Sexy Hexen mit gigantischen Brüsten, finstere Dämonen, schlüpfrige Erotik, fantasievolle Geschichten, viel Magie und ganzer Körpereinsatz im wahrsten Sinne des Wortes … Willkommen in der Welt von "Tarot". Diese erscheint in den USA in Form von Comicheften. In Deutschland hat sich der Verlag Panini Comics dieser Heftreihe angenommen und veröffentlicht die amerikanischen Comics in deutscher Übersetzung in Form von schön aufgemachten Sammelbänden, die wir euch hier einmal genauer vorstellen wollen.
- Inhaltsverzeichnis
- Die Künstler:
- Inhalt
- Heft 1: "Hexenkrieg"
- Die weiteren Hefte
- Kommentare
Die Künstler:
Jim Balent (Story und Zeichnungen)
Jim Balent stammt ursprünglich aus Pennsylvania und begann in den 1980er Jahren als Comiczeichner zu arbeiten. Sein erster Brötchengeber wurde der amerikanische Verlag DC-Comics, für den er an Reihen wie "Batman", "Vampirella" oder "Catwoman" mitzeichnete. Gerade sein Engagement für die Catwomanreihe zog sich über Jahre hin und verlief nicht immer zur Freude der Fans der Reihe.
Zum einen liebten sie seine Art, der Figur einen dynamischen und lebendigen Strich angedeihen zu lassen, andererseits stieß seine Vorliebe, die weiblichen Körperteile teils ins Extrem zu überhöhen, auf viel Unverständnis, gerade bei den weiblichen Fans, die die Reihe um eine durchaus feministisch angehauchte Figur sonst eher wohlwollend aufnahmen.
Balents Zeichnungen gerieten schnell in den Verruf, niederen männlichen Wunschphantasien zu entspringen. Und dabei hat er bei dieser Reihe nur geübt. Wer "Tarot" zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, wird wissen, worauf hier angespielt wird.
Von 1993 – 1999 betreute er "Catwoman", um sich danach eigenen Projekten zu widmen. Dazu gründete er eigens einen Verlag namens BroadSword Comics, für den er fortan exklusiv tätig wurde. Hier verfasste und verlegte er Reihen wie "School Bites" von seiner Frau Holly Golightly, "3 Little Kittens" und eben "Tarot: Witch of the Black Rose".
Holly Golightly (Zuständig für die Kolorierung von Tarot und Muse Balents)
Für diese Reihe stand seine Frau - Holly Golightly -, mit der er auch die Reihe "Vampfire" begründete, Model und lieferte die Vorlage für Jim Balents zeichnerische Ergüsse. Die US Comicreihe wird hin und wieder auch von Foto-Covern geziert, die Holly im Outfit von "Tarot" zeigen. Und mit Jim als Fotografen liefert Holly die Vorlagen für den jährlich erscheinenden "Tarot" Pin Up Kalender.
Holly wuchs in New York auf und wandte sich zu Collegezeiten vermehrt der Schauspielerei zu, strebte eigentlich aber eine Karriere als Lehrerin, Modedesignerin oder Kindererzieherin an. Irgendwie verschlug es sie dann aber doch in die Comicbranche, wo sie ihre Fähigkeiten in Serien wie "Sabrina", "the Teenage Witch", "Cheryl Blossom", "Josie & the Pussycats", "Betty&Veronica" und "Cosmo Girl" einbrachte. Diese Ausrichtung auf den eher jugendlichen Comicmarkt ist vermutlich auch ihrem eigenen erzieherischen Anspruch geschuldet.
Mit ihrer großen Liebe Jim Balent leitet sie heute den BroadSword Comicverlag und steuert zu Balents Arbeit an der Tarot Reihe im Wesentlichen ihre kraftvolle, knallig bunte Kolorierung bei.
Inhalt
Die Hauptfigur der Comicreihe ist Tarot, eine Hexe des Bundes der schwarzen Rose. Ihr Weg wurde Zeit ihres Lebens durch Visionen von Tarotkarten geprägt, weshalb sie sich selbst den Hexennamen Tarot gab. Sie sieht sich selbst als Instrument zur Wahrung des Gleichgewichts zwischen den Hexen, die den guten Mächten gehorchen, und jenen, die den dunklen Mächten und somit der schwarzen Magie verfallen sind.
