Und wenn er ihr was antut?

 
27. Mai 2009

Ich finde eurer Posting wirklich super geschrieben daumenhoch*


Ich hab ihr ja auch geschrieben das sie nicht viel tun kann, ausser für sie da zu sein.

Diese Erkentniss ergab sich mir aus persönlicher Erfahrung..

Ich gehöre (leider) auch zu den Frauen, die sich lange Zeit nicht aus einer Gewaltbeziehung retten konnte. Genauer gesagt habe ich dafür 3 Jahre gebraucht! Ich hab allerlei Hilfe rücksichtslos abgeschlagen. Mir war es viel zu peinlich drüber zu sprechen was mit mir geschieht. Nach aussen hin hab ich immer mein Saubermannleben geführt. Mir geht es gut, ich bin ja sooo glücklich und das ganze Selbstanlügen. Nach aussen hin gute Miene zum bösen Spiel machen. Und was vllt. viele jetzt nicht verstehen werden...Meine einzige Sicherheit lag darin, bei ihm zubleiben damit mir nix passiert! Kann das jetzt sehr schlecht erklären, aber ich war damals ein Teenager er hatte mich gebrochen in meinem Willen hat mein Selbstbild zerstört ich war ihm voll und ganz hörig. Da konnte mir NIEMAND helfen geschweige denn die Augen öffnen.

Dennoch finde ich die Tipps die ihr gegeben habt super formuliert und so könnte es auch wirklich funktionieren. Wenn die Freundin denn den Willen, die Kraft und das Selbstbewusstsein hat die Sache zu beenden. Das ist die Grundvoraussetzung.

lg Magicwoman
 
27. Mai 2009

Es gibt doch relativ neu dieses Frauenschutz-Gesetz, nachdem die Polizei sofort ein Hausverbot für 10 Tage für den Mann aussprechen kann. Hält er sich nicht daran, wird juristisch ziemlich hart durchgegriffen. Insofern hat Deine Freundin im Falle eines Falles wenigstens Handlungsmöglichkeiten. Die sie allerdings auch wahrnehmen muss.

Sie sollte sich allerdings ganz schnell von dem Glauben daran verabschieden, dass er sich jetzt in den Griff bekommt oder sie ihm gar dabei helfen kann. Sogar bei professioneller Betreuung beträgt die Rückfallquote bei Alkoholkrankheit 86 (!!!) %. Ein normaler Mensch geht kaputt daran, wenn er versucht, einen Alkoholiker zu therapieren.

Du tuts eine Menge für deine Freundin: Du bist für sie da. Mehr kannst Du nicht tun - sie muss selbst handeln.
 
27. Mai 2009

@ley: denkst du nicht das es hier einige gibt die genau wissen wovon sie sprechen?
Sie kann nichts tun als für sie da sein.
Du vergisst das sie 250km (!) weit weg wohnt.
Das macht die Sache noch schwerer als sie eh schon ist.
Anders würde es aussehen wenn sie um die Ecke wohnen würde.
Dann könnte sie z.B. Vorbild sein.
Stimmt, wenn man in der Opferrolle geboren wurde dann ist es mehr als schwer da jemals rauszukommen. Und es wirft einen immer wieder zurück.
Da kann auch keine Therapie oder sowas helfen. Es wurde in dieser prägnanten Zeit einfach zu viel kaputt gemacht.
Ich spreche jetzt mal nur für mich. Allerdings bestätigt sich meine Erfahrung mit den meisten Menschen die ich kenne.
Soll nicht heißen das man immer Opfer ist bzw. kein Selbstbewußtsein hat.

Kelene
 
JOY-Team
27. Mai 2009
@ Kelene

Danke!

So ist es ...

(Der Antaghar)
 
27. Mai 2009
@Kelene

Stimmt, wenn man in der Opferrolle geboren wurde dann ist es mehr als schwer da jemals rauszukommen. Und es wirft einen immer wieder zurück.
Da kann auch keine Therapie oder sowas helfen. Es wurde in dieser prägnanten Zeit einfach zu viel kaputt gemacht.
Das ist so nicht richtig. Es gibt immer einen Weg zurück. Der ist nicht leicht, das hat keiner gesagt, aber es gibt ihn. Ärmel hochkrämpeln, allen Mut zusammen nehmen und ran an den Speck!

