Einzelgänger

30. November 2007

@ selina: wenn man sich von egoismus als etwas negativesd istanziert sondenr es nüchtern betrachtet... Eine Mutter schüttet im Idealfall (also nicht bei den Blumentopf- und Kühlschrankindern der MEdien) Glückshormone aus, damit sie das Kind lieben und sich "opfern" um den Fortbestand der Art, der DNA zu sichern.
Es ist vielleicht kalt, grausam und unromantisch, aber für mich das einer Realität am nächsten kommt. Aber ich finde es nicht schlimm, weswegen auch? Der Mensch ist für mich nicht so weit vom Tier entfernt wie gerne der Anschein erweckt wird.


Zum Topic:
Ich habe da ein schönes Zitat von meinem Lieblingsphilosophen Nietzsche entdeckt:
"Einsamer! Du gehst den Weg zu dir selber! Und vorbei an dir und deinen sieben Teufeln!"
Das kann man sicher zu einem Tattoo Motiv umbauen... *grübel*
30. November 2007
...

pessimistisch betrachtet mag das vielleicht so sein....

aber ganz so sehe ich das nicht...und es ist nicht nur dna sichern...etc...
30. November 2007
Es gibt noch einen...

Einzelgänger. Auch ich kann inzwischen nicht mehr allzu genau sagen woran es liegt.
Ich habe in meinem Leben viele Freundschaften geschlossen und verstehe mich auch weiterhin mit allen ansich gut. Aber das sind alles nur oberfächliche Dinge. Man sieht sich irgendwann mal wieder, fällt sich vl. sogar in die Arme (küsschen) aber das wars auch schon wieder.
Mir fällt es dabei sehr schwer Menschen wirklich nah an mich heran zu lassen. Inzwischen habe ich mich damit so ziemlich abgefunden und gehe alleine durchs Leben,... resignieren wäre wohl der richtige Begriff.

Wie ich allerdings damit klar komme wenn ich erstmal alleine Lebe/Wohne,... daran mag ich im Moment nicht denken *gr*
30. November 2007

wenn das nur oberflächliche Dinge sind dann sind das auch keine Freunde.In meinem bekanntenkreis gibt es keine einzige Person die weiss wann ich Geburtstag habe,keine Person wo man nachfragen könnte falls ich mal verschollen wäre,keine Person die mir so nahe steht dass ich sie zu einer grossen Feier einladen könnte...
30. November 2007

pessimistisch betrachtet mag das vielleicht so sein....

aber ganz so sehe ich das nicht...und es ist nicht nur dna sichern...etc...

Naja, bleiben wir mal Realistich...
Auch eine Mutter ist eine Egoistin. Vor allem wenn sie allein erziehend ist - Ihr motiv liegt zwar darin, ihr Kind durch zu bringen - doch das wäre zu verallgemeinert.
Das Egoistiche denken, kann bereitz beim Einkaufen im Super markt statt finden. In dem man zb nur die sachen einkauft, die man persönlich am liebsten mag, ist ja schließlich auch das selbst verdiente geld was man dafür aus gibt....

Ein Thema über das man sich Tot Diskutieren kann - Sicherlich wird es ausnahmen geben, doch die Mehrheit bestätigt die Regel -> Menschen sind Egoisten!

@Kneter:
Oberflächlichkeit ist wie Süßes Gift - Wir spielen zu viel damit und liegen am ende trotzdem Falsch.
Wenn ich Oberflächlich bin, dann mach ich mir daraus ein Spiel und denk mir zum größten teil - wie wohl meine Gesellschaft so drauf ist. Dabei sind komischerweise immer die meisten entweder alle "Voll Pfosten" oder "Bitches"... Und das ohne mir wirklich ein Wort mit denen gewächselt zu haben. Viel Interessanter wird es dann, wenn du den Teufel direkt in die augen schaust und deine Oberflächlichkeit prüfst. Dabei stellt sich dann am ende raus - das zu 80 % meine Oberflächlichkeit, nur ein staub Korn vom Ganzen gewesen ist.

Wir lassen uns bei sowas viel zu sehr blenden und Vertrauen dabei auf unseren Instinkt, der ja weiß - wann wir uns wohl fühlen. Und was macht man am besten gegen sowas ? Man betäubt ihn (den verstand)
Dabei muß man nur wissen, ob einem die Meinung der anderen auch wirklich verletzten kann oder ob das auch nur eine oberflächliche Meinung ist, auf die wir aber als Einzelgänger verzichten können.