Dummerweise ist ausgerechnet ihre Schwester Raven Hex eine dieser bösen Hexen, die mit aller Macht darauf drängen, die Welt der Magie von der Welt der Menschen abzutrennen und sich über die Menschen zu stellen. Tarot dagegen sieht darin die große Gefahr, dass die Menschen wie zu Zeiten des Mittelalters in allen Hexen etwas Böses sehen und so die Hexenverbrennungen wiederkehren könnten.
Fortan befindet sie sich in einem steten Kampf gegen ihre eigene Schwester und den von ihr beschworenen Ungetümen, die direkt der Hölle entsprungen zu sein scheinen. Zumindest bis Raven Hex erkennt, wer die wahren Feinde sind ...
Heft 1: "Hexenkrieg"
Inhalt
Raven Hex will mit Hilfe eines Buches voll von verbotener Magie ihren von den Menschen gemeuchelten Vater vom Reich der Toten auferstehen lassen. Diese Aktion würde das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse empfindlich stören, weshalb ihre Schwester Tarot alsbald auf den Plan tritt, um dieses Vorhaben zu vereiteln.
Zur Seite steht Tarot dabei Jon, ein Friedhofswärter und Medium zwischen dem Reich der Toten und der Lebenden, der sich beim bloßen Anblick von Tarots aus- äääh einladenden Reizen Hals über Kopf in sie verliebt und ihr auch in den folgenden Abenteuern nicht mehr von der Seite weichen wird.
Doch selbst mit vereinten Kräften kann man Raven Hex und ihre finsteren Schergen nicht aufhalten. Diese wenden sich mit aller Macht vor allem gegen die verhassten Menschen, die sich aus Wut und Unverständnis fortan gegen alle Hexen stellen ... egal ob gut oder böse.
Kritik

Schon Sammelband 1 macht ganz gut deutlich, wie die Serie um Tarot aufgebaut ist. Der Band fasst die ersten fünf Comichefte der Reihe zusammen, wobei die ersten vier Hefte erzähltechnisch eine zusammenhängende Einheit bilden. Diese längeren Geschichten im Tarotuniversum kommen immer sehr fantastisch und düster daher. Sie orientieren sich an Comics, in denen Figuren (hier Hexen) mit außergewöhnlichen Kräften auf ungewöhnliche Kreaturen stoßen, die sie nur mit Mühe niederringen können.
Der Ton in diesen Geschichten ist bis auf wenige humorige Ausnahmen sehr ernst und dunkel geraten und klammert auch die eine oder andere Brutalität nicht aus. In diesen Geschichten versucht Jim Balent immer wieder eine Mythologie um die Hexen selber zu errichten und einem unwissenden Publikum zu vermitteln, was in diesem Themengebiet von essentieller Bedeutung ist. Dabei findet er hier und da gewitzte Ansätze, ab und an gerät ihm die Mythologie um seine Hexen aber auch sehr klischeebehaftet.
Wobei man freilich auch nie ausklammern sollte, dass er mit seiner Reihe in erster Linie immer unterhalten will. Neben dieser sehr fantastischen und auch recht spannenden Episode aus Tarots Leben fanden dank Heft 5 auch zwei Kurzgeschichten ihren Weg in den ersten Sammelband.
Diese Kurzgeschichten sind über die gesamte Reihe hinweg ein witziger Kontrapunkt zu den sehr viel Superheldenatmosphäre atmenden Langgeschichten, transportieren sie doch sowohl teils recht infantilen Humor (hier die Geschichte um die gemeinsame Vergangenheit von Tarot und ihrer Katze Pooka) als auch sehr schlüpfrige, erotisch angehauchte Einlagen (hier die doch sehr pikante Begegnung Tarots mit finsteren Kobolden, die ihr an den Slip wollen und nur von einem Einhorn vertrieben werden können, das sich sogleich über Tarot hermacht!).
Beide Varianten heben sich deutlich vom restlichen Erzählstil in Tarot ab, rutschen glücklicherweise aber niemals ins Primitive oder überzogen Lächerliche ab und wirken wie Verschnaufpausen zwischen den heftübergreifenden Storys.

