Asperger Syndrom - Umgang mit Menschen und Probleme

22. Juli 2011

meist ist das so bis auf wenige Ausnahmen - und :die Menschen "leiden" nicht, - nur darunter wie sie von angeblich normalen behandelt werden,,,,,,,
Mein Danke für den 2. Teil.

Mit der Intelligenz: Die ist bei Asperger-Autisten wohl genau so breit gestreut wie bei anderen Autisten oder Nicht-Autisten. Es gibt auch geistig behinderte Aspies, also mit einem IQ unter 70. Das Eine hat mit dem Anderen wohl nicht wirklich was zu tun.

Allerdings fallen hochbegabte Autisten deutlicher auf, weil sie ja oft eher durch ein Verhalten wahrgenommen (wenn überhaupt), das man nicht mit hoher Intelligenz assoziiert. Und sie nehmen Dinge oft sehr detailiert war (und dadurch eher auf das konzentriert, was sie interessiert), dafür den Rest oft gar nicht. Wobei man das auch nicht auf alle pauschal anwenden kann - dafür ist das autistische Spektrum viel zu breit angelegt.
23. Juli 2011
... und sie leiden doch!

Zitat: die Menschen "leiden" nicht...

Verallgemeinerungen halte ich für problematisch, da man von einem Normalmenschen resp. einem Normal-Aspie ausgeht. Ich leide unter Geräuschen, egal, ob von anderen Menschen gemacht oder Naturgeräusche auf der einsamen Insel.
Bitte entschuldigt, wenn ich nerve oder Erbsen zähle, aber auch handelsübliche Nicht-Autisten möchten sich ungern als Standard-/Durchschnittsmensch einordnen lassen.
23. Juli 2011
Das:

dass menschen, die unter dem asperger syndrom leiden in wirklichkeit extreeem intelligent sind, was ist da dran?

meist ist das so bis auf wenige Ausnahmen

stimmt so nicht.

Denn wenn der IQ nicht mindestens durchschnittlich ist, dürfte man nicht von einem "Asperger-Autismus" sprechen, dann wäre es ein "frühkindlicher Autismus mit dem Zusatz: klinisch wie Asperger", ... hier: "high-functioning-Autismus". Das beudeutet, dass der IQ es 'eigentlich ' nicht 'hergibt', aber der Mensch dennoch gut zurechtkommt und Dinge 'meistert', die er - ginge man nur nach Zahlen - nicht bewältigen könnte.

-soviel zu IQ-Test für Autisten.

Nimmt man dann also die "korrekt diagnostizierten" Asperger, dann ist der IQ so weit gestreut, wie bei nicht-Autisten.
Vielleicht schneiden viele in StandardTests auch gut ab, weil viele Dinge gut erlern- und übbar sind? Die Fähigkeit von Autisten, in Regeln und Mustern zu denken und diese auch überall wahrzunehmen (und benennen zu können) hilft ihnen dabei sicherlich.

Was jedoch alles noch nichts aussagt über die Fähigkeit, in einer Situation klar zu kommen, in der etwas unvorhergesehenes passiert.
Da ist die Fähigkeit zur Adaption nämlich die, auf die es ankommt. Zudem auf die Fähigkeit zu filtern, wichtiges und unwichtiges zu unterscheiden, sich von Reizen abzugrenzen...

Was, wenn zum Beispiel ein Zug nicht fährt, eine Verbindung ausfällt, und der ganze Plan zusammenfällt, Anschlüsse nicht erreicht werden, dann vielleicht noch mehr Menschen festsitzen am Bahnhof, ständig Durchsagen den Stand der Dinge aktualisieren, ... ?
Das kann durchaus eine Situation sein, die einen hochintelligenten Asperger-Autisten völlig an seine Grenzen bringt. Dann sitzt auch so ein Mensch mal völlig hilflos da. Nichts geht mehr.

