Sehbeeinträchtigung

Ich stelle fest, dass viele Beeinträchtigungen angesprochen werden, die des Sehens noch nicht.

18. August 2009

Hmm, also, mir sagt man immer und immer wieder, dass man mir es nicht ansehen würde, dass ich schlecht sehe.... sagt auch mein Nicht behinderter Freund.. naja, der muss es ja wissen. *g*

Nee, aber schwer ists allemal, aber man kann ja nicht alles haben
18. August 2009
@ Knuddelmaus

Das ist wohl recht Unterschiedlich. Je nach Krankheit. Dem Einem sieht men es an und dem Anderen eben nicht. Das Leben ist manchmal ungerecht. Naja, egal. Ich bin ja der Meinung das die Inneren Werte wichtiger sind als irgend welche wackelnden Augen.

Ein Freund hat mal gesagt, das es sich bei mir nach dem 2. Bier beruhigen würde.

Und es ist bei mir so, dass wnn ich Fremden Menschen gegenüber sitze auch schlimmer ist, wie bei Bekannten. Und es wird schlimmer, wenn ich merke, dass mir jemand direkt in die Augen schaut.

Also es ist wohl auch eine Kopfsache.

Es grüßt der ANDI
18. August 2009
...

Hallo Andi,
wir freuen uns sehr auf dein Profil und eines noch: es gibt auch Frauen, denen die "Mobiität"nocht so wichtig erscheint ...

LG
02. September 2009
sehen

ich bin seit geburt an..auf dem rechten auge blind....da ich damit aufgewachsen ...bin..kenne ich es nicht anders...viele leute kommen jedoch---mit meinem silberblick nicht klar....die wissen nie das ich sie anschaue...eine brille habe ich...bis zum 50igsten ...nie gebraucht....aber dann brauchte ich..eine lesebrille...
und mein führerschein ...hat viele auflagen....2aussenspiegel...bei cabrio fahren eine schutzbrille...oder ein vollvisier tragen...wäre bestimmt lustig....aber ich fahre dann ...doch lieber geschlossen
03. September 2009
RP

Ich habe RP Retinopathia pigmentosa, eine degenerative Augenerkrankung, die langsam zum Absterben der Seh-Rezeptoren auf der Netzhaut führt.

Das Gesichtsfeld wird immer eingeschränkter und es führt zu einem Tunnelblick bzw. schlussendlich zur Blindheit irgendwann. Der Verlauf ist schleichend und willkürlich.

Ich weiss es seit knapp vier Jahren, wobei die Krankheit da schon eine Weile bestanden haben muss. Mich persönlich belastet es sehr, denn ich bemerke von Jahr zu Jahr eine deutliche Verschlechterung.

Die Aussicht darauf, dass es kein Heilmethoden gibt, befriedigt mich nicht besonders und ich möchte mich damit nicht abfinden.
Mal sehen, was die Medizin in den nächsten Jahren noch entwickelt.

Ich gehe auch davon aus, dass die Psyche keine unerhebliche Rolle spielt. Zumindest sehe ich das für mich so.
03. September 2009
@an dia

Hallo an dia,

das mit der RP tut mir sehr leid. Das ist keine schöne Augenerkrankung :(.

Aber ich möchte dir ein bisschen Mut machen...

Warst du schonmal in der Tübinger Universitätsaugenklinik? Bei Prof. Eberhard Zrenner?

Er bwz. die Klinik ist spezialisiert auf Netzhautdegeneration. Ich bin dort selbst eine Zeitlang Patient gewesen (Zapfendystrophie) und hatte das letzte Mal ein interessantes Gespräch mit einem RP Patient, der schon in einem sehr weit vorgeschrittenen Stadium war...

Die Klinik hat die sog. Netzhautchips entwickelt, die bei RP Patienten zum Einsatz kommen. Dadurch wird (wieder) sehen ermögicht.