Ich spreche jetzt mal nur für mich.
Das ist ausgesprochen schade. Für Dich selbst. Gilt aber nicht für andere.
Hast Du schon mal eine Therapie versucht?

Es erstaunt mich, dass Du selbst aus der Rolle einer Betroffenen so schreibst. Hat es Dir nie geholfen, wenn ein (wirklicher) Freund Dir gesagt hat, dass Du ein liebenswerter Mensch bist? Hat es Dir nicht geholfen, wenn Dir jemand zur Seite stand, wenn es Dir mies ging, auch wenn Du Dich in die Sch**** selbst hinein geritten hast?
Wenn Du all diese Erfahrungen nie gemacht hast tut es mir ehrlich leid für Dich. Ich kann da von ganz anderen Sachen berichten. Wir Leys haben einen völlig anderen Hintergrund erlebt, als der, um den es hier geht. Trotzdem aber hat es uns all die Jahre enorm geholfen, wie unsere Freunde uns zur Seite standen.
Wir hatten solche Partnerprobleme nie, denn wir haben uns Gott-sei-Dank nie an Menschen gehangen, die uns schaden. Trotzdem aber wissen wir wie es ist, wenn man sich für etwas schämt. Wie es ist, wenn man geschlagen oder bedroht wird und alle Welt einem sagt: "Hey, Du bist doch erwachsen, warum wehrst Du Dich nicht einfach?" Dieser Satz ist ein Messer ins eigene Fleisch. Denn jetzt wurde einem nicht nur Gewalt angetan, jetzt ist man plötzlich auch noch selbst Schuld daran. So als hätte man darum gebeten.

Wir hatten in unserem Leben ein paar Begegnungen mit Menschen die auf unterschiedliche Weise eine Menschlichkeit gezeigt haben, die unglaublich viel verändert hat. Wir sind mal einem Arzt begegnet der einen gebrochenen Arm von uns behandelte. Er fragte natürlich nach dem Grund, aber wir haben nur geschwiegen. Seine letzten Worte, kurz bevor wir mit Gips entlassen wurden waren: "Wenn ihnen wieder was passiert, dann kommen sie bitte zu mir. Wenn sie nicht reden wollen ist das ok, ich werde nicht fragen. Hier ist meine Karte und Donnerstag bis Sonntag habe ich immer Notdienst hier." Wir haben ihn nie wieder gesehen, aber seine Worte waren Balsam! Uns einfach so zu akzeptieren wie wir sind, keine Fragen zu stellen, auch wenns schwer fällt und Kontaktmöglichkeiten zu geben - alles das hat unglaublich geholfen. Wir werden ihn nie in unserem Leben vergessen.

Wir hatten eine Freundin, die, als sie Jahre später alles von uns erfuhr neugierig und mutig neben uns im Park ging und nach einigen Momenten des Schweigens sagte: "Ich will alles von euch hören. Auch wenn es mir weh tut, aber ich will es hören." Wir waren völlig buff und hätten sie in diesem Moment umarmen und küssen können. (Ersteres haben wir getan *zwinker* ) Irgendetwas ist geheilt in uns. In dieser Minute. Kitschig, oder? Aber es war genau so.

Wir mussten unserer Therapeutin nach einigen Monaten der Therapie sagen, dass wir im Augenblick nicht das Geld haben um sie zu bezahlen. Und dass wir deswegen die Therapie abbrechen müssten. Sie überlegte einen Moment und sagte dann: "Ich bin nicht einverstanden mit dem normalen Satz, den die Kasse bezahlt. Der ist lächerlich und ich könnte meine Arbeit nicht so gut machen wie ich sie mache, wenn ich nicht mehr Geld verlangen würde. Aber ich lasse nicht zu, dass Geldmangel euch die Möglichkeit verbaut, endlich aufzuarbeiten, was euch passiert ist. Ihr könnt weiterhin kommen, auch wenn kein Geld da ist."


