![]() | 19. November 2007 Begehren ist wild und die Lust macht uns stark. In letzter Zeit wurde die PornArt-Diskussion immer wieder aufgegriffen und so diskutiert, als wäre es nur ein Thema für den FSK18-Bereich. Aber genau das ist PornArt nur bedingt. Auf meinem Blog (der Link ist im Profil zu finden) habe ich mich näher mit dem Thema auseinander gesetzt. Dort sind auch mehr Bilder hierzu zu finden. PornArt ist und bleibt die fotografische Darstellung von erlebter und gelebter Lust ... eingefangener Emotionen ... Handlung und Spiel. Es wäre sehr schaden, wenn das Zeigen von Emotionen in den jugendbefreiten Raum verbannt werden würde, weil Emotionen den wohl schönste Entfaltungsbereich in der Fotografie darstellt. Ansonsten könnten wir auch jedes Bild mit Leinwand und Pinsel erstellen (das ist jetzt keine Abwertung der Malerei). Aber dann wären es keine Darstellungen der in diesem Moment erlebten Emotionen mehr. Michael (er von Trout) |
![]() | 19. November 2007 wieder mal ein micha-kleinod sehr emotional ... gefällt mir sehr gut auch wenn ich dem ring etwas glanz genommen hätte ... aber zum glück bist du ja nicht ich
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![]() | 19. November 2007 ab und zu ... mag ich diese naturtrübe Emotionalienfotografie wirklich und dann kann's aber wieder passieren, daß es mich nur fröstelt - wegen des Authentizitätsdilemmas. Hätte Heisenberg nicht seine störende Beobachterhypothese formuliert, wär' ich ja vielleicht unbefangenen ... Eine intimitätseinsaugende, beobachtungsneutrale Fotolinse - gibt's die wirklich ? Oder doch nur Pixelsalat fixieren und beim Betrachter, der ja nicht intim dabei war, entsteht dann irgendwas - oder sollte zumindest - aber was anderes, also eine Intimitätstransformation. Und manchmal - ist so - also bei mir - entsteht da einfach ein emotionales "NIX", kunstbanausentypisch eben oder im Betrachtungsmoment emotionsschaumgebremst - oder ... was weiss ich ... Erwin |
![]() | 19. November 2007 Eine intimitätseinsaugende, beobachtungsneutrale Fotolinse Davon war ja nie die Rede - dass sich Erotik verändert, wenn weitere Menschen dabei sind, merkt ja jeder schon, wenn er von der Selbstbeglückung zur leidenschaftlichen Begegnung wechselt (und andersherum). Aber das heißt ja nicht, dass ein gewollter, willkommener Beobachter, der bereit ist, sich als teilnehmender Beobachter zu begreifen, der Erotik abträglich ist. Für den einen oder anderen Menschen sogar im Gegenteil. Und vielleicht sind das die Bilder, die emotional berühren: wenn Personen sich gegenseitig ihre Schau- und Zeigelust zueignen und diesen gemeinsamen Moment dann festhalten (lassen). Der andere Punkt (Authentizitätsdilemma) wäre – warum muss das, was ich mir als Betrachterin denke, fühle, wenn ich ein Bild sehe, irgendetwas damit zu tun haben, was tatsächlich war. Angenommen, es wäre keine „authentische“ Lust, die dort abgebildet ist, was wäre dann verloren, wenn sie denn berührt beim Schauen. Jedes Bild bleibt ja Darstellung, nicht reine Abbildung, die vielleicht viel unauthentischer wirken würde als das kreativ gestaltete Bild, das um dieses Verhältnis weiß und es berücksichtigen kann. Denn wäre es keine Gestaltung der in dem Moment erlebten Emotionen, könnte jeder dieses Bild machen. Fast im Gegenteil, wenn Michael eine (mir noch etwas unklare) Grenze zur Malerei zieht, dann ist doch der teilnehmende Beobachter gerade unverzichtbarer Teil der PornArt. [Zum Bild irgendwann extra oder an anderer Stelle, aber - würde es mich kalt lassen, hätte ich hier nichts geschrieben.] |
![]() | 19. November 2007 unklare Grenze zur Malerei? ja, ich habe ganz bewußt ein wenig unpräzise formuliert. These: Fotografie ist Malerei mit Licht. Umkehrthese: Malerei nutzt Pinsel/Farbe (ist auch wieder nicht exakt, aber wenigstens eine Annäherung). Der Prozess der Fotografie erlaubt es, einen flüchtigen, schnellen Moment einzufangen bzw. in Szene zu setzen. Mit Pinsel/Farbe ist der Entstehungsprozess länger, also nicht geeignet die Flüchtigkeit eines Augenblicks genau so einzufangen, wie er ist. Ergo ist die Fotografie für solche Momente, wie der hier gezeigte, das bevorzugte Medium. Michael (er von Trout ... der die Diskussion gerade außergewöhnlich spannend findet) |