Es ist schon ein paar Jahre her, als ich das letzte Mal dort war. Evtl. haben sie die Chips noch verbessert?

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und finde es toll wie ihr alle mit eurer Sehbeinträchtigung umgeht!!
04. September 2009
@Juschle

Danke für Dein Mitgefühl. *g*

Ich weiß von der Tübinger Klinik, wenn ich selber auch noch nicht dort war bis jetzt. Bin Patientin von Dr. Rudolph, Augenklinik München.

Über die Netzhaut-Chips bin ich in Grundzügen ebenfalls informiert.
Soweit ich weiß, sind sie in der letzten Test-Phase angelangt, dem Test an Menschen. Eventuell kommt das Produkt bereits nächstes Jahr auf den Markt.

Man darf diese Chips aber nicht überbewerten. Soweit es mir erklärt wurde (ich hoffe, ich gebe es mit meinem medizinischen Laien-Wissen halbwegs korrekt wieder), ist der Seh_Eindruck dieser Chips keineswegs vergleichbar mit dem eines sehenden Menschen.

Es geht mehr um die Hell-Dunkel-Wahrnehmung, das Erkennen von "Grund_Formen", um ein erstes Orientieren wieder im Raum für bereits komplett erblindete Menschen.

Für mich wäre so ein Chip im jetzigen Stadium keine Option, denn selbst mit meinem eingeschränkten Gesichtsfeld sehe ich immer noch besser als jemand mit Chip. Wie gesagt, nach einer Erblindung oder Fast-Erblindung ist es eine Brücke wieder in ein Überhaupt-Sehen hinein.

Ich hoffe, dass es noch eine ganze Weile dauert, bis es soweit kommen sollte bei mir und bis dahin, hoffe ich, ist die Medizin nochmal ein ganzes Stückchen weiter.

Denn, um ganz ehrlich zu sein, natürlich ist das eine wahnsinniger medizinisch-technischer Fortschritt... aber dennoch keine Option, die ich als akzeptabel und ausreichend empfinde.

Mag etwas vermessen klingen, soll aber nur bedeuten, dass ich mich nicht aufgeben möchte bei dem Thema.

Insgesamt habe ich bemerkt, dass alle Krankheiten, die ich habe/bekomme, meist irgendeinen psychischen Auslöser hatten. Wenn das eine Regel bei mir sein sollte, ist das auch auf die Augen übertragbar.

Natürlich kann ich die genetische Disposition deswegen nicht wegdiskutieren, aber ich sag mal so...
die Moral hochhalten ist mal der erste Schritt.
18. September 2009
Einäuglein meldet sich zu Wort...

Habe mich erst ganz neu hier angemeldet und bin verblüfft, welch interessante Themen es hier gibt.

Ich bin auch sehbehindert.

In den Sommerferien nach der 3. Klasse diagnostizierte man bei mir Rhabdomyosarkom in der linken Orbita. Es folgten Chemotherapie, OP´s und Bestrahlung.

Ich bin wieder gesund. Zurückgeblieben ist ein Sehdefizit des linken Auges. Hierbei handelt es sich um starkes nach links oben aussen Schielen in Kombination mit aus der Bestrahlung resultierenden Katarakt (Grauer Star).

Aufgrund des Schielens und den daraus resultierenden Doppelbildern, wird von einer Katarakt-OP abgesehen.

Im Alltag komme ich sehr gut zurecht und darf sogar, weil mein rechtes Auge voll funktionstüchtig ist, Auto fahren.
18. September 2009
@Tschooousie

Na, dann heiße ich dich hier, ich denke stellvertretend für alle Mitglieder hier, hezlich wilkommen. *ja*

Boa, was würde ich dafrür geben, um Auto fahren zu können.... Da bist du echt gut "weggekommen", aber man kann ja au ch nicht immer alles können.

Knuddelmaus
11. Februar 2010
Bin auch Sehbehindert - und (noch) nicht Blind...

