Jennifer Schreiner, Autorin der "Blut-Reihe" (bestehend aus "Honigblut", "Zwillingsblut" und "Venusblut"), ging für uns der Frage auf den Grund, was den Vampir eigentlich so anziehend macht und wieso die lichtscheuen Blutsauger aktuell so angesagt sind. Die Kolumne zum Thema findet ihr fortfolgend. Ihren Roman "Venusblut" stellen wir auf Seite zwei unseres Beitrages ausführlicher vor und verlosen zwei Ausgaben!
Vampire und ihre erotische Anziehungskraft
- Beißen bei nicht-glitzernden Vampiren ausdrücklich erwünscht!
- Vampire sind einfach unglaublich schön
- Vampire sind gefährlich, aber auch sexy
- Tragik und Romantik umgibt sie allerorten
- Sie haben diesen verführerischen Bad Boy Touch
- Sie sind begnadete Liebhaber
- Weitere Vorteile der Vampirbrut
Venusblut
- Der ewige Kampf um die Unsterblichkeit
- Lest in den Roman "Venusblut" hinein
- Details zu "Venusblut"
- "Venusblut" gewinnen
- Kommentare
Beißen bei nicht-glitzernden Vampiren ausdrücklich erwünscht!
Längst haben die Vampire die klassischen "Bad Boys" in der Literatur und den virtuellen Medien abgelöst und selbst so farblose Individuen wie Edward, der glitzernde Schönling, begeistern die Massen. Die Männer – seltener die Frauen – mit den Fangzähnen sind nahezu allgegenwärtig.
Doch woran liegt es, dass Kinder, jugendliche Frauen und eine kleine Minderheit von Männern (die vermutlich hauptsächlich um der lieben Liebe willen mitmachen), ins Kino pilgern oder sich TV-Zeiten blocken?

Ich gestehe: "Vampire Diaries" finde ich toll. All die schönen Menschen, die Irrungen und Wirrungen des Teenageralters, die stets lauernde, unterschwellige Gefahr und die potenzielle Möglichkeit von Sex zwischen den Akteuren macht mich kribbelig und ja, auch meine Montagabende waren für die Vampire geblockt.
Oft werde ich gefragt, ob ich auch die "Biss-Romane" mag, muss aber jedes Mal verneinen. Die Botschaft, die durch diese "klinisch saubere Liebe" transportiert wird, geht mir gegen den Strich.
Menschen haben Bedürfnisse und wollen diese auch ausleben. Ich glaube, es ist generell falsch, Sex als etwas zu betrachten, was a) gefährlich ist und b) nur NACH der Ehe vollzogen werden sollte. Um Kinder und Teenies aufzuklären und auf das Leben vorzubereiten, sollten sie nicht von verklärten Idealen aufgezogen werden, schließlich leben sie auch nicht in Disneyland sondern in der realen Welt.
Aber auch wenn ich die Botschaft des Filmes außer Acht lasse, kann ich mich mit diesen Vampiren nicht anfreunden. Ich bin ein großer Freund von der "potenziellen Möglichkeit von Sex zwischen den Akteuren", und als ich so alt war, wie die heutigen Biss-Fans, gab es Anne Rice.
Die "Interview mit einem Vampir" Schriftstellerin hat das Vampirgenre neu belebt und sich an dem althergebrachten Mythos orientiert. Rein theoretisch stehen Vampire nun einmal seit ihrer "Erfindung" für Sex, ihre Fangzähne und das Blutsaugen für das Eindringen in einen fremden Körper.
Aber so einfach ist es natürlich im "wahren Leben" dann doch nicht. Bloßer Sex reicht nicht aus, um Vampire unwiderstehlich zu machen. Ficken kann auch Otto-Normal-Mensch. Das wusste ich schon als hormongeplagte Zwölfjährige und heute kann ich sogar begründen, warum Vampire so verdammt sexy sind.
Vampire sind einfach unglaublich schön
Man mag über Robert Pattinson denken, was man will, aber objektiv sieht auch dieser Knabe ganz gut aus. Er reiht sich damit in eine lange Reihe schmucker Blutsauer ein, die alle verdammt pretty sind. Immer!
Warum? Weil Vampire von anderen Vampiren geschaffen werden, um ihnen die Unsterblichkeit zu versüßen. Und wie heißt es so schön: Das Auge isst mit. Wer will schon einen hässlichen Partner für die Ewigkeit haben?
Netterweise bleibt diese Schönheit nicht mehr nur der Nacht vorbehalten, sondern kann sich nun auch funkelnd oder mit magischem Ring bewaffnet, tagsüber präsentieren.
Vampire sind gefährlich, aber auch sexy