Auch optisch unterscheiden sich die zusammenhängenden Storys von den kurzen Zwischenepisoden. Sie sind dunkler und wuchtiger gehalten und präsentieren die Hauptfiguren niemals vollkommen entblößt. Zwar kämpft vor allem Tarot gerne komplett nackt, allerdings verstellen in diesen Momenten immer irgendwelche Gegenstände den Blick auf die vollkommene Nacktheit. Dieses Kokettieren mit der Nacktheit der Hauptfiguren geht sogar so weit, dass man(n) beispielsweise Tarots Brustwarzen in den ersten vier Heften des Sammelbandes nie zu sehen bekommt ... objektiv betrachtet nahezu ein Ding der Unmöglichkeit.
Dagegen sind die Kurzgeschichten weitaus heller und freundlicher gehalten, wirken verspielter und offener und entsprechen damit eben auch optisch dem ganz anderen Ton der Geschichten. Und hier geht Balent dann auch in die Vollen und präsentiert seine Figuren komplett wie Gott - also er - sie schuf ;-). Auch dies offenbart, wie verschieden Balent die Geschichten gewichtete.
Die Zeichnungen selbst sind als enorm gelungen zu bezeichnen. Hierbei schlägt sich vor allem die - bei Catwoman noch harsch kritisierte - Art der Balent'schen Figurenzeichnung ungehemmt Bahn. In den Kampfrüstungen wogen gigantische Brüste und für die hier gezeichneten Taillen scheint der Begriff der Wespentaille einst erfunden wurden zu sein. Abseits dieser extremen Überhöhung der Weiblichkeit bersten Balents Zeichnungen vor Details und Energie und durch die sehr kräftige und prägnante, sehr grelle und farbenfrohe Kolorierung, wirken die Bilder extrem wuchtig.
Zudem verzichtet Balent häufig auf die typische Panelgestaltung (Panels = Einzelbilder eines Comics) normaler Comics und lässt die Bilder ohne irgendwelche Grenzen ineinander überfließen. Die Folge sind fast schon Collagen, in denen die Inhalte normalerweise getrennter Panels nahtlos ineinander übergehen und sich teils sogar gegenseitig verdecken und miteinander überlappen!
Die Folge ist ab und an fast schon ein Zuviel an Informationen fürs Auge, doch sobald man sich in diese an Details überbordende Zeichenkraft reingeguckt hat, kann man(n) gar nicht mehr genug bekommen. Kein Wunder, bei diesen üppig (und natürlich comicgerecht vollkommen überzogen) wogenden Dekolletes, an denen sich ständig irgendwelche Fantasiewesen verlustieren.
Fazit

"Tarot" macht wirklich Spaß und ist einmal eine ganz andere Annäherung an das Thema Hexen, das die Reihe dennoch mit Respekt angeht und niemals ins Lächerliche zieht. Die für die Serie errichtete Mythologie um die Hexen funktioniert und sorgt für einige sehr spannende Momente. Die eigentlichen Highlights bilden aber dennoch die frivolen Kurzgeschichten, da sie sich deutlich vom x-fach gelesenen Superheldeneinerlei abheben, an das die Hauptgeschichte hier noch deutlich erinnert.
Diese Kurzgeschichten mögen manchmal zu schlüpfrig ausgefallen sein oder vom Humor her zu platt daherkommen, sind aber enorm kurzweilig. Die die Handlung transportierenden Zeichnungen brauchen etwas Eingewöhnungszeit, sind in ihrem enormen Detailgrad und ihrer kolorierten Wucht aber eine echte Augenweide. Genau wie die Hauptfigur Tarot ...
Die Präsentationsform
Die ersten fünf Hefte von Tarot kommen in einem edlen Sammelband, der neben den oben erwähnten drei Geschichten alle Coverartworks der amerikanischen Comichefte beinhaltet (die allesamt Pin Up Charakter haben), ein Vorwort von Jim Balent offeriert und dank diverser Skizzen und Lithografien auch einen kleinen Einblick gibt, wie die Figuren entworfen und entwickelt werden.
