We are Family

11. April 2008
We are Family

Hallo diskussionsfreudige Gemeinschaft,

heute soll es um das Thema Familie gehen. Genauer um die Fragen: Wie stark bestimmt unser familiäres Umfeld unsere eigene Persönlichkeit, sind wir unveränderliches Ergebnis unserer Erziehung?

http://www.joyclub.de/magazin/we_are_family.html

Wenn ihr den Text gelesen habt, was sagt ihr zu den darin aufgestellten Thesen? Habt ihr ähnliche Beobachtungen/Erfahrungen in der Beziehung zu euren Eltern gemacht? Wart ihr Einzelkinder oder hattet ihr Geschwister? Sind euch die vorgestellten Persönlichkeitsprofile der Kinder vertraut? Beobachtet ihr ähnliches bei euren Kindern? Kurzum, lasst uns an eurem Erfahrungsschatz zum Thema teilhaben!

In diesem Sinne:
freeman
11. April 2008
Der Link ...

... funktioniert leider nicht.
Oder besser: Es öffnet sich zwar eine Seite, aber es erscheint kein Text. *snief*
11. April 2008

Oh, wer weiß, was da los war ... Geht jetzt auf jeden Fall!

In diesem Sinne:
freeman
11. April 2008
zweitgeboren!

Leider habe ich keine Zeit mehr - weder, um den Text komplett zu lesen, noch, um hier ein allumfassendes Statement dazu abzugeben.

Als Zweitgeborener finde ich mich allerdings ziemlich gut beschrieben - mit allen Vor- und Nachteilen.

Eine differenziertere Meinung folgt ...
11. April 2008
interessant

da spiegeln sich bereits gemachte erfahrungen wieder- mutiges thema in swingerseiten-
11. April 2008
Na ja....

Erst einmal ein Lob von mir bezüglich des Links. Ich finde es gut, wenn Menschen sich mit sich selber auseinander setzen uns sich fragen, "warum bin ich eigentlich so, wie ich bin?". Und das hier die Familie und das soziale Umfeld eine große Rolle spielt, steht völlig außer Frage. Denjenigen Lesern also viel Spaß bei der Analyse der eigenen Person!

Jetzt aber noch eine kritische Anmerkung bezüglich des Beitrags Vater-Mutter / Tochter-Sohn von mir:
Sich hier auf die Psychoanalyse zu beziehen, finde ich sehr riskant, da der liebe Herr Sigmund Freud seine Thesen vor gut 100 Jahren aufgestellt hat und dieses Modell doch mittlerweile recht veraltet ist. Die Theorie des Ödipuskomplexes, die hier benannt wird, gehört langsam aber sicher ins Altpapier. Ich wundere mich sehr, dass sie immer wieder verbreitet wird.
Bezüglich der PartnerInnenwahl wäre es sicherlich interessanter, sich mit heutigen psychologischen oder sozialwissenschaftlichen Theorien zu begnügen.

Des Weiteren ist in dem Artikel die Rede von der engen Beziehung zur Mutter (90%). Es bleibt leider außer Frage, warum die meisten Kinder eine engere Beziehung zur Mutter haben. Das lässt ja fast darauf schließen, dass der Mann außer Stande ist, eine enge Beziehung zu seinem Kinder aufzubauen. Dies wäre ein naturalistischer Ansatz. Es muss jedoch klar gestellt werden, dass wir immer noch in alten Rollenmustern verharren. D.h., dass in den meisten Fällen immer noch die Frau die Sorge, Pflege und Erziehung der Kinder übernimmt, während der Mann arbeiten geht. Natürlich gehen auch Frauen heute arbeiten, zumeist verdienen sie jedoch nur ein "Zubrot" oder sie haben eine Doppelbelastung, wenn nicht eine Dreifachbelastung, d.h. arbeiten gehen, Haushalt und Kinder erziehen.
Fest steht jedoch, dass zumeist die Mütter ihre Kinder erziehen und sich viel mehr Zeit für sie nehmen, während der Papa oftmals nur Wochenendvater ist und sich aus der Erziehung weitgehend raus hält.


Liebsten Gruß,

der weibliche Part vom emo-paar

*wink*
11. April 2008
oh mann

jetzt weiss ich warum die harmonie zwischen mir und meinem partner einfach nicht stimmen kann *roll*
11. April 2008
guter Ansatz

... oder besser gesagt, gute Übersicht über das Thema. Macht Lust auf mehr und genauer.

