![]() | 05. Januar 2010 Und gerade im sexuellen Bereich (es war ja die Rede vom Kennenlernen auf einer BDSM-Seite) sind (vor allem Männer) eher visuell geprägt. Wo erzählt man sich denn so einen Unsinn ?Gerade im BDSM Bereich haben ganz andere Faktoren eine wesentlich höhere Gewichtung. Die meisten, ernsthaften, BDSM`ler sind nicht annähernd so oberflächlich wie die "Ball der einsamen Herzen", Ü30 Party, oder Swingerclubbesucher. Ja ja, der böse Mann/Dom der sich jetzt nicht mehr treffen will. Nur weil ihm mitgeteilt wurde, dass eine Brust entfernt wurde. Hat sich irgendeiner der hier schreibenden auch mal Gedanken darüber gemacht, dass das nicht unbedingt was mit der Amputation selbst zu tun haben muss ? Vielleicht liegt es ja daran, dass ihm erst so spät reiner Wein eingeschenkt wurde ? Ok, wenn man ein Problem damit hat tut man sich vll. schwer damit das in sein Profil oder die erste Mail zu schreiben. Aber bevor man sich verabredet sollte sowas zur Sprache kommen. Außerdem hab ich gelesen, dass die Dame noch in einer Beziehung ist (war) Das ist auch nicht jedermanns Sache. Evtl. sollte man erstmal sein Leben, in diesem Fall die kriselnde Beziehung klären, bevor man sich anderswo feilbietet. Hier hat es nun vier Seiten Beileidsbekundungen und moralische Unterstützung gegeben. Nicht das daran was falsch wäre. Aber keiner hat sich mal überlegt wie das abgelaufen sein könnte. Mal lapidar unter eine Mail gehangen. ... PS Ich nur noch eine Brust und bei mir können wir uns nicht treffen. Mein Mann hätte da was gegen. |
![]() | 05. Januar 2010 @Marc Also erstmal vorab: Das mit dem "Unsinn" könnte man auch charmanter ausdrücken, nech? *:) Und die gewagte These, dass Männer im sexuellen Bereich (und dazu zählt, im weitesten Sinne, auch die BDSM-Geschichte) eher visuell geprägte Menschen sind, jedenfalls mehr als Frauen, entstammt, nur mal so nebenbei, der Werbepsychologie (jaaa, sogar beim Vertrieb von Pornos etc. mischen die Psychos mit Und was das Thema "worum es beim BDSM wirklich geht" ist hier, glaub ich, nicht die Frage. Aber in einem Punkt muss ich dir Recht geben: Ich finde es auch nicht gut, dass hier vor allem auf dem Gegenpart herumgehackt wird. Schließlich hat er sich nicht wirklich daneben benommen. Er hat, würde ich mal vermuten, wahrscheinlich für sich entschieden, dass er mit dem Thema Brustamputation nicht umgehen kann / will. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Aber unabhängig davon, ob es sich um Überforderung oder Oberflächlichkeit (oder irgendwas in der großen Bandbreite dazwischen) handelt - zunächst mal sind diese Gründe vor allem menschlich. Und indem man hier über ihn schimpft, wird man ihn ganz sicher nicht ändern. |
![]() | 05. Januar 2010 Dabei war ich schon so charmant, wie es meine Natur zuläßt. Nun, ich sehe BDSM nicht als Teil der Sexualität. Aus diesem Grunde differenziere ich da. Insbesondere es sich ja bei diesem Thema hier um BDSM geht. Und indem man hier über ihn schimpft, wird man ihn ganz sicher nicht ändern. Ändern kannst du jemanden durch ein Forum ohnehin nicht.Trösten und moralisch unterstützen schon. Vielleicht auch helfen, indem du andere Sichtweisen aufzeigst. Das kann sich aber nur auf die Leute beziehen, die hier lesen und schreiben. Doch sicherlich niemanden, über den hier geschrieben wird. |
![]() | 05. Januar 2010 @Marc Na, du bist mir ja ein feiner Charmeur Aber im Ernst: Natürlich ist es verletztend, frustrierend und traurig für die TE, was da gelaufen ist. Aber wie bereits vorher erwähnt: Der Umgang mit (körperlichen) Abweichungen ist ein komplexes Ding. Und auch wenn die Betroffenen da sicherlich jede Menge blöde Erfahrungen machen, schadet es zumindest nicht, wenigstens mal zu versuchen, die "andere Seite" zu verstehen. |
![]() | 16. Januar 2010 Ich möchte den Mann in Schutz nehmen: Die wenigsten Menschen haben bereits eine Frau nach Brustamputation gesehen. Und was man nicht kennt, macht einem Angst. Ich finde, er hat sich zwar verletzend, aber ehrlich verhalten, was ich zu schätzen weiß. Grundsätzlich ist es vielleicht bei Erkrankungen oder Behinderungen immer hilfreich, sich auch in den Gesunden hineinzuversezten: Für diesen ist Gesundheit Alltag, er kennt sich mit dem Alltag/ dem Körper des Gegenübers nicht aus. Deshalb ist es bestimmt hilfreich zusätzlich Informationen über die eigene Krankheit anzubieten, z.B. Links im Internet. Als ich das erste mal eine brustamputierte Frau nackt gesehen habe (ich hatte zuvor nie Bilder davon gesehen), war ich schon etwas geschockt, muss ich zugeben. Mittlerweile ist es für mich normal. Jeder kann dies als Normalität kennenlernen, aber man muss ihm das Beibringen, befürchte ich. Vielleicht schließe ich zu sehr von mich auf andere, dann tut´s mit leid. In jedem Fall wünsche ich der Fragestellerin und allen anderen Betroffenen einen würdevollen Umgang und viel Spaß mit dem eigenen Körper und der Sexualität. |
