Ich halte Cuckolding für eine Art Masochismus, nur eben auf einer Ebene, bei der das ganze nicht körperlich ausgelebt wird. Bzw. für Sadismus - vom Part der Frau aus gesehen. Es ist eine Art Rollenspiel. Das heißt: wer im sexuellen Bereich Cuckold ist, kann im "richtigen" Leben u.U. im familiären Bereich durchaus eine gleichberechtigte oder sogar tonangebende Rolle spielen
Wie auch bei den körperlichen SM-Praktiken setzt das Ganze unter anderem ein wirklich sehr gutes Kennen des anderen voraus und ein gutes Einfühlen, ein klares Abstecken der Grenzen und ein Einvernehmen, wenn sie erweitert werden.
Was Cuckold_Peter geschrieben hat mit den Kategorien (c1, c2, c3) ist so eine Art Schubladensystem. Ein Versuch "härter" oder "weniger hart" voneinander zu trennen. Aber es ist eben nur ein Versuch, das Cuckolding hat sehr viele Facetten... und vermutlich gibt es auch ebenso viele Gründe, weshalb man dazu kommt. Und zum Schluss passen eben viele nicht in die Schubladen, entdecken die ein oder anderen Dinge, die zu c1 oder c3 passen, passen aber nicht wirklich irgendwo rein.
Immerhin interessant: vor 5 Jahren kannte ich den Begriff kaum, heute gibt es unzählige Seiten im Netz dazu, Bilder dazu, Literatur darüber.
Ich habe selbst solche Neigungen, und bin recht froh, dass das Ganze inzwischen so thematisiert ist. Die Toleranz gegenüber solchen Neigungen ist nämlich auch bei sogenannten "toleranten" Menschen die diese Neigung nicht haben, meiner Erfahrung nach teilweise recht unterschiedlich. Und das gibt einem schnell das Gefühl, irgendwie eine Neigung zu haben, zu der man selbst nicht stehen kann.
Die Reaktionen auch bei befreundeten Swingern reichen von: "Okay, nicht mein Ding, aber mir egal." über Männer, die sich das (was ja okay ist) zu Nutze machen, Personen die es amüsiert

bis in Einzelfällen hin zu Kopfschütteln, Aggressivität und Beleidigungen (habe ich selbst in einzelnen Fällen erlebt).
Woraus ich schließe, dass es Menschen gibt, für die so ein Cuckold der "Abtörner" und Stimmungskiller schlechthin ist. Oder Cuckolding jedenfalls krass gegen das geht, was man für "normal" hält. Mir ist es deshalb auch lange Zeit nicht gerade einfach gefallen, zu diesen Neigungen zu stehen... Anfangs nicht mal gegenüber meiner Partnerin

die anfangs etwas befremdet reagiert hat, die inzwischen allerdings durchaus einigen persönlichen Nutzen daraus gezogen hat, um es mal so vornehm auszudrücken
Das heißt auch nicht, dass ich immer ein Cuckold bin. Aber ganz prinzipiell gefällt es mir sehr gut, eine Partnerin zu haben, die eher die bestimmende Rolle im Bett hat (die muss ich im Alltagsleben leider ohnehin allzuoft einnehmen...) und lasse mich da gerne führen. Und in gewissen Grenzen auch gerne mal ein wenig von ihr "seelisch auspeitschen..." - um es mal so zu formulieren.
Ganz sicher gibt es in dieser Community einige, die Cuckolds sind und ein paar davon, die es noch nicht mal so richtig entdeckt haben. Und eine ganze Reihe von Mitgliedern, die zu diesem Thema nur den Kopf schütteln können...
Viele Grüße
K.