Das alles sind Beispiele für Menschlichkeit. Und ja: Wenn jemand fragt, ob er was tun kann, um anderen Menschen zu helfen, dann lautet unsere Antwort ganz klar: JA *achtung*
Es muss nicht viel sein, man muss kein Heiliger werden, muss nicht sein letztes Hemd hergeben. Nix von alle dem muss passieren. Es hilft schon, wenn man ein offenes Ohr beweist. Wenn man "Anker" wie die Karte mit der Telefonnummer oder einen sehr liebevollen Brief schreibt.

Wer weiß schon was noch passieren wird. Vielleicht schafft die Freundin von Shiroi ja doch den Absprung. Vielleicht auch nicht. Es ging in ihrem Post nicht darum was sein wird oder nicht. Sondern es ging darum, ob und vor allem WAS sie tun kann.

Liebe Grüße:
Die Leys
 
Themenersteller
27. Mai 2009
WoW

Erstmal vielen lieben Dank für eure meist sehr netten Antworten!
Aber so etwas wie z.B. das erste Kommentar.... Naja... Haust du daheim auch so rum? Wenn dir das Leid mancher Frauen so scheiß egal ist, wär das fast zu erwarten...

Ich habe ihr bereits meine Hilfe angeboten, egal was sie tut und was passiert. Sie kann jeder Zeit zu mir kommen, aber wie gesagt, es trennen uns 250km ohne Auto... Sie macht dort gerade ihre Schule, für die ihr Vater viel Geld bezahlt und ich mit meiner Ausbildung kann ja auch nicht "einfach" weg.

Werde ihr sicherlich immer beistehen (und immer sagen das sie gehen soll) auch wenn ich weis, das ihre Gefühle momentan die wahrscheinlich einzig richtige Entscheidung nicht zulassen können.

Ich verstehe gut, das sie ihn liebt, denn er ist ein echt lustiger, netter Kerl! Aber solche Aussetzer gehen nunmal gar nicht, vor allem nicht wenn es so oft passiert.

Ich werd weiter mein Auge auf sie richten, versuchen mit zu bekommen was da passiert, mit ihr reden und sie ermutigen, dem ein Ende zu setzen.

Gerne könnt ihr mir weiter Ratschläge ect. geben!

Zum Glück ist sie ab Donnerstag erst mal weg von ihm. Sie fährt mit Freundinnen aufs WGT und er muss daheim bleiben, wegen Arbeit... aber was wenn es danach so weiter geht!?

Ich habe eben richtig Angst um meine liebste, beste Freundin!
 
27. Mai 2009

Es erstaunt mich, dass Du selbst aus der Rolle einer Betroffenen so schreibst. Hat es Dir nie geholfen, wenn ein (wirklicher) Freund Dir gesagt hat, dass Du ein liebenswerter Mensch bist? Hat es Dir nicht geholfen, wenn Dir jemand zur Seite stand, wenn es Dir mies ging, auch wenn Du Dich in die Sch**** selbst hinein geritten hast?


Da muss ich als Betroffene sagen: NEIN! Das hat einem überhaupt nicht geholfen. Warum? Weil man sich schämt für das was man aushält. Weil man sich immer wieder denkt: Nein nein nein. Ihr wisst nicht wie das ist! Ihr wisst nicht, das er auch eine liebe Seite hat, an der man sich hoffnungslos festklammert. Im Gegenteil, bei mir z.B. war es so, je mehr meine Mitmenschen negativ, schlecht und gegen ihn gesprochen hatten, desto mächtiger wurde mein Drang ihnen das Gegenteil zu beweisen...Wenn das Selbstbild ausserdem so sehr zerstört ist, glaubt man den Menschen auch nicht, wenn sie sagen du bist ja so ein toller Mensch usw. Weil man es von sich selbst nicht glauben KANN. Weil man im Hinterkopf im Unterbewusstsein immer ein Stück weit weiß, das man sich da was schlimmes antut schlimmes mit sich machen lässt. Es wie eine gespaltene Persönlichkeit. Die eine Seite weiß, das es so nicht geht und die andere...ja die andere Seite versucht immer das Positive zu sehen. Man dreht sich die Dinge so zurecht, das man nicht mehr vom schlechten Gewissen gequält wird. Es ist unheimlich schwer, zu beschreiben was in einem vorgeht, wie man sich fühlt und vorallem: Warum man nicht geht!