Dass allerdings nur 10% der Deutschen mit ihrem Vater besser zurechtkommen sollen, ist mir neu. Das kann auch gut damit zusammenhängen, was emotionalespaar geschrieben hat, nämlich dass die meisten Kinder ihren Vater seltener sehen als die Mutter. Ein Unding, in meinen Augen, aber manchmal hat eine Familie keine Wahl. (letztendlich aber - traue keiner Statistik, ... ... )

Sehr interessant auf jeden Fall. Die These mit dem Einzelkind (auch von Freud abgeleitet, vermute ich) hat mich leider voll getroffen *ggg* Das fand ich ganz amüsant; habe auch noch nie so darüber gedacht.

Wer interessante Seiten zum Thema empfehlen kann - ich bin interessiert! *g*

bonsoir

die F
11. April 2008
wirklich interessant

da erkennen wir doch einige paralelen-sehr interessant
laura
11. April 2008
hmmm...

ich finde das ganze ziemlich stark pauschalisiert.

sicherlich gibt es einige menschen, die genau so ticken, wie hier beschrieben, vielleicht sogar, weil sie in "standard - familien" aufgewachsen sind (vater, mutter, zwei kinder, vater geht arbeiten, mutter bleibt zuhaus bei den kindern).

aber gerade in einer zeit, wo die standard - familie eben nicht mehr die regel, sondern eher die ausnahme ist, bin ich der meinung, dass man diese kategorien "erstgeborener, zweitgeborener... einzelkind" nicht auf alle herunterbrechen kann.

es kommt auch auf die erziehung an und auf die sozialkompetenzen, die den kindern mit auf den weg gegeben werden - nicht nur auf die familienkonstellationen.
11. April 2008

Hmm... was soll ich dazu sagen?

Sicher beeinflussen die Eltern immer die eigene Persönlichkeit, indem sie einem die Grundzüge fürs Leben mit auf den Weg geben, wer das leugnet lügt schlicht und ergreifend.

Die Frage ist nur, was man selbst aus diesen "Grundzügen" fürs Leben macht. Reflektiert man sie um heraus zu finden, ob sie überhaupt zu einem selbst passen oder nimmt man sie als gegeben hin. Sucht man vielleicht einen Kompromiss, also einen Mittelweg zwischen den von den Eltern gegebenen Grundzügen und dem Gegenteil davon?

Klar ist eines:
Die Familie muss keinesfalls das eigene Leben bestimmen und man kann auch ohne Familie durchaus sehr gut leben.

Ich selbst habe meinen Vater verloren als ich 15 war und habe mich von meiner Familie abgewandt, als ich 22 war. Geblieben ist mir nur meine Oma mütterlicherseits von diesem Familiengebilde. Alle anderen passen mit ihren Ansichten, Werten und Normen nicht in mein Leben, weshalb ich keinen Kontak mehr mit ihnen pflege.

Und wie soll ich sagen?
Es geht mir blendend. Nein, sogar deutlich besser als vorher, denn ich habe eben nicht mehr dieses Gefühl diesem besonders engem Familiengebilde genügen zu müssen, habe nicht mehr das Gefühl ich könnte meine Familie enttäuschen, wenn ich mein Leben nach meinen Wünschen gestalte, usw. Ich fühle mich seither einfach frei, weil ich einfach wirklich MEIN Leben leben kann, so wie ICH es möchte und wünsche und nicht so, wie es sich irgendwer vorgestellt hätte.

Seit ich diese Freiheit und dieses irre Gefühl, mit mir im so weit im Reinen zu sein habe, habe ich auch nicht mehr das Gefühl, als würde irgendwas fehlen, nur weil ich mit meiner Familie keinen Kontakt mehr pflege.

Aber dies ist nur mein Weg, den kein anderer gehen muss, für mich war es der richtige.
13. April 2008
Unsere Famile: Segen - Fluch - Schicksal ???

Hallo,

ich finde den Artikel sehr interessant, die Theorien von Freud, Adler und anderen sind immer noch aktuell.

Natürlich bedarf es bei der Bewertung teilweise einer Erweiterung/Verfeinerung gestützt durch tiefenpsychologische Studien, die es ja auch gibt.

Das Wichtigste ist doch, dass wir erkennen, dass wir alle Individuen sind - einmalig.

Die Familie, insbesondere die Eltern prägen uns, dies kann uns teilweise auf dem Weg zur Selbstfindung u.U. hinderlich sein.

Wir müssen einfach erkennen dass es so ist, umso besser können wir Verhaltensweisen unserer Eltern die wir kopiert haben und nicht gut finden, ändern.

Das Männer nicht geeignet sind, bzw. nicht Ansprechpartner für die Kinder sein sollen halte ich, wenn es so ist, für bedenklich.

Ich bin der Meinung, dass Männer ebenso eine emotionale Bindung zu den Kindern aufbauen können wie die Mutter, ohne "unmännlich" zu sein.

