder experimenieren und für Sammler. |
ignis ![]() ![]() Themenersteller | 25. September 2009 Genau das ist auch so ein Punkt. Analog ist halt nicht so eine ex-und-hopp-Fotografie. Man macht sich einfach mehr Gedanken um die Aufnahme und deren Gestaltung, weil man sie eben nicht einfach wieder Löschen kann. Das mit den Kosten ist übrigens eine wichtige Bemerkung. Ich spiele ja zwischendurch auch immer wieder mit dem Gedanken an eine Erweiterung auf digital (die alten Pentax-K-Linsen passen auch auf die neuen dig. SLRs), aber eine wirklich gute ist mir einfach noch zu teuer. Zudem ist man bei der derzeitigen Entwicklung ja ständig dem Risiko ausgesetzt, daß der Neuerwerb nach kurzer Zeit nicht mehr up to date ist. Ich denke die Analofotografie ist bald nur noch etwas für Künstler die gerne mit Säurebäder experimenieren und für Sammler. Ich fürchte, damit hast Du recht. Ich werde schon seit mindestens 2 Jahren etwa seltsam angesehen, wenn ich irgendwo nach Diafilmen oder gar nach Rahmen und Magazinen Frage. Wahrscheinlich bekomme ich den Kram bals nur noch im Netz und muß die Filme zur Entwicklung selbst in ein Labor schicken. Ich benutze auch schon mal sowas exotisches wie S/W-Diafilme (Agfa Scala 200 (pushbar bis 1600, soweit ich weiß)), das ist schon länger problematisch. Ob ein Diavortrag langweilig wird oder nicht, liegt ja nicht zuletzt am Fotografen. Ich tue jedenfalls mein Bestes, einschlafende Zuschauer zu vermeiden... |
Sensual_Light ![]() ![]() | 28. September 2009 ...hin und wieder mal! Ich besitze noch eine Olympus OM-1 eine OM-2n und eine Nikon F90x SW mache ich immer noch sehr gerne in SW Nach der Negativentwicklung, digitalisiere ich mit einem Nikon Coolscan V. VG Bernd |
extralang_ni ![]() | 28. September 2009 ein wenig, aber nicht nur Nostalgie Wenn auch bei mancherlei Motiven die Digitalen durchaus ihre Stärken ausspielen können (das dürfte unbestritten sein), so hat meines Erachtens die analoge Fotografie durchaus noch ihre Berechtigung. Das mag nur zum Teil an den aufgrund kleiner Sensoren eingeschränkten Gestaltungsmöglichkeiten liegen (eingeschränkte Möglichkeiten der Freistellung, geringerer Tonwertumfang...). Ich verwende eine digitale "Vollformat"-Kamera mit weit geöffneten Festbrennweiten, also einer analogen Kamera vergleichbare Bedingungen. Unübertroffen ist nach meinem Dafürhalten der Charme analogen Korns in Schwarzweiß-Bildern. Mit Digitalkameras neigt mancher zu schnellen oberflächlichen Schüssen (Eines der 1000 Bilder der letzten Stunde wird schon gut sein...). Anders ist da schon das Zelebrieren einer Mittelformat-Aufnahme (Belichtung messen, Bildausschnitt,...) Da kann man für die 12 Bilder eines Filmes auch schon mal eine Stunde brauchen. Zudem ist man aufgrund der eingeschränkten Retuschiermöglichkeiten motiviert, schon bei der Aufnahme brauchbare Ergebnisse zu erzielen (Wenn die digitalen Bilder nichts taugen, könnte man die ja noch mit Photoshop "hinbasteln"...) Digitalkameras animieren eher zu fotografischem Fastfood. Viele junge Fotografen haben das Arbeiten mit analoger Technik nicht mehr kennen gelernt, haben also keinen Vergleich - eigentlich etwas schade. Gerne erinnere ich mich an die Arbeit in der Dunkelkammer, an die Magie des Momentes, wenn die Abzüge im Entwickler Kontur annehmen.. Immerhin bemühe ich mich auch bei digitalen Fotosessions an die "analoge" Arbeitsweise anzuknüpfen... Irgendwie habe ich jetzt Lust, wieder einmal einen Schwarzweißfilm zu erwerben, und mein 85er Objektiv auf die Analoge zu schrauben.... |