Wie man da auf die Idee kommt, ein hochintelligenter Aspie leidet nicht... *schulterzuck*
23. Juli 2011
Leiden

Ich denke / beobachte, dass Autisten (inclusive Aspies) in der Regel nicht unter ihrem Autismus an sich leiden.
Sie leiden an vielen Dingen, wie andere Menschen auch. Und definitiv sind viele Autisten in bestimmten Körperwahrnehmungen oft extrem empfindlich, dafür aber bei anderen Wahrnehmungen wieder übertolerant (und das kann alles mögliche sein: Gerüche, Geräusche, leichte Schmerzen können als nahezu unerträglich wahrgenommen werden und Kälte, Hitze oder grelles Licht stören anscheinen überhaupt nicht - oder auch genau entgegengesetzt).

Ansonsten "leiden" Autisten eher darunter, mit welchem Unverständnis ihnen oft andere Menschen begegnen - und haben dafür selbst kein Verständnis. Sind sie aber mit sich allein (oder oft auch, wenn sie mit anderen Autisten zusammen sind), dann leiden sie nicht.

Von daher kann ich verstehen, dass ein Autist seine Andersartigkeit nicht unbedingt als ein "Leiden" gesehen haben möchte.
Und Probleme mit seinem Sein hat wohl jeder Mensch dann und wann *ja*
26. Juli 2011

Auf Links nur für Mitglieder habe ich mal Asperger eingegeben und fand folgenden Artikel
Links nur für Mitglieder

Es geht darin um Geschwister von Autisten. Ihr Gehirn reagiert ähnlich, wie das des Autisten, auch wenn sie selbst keine Autisten sind. Ob das allerdings eine sehr neue Erkenntnis ist, kann ich nicht sagen. Der Artikel ist jetzt eine Woche alt.

Dort gibt es noch andere interessante Artikel über Autismus, z.B. soll ein Autismus-Gen den Alkohlkonsum beeinflussen, d.h. Autisten trinken weniger.
16. Februar 2012

Morgen (17.2.12) um 20.15 Uhr läuft auf EinsFestival der Film Mary & Max (Links nur für Mitglieder).

Ist vielleicht sehenswert.
16. Februar 2012
Ich lebe seit 2 Jahren erst bewußt....

mit Asperger.
49 Jahre war dieses Syndrom bei mir unentdeckt, bis meine Schwester aus Schweden dies mir mitgeteilt hat, dass ihr Sohn und Ihre Tochter dies auch haben. Und ich bin jetzt 51 Jahre jung und habe damit das vorerst letzte Puzzlteil meiner Vergangenheit damit erhalten. Dazu kommt noch, dass man bei mir ADHS beobachtet hat.(Das sogenannte Spätzündersyndrom)
Nun wie geh ich damit um? Da es sich bei mir ziemlich sicher um einen Gendefekt des Chromosoms Nr. 3 handelt, ist das Leiden unheilbar. Auch der Kinderwunsch ist dadurch relativiert. Ich habe bezüglich auf mein Leiden keine Kinder. Es hat sich nicht ergeben. Gott sei Dank. Auf der anderen Seite finde ich meine Situation schon ein bischen deprimierend.

Asperger haben, im Gegensatz zu "normalen" Personen akkute Probleme die Körpersprache ihrer Mitmenschen zu deuten. (oder wieso habe ich mir Bücher über Körpersprache zugelegt, von Samy Molcho bis.....)
Auch geistig empfinden sie anders. Sie ziehen sich , auch wenn Sie unter Leuten sind, in Ihr geistiges Schneckenhaus zurück. Manchmal höre ich den Satz: Eigentlich bist Du da und doch nicht!
Au weja, da wars wieder.
Sind Asperger intelligent? Aber klar doch! Aber was nutzt mir alle Intelligenz, wenn ich Sie nicht umsetzten kann? NIX !!!
Z.B. sind viele Mathematiker Aspergerkandidaten!
Nur wir alle haben ein Problem damit. Es muss uns faszinieren. Tut es das nicht, verlieren wir relativ die Lust daran und wir werfen es weg wie Müll. Wenn es uns aber fasziniert, dann betreiben wir es bis zum Excess!!! (Achtung Suchtpotential!!!)
Nun ich habe mein Gedächtnis und mein Gehirn trainiert, denn das was ich intuitiv nicht kann muß ich erlernen um eingermaßen mit meiner Aussenwelt zu kommunizieren.Es klappt bis jetzt ganz gut.
Auch zeichnet Aspergerpersonen aus, nur ganz weinige oder gar keine Freunde zu haben. Meine Schulkameraden und ich haben uns
leider aus den Augen verloren. So betrachte ich meinen Freundeskreis zur Zeit mit 2 Personen besetzt. Ausser meiner Lebensgefährtin und meinen Arbeitbeitskollegen.
Wie gesagt eine Heilung ist nicht in Sicht und dennoch sage ich, wir sind genauso liebens- und begehrenswert wie Ihr anderen auch. Nur wier haben ein kleines Defizit. Na und?
eines betrahte ich zum Schluss als völligen Blödsinn, nämlich die Intelligenz eines Menschen in zahlenwerte definieren zu können. Lediglich ein Krückstockversuch, mehr nicht !!!


