![]() | 16. April 2008 Ist Prostitution unethisch? "Für soetwas wäre ich mir zu schade", schreibt mir Sibylle. "Ich bekomme auch Sex, ohne dafür zu bezahlen", schreibt dagegen Georg. Seit Dezember 2001 gibt es ein Gesetz in der BRD, das die Rechtsverhältnisse Prostituierter klärt. Seither ist Prostitution in Deutschland legal. Legitim ist sie für viele deswegen noch lange nicht. Wer sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt in Anspruch nimmt, tut es heimlich und schweigt darüber, um der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen. Offene Freundschaften zu Prostituierten? Undenkbar! Wer möchte schon mit "soeiner" befreundet sein. Begriffe wie Nutte, Hure, Prostituierte oder Professionelle konnotieren nach wie vor negativ und abwertend. Ein Schwein ist, wer diesen schmutzigen Sex kauft, eine Schlampe, wer diesem schmutzigen Geschäft nachgeht. Das Bild des unfreiwillig zum Sex gezwungenen Opfers bleibt noch dasjenige, bei dem die Frauen am besten wegkommen. In einer Gesellschaft, die ihre sexuelle Aufgeschlossenheit propagiert, unter Menschen, die die Abenteuer ihrer Lust wie Heldentaten feiern, ist dies ein Armutszeugnis. Als Hostess begegnen mir auch im JC, in dieser Community für stilvolle Erotik, viel Skepsis, Aversion und sogar offene Feindseligkeit. Der Zugang zu bestimmten Gruppen wird mir aufgrund meiner Tätigkeit verweigert oder man unterstellt mir in Diskussionen unlautere Absichten, ohne auf meine Beiträge einzugehen. Um dieser Problematik weiter auf den Grund zu gehen, möchte ich an dieser Stelle Argumente, Pros und Contras zu meiner eingänglichen Frage sammeln: Ist Prositution unethisch? Bitte schreibt nicht nur einfach eure Meinung, sondern begründet, wie ihr dazu kommt. Die Begründungen sind der Aspekt, um den es mir hier geht. Bleibt sachlich! |
![]() | 16. April 2008 In meinen Augen ist sie nicht unmoralisch, unsittlich oder wie man es auch immer nennen mag. Allerdings muss ich zugeben, dass ich in jungen Jahren ein wenig anders dachte. Man war doch zu sehr beeinflusst. Die eigene Meinung wurde zu sehr durch die Meinung des Umfeldes geprägt. Später hat man sich dann seine eigenen Gedanken gemacht und somit wurden Betrachtung und Standpunkt ein wenig verändert. Heute stehe ich diesen Dingen sehr offen gegenüber. Gehört es doch zu einer Gesellschaft als fester Bestandteil dazu. Woher kommt jedoch diese Ablehnung? Ich vermute aus Unwissenheit - was man nicht wirklich kennt, das lehnt man prinzipiell ab. Auch sehen sicher einige eine Bedrohung in der Existenz von Sexworkern. Und nicht zu vergessen, der negative Einfluss von Religion, welcher teilweise recht komische moralische Blüten trägt. Al |
![]() | 16. April 2008 Prostitution ... ... wird in großen Teilen der Bevölkerung unesthetisch bleiben, sich nur langsam in klitzekleinen Schritten der allgemeinen Toleranz nähern, und ist ohnehin schwer definierbar. Selbst wenn der Begleitservice akzeptiert werden würde, wäre der Straßenstrich noch lange nicht gesellschaftsfähig. Und viele Moralapostel gehen zur Nutte, viele Tolerante würden Ihren eigenen Kindern die Liebe zu einer Prostetuierten verbieten. Eingentlich kann es gar nicht sein, dass ein Gewerbe seit 5 oder 10 Tausend Jahren existiert, nicht toleriert wird, aber immerhin haben wir die gesetzliche Grundlage geschaffen und den Rest regelt die Gesellschaft in den nächsten 10 Generationen, vielleicht. |