Die weiteren Hefte
Heft 2: "Rückkehr der dunklen Hexe"
Heft 2 vereinigt die US Ausgaben 7-11 und schließt unmittelbar an die Ereignisse der Langgeschichte aus dem ersten Sammelband an. Demnach versucht Tarot, das wegen Raven Hex entstandene Ungleichgewicht zwischen Gut und Böse aufzuheben und stößt dabei auf verschiedenste Wesen, die Raven Hex mit ihrem Zauber zur Erweckung ihres toten Vaters heraufbeschworen hat. Bei diesen Auseinandersetzungen wird Tarot tödlich verletzt und ist fortan in einer Welt zwischen Leben und Tod gefangen. Währenddessen hat Raven Hex nichts aus den vorhergehenden Ereignissen gelernt und versucht eine neue gigantische Zufluchtsstätte für alle Hexen zu schaffen, um so den Keil noch weiter zwischen Menschen und Hexen zu treiben ...
Band 2 konzentriert sich voll und ganz auf den düsteren Storypart, der schon im ersten Sammelband den Hauptinhalt bildete, kann aber mit einer fantasievolleren Geschichte punkten und schafft es dank der teils recht frivolen Prüfungen, denen Tarot sich in der Zwischenwelt stellen muss, auch etwas Humor und augenzwinkernde Erotik in das finstere Treiben zu integrieren. Dadurch wirkt Band 2 deutlich runder als der Vorgänger.
Die vergriffenen Bände 1 und 2 könnt ihr hier als Hardcover erwerben!
Heft 3: "Boo!"
"Boo!" offeriert dem geneigten Leser das bisher ausgelassene Heft 6 und die Hefte 12-15 der Originalserie. In der Einzelepisode aus Heft 6 müssen sich Tarot und ihre bisexuelle Freundin, die Werkatze Boo, mit knochenfressenden Monstern herumschlagen. In der folgenden Geschichte lernen wir Boo und ihre Lieblingsgespielin (ein Vampir) näher kennen und erleben mit, wie sich Boo einem lüsternen Werwolf stellt. In Geschichte drei treffen Tarot und John auf ein verstorbenes Mädchen, das Frankensteingleich Tarots Körper als Ersatzteillager für ihren - bei einem Autounfall zerschmetterten - Körper nutzen will. Nachdem man dieses Abenteuer halbwegs unbeschadet überstanden hat, erlebt Jon einen 1. Mai der ganz besonderen Art, um in der abschließenden Geschichte mit seiner Geisterfreundin Crypt Chick einen Dinosauriergeist zu bekämpfen.
In Band 3 werden einige der Nebencharaktere mit eigenständigen Geschichten befeuert und dabei etwas mehr vertieft. Dementsprechend gehört dieser Band vor allem Boo, dem Crypt Chick und diversen anderen Nebenfiguren, die im Tarotuniversum sonst eine eher untergeordnete Rolle spielen. Der Ton ist durchgehend heiter und beschwingt und alle Geschichten bleiben im Grunde höchst belanglos. Eine etwas ernstere Episode als Einsprengsel hätte hier wirklich gut getan.
Heft 4: "Der Nebel der Dunkelheit"
"Nebel und Dunkelheit" beinhaltet die amerikanischen Ausgaben 18-22 und vereinigt eine Kurzgeschichte und eine mehrere Hefte übergreifende Story. In der Kurzgeschichte erleben wir drei Elfen, die in den Tagebüchern von Boo, Tarot und Raven Hex herumstöbern. In der größeren Story wird es dann wieder epischer, denn nicht viel mehr als das Ende der Menschheit soll herbeigeführt werden. Mittendrin Raven Hex, die anscheinend wieder ihren Allmachtsfantasien erlegen ist, und ein ganzes Heer an Kampfebern ...
Heft 4 präsentiert durchgehend eine durchaus hohe erzählerische Qualität. Die mehrere Hefte umspannende Geschichte um die "Nebel der Dunkelheit" entspricht im Ton mehr den ersten beiden Bänden, ist düsterer und komplexer gehalten und hat auch einige sehr blutige Details aufzubieten. Auch eine gewisse Spannung kann man der Geschichte um Formwandler, Drachenhexen und Vampirelfen nicht absprechen. Das Highlight ist aber dennoch die Kurzgeschichte. Diese ist im Ton zwar deutlich heller und witziger, transportiert dabei aber dennoch wichtige Botschaften um Toleranz und Respekt.