LG

*wink*
Martin alias Keinalteseisen1
17. Februar 2012

Hallo Martin,

danke für deine Zeilen. Schön, so viel Selbstreflexion bei einem "Aspi" zu lesen.

Und genau das ist der Punkt, bei dem dir dein Intellekt doch sehr hilfreich ist. Du kannst vieles damit in gewissem Maß kompensieren. Was andere intuitiv machen oder auch fühlen, kannst du dir über deinen Verstand erschließen.

Es ist leider nicht so, dass alle Autisten oder auch alle "Aspis" intelligent sind. Es wird davon ausgegangen, dass die Intelligenzverteilung bei Menschen aus dem autistischen Spektrum (was ja auch fließende Übergänge zu den "Normalos" hat) ähnlich verläuft wie in der Gesamtbevölkerung. Es gibt sogar sehr debile Autisten - wahrscheinlich wird das dadurch oft gar nicht diagnostiziert.

Autisten mit einer relativ hohen Intelligenz fallen nur eher auf, weil die Diskrepanz zwischen Intelligenz und emotionalem Verhalten so groß ist. *ja*

Ich finde es schön, dass du durch die (wenn auch späte) Diagnose Gewissheit über dich selbst hast. Es hilft dir sicher noch mehr, dich in der Welt der "Anderen" zurechtzufinden *g*
18. Februar 2012
Vielen Dank für die nette Antwort.

Aber wie schon gesagt. Ich habe es über meine Schwester in Schweden erfahren und die auch nur durch eine psyhologische Untersuchung ihrer Kinder!
Mehr konnte mir meine Schwester auch nicht verraten. Eine Genuntersuchung wurde nicht durchgeführt
Aber aus der Retrospektive meines seitherigen Lebens ergeben sich für mich daraus Lückenschlüsse, die darauf schließen lassen, dass es zu 95 % so ist.
Es fing eigentlich damit an, als ich vor 45 Jahren eingeschult werden sollte, ich zwei psychologische Tests habe über mich ergehen lassen müssen. Als das Ergebnis meiner Mutter offenbart wurde, brach Sie in Tränen aus. Nicht ich auch noch! Ich habe sie nicht verstanden. Also wurde ich nicht mit 6 eingeschult sondern mit 7 Jahren. Spätzünder halt!
Ich war ein ziemlich lethargischer Schüler mit einer ausgeprägten Rechtschreibschwäche. Ich weiß noch als ich in der zweiten Klasse im Diktat meine erste 6 erhielt erhielt. Ich war am Boden!!!
Ich habe auch in meiner späteren Jugend so manche Freundschaft im wahrsten Sinne des Wortes verkloppt. Ich frag mich heute noch wieso ?
Auch im Teenageralter habe ich so manche Gelegenheiten mich zu verlieben ausgelassen, entweder ich habe mich nicht getraut, oder ich habe eindeutige Zeichen des weiblichen Gegenparts entweder ignoriert oder einfach zurückgewiesen, was die Mädels so ziemlich enttäuschte, kamen doch die Avancen von Ihnen und nicht von mir..
Im Nachhinein mach ich mir selbstvorwürfe: Wie konntest Du !!! Und dies zog sich so bis zum 40. Lebensjahr so hin, bis meine erste Ehe =(erare humanum est = Irren ist menschlich!) bedenklich zu krieseln anfing. Der Scheidungsanwalt war eigentlich schon bestellt. Im Nachhinein war dies aber die falsche Entscheidung, denn wie sich später heraustellte, war Sie nicht nur manisch depressiv und Zuckerkrank( das wusste ich auch schon vorher!) sondernhatt auch eine ernste Nervengeschichte.(Unheilbar!) resume des ganze aus 51 Jahren, liebe Aspergis, laßt Euch nur mit Leuten ein, die Euch verstehen und zwar volkommen und die eingermaßen gesund sind.
Ansonsten gibts ernsthafte Komplikationen. Egal in welcher Art Beziehung. Ich mach das selbe jetzt schon wieder durch und so langsam ödet es mich an.

