![]() | 18. Oktober 2007 Wie denken Taubstumme? es sind ja einige gehörlose in diesem forum unterwegs. mich würde mal folgendes interessieren: wie denken gehörlose? dies klingt zwar komisch, aber wenn ich als hörender über etwas nachdenke, dann denke ich in wörtern und sätzen. manch einer brummelt vor sich hin, anderen merkt man es auch nicht an das sie denken. aber normalerweise denkt man ja in sätzen. wenn man jetzt aber von geburt an taubstumm ist, und somit die gesproche sprache nicht kennt, wie denkt man dann? in bildern, eigenen wortschöpfungen etc., wie kann man sich das vorstellen? |
![]() | 22. Oktober 2007 Das was Du denken in Sätzen nennst ist nichts weiter als eine Abstraktion deines Gehirnes. Stünde dir beispielsweise "nur" eine optische Visualisierung zur Verfügung, so nutzt das Hirn eben diese. Mir erklärte eine gehörlos Geborene das einmal so: Du denkst in Worten, ich in Buchstaben, weil, schreiben kann ich ja. Iwan Grosny |
![]() | 22. Oktober 2007 EDIT zum vorherigen Beitrag: Du denkst in gesprochenen Worten... (rest bleibt) |
![]() | 26. Oktober 2007 Ich bin schwerhörig Hallöchen also ich beantworte mal deine Frage, also die gehörlosen denken in Wörten und in Fanatsien. Die Gehörlosen sind genau wie wir auch normale Menschen nur dass sie nicht hören können. Es gibt Gehörlose die haben ein großen Wortschatz wie normale auch, aber es gibt Gehörlose die haben keinen großen Wortschatz, dies merkt man ja in ihren Schreibstilen. Es liegt ja daran wie sie in der Schule sowie von den Eltern gefördert werden. Mein Bruder ist ja auch gehörlos und hat keinen großen Wortschatz und er denkt mehr so in Fanastien und verarbeitet die Gedanken auch so. ich hoffe ich könnte dir ein bisschen weiterhelfen... lg YoungPassionHan |
![]() | 29. Oktober 2007 taubstumm ist schon altmodisch.... jetzt neu: gehörlosen oder hörgeschädigten. die gehörlosen können wenigsten sprechen....aber mit stumm gibt nichts. |
![]() | 31. Oktober 2007 gehörlos könnte halt auch jemand sein der mal gehört hat und durch einen unfall nicht mehr hören kann, deswegen habe ich das wort taubstumm gewählt. aber danke für die antworten. ich konnte mir das einfach nicht vorstellen, wenn jemand die wörter nicht hört, sich dann über irgendwas gedanken macht. es war mir schon klar das jemand gehörloses denken kann, nur wie dies vonstatten geht, war die frage |
![]() | 31. Oktober 2007 gehörlose denken wie wir alle auch.... nur die meisten spechen mit den Händen und lesen von den Lippen..... |
![]() | 12. November 2007 wie sieht träumt ein blinder? er träumt das was er kennt. in strukturen. er kennt nicht die farben, die meisten aber hell und dunkel, daher können blinde schatten träumen. sie träumen, das was sie fühlen hören, und was sie empfinden. genauso ist es bei gehörlosen. sie denken auch in das was sie kennen. sie kenne die bedeutung der wörter, können emozionen zuordnen. es ist ja nicht so, das sie die bedeutung der einzelne wörter nicht kenne, baer hörtst du immer wenn du denkst? oder spielen sich nicht emozioale prozesse ab. wenn ich denke, dann höre ich nicht immer was ich denke, ich lasse mich viellieber an emizionen leiten. puuhh, schwer zu verstehen, ich weiß. aber versucht es mal, versucht mal an ein tragisches ereignis zu denken.. bedarf es dabei wirklich wörter, oder reichen da nicht nur bilder? |
![]() | 12. November 2007 faszinierende frage!!!!! ich bin sehr gespannt! |
![]() | 12. November 2007 ja, das ist wirklich seh intersannt. ich habe mir nie darüber gedanken gemacht. logisch, für jemand der alle seine sinne gebraucht, kann sich das nicht vorstellen. ich kenne blinde. sie kennen keine farben, ahebn aber trotzdem eine genaue vorstllunge von farben, aber in emozionelle ebende. so wissen sie das schwarz eine dunkle farbe ist und weiß hell, das blau kalt ist währen orange warm. da ist aber ein lernprozes. mann lernt als kind schon, rot bedeutet gefahr. so lerenen blinde, orange ist eine warme farbe. was warm und kalt ist können sie fühlen. |
![]() | 12. November 2007 mal ne Frage....? Wie bringt man gehörlosen das schreiben und lesen bei...? Würe mich echt interessieren.... |
