Praktiken um einen Mann zu dominieren

19. Juni 2010

Was mich an dieser Stelle jetzt einmal interessieren würde: Weiß jemand zufällig ob es "irgendwann" mal wirklich eine feste Lexikon-Definition gab oder so...? Hab leider gerade keins hier und Wikipedia zählt gerade mal nicht *baeh*

Die frühen Definitionen kamen von außen und waren medizinisch orientiert. Was von den Beteiligten selber kam, entstand (zumindest als es nicht nur kleine abgeschlossene Zirkel mehr gab, sondern eine breitere Diskussion) recht schnell augenzwinkernd die Abkürzung BDSMNOP, eben weil es sich nicht ganz genau abgrenzen und beschreiben läßt.
Was ich vom jüngeren wissenschaftlichen Disurs gelesen habe, so ist dort eher die Rede von "Neosexualitäten" (Sigusch) o.ä., ohne daß es da jenseits von Aufzählungen jeweils genauere Definitionen und Unterscheidungen gibt, jedenfalls wenn man sich nicht wieder auf den alten ICD-Standpunkt zurückziehen will.
19. Juni 2010

Das BDSM zum Teil noch immer als Geisteskrankheit gilt (laut ICD-10), das setzt dem ganzen noch die Krone auf...

Genie und Khaos liegen nahe beieinander.
19. Juni 2010

Für die "amtliche Definition" könnte man z.B. ICD (F65.5) oder DSM (302.83, 302.84) heranziehen. Dabei sollte man beachten, dass ICD in vielen Fällen einfach Symptome beschreibt, ohne sich festzulegen ob eine "Behandlung" notwendig ist (gerade bei den Persönlichkeitsstörungen steht ja auch was drüber von "persönlichem Leiden"). DSM kommt aus der Psychiatrie und verfolgt den Ansatz dass nur dann eine Erkrankung vorliegt wenn es dem Betroffenen oder seiner Umgebung Probleme bereitet; dafür wird da auch wert drauf gelegt dass DSM eben nur eine Klassifikation für klinische und Forschungszwecke ist und keinen Anspruch hat in anderem Kontext (Alltag, juristisch) passend zu sein.
Für praktische Zwecke würde ich ja sagen "BDSM ist was man draus macht", solange wir nicht eine ellenlange Liste an Bezeichnungen für die unterschiedlichen (Teil-)Praktiken haben wird's halt nicht genauer als "Soft-BDSM" für die Plüschhandschellen und "Streichelpeitsche" bis "Hardcore-BDSM" wo die Subs dann "so richtig was abbekommen".
Viel wichtiger als solche Haarspaltereien um die Begriffe ist aber die Erkenntnis dass Verhalten, und speziell sexuelles Verhalten, eben nicht in Schubladen passt: hier die SMler, dann lange nichts und da die Blümchenkinder. Jeder hat da andere Grenzen, und sie sollte man respektieren und nicht die Leute deswegen abwerten (hey, es muss ja keiner irgendwas mitmachen).

Zur Kommerzialisierung nochmal... Was ich da meinte ist Folgendes:
Es gibt inzwischen eine Menge Literatur (vor allem Belletristik) die ihre Handlung aus dem BDSM-Umfeld zieht (oder aus dem was der Autor dafür hält), in jeder Stadt findet man inzwischen SM-Studios und eine Menge Porno enthält SM-Elemente, ganz zu schweigen von den Fällen wo in Kunst, Werbung, "Reportagen" etc Elemente des SM gezeigt werden um Aufmerksamkeit und ggf. Einschaltquote zu erzeugen. Würden die sich alle an Khaos' Einstellung zu SM halten würde das die breite Masse doch ganz gut abschrecken, die Jugenschützer würden Sturm laufen und das Geschäft wäre dahin... also nimmt man die "weichere Seite", stellt das Ganze als "gerademal kinky" da und freut sich über die Euros.
19. Juni 2010

Ein Austobethread *g*

Das was sich für jemand wie SM anfühlt ist für ihn /sie eben SM. *schulterzuck

Oder hat jemand ein Patent auf die Begriffe die BDSM behinhalten? Gibt es ein Zertifikat, einen Club für den man ein Aufnahmeritual durchstehen muss?