Deswegen finde ich so Postings von wegen: "na wenn sie nicht geht ist sie selbst schuld. Dann gehört ihr nichts Anderes" mehr als nur fehlt am Platz. Und hat man es geschafft aus einer "Hölle" zu entkommen, tun sich noch ganz andere Abgründe auf. Wie gehts weiter? Man fühlt sich alleine auch wenn man vllt. aufgefangen wird. Die Angst was danach passiert...Mir hat eine Therapie geholfen aber es war ein langer anstrengender Weg. Die meisten Frauen die sowas erleben geben sich die Schuld daran. Hab ich auch getan. Er hat mir damals deutlich gemacht wenn ich ihn nicht provoziert hätte, wäre es nicht soweit gekommen...Wenn man an so einem Punkt ist, in dem die Wirklichkeit so derart verdreht ist, braucht man sehr sehr viel Kraft und Mut um da rauskommen.

Wenn es soweit ist, dann hilft es ungemein Jemanden zur Seite zu haben, der voll und ganz für einen da ist. Ohne Vorwürfe wie: "Ich habs dir ja gesagt die ganze Zeit aber du wolltest ja nicht auf mich hören"! Genau solche Dinge sind NICHT hilfreich.

Sei für sie da, wenn es soweit ist. Und wenn es Jahre zu dauern scheint. Irgendwann wird der Punkt kommen, der kleine Tropfen der das Fass zum Überlaufen bringt und sie wird gehen.

lg Magicwoman
 
27. Mai 2009

Moment, ich habe davon geredet in die Opferrolle geboren worden zu sein.
Als Kind hat man viele Freunde.
Aber da spricht man nicht über sowas.
Ich habe immer geglaubt das es bei allen so ist wie bei uns.
Welch schweres Erwachen als mir klar wurde das dem nicht so ist.
Ich habe mehrfach um Hilfe geschrien. Dummerweise hat keiner reagiert. Gerade die Erwachsenen haben wehement weggesehen.
Wenn dir Jahre lang gesagt wird das du nichts bist und nie etwas werden wirst, das du dumm und hässlich bist, dann glaubst du das irgend wann einfach.
Ich habe mich da raus gestrampelt und glaub mir, es kostet mehr als nur Kraft.
Das kann keiner der sowas nicht erlebt hat nachvollziehen.
Ich hatte Therapieansätze die dann von Seiten meiner Eltern unterbunden wurden als es in die Tiefe gehen sollte.
Auch da hat der Therapeut nichts dagegen gemacht.
Wenn man also so aufgewachsen ist dann ist es nicht schwer einfach so weiterzuleben weil man Kummer einfach gewohnt ist, weil er dazu gehört. Dann gibt es auch kaum noch eine Schmerzgrenze weil man einfach resigniert und sich in sein Schicksal einfügt.
Man glaubt eben das man kein Glück haben darf, weil man es nicht verdient hat. Man weiß zwar nicht warum aber es ist einfach so.
Nochmal: es kostet ein wenig mehr als alle Kraft die du dir vorstellen kannst um da einigermaßen mit leben zu können.
Therapie brauche ich nicht, ich habe gelernt damit zu leben. Es gehört eben zu meinem Leben dazu.
Was ich brauche und glücklicherweise auch bekomme ist viel Liebe, Nähe und Zuneigung.
Viele wissen zwar das ich ne beschissene Kindheit und Jugendzeit hatte, aber sie kennen nur Ausschnitte davon weil das für "normal" aufgewachsene nicht nachvollziehbar ist.

Kelene
 
27. Mai 2009
nette geste

von dir helfen zu wollen-also wenn sie deine ratschläge nicht umsetzten möchte denke mal darüber nach ob es sich weiterhin lohnt dir einen kopf zu machen-
 
27. Mai 2009
Da sind sie wieder die tollen Ratschläge!

Ohmann...Als würde es sich nicht lohnen einer Freundin zu helfen.