Optisch stellt Band 4 eine einschneidende Änderung dar, denn mit diesem Band - bzw. mit Heft 18 der amerikanischen Originalserie - beschreitet Jim Balent deutlich offenherzigere Wege in seinen Zeichnungen. Waren vorher immer noch irgendwelche Blütenblätterchen oder Schneeflocken vor die Brustwarzen drapiert, gibt es jetzt sogar die weiblichen Schamlippen in allen Größen und Formen und eine kleine Fellatioszene findet auch ihren Weg in die Reihe. Einerseits dürfte diese Verschärfung (im wahrsten Sinne des Wortes) vor allem finanziellen Überlegungen geschuldet sein – Sex sells! - andererseits passt es aber auch auf die Reihe selbst, denn in dieser wurde die Nacktheit des Menschen schon im ersten Heft selbst zum Normalsten und Schönsten der Welt erklärt, so dass es bislang sogar inkonsequent erschien, die Nacktheit abzumildern.
Heft 5: "Holiday Hexen"
Heft 5 vereinigt die Comicausgaben 16 & 17 und 23 - 25 und besteht vollkommen aus witzig frivolen Kurzgeschichten. In einer begehen Raven Hex und Tarot Halloween und geraten dabei in die Fänge von Lebkuchenzombies. In einer anderen Geschichte legen sich die Beiden mit einer Schneefee an, was beiden nicht wirklich gut bekommt und diverse Klatscher auf den nackten Popo zur Folge hat. Und da auch Hexen mal Urlaub brauchen, brechen sie mit Jon in einer weiteren Geschichte gen Hawaii auf, wo Unterwasserskelette und in Gemächte kneifende Krebse die kleinsten Probleme darstellen ...
Wie bereits durch die Inhaltsangabe deutlich geworden sein sollte, wird es in Heft 5 heiter beschwingt. Die Hauptfiguren sind eigentlich nie bekleidet, der Humorlevel wird einige Etagen tiefer gelegt und alles ist auf puren Fun ausgerichtet, was auch hervorragend funktioniert. Das Highlight bildet aber dennoch die einzige ernsthafte Episode, in der Balent das Hexentum einmal genauer beleuchtet, diverse Hintergründe des Wiccaglaubens offen legt und für Toleranz in alle Richtungen wirbt. Offene Kritik am christlichen Glauben inklusive.
Band 5 könnt ihr unter anderem bei Amazon ordern.
Heft 6: "Scharfe Miezen und heiße Hexen"
In dem Sammelband Nummer 6, der die amerikanischen Einzelhefte 26 - 30 beinhaltet, widmet sich Balent ebenfalls vor allem den kurzweiligen Einzelepisoden. Hierbei treffen Tarot und Jon auf einen digitalen Dämon, mit dem sie ihre liebe Not haben. Deutlich beschwingter kommt die Episode um einen Besuch im Koboldreich daher. Danach kommt es zu einem Crossover mit der Jim Balent Reihe "3 Little Kittens", wo die "Drei kleinen Muschies" auf der Jagd nach Saddam Hussein auf Raven Hex und Tarot treffen. Ein Kampf gegen ein riesiges Katzenmonster in der letzten Geschichte vermag die Gemüter auch nicht wirklich abzukühlen ...
Sammelband 6 zeigt leider auf, dass sich das Konzept dann doch allmählich abnutzt. Man versucht hier einen Mix aus frivol witzigen und etwas ernster angelegten Stories zu vereinen, verzettelt sich aber gerade bei der Saddam Hussein Episode grandios. Diese Geschichte ist so radebrechend dämlich, voller Fehler (im Bezug auf die bisherigen Tarotgeschichten) und peinlich patriotisch, dass man selbst gelungene Gags - wie in Brüste eingebrachte Atombomben - peinlich berührt überliest. "Tarot" ist und bleibt durchaus unterhaltsam, keine Frage, und die deutlich offensivere erotische Ausrichtung weiß definitiv zu gefallen, doch inhaltlich geht es mit diesem Sammelband leider deutlich bergab.
Band 6 könnt ihr unter anderem bei Amazon ordern.