Du bist also Chef Masseur, arbeites du alleine oder hast du noch angestellte ? Oft sind es doch die personen, mit denen man am meisten zu tun hat, die einen doch auf eine art und weise beobachten. Und nach 2-4 Jahren gemeinsamer arbeit doch schon besser beurteilen können - als die Vermeintlichen gedachten Freunde.

"Einsamer! Du gehst den Weg zu dir selber! Und vorbei an dir und deinen sieben Teufeln!"
-> Cool, und wie wahr!
30. November 2007

@Mamboo

ich arbeite ganz allein,sozusagen in Fortsetzung einer ICH AG
01. Dezember 2007

hm, bist dann der erste Freiberufliche Masseur, der sich eine eigene "Praxis" nicht teilen brauch... Auf einer seite beneidenswert aber auf der anderen seite eine ganze menge arbeit, für einen allein..
Also dem nach auch eine kleine Praxis die von ihrer StammKundschaft lebt. Oder woran könnte es liegen, das du nicht mal einen Praktikanten bei dir hast - der die Büroarbeit für dich erledigt ?
01. Dezember 2007

ich hab mich eingemietet in einem Fitness Studio und arbeite völlig unabhängig von diesem.Habe mittlerweile etliche Stammkunden,die meisten sind aus dem Studio selbst.Der Raum hat ca 11m².So kann ich arbeiten wann ich möchte und wie ich möchte bzw kann alles anbieten was ich gelernt habe und noch weiterhin lerne.Insofern ist das KEINE klassische Praxis wie es sich die meisten vorstellen und aufgrund der ganzen Sache habe ich nicht so viel Schreibzeugs
aber das ist nicht Thema des Threads
01. Dezember 2007

Ah, nicht oberflächlich werden *g* Schreib kram direkt gehört zwar nicht zum Thema, aber ob der schreibkram von wem anders gemacht wird schon *zwinker*

Stellt sich mir nur die frage, ob man auch als Einzelgänger bereit ist sich über seinen Schatten zu springen und mal offen auf sein Instinkt zu geht um diesen mal zu prüfen.
Nach voll ziehen kann ich das ja zum größten teils alles... Viele leuten laßen in mir auch nicht gerade glücks Hormone sprießen. aber auf eine andere art und weise, kann ich die leute Ignorieren, die mich nicht Interessieren oder deren umgang mich nur negativ Beeinträchtigt. Was natürlich voraus setzt das es mir in dem moment schon mal so gut geht, um meinen eigenen Spaß in den vordergrund zu stellen. (soviel zum Thema Egoismuss)
01. Dezember 2007
meld,

bin auch ein typischer einzelgänger und fühle mich wohl damit.habe zwei-drei gute freunde,jede menge bekannte.verlasse mich grundsätzlich nur auf mich selbst(sonst ist man verlassen)und traue jedem von hier bis zur tür aber nicht weiter.
das hat nix mit sozialphobie oder ähnlichem zu tun,ich bin schon immer so undd as leben zeigt das es nicht unbedingt verkehrt ist *zwinker*
01. Dezember 2007
Einzelgänger

werden nicht geboren, sie werden gemacht. So zumindest mein Eindruck, mein Gefühl und meine Erfahrung.

Einzelgänger wird man, wenn man zu oft von den Menschen enttäuscht, mißbraucht oder ausgelacht wird. Einfach, weil man anders ist. Anders, weil man vielleicht andere, seltenere Hobbys hat, nicht "Hip" oder auf der gerade aktuellen "In-Welle" (oder wie das heißt) schimmt. Nicht mit den Wölfen heult und sich duckt.

Menschen werden Einzelgänger, weil sie u. U. abgestoßen sind von den Menschen, sich ekeln davor, wie sich andere verhalten. Oder weil sie krank sind, an einem körperlichen oder geistigen Gebrechen leiden. Sie einfach sich nicht damit trauen, unter die Menschen zu gehen.

Die Angst, unter Menschen zu gehen, die hat mittlerweile sogar einen Namen: soziale Phobie. Eine Diagnose. Doch was ist die Therapie? Ich bekenne mich dazu, diese zu haben. Es fällt mir schwer, mit anderen Menschen in Interaktion zu gehen, vor allem dann, wenn es sich um Dinge handelt, wo ich mir nicht sicher oder die ich einfach durch meine Entwicklung nicht gewöhnt bin. Oder durch die chronische Müdigkeit aus meiner Narkolepsie heraus. Eine Sache, wo die Mediziner sagen, die fast zur Narkolepsie gehört, wie die Müdigkeit selbst, das ist die Depression und die Einsamkeit.