![]() | 19. November 2007 sehr emotional...... .....aber für mich von der Hand/dem Arm her gesehen zu mittig.....da wird die Schulter eine zu grosse Fläche.....ein wenig den Schnitt nack rechts verschoben und ich fände es spannender....unabhängig von der oben geführten Diskussion.... LG, der Direktor! |
![]() | 19. November 2007 @missvergnügen PornArt ist und bleibt die fotografische Darstellung von erlebter und gelebter Lust ... eingefangener Emotionen ... also lass'ma "beobachungsneutral" dann eben weg, aber zum Einfangen von Emotion brauch ich doch was ......wenn sie denn berührt beim Schauen. das ist ja der Punkt - mir ist's egal, wie's zustande kam, wenn es mich dann beim Schauen berührt. Es geht um den Anspruch oder das Wollen des Einfangenkönnens von dem halt bei mir einmal was ankommt, wenn auch vielleicht gar nicht das (angeblich) "Eingefangene" und dann wieder nix ...Und mein Authentizitätsdilemma ist mein ganz persönliches - ich könnte es nicht, also weder als einfangender Fotograf noch als emotionsauslebender Laiendarsteller. Voyeur sein ist fein, aber mich würd' die zu bedienende Kamera ablenken und andersrum der seine Linse in meine Intimität stecken wollende Fotograf stören, so dass da vielleicht ein bisserl Show wäre, aber (zu) wenig echte intime Erotik die ja erst mal da sein soll, damit sie eingefangen werden kann. Klick-Klick-Klick ist eben nix, was ursächlich zu meinem intimitätssteigernden erotischen Repertoire gehört - macht ja auch nix - es kann doch gerne andere geben, bei denen das anders ist ... lieber @micha ...die Flüchtigkeit eines Augenblicks genau so einzufangen, wie er ist. aber doch nicht emotional, sondern eben "nur" schwarz/weiss/bunt/grau-gepixelt ...eben "Herr Direktor" .....aber für mich von der Hand/dem Arm her gesehen zu mittig.....da wird die Schulter eine zu grosse Fläche.....ein wenig den Schnitt nack rechts verschoben und ich fände es spannender....unabhängig von der oben geführten Diskussion.... mein Dilemma: also entweder emotional/intim mit"schwingen" damit ich weiss, was ich da "einfange", oder mich auf Schnitt/Belichtung/Bildaufbau konzentrieren.Erwin |
![]() | 19. November 2007 Wild Hallo@Trout Einfach kurz gesagt, das Bild ist klasse so voller Emotzionen, sehr ausdruckstark gefällt mir gut. Lieben gruss Golden_Girl |
![]() | 19. November 2007 E-motz-ionen |
![]() | 19. November 2007 Licht-Malerei Ja, wieder nicht exakt, denn Malerei malt auch mit Licht und kann ohne nicht– der Unterschied ist das Material, mit dem das Licht eingefangen wird - und du sagtest es – die Geschwindigkeit - und da entsteht vielleicht ein Unterschied zwischen Moment einfangen und Moment in Szene setzen – denn spätestens bei letzterem ist die Differenz glaube ich marginal – Die Flüchtigkeit des Augenblicks – ist doch aber gerade sein Verharren, im Auge, im Kopf, im Unterleib. Wenn er wirklich flüchtig wäre, lohnte es ihn einzufangen? Und wenn es sein Verharren ist, dann kann die Malerei ihn aus allen diesen Bereichen heraus ach wieder einfangen. Noch bin ich von dieser Grenze auf der Produktionsebene noch nicht überzeugt. Auf der Rezeptionsebene wiederum, ist die Distanz bei der Malerei meist deutlich größer als bei der Fotografie, die ja suggeriert, auch ich hätte genau da sein können, wo die Kamera und ihr Dahinter zu eben dem Moment waren. @ Erwin – ja, ich kann dem gut folgen – interessanterweise habe ich dieses Dilemma oft bei den „ich bin so verträumt und selbstabsorbiert schaue ich nicht in die Kamera“-Bildern - gerade Erotik und Sex sind für mich wieder Triebfaktoren, bei denen ich tatsächlich glauben kann, dass es Momente gibt, in denen die Kamera vergessen ist. Das mag zu zweit vor dem Dritten sogar noch leichter sein als alleine, aber auch da (ich denke da an den rotweinvergessenden, lustvollen, einsamen Mann von Tilla) kann man dann versinken. Der fotografierende Mensch wird dann vielleicht Schnitt/Belichtung/Bildaufbau vernachlässigen (wollen, müssen, können), aber mit seiner Routine vermutlich doch noch das eine oder andere (an)sprechende Bild produzieren – wenn es in eben diesen Momenten zu perfekt wäre, wäre es mir übrigens wieder zu nah an Pornografie. [was dann die nächste Frage wäre, ist die Grenze zur Pornografie das Verwickeltsein des Fotografen?] |