Easter_Kline ![]() ![]() | 28. September 2009 sammeln oder fotografieren, ... um was geht es wirklich? ich denke, zum sammeln eignen sich analoge offensichtlich viel besser. von wenigen ausnahmen wie den modellen mit dem roten punkt mal abgesehen. zum fotografieren hat die neueste technik in allen belangen die nase vorne. beispiele für die überlegenheit neuester digitaltechnik? iso 100 bis 800 immer dabei, sw und farbe in der kamera, sofortbildkontrolle, bessere objektive (ja!), schnellerer af, konkurrenzlose blitztechnik ... die überlegene technik ist natürlich nicht billiger geworden. also, um die frage zu beantworten: mir kommt kein film mehr ins haus! |
ignis ![]() ![]() Themenersteller | 29. September 2009 Digital ist selbstverständlich absolut die Fotografie der Zukunft, daran dürfte kein Weg mehr vorbei gehen und sie hat auch unbestreitbare Vorteile bei der Sofortkontrolle und der Geschwindigkeit. Ob sie aber die besseren Objektive in petto hat (was selbstredend auch vom Hersteller abhängt), wage ich doch zu bezweifeln. Die heute so verbreiteten Zooms können einer originalen Festbrennweite mit massivem Metallgehäuse in keinster Weise das Wasser reichen, weder in puncto Verzeichnungsfreiheit noch in der Auflösung, von Lichtstärke und Kontrast ganz zu schweigen. Sicher, es gibt auch lichtstarke Zooms mit durchgehend 2.8 beispielsweise, aber alle anderen Konzessionen bleiben bestehen. Zooms sind IMMER ein Kompromiß. Wie es bei heutigen Festbrennweiten aussieht, vermag ich allerdings nicht wirklich zu beurteilen, ich habe mich da ein stückweit ausgeklinkt, aber da wird es vermutlich (immernoch) hervorragende Konstruktionen geben. Wie auch immer, irgendwann werde ich vermutlich auch noch ein digitales Gehäuse dazunehmen. Die Pentax-K-Linsen passen da ja auch... |
Easter_Kline ![]() ![]() | 29. September 2009 jeder soll seine meinung haben... aber zwei dinge zum thema objektiv: alle guten hersteller haben ihre fb´s weiterentwickelt und kaufen kann man die auch noch... und das ist bitter nötig, denn die aktuellen hochauflösenden chips lösen höher auf als 35mm filme- da kommen einige "alte" linsen an ihre grenzen einzig bei der mechanischen qualität hast du wahrscheinlich recht. da muss man viel geld ausgeben, um die sprichwörtlichen nägel in die wand zu schlagen. |
b_o ![]() ![]() | 29. September 2009 ich shoote noch analog... del viel sogar.... ich werd meine MF-cam auch nie wieder hergeben... eher kommt irgendwann noch ne hassi dazu |
ignis ![]() ![]() Themenersteller | 29. September 2009 Das hängt sowohl vom Objektiv als auch vom Film ab. Mein 1,8/55 war seinerzeit das beste Normalobjektiv auf dem Markt, allein deshalb habe ich es zusätzlich zum 1,7/50, was ja vom Unterschied her prinzipiell keinen Sinn macht. Mit dieser Linse und dem guten, alten ORWO NP15 (gibt's heute nicht mehr), einem S/W-Negativfilm waren problemlos 150 Linien pro mm machbar, durch Messungen nachgewiesen. Keine Ahnung, ob hier Objektiv oder Film am Anschlag waren. Im Übrigen bieten auch Kodachrome 25 und Agfa RSX 50 extrem hohe Auflösung. Ich muß allerdings gestehen, daß ich nicht weiß, wieviele Linien pro mm heute mit hochentwickelten Sensoren möglich sind. Ich habe mich noch nicht viel mit ernsthafter Digitalfotografie beschäftigt, daher entzieht sich das schlichtweg meiner Kenntnis. Aber ich muß gestehen, daß mein Interesse daran mit der Entwicklung mehr und mehr zunimmt. |