![]() | 17. Januar 2010 Gerade im BDSM Bereich haben ganz andere Faktoren eine wesentlich höhere Gewichtung. Die meisten, ernsthaften, BDSM`ler sind nicht annähernd so oberflächlich wie die "Ball der einsamen Herzen", Ü30 Party, oder Swingerclubbesucher. Wie gut, dass in so einer ernsthaften Diskussion keine Vorurteile breitgeschlagen werden Was mich an der Diskussion wirklich stoert ist dass Brustamputation sang- und klanglos als "Behinderung" benannt und auch akzeptiert wird. Was soll daran bitte eine Behinderung darstellen? Fuer mich ist das eine Reduktion auf "Funktionalitaet", die ich erschreckend finde. |
![]() | 17. Januar 2010 kleine ti...., große ..tt.., künstliche ....en, oder gar keine möpse - was soll's. wer sich auf form, vorhandensein größe und zustand von möpsen reduziert oder reduzieren lässt - bitteschön, selber schuld! wenn nun mann (oder frau) nicht versteht, dass es jemand mit brustamputation nicht leicht fällt den richtigen zeitpunkt zu finden, der zeigt schon recht viel von verständnis und einfühlungsvermögen, das gerade bdsmler doch immer wieder betonen. |
![]() | 17. Januar 2010 @TravelingMiles: Eine Brustamputation IST eine Behinderung! Das hat rein gar nichts mit dem Beschränken auf Funktionalität zu tun. Abgesehen von der körperlichen Deformierung - da fehlt plötzlich ein Stück, der Körper ist asymmetrisch, frau hält und bewegt sich (zunächst) schief und wenn die Lymphknoten auch noch entfernt wurden, sind so feine Dinge wie Sauna, Sonne, Solarium, Massagen, auch Bondage (schließlich geht es hier auch um BDSM) schlichtweg "verboten" -, geht mit so einer OP eine mehr oder minder schwere seelische "Deformierung" einher. Diesmal hat es eben nicht nur die anderen getroffen, Krebs kann nach wie vor tödlich verlaufen und die Angst vor einem Rückfall gehört zum weiteren Leben dazu. Sicher könnten wir uns hier lange und trefflich streiten, wie Behinderung definiert wird und ob Menschen, die sich den Anblick einer deformierten oder nicht mehr vorhanden Brust ersparen wollen, jetzt alle an den Pranger gehören. (Sie gehören nicht dahin.) Es ist eine besch... Erfahrung, mit so einer Diagnose und den Folgen leben zu müssen und auch wenn ich mich nicht auf meine Brust reduzieren lasse, ich wäre lieber "komplett" geblieben. |
![]() | 17. Januar 2010 @TravelingMiles Einer sogenannten "Behinderung"liegt nach neustem Stand in der Tat eine ziemlich komplexe Definition zugrunde, bei der auch individuelle Faktoren berücksichtigt werden. Kleines, natürlich überspitztes Beispiel: Der Verlust einer Fingerkuppe wird für einen Lehrer möglicherweise schmerzhaft sein, aber nur unwesentliche Beeinträchtigungen mit sich bringen. Für einen Konzertpianisten wäre es eine Katastrophe auf der ganzen Linie! Wenn jemand also den Verlust einer Brust als Behinderung beschreibt, empfindet, dann betrifft das vor allem das eigene psychische Erleben. Und die Reaktionen der Umwelt sind, wie allein dieser Thread beweist, ja auch nicht durch die Bank weg positiv. Da wird es auf die Betroffene selbst ankommen, wie negativ das Erleben ausfällt. Für manch einen ist es eine Katastrophe, für andere übel, aber nicht zu ändern. Wenn sich jemand in diesem Zusammenhang als "behindert" erlebt, dann ist der Begriff m.E. durchaus angebracht. |
![]() | 17. Januar 2010 Wenn sich jemand in diesem Zusammenhang als "behindert" erlebt, dann ist der Begriff m.E. durchaus angebracht. Ich seh den Punkt durchaus. Ich bekomme allerdings auch mit, wie "Behinderung" Terminologie benutzt wird, um Betroffene auszugrenzen als waeren sie irgendwie weniger wert. Nicht hier, aber anderswo. Von daher versuche ich eigentlich davon wegzukommen von der Idee, dass wir bestimmten Normen genuegen muessen... "koerperliche Vollstaendigkeit" ist nur eine davon. Die Gedankengaenge hinter meiner Aussage waren also alles andere als trivialisierend, aber die Aussage selbst wohl etwas sehr knapp |