Ein Mensch, der sich vielleicht schon in der Kindheit von anderen abgehoben hat, wird es auch später schwer haben, Fuß zu fassen. Wer als Kind sich vielleicht mehr um seine Eltern sorgte, weil die krank waren und so nicht an den Spielen teilnehmen konnte, die die anderen machten, der Bücher und klassische Musik bereits in der Kindheit mochte, während die anderen in die Disco gingen und Bücher als überflüssig erachteten, der wird es schwer haben, anerkannt zu sein und gemocht zu werden.

Gleiches gilt heute auch für das In-Sein, das nicht leisten können oder wollen bei dem Mitmachen modischer Trends oder Verhaltensweisen, dem Zeigen von Gefühlen, der Zivilcourage und des nicht Wegsehens, der wird in unserer Ellenbogengesellschaft schnell zum Einzelgänger, zum Außenseiter. Traurig dabei ist nur, dass so wenige Menschen den Mut haben, sich mit solchen Menschen zu verbünden, gegen Mobbing, Aggression oder Ausgrenzung vorzugehen und dem bzw. der Betroffenen zu helfen, zu unterstützen, tolerant zu sein.

Eigentlich traurig. Aber der Rückzug aus der menschlichen Gesellschaft ist oft die letzte Chance vor dem daran zerbrechen. Nur dann zerbricht man u. U. an der Einsamkeit und dem Hass der anderen. Wie viele begehen Selbstmord, weil sie das Leben nicht mehr ertragen.

Ich wünschte mir, all die Menschen, die das nicht ertragen oder zusehen wollen, wie dieses geschieht, würden sich mehr die Hände reichen und gegen die Ursachen in der Gesellschaft angehen.

Quasi
01. Dezember 2007

@ Quasi

wenn es einen Preis für den bisher besten Beitrag geben würde dann hättest Du ihn bisher verdient weil Du (aus meiner Sicht) am besten schilderst welche Gründe vorliegen können und was Sache ist *top*

kneter
01. Dezember 2007
@ kneter/ @ Quasi

@ kneter
Dem stimme ich voll und ganz zu.
Hatte nicht nur einmal das Gefühl, dass mir da jemande aus der Seele spricht...

@ Quasi
Respekt dafür, wie du das so schreiben kannst... Bestimmt finden sich da viele andere in dem Text auch wieder.
Tat mir irgendwie auch gut, so daürber zu lesen. Danke.

Lieben Gruß
01. Dezember 2007

Auf jeden Fall sehr gut geschrieben und viele tolle Ansätze.
Wobei es sicher noch andere Möglichkeiten gibt. Ich denke ich bin von Natur aus ein Eigenbrötler... schon als Kind habe ich lieber alleine gespielt als mit geschwistern oder Spielkameraden, auch wenn ich dennoch Siedlungsbedingt viele Freunde hatte. Aber sobald mehr als drei Leute zusammengespielt haben wollt ich nur selten weiterspielen.
Da div. enttäuschungen das noch verschlimmert haben, sehe ich aber auch als wahr an.

Respekt nochmal an Quasi!
01. Dezember 2007

Nun wenn man sich selbst nicht Langweilig ist und gerne alleine Lebt....,
sich gerne unter die Meute mischt und nicht in der Herde leben will,
oder einen Menschen liebt und ihn doch nicht die ganze Zeit um sich haben will. Wenn man sein gerne Alleinsein mit einbringt in gewissen Diskusionen, kann man durch aus auch eine Bereicherung sein...
für die die nicht Alleine sein können...
Meine paar Freunde die ich habe Verstehen das...
und wahre Freunde sind eh sehr gering wenn man mal ehrlich sein will oder..?
Und dann gibt es noch die Reisende Freunde die da kommen und gehen
und in diesen kurzen Momenten ihrer Anwesenheit ein Stück von sich da lassen... ist man gar selbst so ein Reisender Freund kann das ja nicht schädlich sein...
Als Einzelgänger muss man ja nicht gleich ein Kommunikationskrüppel sein...
Ihr seid ja auch alle da..:D

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