Das Wichtige dabei für sie selbst ist natürlich, das die dabei nicht selbst zu sehr in eine Art Co-Abhängigkeit reinrutscht. Dennoch ist es niemals sinnlos der Freundin hilfe anzubieten. Und es ist auch sehr wohl in Ordnung, das sie sich "nen Kopf macht" über ihre Freundin und darüber, wie es ihr in der Beziehung geht. Das Thema ist so wahnsinnig komplex das man nicht einfach so sagen kann lass sie doch fallen wenn sie nicht will.

lg Magicwoman
 
27. Mai 2009
@magicwoman

eine freundin würde wollen-

ist sie abhängig wäre das eigentlich ein öffentliches thema und müßte von zuständigen behörden bearbeitet werden, das auszulösen wäre aber wirklich nur zu verantworten wenn man sich ganz sicher ist ob es abhängigkeit ist-
am besten einmal vor ort, die 250km dazwischen stören und persönliche eindrücke könnten da helfen-
zudem gibt es noch die möglichkeit einer beratungsstelle für paare vor ort-
 
27. Mai 2009
@ Magicwoman

Natürlich lohnt es sich, Freunden zu helfen. Und ebenso, wie ich mir auszusuchen kann, wem ich welche Hilfe anbiete, hat der Freund das Recht, diese Hilfe anzunehmen oder abzulehnen. Ob und wie dem Freund das, was ich für ihn tun kann, wirklich hilft, kann nur er selbst beurteilen. Außerdem ist besser wissen ist noch lange nicht besser machen/können. Schließlich muß der Freund die Hilfe auch annehmen können.

Freundschaft heißt für mich aber nicht nur, sich nahe zu stehen, sondern dem Freund gelegentlich auch mal auf die Füße treten zu dürfen. Will heißen: Keine falsche Schonhaltung.

Es gibt eine einfache Kette: Einstellung – Verhalten – Ergebnis. Das kannst Du prima vor- und rückwärts lesen.

Ist und bleibt ein Ergebnis unbefriedigend, liegt das an meinem Verhalten. Für ein anderes Ergebnis muß ich mich anders verhalten. Wie ich mich verhalte, ist Ergebnis meines Denkens und meiner Ansichten dazu. Also muß ich meine Einstellung überdenken und ändern, bevor sich mein Verhalten nachhaltig ändern kann.

So lange die Freundin sich immer wieder über das Verhalten ihres Partners auskotzt, sie aufgefangen und getröstet wird, aber im Zusammenleben mit ihrem Partner nichts ändert, hat sich an ihrer Einstellung zum Partner und der Beziehung nichts geändert. Sonst würde sie sich ja nicht unverändert gleichartig verhalten.

Da sie zu einer Änderung ihrer Einstellung nicht gezwungen –widerspricht meiner Auffassung von Freundschaft– werden, sondern nur davon überzeugt werden kann, ergeben sich m.E. folgende Alternativen:
  • Sie hört nicht zu
  • Sie nimmt Dich nicht ernst
  • Sie will nichts ändern, weil ihr die Konsequenzen unangenehmer erscheinen als die Änderung
  • Sie kann nichts ändern (weil ihr vielleicht Mut, Kraft oder Möglichkeiten fehlen)

Bei den ersten Punkten muß man die Freundschaft zwar nicht gleich fallen lassen, aber sich weiter damit zu beschäftigen ist sinnlos. Nur im letzten Punkt hat man überhaupt eine Chance, sie zu unterstützen. Da ist aber meist noch wesentlich mehr als Zuspruch und gute Ratschläge nötig. Was bei der Entfernung schwierig sein dürfte.
 
JOY-Team
28. Mai 2009
@ Magicwoman

... und hin und wieder kann es die beste und kraftvollste Hilfe sein, jemanden einfach mal an seine Schmerz- und Leidensgrenze kommen zu lassen - damit er endlich kapiert und die leidvolle Situation aus freien Stücken, aus sich selbst heraus, verlassen will.

In diesem Fall z. B. kann dem Alkoholiker nicht geholfen werden (es sei denn, er wendet sich hilfesuchend an die entsprechenden Einrichtungen). Und ihr zu helfen, das alles weiter auszuhalten, könnte sie total fertig und richtig krank machen.