![]() | 19. November 2007 Lieber Michael Der Prozess der Fotografie erlaubt es, einen flüchtigen, schnellen Moment einzufangen bzw. in Szene zu setzen. Ja das hast Du und das kannst du, auch wunderbar so umsetzen. Du schaffst es in deinen Bildern Emotionen und Leidenschaften einzufangen und sie klingen in mir WIE ein guter alter Wein. Es ist Dein Auge und die gunst dessen was uns treibt etwas zu sehen und nach zu empfinden. Viel brauch ICH dazu nicht sagen. Pornart in diesem Stil ist unbeschreiblich schön, vorallem wenn ICH diese Bilder betrachte |
![]() | 20. November 2007 Das also ist PornArt? mir als Laiistin ist das eigentlich Jacke...ich empfinde ein Foto als für mich gelungen, wenn es mich berührt, wenn ich etwas empfinde beim Betrachten, wenn es meine Phantasie anreizt, wenn ich es mehr als einmal ansehen mag, weil ich immer wieder neues sehe und entdecke oder wiederfinde aus der eigenen Emotionalität...Fazit: für mich ein gelungenes Bild...Danke und lg |
![]() | 20. November 2007 Ich sehe das Problem in der Tatsache, daß es genau eine Momentaufnahme ist. Das Vor und Danach wird nicht transportiert. Das führt zur Einschränkung Emotion zu transportieren, wo ich mich in einigen Punkten Erwin anschließe. je weniger man in der Totalen arbeitet je größer wird dieser Effekt. Denn letztendlich bleibt nur noch ein Stück Haut übrig, dessen Bestimmung nur noch derjenige kennt der abgebildet wurde. Das ganze dann kunstvoll mit Iso3200 und briefmarkengroßen Pixelfragmenten dargestellt macht die Situation nicht besser. Das Einfangen der Bewegung, der Emotion an sich müßte transportiert werden. Aber wie machen , ohne die Szene zu stellen ????? Als Spontanschuß nahezu unmöglich.......oder wir sind wieder bei verwaschenen unscharfen Bildern die man von Handycam Bildern der ersten Generation nicht unterscheiden kann. Ein Bild aus einer mitgedrehten Videosequenz könnte eventuell Abhilfe schaffen, aber dann wäre es kein Photographie mehr. Ich persönlich lass die Finger von dem Thema, weil ich nicht wüsste wie man's umsetzen könnte. Insofern werden sich zu Deinen Bilder immer die Geschmäcker teilen. Den einen ereichts und den Anderen nicht. MD |
![]() | 20. November 2007 ja @MD das ist mein zweites (persönliches !) "Dilemma": oder wir sind wieder bei verwaschenen unscharfen Bildern die man von Handycam Bildern der ersten Generation nicht unterscheiden kann. wenn der fotoapparatbewehrte Einfanger so intensiv emotional involviert ist, dann glaube ich ihm das emotionale Dabeisein eher, aber da bleibt dann die "Kunst" etwas auf der Strecke ...Weil mir ja Lyrik oder Prosa als "Kunstmittel" zur Vermittlung intimer Erotik mehr liegt, hätte ich auch einen (leicht ironischen) Vorschlag: Der "Einfänger" möge doch mit dem emotional berührten Betrachter des "Eingefangenen" mal einen verbalen Abgleichversuch starten, der über komplimentöse Allgemeinplätze hinausgeht Btw.: Wenn's ums Einfangen geht, da bin ich irgendwo im Netz mal über eine Seite gestolpert, wo von Paaren nur (!) das Gesicht beim GV auf Video aufgezeichnet wurde. Da ist es nach meiner Meinung eher gerechtfertigt vom "Einfangen" von Emotionen zu reden. Erwin |
![]() | 22. November 2007 Erwin, nachdem Du mir mit dem Holzhammer in einem anderen Thread klar gemacht hast, daß Du hier noch eine Antwort brauchst, dann sollst Du sie auch bekommen Der "Einfänger" möge doch mit dem emotional berührten Betrachter des "Eingefangenen" mal einen verbalen Abgleichversuch starten, der über komplimentöse Allgemeinplätze hinausgeht Ich bin leider zu vernagelt, diesen Einwurf zu verstehen. Erklär doch mal.Michael (er von Trout) |