![]() | 16. April 2008 ...doppelmoral... "käufliche liebesdienste" gibt es, so viel ich weiss, mindestens so lange, wie es auch die "biblische" zeitrechnung gibt... noch etwas früher waren die gesellschaftlichen regeln ohnehin noch einmal völlig anders, als wir es uns alle heute vorstellen könnten... prostitution ist doch hauptsächlich wegen dem unwahrscheinlich verlogenen umgang mit dem thema "sexualität", insbesondere durch "biblische gebote", etwas "verkommenes". obwohl jeder erwachsene mensch weiss, dass 99 prozent aller erwachsenen menschen sex haben, weil dies so selbstverständlich wie essen und trinken ist, "darf" ja keine lust damit verbunden werden. so was ist ja angeblich schrecklich unmoralisch. eine offene freundschaft mit prostituierten ist doch heutzutage nicht mehr "wirklich" ein problem, oder etwa doch? ehrlich gesagt, eine allen klischees entsprechende dame, wie auch ein entsprechender "gigolo", die beide möglicherweise nicht aus ihrer "rolle" schlüpfen - quasi nie wirklich feierabend machen - interessiert mich als freund tatsächlich nicht. mich interessiert der mensch, nicht die rolle, die er/sie im job spielt. ein offener und ehrlicher umgang mit der sexualität würde vielleicht sogar dazu führen, dass wesentlich mehr menschen zu hause genau das bekommen, was sie mögen - auch die "schweinereien", die eigentlich hauptsächlich den "profis" zugestanden werden. wer beim eigenen partner nicht wirklich sich selbst sein kann, hat ein ganz grundsätzliches problem, würde ich meinen. insofern haben die "prostituierten" in meinen augen sogar eine ganz besondere "funktion" in unserer gesellschaft - massenhaft "geistig-sexuellen" müll zu entsorgen ist ganz bestimmt kein einfacher job. vielleicht ist es diese ganz besondere mischung an "besonderen" erfahrungen, die ein mensch, der sich prostituiert, zweifellos sein/ihr eigen nennen darf: nicht selten kommen aus dieser ecke mehr oder weniger abschätzige bemerkungen über die männlichen vertreter der menschlichen rasse. auch wenn die eigene kundschaft noch so abartig und/oder schweinische wünsche erfüllt haben will: rund drei viertel der männlichen bevölkerung nimmt die entsprechenden dienste keinesfalls in anspruch - zumindest statistisch. diese "schweigende" mehrheit wiederum kann wohl keinem/r prostituierten wirklich etwas "vormachen", was sexuelle dinge anbetrifft - zumindest, was das "technische" anbelangt. eine allzu "überhebliche" betonung auf dieses "wissen" ist leider doch einigen vertretern dieses gewerbes nicht abzusprechen. mitunter wird die ganze menschheit nur noch schlechtgeredet. einige wenige vertreter sorgen also für eine eher grosse abneigung - in beiden "gruppen". unsere "moderne" westliche gesellschaft toleriert zumindest mehr oder weniger "offen" prostitution - andere tun das nicht. teilweise werden sogar mehr als nur drastische strafen nicht nur angedroht, sondern auch ausgesprochen. da aber fast auf der ganzen welt die "kirchliche moral" welcher glaubensrichtung auch immer die "spielregeln" für das gesellschaftliche zusammenleben vorgibt, kommen wir alle letztlich nicht wirklich weiter. so lange sexualität verlogen bleibt, so lange wird auch die prostitution in verruf bleiben. lg! |
![]() | 16. April 2008 ...definition... In wie fern läßt sich denn Prostitution definieren ? Ist es Prostitution wenn die entsprechende Dame (vielleicht auch Herren) Geld für die Dienstleistung erhalten ? Oder ist es schon Prostitution in der Tatsache, das ein Mann (oder auch Frau) Geld dafür bezahlt um mit dem entsprechenden Geschlecht Verkehr zu haben. Was sagt ihr ? |