...kommt aber noch - nur wann weiß niemand (Leider oder Gottseidank).

Bei mir ist von Geburt an die Netzhaut bei beiden Augen immer mehr am auflösen und meine Sehkraft liegt beim rechten Auge bei ca. 5%, beim linken Auge nur noch bei 20% (war vor 4 Jahren noch über 30%). Für den "Tageseinsatz" habe ich eine Brille mit 1,25 und 0,25 Dioptrin. Seit ca. 4 Jahren brauche ich zum lesen oder am Computer eine Lesebrille mit 6 Dioptrin, wobei die jetzt auch nicht mehr so recht reicht. Etwas erschwehrend kommt hinzu das bei mir vor etwas mehr als einem Jahr grauer Star auf beiden Augen diagnostiziert wurde...klasse *zwinker*

Daher darf ich auch kein Auto fahren (auch Radfahren hat mir meine Augenärztin vor mehr als 20 Jahren dringend abgeraten). Ohne Führerschein eine Partnerin zu finden ist als Mann nicht gerade leicht,. leider achten noch viele Frauen darauf - leider. Aber jetzt habe ich eine Frau gefunden die es nicht stört das ich immer auf dem Beifahrersitz bin und sie fahren muß (auch dafür liebe ich sie...).

Es ist teilweise nicht sehr leicht mit dem Wissen zu leben das es irgendwann einmal dunkel sein wird, aber ich hoffe das ich es nicht mehr erlebe. Die Ärzte sind sich nicht einig wann es soweit sein wird, aber es kommt - auch merke ich es im alltäglichen Dingen daas meine Augen immer schlechter werden.

Ich bin aber trotzdem auch alleine Mobil (Dank Bus und Bahn) und versuche soweit es möglich ist (und solange es mir möglich ist) mein Leben selbstständig auf die reihe zu kriegen und nicht immer auf die Hilfe anderer (z.B. meiner Frau) angewiesen zu sein.

Das ist - finde ich - ein schönes Ziel, jedenfalls habe ich es mir als Ziel ausgewählt und bis jetzt klappt es ganz gut.

Es ist wirklich schön mitzubekommen das man(n) hier nicht alleine als 'Blindfisch' ist, udn zu lesen wie andere trotz ihrer Behinderung positiv denken und leben freut mich.

Ich wünsche euch allen noch einen schönen Tag...
15. Februar 2010

Hi....

Genau was Du beschreibst, erinnert mich so sehr an meinen Mann.

Auch er ist seit der Geburt beeinträchtigt (ein Sehnerv ist nicht angelegt- dadurch Fehlstellung des rechten Auges und Sehbeeinträchtigung- beiderseits), und macht das gleiche durch, ohne Führerschein. Und genau wie Du hat er auch zu hören bekommen, dass er noch nicht einmal Fahrrad fahren sollte.

Ich stell es mir gerade für den Mann nicht gerade einfach vor, auf sowas "männliches" wie Autofahren zu verzichten, und das ein ganzes Restleben der Frau zu überlassen.
Und wer lebt schon gern mit dem Gedanken, irgendwann einmal gar nix mehr zu sehen.
Auch darüber unterhalten wir uns. Dann möcht ich nicht in der Haut meines Mannes stecken... aber wir meistern und gönnen uns Kleinigkeiten die das Leben lebenswert machen.

Bei uns funktionierts seit 13 Jahren... Aber am Anfang hatte ich schon des öfteren das Gefühl dass er sehr enttäuscht auch darüber ist.

Und mit dem Kennenlernen einer Frau.... kann ich bestätigen. Und zwar aus meiner Sicht als Frau: Ich habe anfänglich auch mit dieser Augenfehlstellung ein wenig zu "kämpfen" gehabt. Genau aus dem Grund "Für Frauen sind die Augen eines Mannes und deren Ausstrahlung wichtig". Und ich habe mich dann einfach auf das "normale" Auge konzentriert.