Sich an Begrifflichkeiten und Abgrenzung zu reiben finde ich auch albern. Die tun im SM Bereich tatsächlich Not, spätestens im dirketen Kontakt. Da kann man dann nur noch entspannt weghören, wenn man außschließt mit neuen Menschen zu spielen. Dann gibtes natürlich Begriffe wie SSC und RACK und Soft SM, die man nicht neu erfinden muss, nur um super entspannt zu sein und einfach total anders.

Wenn "hauen" im Raum steht und der eine versteht darunter sanftes Spanking und der andere eine harte Flagsession, sollte das vorher angesprochen werden.

Wenn jemand "devot" sagt und meint damit passives Liebesspiel, bei denen der "Devote" bedient wird...und ein anderer meint "devot" bedeutet u.a. DEINE Lust ist meine...(sehr grob gesagt)...ist eine Klärung m.E. sinnvoll.

Für mich ein klares JA zu einer bunten SM Welt, in der all die Platz haben, die dort ihren Platz suchen. In dem Vertrauen darauf, dass Begriffe dann auch bekannt sind und es nicht zu ärgerlichen Mißverständnissen kommt.
19. Juni 2010

Ursache und Wirkung. Die Kommerzialisierung liegt auch an der veränderten, aufgeschlossenen Einstellung der Menschen gegenüber der Sexualität. Auf der anderen Seite kommen die Menschen durch das kommerzielle Angebot auf die Idee, sich mit SM zu beschäftigen. Und das Angebot umfasst sowohl Plüsch als auch Stahl.
Und Kommerz wäre keiner, wenn er nicht jede Richtung bedienen würde. Solche Befindlichkeiten haben in der Sexindustrie bisher keine große Rolle gespielt.
Außerdem gibt es im Internet genügend Bastelecken, wo über die Herstellung von Spielzeugen gefachsimpelt wird.
Ich kann also die Gedankengänge über verschiedene Neigungen und Kommerzialisierung nicht nachvollziehen.
Mir ist das auch alles wurschtegal und bleibe bei meiner Meinung, eine Peitsche aus Handschuhleder ist nicht das geeignete Mittel, um jemanden, schon gar nicht einen Mann, zu dominieren - auch, um mal beim Thema zu bleiben.
19. Juni 2010
@Pixy

Das kann ich so nur absolut unterschreiben - klasse Posting und ein ganz klares PRO für eine "bunte SM-Welt", genau so wie du sie beschreibst. Wobei wir uns alle sicher einig sind das man vor einer Session sowieso überhaupt einmal mehr oder weniger genauestens abklären sollte was O.K. ist und was nicht *g*

Gruß

kaze
19. Juni 2010

Diese Diskusion, die hier gerade läuft, hat mit dem eigentlich Thema nicht mehr viel zu tun und sollte hier bitte auch nicht weiter diskutiert werden, da das eigentliche Thema zum erliegen kommt!!!

THX und Liebe Grüsse
19. Juni 2010
?

@Night_Fall: ist das ein offizieller Kommentar???

Das Thema wurde vor 3,5 Jahren eröffnet und ist sehr offensichtlich für die TE auch nicht mehr interessant. Ich meine, in einem solchen Fall ist ein zerchatten wenig schädlich.

Ein neues, frisches Thread zu einem ähnlichen Thema zu eröffnen ist sicher möglich und auch etwas vielversprechender als in einer so altes Thema zu schreiben. Meine Meinung.
19. Juni 2010
@ Pixy

genau vor 3,5 jahren entstanden und seite ca nem 1/2 jahr wieder recht aktiv diskutiert

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