![]() | 16. April 2008 Mottenkiste??? Ist Prostitution WAS??? UN-ETHISCH? (unethisch, @marudi, nicht unesthetisch, das ist wieder ein anderes Thema! Boah. Wer argumentiert denn heutzutage noch so? Fangen wir doch mal damit an, zu fragen, was denn ethisch ist und vor allem, wer definiert, was ethisch ist... Meistens wird mit Begriffen wie Ethik und Moral ja leichtfertig herumgeworfen, ohne sich überhaupt gedanklich profund damit zu befassen. Ich glaube nicht dass Dinge wie das persönliche Sexualleben heute noch einer allgemeingültigen Ethik unterworfen sind. Zu deutsch: ich entscheide doch heute weitestgehend selbst, was für mich in sexueller Hinsicht akzeptabel ist und wo meine Grenzen beginnen. Das tut nicht mehr die Gesellschaft, so wie es früher der Fall war. Oder? Seh ich das zu naiv? Ich weiß es nicht denn ich habe noch nie als Prostituierte gearbeitet, daher kann ich nicht beurteilen ob die Gesellschaft das noch offen oder hinter vorgehaltener Hand missbilligt. Ich komme aus Hamburg und gehe wie viele andere Hamburger gern und oft auf dem Kiez feiern. Klassisches Revier fürs horizontale Gewerbe. Die Mädels, die ich da herumstehen sehe, unterscheiden sich optisch heute doch kaum noch von den aufgezäumten Weibern, die da sonst so herumstöckeln. Sie stehen da halt herum, zupfen an ihren Glitzerhotpants, machen ab und zu mal einen Mann an (lassen es aber auch ganz schnell bleiben wenn sie merken dass der in Damenbegleitung ist) und haben ein Gesundheitszeugnis in der Tasche... ich finde das schon fast bürgerlich. (Ich rede jetzt nicht vom schmuddeligen Drogenstrich um die Ecke, das ist ein ganz anderes Thema aber das meinte die Threadstellerin sicher auch nicht.) Huren verdienen ihr Geld, indem sie ihren Kunden sexuelles Vergnügen verschaffen. Ja, und? Da kräht doch heute kein Hahn mehr nach... ich denke, ich könnte das nicht, denn da gehört eine psychische Konstitution zu, die ich nicht habe. Aber dass ich auf die Idee käme, das unmoralisch bzw unethisch zu finden. Nö. |
![]() | 16. April 2008 Ich mag Huren ... ... und wenn ich eine Frau geworden wäre, wäre das vermutlich der weg gewesen, den ich beschritten hätte. Ich habe weder Probleme damit, Geld oder Geschenke dafür zu bekommen, noch Probleme damit, wenn dies ein anderer tut. Viel schlimmer sind diejenigen, die LIEBE vorgaukeln, um SEX zu bekommen und wenn sie ihn dann haben, ist alles plötzlich vorbei. Und die Frauen fallen REIHENWEISE darauf herein. Jeden Tag hier nachzulesen: »Er meldet sich nicht mehr, ...« usw. |
![]() | 16. April 2008 Das man solch eine Frage erst stellen muß. Aber man sieht wie wir Menschen das mit dem Sex (hier jetzt Bezahlsex) einfach nicht gebacken bekommen. Eigentlich eine einfache Sache, aber denoch scheint es für viele was ganz schlimmes zu sein. Abwertung Billig Machtspiele Verkauft sich unter Wert Sooooo ultrawichtig ... ... ....und das alles wegen Sex. |
![]() | 16. April 2008 also... wenn ich geldsorgen hätte, dann würde ich mir hier nebenzu geld verdienen. ich sehe darin nichts verwerfliches, das ist ein job wie jeder andere. wie viele frauen werden durch geschenke, urlaube bezahlt und merken das gar nicht? wenn der chef seiner sekretärin schmuck schenkt für erbrachte leistungen. wenn der verheiratete mann hier im joylcub die dame des begehrens auf einen kurzurlaub einlädt. ich kenne einige männer hier im joy, die sehr wohl bereit sind dafür geld zu zahlen und sich abslolut nichts dabei denken. warum sollten wir frauen denn darüber sinnieren? wenn es freiwillig geschieht, warum nicht! sin |