![]() | 12. November 2007 dafür gibt es extra Gebärdenschulen..... wenn dich das interessiert, haben die bestimmt nix dagegen, wenn du da mal rein schaust! ich denke, dass gehörlose genauso denken, wie wir alle auch.... denn im Gehirn gibt es keinen Computer... den haben wir nicht und die Gehörlosen auch nicht...... |
![]() | 13. November 2007 Ich denke gerne in Bildern und Bildkonzepte... ...was kein Wunder ist, da ich als von Geburt an taubheitsgrenzend Schwerhöriger die ersten Lebensjahre quasi ohne Sprache aufgewachsen bin! Mit viereinhalb habe ich angefangen mit Hörgeräten zu hören und auch gleich Lesen gelernt. Die Gebärdensprache habe ich seit dem Beginn der Schule durch Kontakte mit Gehörlosen erlernt!Die beherrsche ich auf hohem Niveau, manchmal habe ich auch Träume in Gebärden, und so manch Denkkonstukte lassen sich in der Gebärdensprache besser ausdrücken. Aber Ivan hat schon recht mit der Absraktion des Denken, es gibt ja auch Sprachen, wo man z. B. Schnee viel differenzierter in kurzen Worten beschreiben kann. Gebärdensprachen können z. B. visuelle räumliche Konzepte oft sehr viel kürzer und schöner beschreiben, aber grundsätzlich kann jede menschliche Sprache im Prinzip alles beschreiben! Das mit in Buchstaben denken passt m.E. allerdings nicht so recht, eher in Parametern der Gebärdensprachen, die ja symbolhaft für Sprachkonzepte stehen. Oder wie YoungPassionHan sagt, denken in sowas wie Fantasien.Gar nicht mal so übel, diese Bezeichnung, aber es sind wohl abstrakte Denkkonzepte, die da gemeint sind! Zu den Bezeichnungen, "taubstumm" ist eigentlich ein alter, mittlerweile eher diskriminiernder Begriff, die man nicht mehr nutzen sollte. Man nutzt lieber "gehörlos", oder halt "taub"(so wie "blind", wird aber selten genutzt)! Menschen die nach dem Spracherwerb ihr Gehör verlieren, nennt man "spätertaubt" Manchmal spricht man auch von prä oder postlingual ertaubt, um Gehörlose von Spätertaubten zu unterscheiden. Gehörlose lernen in Gehörlosenschulen (und nicht etwa in Gebärden(sprach)schulen) wie alle anderen Lesen und Schreiben... Das Problem ist oder war, daß die (eher ältere) Lehrer keine Gebärdensprache konnten oder können und so nicht mittels Gebärdensprache unterrichten konnten oder können mit eben gravierenden Folgen einer geschwächten Bildungsbarkeit! In Gebärden(sprach)schulen lernt man als unkundiger Hörende die Gebärdensprache... Und wie weit das Denken von der Sprache abhängt und so, das ist auch ein tolles Thema! LG laifme |
![]() | 13. November 2007 hi... Es geht nicht so richig in mein Kopf rein ... Ich meine was zu schreiben und nicht zu wissen wie sich das anhört... Hammer ... Oder sagen wir mal ein " A " ich weiss wie das klingt und die Menschen nicht ... Oh man das ist echt ein thema über das ich gerne reden würde mit einer betroffnen Perrson...Aber wie ....? Mann kann ja nicht alles so schreiben wie man es sagen will... Echt Respekt ... Kenn ihr jemanden der mit dieser Behinderung Bücher schreibt....? Ich meine die Menschen können doch viel besser schreiben als die ohne einer Behinderung...oder...? |
![]() | 13. November 2007 Hallo wir22_36, vielleicht machst du den Fehler und machst dich an Buchstaben oder so fest. Eine Buchstabenfolge "BAUM" hat ja nix baumartiges an sich, sondern stehen in der Kombination willkürlich festgelegten Reihenfolge "B A U M" und steht für dieses bestimmten pflanzenartiges Gewächs.Es könnte auch ganz anders heißen.Und wir lernen die Zeichen und deren Bedeutungen, damit wir sie z.B. anderen schriftlich mitteilen können, daß wir "Baum" und nicht etwa Gras meinen! Damit das geht, müssen wir natürlich erstmal eine Sprache lernen, die Gehörlosen also die Gebärdensprache.Weil im Moment ein Gebäedenschrift kaum genutzt wird (aber Ansätze und Konzepte für eine Gebärdensprachschrift gibt es schon länger), müß man als Gehörloser dann erst mal eine Zweitsprache lernen, die auch eine Schriftsprache hat.In Deutschland ist es natürlich die deutsche Sprache! Man muß nicht zwingend hören können, um Lesen und Schreiben zu lernen! Allerdings ist es wichtig, eine Muttersprache auf möglichst natürlichem Wege zu erlernen, die dann die Basis dafür steht! Klar gibt es Gehörlose, die Bücher schreiben.Davon gibt es aber gerade nicht allzuviele, was weniger an der Gebärdensprache liegt, aber mehr an gehörlosenfeindliche Bildungskonzepte liegt(Stichwort:Oralismus)! LG Martin |