Es ist schwieriger weil von Natur aus die emotionale Bindung zur Mutter gegeben ist und die Kinder ersteinmal ablehnend darauf reagieren - ein Versuch ist es allemal wert.

Dafür muss jedoch Mann dazu fähig sein und sich nicht hinter Klischees verstecken.


Letzendlich gilt: Unser Schicksal sind zum größten Teil wir selbst...
13. April 2008
@Birky

Es ist schwieriger weil von Natur aus die emotionale Bindung zur Mutter gegeben ist und die Kinder ersteinmal ablehnend darauf reagieren - ein Versuch ist es allemal wert.

Entschuldige, aber in dieser Hinsicht muss ich dir vehement widersprechen. Der vermeintliche Mutterinstinkt, den du hier ansprichst ist bereits seit mehreren Jahrzehnten widerlegt und als Mythos entlarvt worden.
Es gibt schlicht und ergreifend keinen Mutterinstinkt, ansonsten würde sich beispielsweise auch nicht erklären lassen, warum manche Mütter ihre Kinder ablehnen oder verstoßen.
Die Hervorbringung des Mutterinstinktes diente einzig und allein dem Zweck, Frauen auf ihre Rolle als Mutter und Hausfrau zu reduzieren.


*snief2*
13. April 2008

Was der Artikel über die Prägung des Kindes aussagt, halte ich im Großen und Ganzen für zutreffend.
Ich bin in einer Familie aufgewachsen, wo meine Mutter trotz Ehe im Grunde eine alleinerziehende Mutter gewesen ist.

Mein Vater war auch einer jener Männer, die im Grunde keinen Familiensinn hatten und sich als reine Versorger verstanden haben.
Doch Kinder wollen einfach mehr als jemanden, der für Geld auf dem Bankkonto sorgt. Ich sage es mal so : Das kann Vater Staat ja auch, aber unter Vater verstehe ich einen Mann, der sich auch mit seinen Kindern beschäftigt, sich auch für ihre Sorgen und Gedanken mit zuständig fühlt und einen solchen Vater habe ich nicht kennengelernt.

Die These, dass nur jeder zehnte Teenie sich besser mit dem Vater versteht, klingt schon recht heftig und ob sie so stimmt, vermag ich nicht zu sagen, aber was ich in meinem Bekanntenkreis sehe ist, dass es da so einige alleinerziehende Mütter gibt und von den Vätern ist halt keine oder recht wenig Zuständigkeit für die psychischen Belange ihrer Kinder zu sehen.
Für so ganz abwegig halte ich diese These zumindest nicht.

Was die emotionale Bindung betrifft und auch das nachgemachte Konsumverhalten, denke ich, dass da auch viel Wahres dran ist.

Wenn ich heute darüber nachdenke, wie viel Mühe ich mir als Jugendliche doch gab, eine Raucherin zu werden, kann ich da nur mit dem Kopf drüber schütteln, aber meine Eltern haben auch geraucht und ich wollte auch so sein.

Dass Jungen weniger beschützend erzogen werden, sehe ich nicht so. Sie werden mehr verwöhnt und haben mehr Freiheiten, aber unabhängiger macht es sie eben nicht. Ich spreche hier von den allbekannten Muttersöhnchen, wobei gewiss nicht die breite Masse an Söhnen so wird, denke ich.

Wenn jemand für sich feststellt, dass er doch stark nach Prägungen lebt und nicht nach den eigenen Bedürfnissen, so ist da sicher ein Umlernen möglich.
Manche Ansichten meiner Eltern vertrete ich auch heute noch, aber andere Dinge sehe ich grundsätzlich anders, zum Beispiel die Tatsache, dass Kinder auch Erwachsene brauchen, die ihnen wirklich zuhören, und Emphatie zeigen.
13. April 2008
Mutterinstikt - Frauenbindung an Herd...

Du brauchst dich nicht zu entschuldigen,

ich kenne diese Studien nicht (noch nicht), ich sprach von Mutterbindung, nicht von Mutterinstinkt, die von Dir angedeuteten traurigen Fälle sind doch nicht repräsentativ...

Wer hat denn in der Regel die ersten Jahre am meisten Kontakt mit den Kindern, insbesondere körperlich???
Meinst Du nicht dass dies unser Leben prägt, gerade dann wenn unsere ersten "Muster" entstehen.

Dass Mutterbindung/Mutterinstinkt nur dazu missbraucht wird um Frau an Haus und Herd zu binden mag vielleicht irgendwann in grauer Vergangenheit so gewesen sein, ist heute wirklich nicht mehr aktuell

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