Heft 7: "Die Schattenhexe"
Nummer 7 der Sammelbände um Tarots Abenteuer vereint die amerikanischen Hefte 31 - 35. Dabei steigt dieser Band mit einer witzigen Geschichte ein, in der Tarot und Jon aus Versehen in die Feenwelt gelangen, wo eine Fee Tarots Muttermal stiehlt, was diese nicht auf sich sitzen lassen kann. Die folgenden vier Geschichten bilden eine große Story, die sich ungleich dunkler gestaltet als die einleitende Story. Hier gerät Raven Hex beim Versuch, alle Hexen zu vereinen, mit einer Drachenhexe aneinander, was beinahe tödliche Folgen hat. Jon wird derweil von einem neuen Friedhofswärter attackiert und auch Tarot wird von einer so genannten Schattenhexe angegriffen, die ihr mittels ihrer Schattenklinge einen riesigen Tumor in den Körper zaubert. Ale drei Attacken gehen auf das Konto eines nur zu bekannten Gegners ...
In Sammelband 7 fängt sich die Reihe wieder und gerät deutlich ernster als diverse Vorgängerbände. Der Grund dafür wurzelt in unserer Realität, denn Jim Balent verarbeitete in dieser Geschichte ein traumatisches Erlebnis um seine große Liebe Holly Golightly, die, wie Tarot in dieser Story, an Krebs erkrankt war. Hier wie dort ging die Geschichte letztendlich gut aus, während sich Balent für seine Comicreihe aber ein deutlich düstereres Ende vorbehält. Und diese Besinnung auf frühere Tugenden der Reihe, die ja mit einem deutlich dunkleren Grundton begann, steht "Tarot" gut und stellt innerhalb der Reihe ein echtes Highlight dar. Dabei ist Balent zeichnerisch nun vollends flügge geworden. Mehr nackte Haut als in diesem Band gab es noch nicht zu sehen, wobei es einen als Leser schon wundert, dass diese Offenherzigkeit den Grundton der Geschichte so gut wie gar nicht berührt, bzw. ihn abmildert. So kann es gerne weitergehen
Band 7 könnt ihr unter anderem bei Amazon ordern.
Heft 8: "Die Liebenden!"
Mit den Heften 36 - 40 geht es in "Tarot" Band 8 weiter. Hier rettet Jon zunächst einmal seine Freundin, das Crypt Chick, aus einer düsteren Unterwelt und nimmt Tarot ein reinigendes Bad in einem Brunnen, der auch in der Lage ist, Schuldgefühle wegzuwaschen. Und diese hat Tarot dank der Ereignisse in den vorhergehenden Heften zur Genüge. Danach rettet Tarot ein Baby aus dem Feenreich, während Jon Tarots schwerverletzte Schwester zu reinigen versucht. Schlüpfrigkeiten inklusive. In der folgenden Geschichte gewährt uns Autor Jim Balent einen Blick auf drei mögliche Enden seiner Story um Tarot, die in ihren Auswirkungen immer fataler werden. Und als wäre das nicht schon chaotisch genug, kehrt auch noch Boo, die bisexuelle Geliebte Tarots, zurück und wirbelt deren Liebesleben gehörig durcheinander. Und richtig durcheinandergewirbelt wird auch die neue Figur Hexerella, die einen nicht ganz alltäglichen "Besenritt" zu absolvieren hat.
Band 8 schlittert leider etwas unentschlossen zwischen den verschiedensten Stimmungen hin und her. Auf gar düstere Abschnitte folgen so komplett sinnentleerte Einlagen. Manche Geschichte beginnt gar eher frivol, nur um dann plötzlich einen seltsam ernsten Schlenker zu bekommen, der alle Leichtigkeit aus der Geschichte herauspresst. Zumindest kann man konstatieren, dass die düsteren Abschnitte richtig düster und die frivol witzigen Elemente richtig frivol witzig sind. Und so rezipiert man Band 8 vermutlich am Besten, wenn man nach jedem geschafften Heft den Band einfach kurz zur Seite legt und sich auf einen gehörigen Richtungswechsel fürs nächste Heft einstellt. Doch dieses Beiseitelegen fällt sehr schwer, da die Macher hinter "Tarot" erneut einen wirklich netten, mal erotischen, mal verklemmt naiven und mal dunklen Bilderreigen geschaffen haben, der wirklich toll anzuschauen ist und den Zuschauer das jeweils nächste Panel förmlich herbeisehnen lässt.
Band 8 könnt ihr unter anderem bei Amazon ordern.
In den USA läuft die Serie unvermindert erfolgreich weiter und soll auch in Deutschland weiter fortgesetzt werden. Wir werden weiterhin berichten ...
In diesem Sinne:
freeman





