![]() | 16. April 2008 Kommt drauf an.. Grundsätzlich bin ich der Meinung, man sollte dieses Gewerbe zweigleisig betrachten: Ethisch finde ich Prostitution, die freiwillig und aus Liebe zum Beruf erfolgt. Ich kenne selbst einige Damen, denen ihr Job als Hure wirklich viel Spaß macht. Sie fühlen sich dadurch begehrt und haben ihren festen Kundenstamm, sind aber jederzeit in der Lage zu sagen, dass sie den Beruf nicht mehr ausüben möchten, um sie anderweitig zu orientieren. Übrigends: Ich weis von einer guten Freundin aus dem Gewerbe, dass sie den Begriff "Hure" recht gern mögen, weil der nach der Wortherkunft soetwas wie "lieb" und "begehrt" heißt. Unethisch finde ich die Prostitution, die -in welcher Form auch immer- mit Zwang verbunden ist. Sei es durch Zuhälterei, Geldsorgen oder Drogen-Beschaffungsproblemen...Die Frauen arbeiten in diesem Kontext nicht, sondern leiden. Sie machen es nur, weil sie es müssen! Das widerspricht meinem moralischen und somit meinem ethischen Verständnis. |
![]() | 16. April 2008 Für mein sittliches Verständnis ist Prostitution absolut nicht unethisch, Allerdings können die Bedingungen, unter denen Prostitution manchmal ausgeübt wird, gelinde gesagt ziemlich unwürdig sein. Einige meiner Vorredner haben schon einige schlaue Sachen darüber geäußert, weshalb ich deren Argumentationslinien nicht wiederholen möchte. Ich sehe im Prinzip auch erst einmal den Menschen, deshalb könnte ich auch nicht wie Duane verallgemeinernd schreiben: ich mag Huren Ich habe in jungen Jahren mal mit einer Hure in einer WG gewohnt und durch sie gelernt, etliche schräge Gedanken und anerzogene Vorurteile abzulegen (wobei ich einige schräge Fantasien wiederum ihr zu verdanken habe, danke Elvita!). Womit ich weniger gut klar komme und was in meinen Augen manchmal durchaus "unethisch" ist, sind die miesen Arbeitsbedingungen, mit denen sich Huren heute nach wie vor immer noch rumschlagen müssen (auf das Thema bezogen: eben auch die geringe Akzeptanz ihres Berufes), auf die ich aber jetzt im Einzelnen nicht eingehen möchte. Meine Gedanken über Männer, die zu Huren gehen, will ich jetzt nicht niederschreiben. Nur so viel: JEDER Mann, den ich bisher danach gefragt habe, hat von sich behauptete, ihm fehle da JEGLICHE Erfahrung. |
![]() | 16. April 2008 na klar! ich hab auch schon einige männer gefragt, ob sie schon mal für sex bezahlt haben und alle sagten NEIN!!! NIE!!!! ICH DOCH NICHT!!! klar jungs..darum ist es ja das älteste gewerbe der welt sex sells das ist wie mc d keiner isst die verdammten burger, aber die machen komischerweise milliardenumsätze :-))) aber mal andersrum, wer von uns frauen würde für sex bezahlen? sin |
![]() | 16. April 2008 unter Umständen wieso nicht? angenommen ich wäre eine wohlhabende Geschäftsfrau, Single und in einer fremden Stadt unterwegs... wieso sollte ich nicht für charmante Gesellschaft und wirklich gut gemachten Sex bezahlen? ein ethisches Problem hätte ich damit jedenfalls nicht... |
![]() | 16. April 2008 @sin69 ... oder (um den Faden weiter zu spinnen) ich wäre steinalt, völlig am Zerbröckeln, keiner guggt mich mit dem Arsch mehr an ... Ach .... Never say never .... |
![]() | 16. April 2008 aber seltsam ist... dass eine männliche hure einen besseren status hat wie eine weibliche. eine männliche macht es meistens aus spass und sieht immer super aus eine weibliche ist eher runtergekommen und hat es immer nötig so mein eindruck und ja, ich würde sehr wohl dafür bezahlen und ich steh dazu! sin |