Letztendes lieb ich meinen Mann, und habe sonst kein Problem, immer Taxifahrerin zu spielen. Muss auch dazu sagen, dass er wahrscheinlich ein ruhigerer Beifahrer ist, als ein Beifahrer, der selber Auto fahren kann..... grins.

Aber mal eine Frage unsererseits: Was übt Ihr für Berufe in Eurer Situation aus? Aus eigener Erfahrung ist auch das oft mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Liebe Grüße Ines
17. Februar 2010
Beruf bei Sehbeinträchtigung

Hi Mieze_76,

ich bin vom Beruf in der Werbebranche tätig - Grafikbearbeitung am PC und Digitaldruck (und nebenbei noch die anfallenden Büroarbeiten). Es geht mit meiner Lesebrille noch ganz gut (habe an meinem Arbeitsplatz einen 23,1" Flachbildschirm vom Arbeitsamt (Abt. Schwerbehinderte) bekommen zur "Wiedereingliederung in das Arbeitsleben" nach Arbeitslosigkeit), nur der Bildschirm am Büro-Platz macht mir hin und wieder etwas zu schaffen - ist nur 17"-Flachbildschirm.

Zuhause mußte ich vor einem Jahr meinen 17"-Monitor gegen einen 22"-Flachbildschirm austauschen da ich am alten Röhrenmonitor trotz Lesebrille nichts mehr richtig lesen konnte.
17. Februar 2010
Wie gehen die Partner/innen mit...

...der Sehbehinderung Ihrer Partner/innen um?

Damit meine ich sowohl die Frauen von Männern mit Sehbehinderung als auch die Männer die eine Partnerin mit Sehbehinderung haben.

Wie geht Ihr eigentlich mit euerer Sehbehinderung um bzw. habt ihr hin und wieder auch Probleme (in der Beziehung) wegen den schlechten Augen?

Ich finde dieses Thema ist schon wichtig und daher sollten wir diesen Tread weiter verfolgen und ich würde mich freuen wenn noch mehr Paare, Frauen und Männer ihre Erfahrungen hier mit einbringen.

Edit: Natürlich ist auch das Berufsleben bzw. die Berufe die ihr habt interresant bzw. wie ihr im Alltag damit umgeht bzw. auf welche Probleme ihr persönlich im Alltag trefft.

Bei mir ist seit etwas mehr als einem Jahr das Einkaufen sehr schwer geworden. Ich kann nicht lange in Regalen nach bestimmten Sachen suchen. Meine Frau und ich gehen immer zusammen einkaufen und ich schaue nach den Dingen welche wir brauchen und ich genau weiß wo die stehen, alle anderen Sachen übernimmt meine Frau (Arbeitsteilung *zwinker* ).
11. März 2010

Hallo!

Ich habe jetzt hier mehrfach gelesen, dass die Augen für Frauen eine so grosse Rolle spielen.
Da ich nur für mich sprechen/schreiben kann, will ich gerne anmerken, dass dies nicht so sein muss.

Der Mann meines Lebens ist seit frühster Kindheit blind.
Ich liebe ihn und begehre ihn, völlig losgelöst von dieser Behinderung.
Dazu sollte ich noch anmerken, dass wir uns sexuell sehr gerne und oft im SM-Bereich bewegen und es für viele unvorstellbar ist, wie ein blinder Dom zurecht kommen kann. Aber er kann. Und wie.

Ich glaube, dass es sowohl in der Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen, als auch in einer Beziehung eine Art Reifeprozess und Entwicklung ist.
Allerdings eine, für die ich unglaublich dankbar bin, weil sie mein Leben unermesslich vorangebracht hat, durch eben diese Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderung....

LG
22. März 2010
...

Ja das stimmt allerdings.
Obwohl die Augen eines der wichtigsten Sinnesorgane sind die wir haben und grade für uns Frauen sehr wichtig sind.

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