Nicht jede Hilfe, so gut sie auch gemeint sein mag, muss dann wirklich eine Hilfe sein, oft ist gutgemeinte Hilfe gerade erst der letzte Stoß, durch den jemand ins Unglück stürzt.

Die beste Hilfe ist, wie hier oft genug geraten, das Selbstwertgefühl zu stärken und Kraft zu geben - damit der oder die Betroffene sich letztlich selbst helfen kann.

(Der Antaghar)
 
28. Mai 2009
Muss erstmal sacken lassen,

was ich hier "auf die Schnelle" zum Frühstück gelesen habe...

Eigentlich eher selten, dass ich so gefesselt bin, wie hier gerade.
Danke für diese tollen Beiträge zu diesem unangenehmen, fiesen Thema.

LG

Glyxkind
 
28. Mai 2009
Jeder Weg verläuft verschieden

Guten Morgen erstmal,

ich habe hier auch mit ganz viel Interesse die Beiträge gelesen. Manchmal war ich entsetzt, manchmal positiv überrascht.

Zuerst ... die Einstellung "Wer sich nicht helfen lässt, hat es nicht anders verdient" finde ich völlig unangebracht. NIEMAND hat es verdient Gewalt zu erleben!!! Ob dies nun physische oder psychische Gewalt ist, die ausgeübt wird ist dabei vollkommen egal.

Die Gründe aus denen Frauen in solchen Situationen Hilfsangebote ablehnen sind sehr vielfältig und tiefergehender Natur. Diese Aussage zeugt leider von Oberflächlichkeit und erscheint mir auch recht "kaltherzig" <-- vorsichtig formuliert...

Die Wege aus der Krise sehen bei jedem anders aus, was dem Einen hilft, muss nicht auch zwangsläufig bei dem Anderen ebenso Erfolg haben. Dennoch denke ich, ist es schonmal das Wichtigste, da zu sein...als Freundin, als Familienmitglied oder was auch immer. Viele betroffene Frauen erleben nämlich nicht nur die schlechte Behandlung seitens des Partners, sondern im Laufe der Zeit auch eine Isolation. Teils selbstverschuldet, weil eben Hilfe abgelehnt wird und auch Gespräche mit nahestehenden Personen, vermieden werden...aus Scham zumeist... Tief innen drin wissen sie nämlich, dass es falsch ist, was sie sich zumuten und dies löst häufig so ein großes Schamgefühl aus, dass sie sich zunehmend einigeln und so den Kontakt zu Freunden und Familie verlieren.
Als Folge sind sie irgendwann isoliert und fühlen sich nur noch ohnmächtiger und alleingelassen. Das erschwert das "Rauskommen" aus der fiesen Situation noch zusätzlich, denn die Angst vor dem völligen Alleinsein ist dann sehr groß.

Daher empfinde ich dieses DA SEIN, was nach so wenig klingt, als das Wichtigste überhaupt. Denn auch das ist nicht einfach. Nachfragen, auch wenn sich die Freundin von alleine nicht mehr meldet, Präsenz zeigen, auch wenn dies scheinbar nicht gewünscht wird und nicht frustriert aufgeben mit dem Gedanken "die hat doch eh kein Interesse mehr an unserer Freundschaft"...
Das ist alles andere als einfach und ist doch so wichtig.

Ich spreche da aus Erfahrung, eins meiner Familienmitglieder war in so einer Situation und nach einiger Zeit beinahe völlig isoliert. Alle hatten frustriert aufgeben wo anfangs noch viel Verständnis und auch Gespräche da waren, hieß es nach einiger Zeit nur noch "mein Gott, die is doch selber schuld, was is die auch so dämlich und trennt sich nicht endlich... der ist doch nicht mehr zu helfen".... so oder so ähnlich hieß es dann *snief*

Ich wünsch Dir, dass Du den Mittelweg findest, zwischen Da sein und dabei doch Dich selber nicht zu stark zu belasten. Das ist die hohe Kunst dabei - glaube ich.

Viele Grüße
Shawny

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