Vampire trinken Blut, um zu überleben. Weil Menschen es ganz und gar nicht mögen, kein Blut mehr zu haben, mögen sie keine Vampire und töten sie, wo sie sie finden. Ganz einfach das!
Doch ganz so einfach ist auch das natürlich nicht (wäre ja auch zu schön). Der gefährliche und gefährdete Vampir sorgt also in unserem Körper für eine gehörige Ausschüttung Adrenalin. Dazu kommt, dass er sexy ist. Eine Gratwanderung für jeden menschlichen Liebhaber, denn Sex gepaart mit Adrenalin ist nahezu unwiderstehlich.
Den jüngeren Vampiren, die noch keine eigene "Gefahr-Aura" haben, wird meist ein böser Nebenbuhler zur Seite gestellt. Der ist meistens wesentlich heißer und reizvoller, hebt aber die Tragik des "echten Vampirhelden" auf eine neue Ebene, so dass sich Mr. Tragik und Mr. Superheiß doch wieder die Erotikwaage halten.
Tragik und Romantik umgibt sie allerorten
Vampire sind oft uralt, durch ihr Alter sind sie zynisch geworden, ihnen fehlt die Portion Menschlichkeit, die uns vom Tier unterscheidet. Doch statt dass diese Tatsache für Empörung bei der Zielgruppe sorgt, ist es gerade dieses vampirische Selbstverständnis, was ihn erotisch macht. Der Vampir ist überlegen und animalisch, er nimmt sich, was er will – und vor allem weiß er, was er will und glaubt fest an die Macht des Stärkeren. Und welcher Mensch möchte nicht einmal im Brennpunkt dieser starken Fokussierung stehen, einmal der Mittelpunkt eines ewigen Verlangens sein? Oder gar die unsterbliche Liebe solch eines Wesens werden?
Bei den jüngeren, frischeren Vampire ist dieser romantische Aspekt sogar noch stärker: Sie sind chronisch unglücklich … vermutlich darüber, ein Vampir zu sein. (Ein Unglück, was sicherlich nur auf meinen ersten, völlig unvoreingenommenen Blick völlig unverständlich wirkt: Ich meine... hey, sie sehen arschgeil aus, haben Kohle ohne Ende, können jeden Mann/Frau haben, den sie wollen, und sind unsterblich... wo zum Teufel ist ihr Problem?)
Tief in meinem Inneren vermute ich, dass es ein Trick ist, um noch mehr Frauen anzulocken und um tiefsinnig zu wirken. Aber was soll ich sagen? Es funktioniert! Otto-Normal-Frau, die oft von der Natur mit einem Helfersyndrom ausgestattet worden ist, fährt auf diesen unglücklichen, unglaublich sinnlichen Kerl ab wie "Schmitz-Katze". Mit Hilfe ihrer unglaublichen Liebe will sie ihn auf jeden Fall und unter allen Umständen, koste es, was es wolle, retten.
Sie haben diesen verführerischen Bad Boy Touch

Der Bad-Boy-Touch ist nur die logische Weiterentwicklung von Punkt 3. Manchmal bedeutet ein langes Leben auch, dass der Vampir viele Erfahrungen gemacht hat. Nicht nur gute. Dadurch hat er sich oft ein sehr zynisches Bild von der Welt und den Menschen erarbeitet. Trotzdem ist er noch Mensch genug, um tief in seinem Inneren, eine klitzekleine Hoffnung zu tragen. Die, dass es irgendwo auf der Welt eine Frau (oder einen Mann) gibt, der es wert ist, für ihn wieder gut zu werden.
Der klassische Bad Boy weiß genau, was richtig und falsch ist, entscheidet sich aber oft für das Böse. Warum? Weil er gelernt hat, dass er andere dadurch auf Abstand halten kann und nicht verletzt wird.
Natürlich durchschaut ihn die richtige Frau sofort und ist fasziniert von dieser tiefsitzenden Angst und Verletzlichkeit, die so gar nicht zu solch einem starken, ewigen Wesen passt. Und weil sie so verständnisvoll ist, verwandelt sich der Bad-Boy freiwillig in Mr. Right, der an einer festen Beziehung interessiert ist und für Mrs. Right sogar zur Monogamie wechselt.
Sie sind begnadete Liebhaber
Apropos Monogamie. Natürlich ist der Vampir sexuell aktiv und ein so begnadeter Liebhaber, dass kein gewöhnlicher Mensch jemals auch nur annähernd mit ihm mithalten kann. Er ist nicht nur weltgewandt, sondern auch sinnlich. Eine Sinnlichkeit, die sich in jeder seiner Bewegungen widerspiegelt. - Und er weiß es!
Gerne verführt er die Frau auf die klassische Art und Weise, obwohl er sie auch einfach mit seinem betörenden Vampirblick bezirzen könnte. Und selbst, wenn er sie bezirzt, sorgt er dafür, dass sie auch ihren Spaß haben. Er kennt ausgefallene Sexpraktiken und errät gerne und oft die Vorlieben seiner Partner, um sie in die Tat umzusetzen.
Besonders schön für die jungen Mädchen oder schüchterneren Erwachsenen: Sie müssen sich nicht schämen, weil sie in Bezug auf Vampire an Erotik denken. Schließlich KANN man ihnen gar nicht widerstehen (siehe auch bezirzender Blick) – dass man es eigentlich auch gar nicht will, ist einfach ein schöner Nebeneffekt. Auf jeden Fall hat man sofort eine Ausrede parat, so dass weder Mutti noch Vati böse werden können.
Weitere Vorteile der Vampirbrut

- Man muss den Vampir nicht den Eltern vorstellen
- Man wird nicht den potenziellen Schwiegereltern vorgestellt
- Verhütung, Ansteckungsgefahr und Krankheiten können getrost außer Acht gelassen werden; schließlich ist der Vampir ja schon tot.
- Die Trennung ist zwar gefährlich, aber nicht unbedingt nur für den Menschen. Also dem Vampir rasch zuvorkommen und ihn mit Hilfe eines Pflocks zu Asche verwandeln und danach zu ewiger Maloche in die Eieruhr verbannen. (Notfalls tut es auch ein Knoblauchbaguette, ein Kreuz oder das schnöde Sonnenlicht)
- man kann durch die etwas "ergiebigere Blutsbruderschaft" selbst nahezu unsterblich werden und eine Ewigkeit mit diesem fantastischen Liebhaber zusammen sein.
Und da zumindest der letzte Punkt doch ein bisschen gruselig ist, verlasse ich nun den geneigten Leser mit einer weisen Warnung: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht ...",
Eure Jennifer
Auf der nächsten Seite erfahrt ihr alles über Jennifers neuen Roman "Venusblut" und könnt den Roman zweimal gewinnen ...
- 1. Teil: Vampire und ihre erotische Anziehungskraft
- 2. Teil: Venusblut