Dies war zwar ein langer Ausflug in meine Vergangenheit aber jetzt mal Butter bei die Fische.
Meine Frage an Euch ist, wer mir 100 % Gewissheit diesbezüglich verschaffen kann, was das kostet und ob es die Krankenkasse bezahlt.

Liebe grüße

*wink*

Martin
18. Februar 2012
Ich bin sehr skeptisch, ...

... wenn ich höre, dass jemand sich selbst diagnostiziert - wenn ich dann noch höre, dass Du auch eine genetische Ursache schon für gesichert hältst, bin ich persönlich 'raus'.

Ja - diese Tests werden in Deutschland durchgeführt - und ja: Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Diagnose.

Zunächst suchst Du Dir am besten eine Autismusambulanz, die auch Diagnosen bei Erwachsenen durchführen - allerdings brauchst Du (wenn ich as richtig im Kopf habe) eine Überweisung wegen Verdachts auf Autismus-Spektrum-Störung.
Such Dir einen fähigen Psychiater, manche sind sogar in der Lage, die Diagnose selbst durchzuführen.

Und: den Gentest brauchst Du vermtulich nicht - es sei denn, Du möchtest noch Kinder haben, dann würde es vielleicht sinnvoll sein, so es denn eine vererbbare genetische Disosition ist.
Wenn nicht - warum brauchst Du die Information. DA könnte ich mir dann vorstellen, dass der Arzt das nicht anfordert und die Kasse sich zudem evtl. ein wenig zieren würde, die KOsten zu übernehmen.


Noch etwas: es kann, muss aber nicht sein, dass Du eine Autismus-Spektrum-Störung hast. Beinahe jeder Mensch hat (oder hatte in der Kindheit und Jugend) autistoide Anteile in seiner Persönlichkeit, ohne dass da gleich die gesicherte Diagnose steht.

Ich habe ein wenig Erfahrung mit Autismus-Spektrum-Störungen und kann nur warnen vor einer vorschnellen Selbstdiagnose.
Die finden sich schnell mal bei Erwachsenen, wenn sie ein, zwei Stichworte bekommen... Damit will ich hier auf keinen Fall sagen, dass ich es nicht für möglich halte, dass Du autistisch bist, ich würde Dir nur dringend anraten, Dich testen zu lassen.

Die autismus-Therapiezentren und -institute können Dir eine Adresse nennen, wo Du eine Diagnose durchführen lassen kannst.

Hier: Links nur für Mitglieder findest Du Kontaktadressen in Ba-Wü.

Liebe Grüße,
Charlotte
18. Februar 2012
Vielen Dank !!!!!!!!!!!

Hast mir sehr geholfen !!!!!



Liebe Grüße

*bussi* *bussi*
*bussi*

Martin
18. Februar 2012

Fuchskind ist eine überaus begabte Zeichnerin, die ein Aspie ist.
Sie arbeitet zur Zeit an einer Graphic Novel über genau eben jenes Thema.
Wen es also interessiert:

Links nur für Mitglieder

noxx *hexe*
18. Februar 2012

Gut gemacht. Natürlich ein wenig klischeebehaftet und harmlos daherkommend für Nicht-Aspies, dadurch aber auch leicht verdaulich und kurzweilig. Ist Fuchskind hier vertreten?
18. Februar 2012

Keine Ahnung, ob sie auch hier ist. Ich kenne sie nur aus einer anderen Com...

noxx *hexe*
18. Februar 2012
Kann ich nur.....

bestätigen!!!!

Hab mir die Seite bereits in meinen Favoriten abgespeichert.
Und vor allen Dingen auch für "Normale! absolut lesenswert.
Vielleicht erkennen Sie dann wie ein Aspie tickt.

LG

*wink*
Martin

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