Bei dem erotischen Roman "SexLust" scheint der Name Programm zu sein. Die Autorin Denise Harris stellt uns eine Frau vor, die das hat, was sich viele wünschen: einen perfekten Partner und tollen Sex. Und dennoch ist sie unglücklich und begehrt einen anderen Mann. Sexuelle und moralische Schranken werden überschritten. Unser Mitglied DerGilb hat "SexLust" Probe gelesen und stellt es näher vor. Ihr habt zudem die Möglichkeit ein Exemplar zu gewinnen.
Die Autorin von "SexLust"
Bereits mit zehn Jahren wollte Denise Romanautorin werden. Sie schrieb erste Geschichten, die die Jahre allerdings nicht überdauert haben. Als Jugendliche verschlang sie dann unzählige Schnulzenromane, in denen es auch nur entfernt um kühne Freibeuter, Piratenschiffe und schöne Frauen ging. Besonders gern hat sie zudem die Romanheftserien Baccara, Julia und Romana gelesen. Diese Geschichten haben die Autorin in gewisser geprägt, dennoch hat sie immer etwas gestört: Der Sex wurde zwar romantisch, aber kaum wirklich wild dargestellt.
Dies wollte die Österreicherin in ihrem eigenen Buch ändern. Vor drei Jahren entwickelte sie vage Ideen für den Roman "SexLust". Recherchen im Forum des JOYclub sowie das eigene Leben als Inspirationsquelle festigten die Geschichte. Mit Hilfe ihres Mannes, der ihr jede "niedliche" Stelle gnadenlos mit den Worten 'Ich dachte, du wolltest endlich einmal etwas schreiben, wo es zur Sache geht' veröffentlichte sie dann im Juni 2011 die erste Auflage von "SexLust".
Denise liebt es durch das Schreiben in neue erotische Welten einzutauchen und ihre eigenen Erfahrungen und Sichtweisen zu überdenken. Im Schreibfluss kann sie völlig abschalten und eins mit der Geschichte werden. Wenn Denise nicht gerade schreibt, arbeitet sie in der Buchhaltung eines großes Unternehmens in Graz.
Darum geht es in "SexLust"
Denise (die Romanheldin trägt den gleichen Namen wie die Autorin) ist heiß. Verdammt heiß sogar. Sie sieht fantastisch aus, hat Geld und einen Mann, der sie über alles liebt und der eine Kanone im Bett ist. Sie lebt in einem wunderschönen Haus und hat einen tollen Sohn. Es ist Weihnachten, aber sie ist tot unglücklich. Da gibt es nämlich diese eine Sache in ihrem Leben, über die sie nie hinwegkommen wird. Eine Sache, von der sie sich wünscht, dass sie nie passiert wäre. Aber was zum Teufel hat der beste Freund ihres Mannes damit zu tun? Das gilt es herauszufinden.
Die Autorin selbst berichtet uns, dass es in ihrem Roman um sehr viel Ehrlichkeit geht, Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Denn in unserem Leben gebe es gewisse Wahrheiten, die wir nicht ansprechen können, weil sie zu gefährlich sind. Der Roman "SexLust" thematisiert Mauern… Mauern, die wir uns selbst errichtet haben. Es geht um erotische Wünsche, das Ausleben von Neigungen und das Überschreiten von Grenzen. Sexuellen Grenzen. Moralischen Grenzen. Auch die Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit ist ein zentraler Punkt.
Eine Leseprobe findet ihr auf der zweiten Seite des Artikels.
Das sagt unser Buchtester zu "SexLust"
Ich hatte die Ehre, "SexLust" für den JOYclub Probe zu lesen und darf euch nun von meinen Erfahrungen berichten.
Ich oder vielmehr wir (meine Partnerin und ich) konnten es kaum erwarten, endlich den Roman in den Fingern zu halten. Wir lesen beide gerne erotische Geschichten. Bisher haben wir weitestgehend Kurzgeschichten, in denen es schnell zur Sache geht, gelesen, von daher war "SexLust" als 200 Seiten Roman etwas Neues für uns.
Authentische Story und schön beschriebene Sexszenen
Ursprünglich hatten wir vor, uns jeden Abend ein paar Seiten gegenseitig vorzulesen. Die ersten Seiten waren sehr vielversprechend. Der Autorin gelang es einen Spannungsbogen zu erstellen, der uns schnell weiter lesen ließ. Bereits am ersten Abend waren somit die ersten 50 Seiten gelesen. Die Story machte Lust auf mehr und die erotischen Beschreibungen erzeugten ein angenehmes Kribbeln.
Wenige Seiten später kamen wir dann jedoch ins Stocken. Das lag zum einen daran, dass wir aufgrund der Fernbeziehung nicht so viel gemeinsame Zeit haben, zum anderen verflog für uns aber leider auch das angenehme Kribbeln, das uns die ersten Seiten begleitet hatte.
Der Grund dafür liegt nicht unbedingt am Buch, sondern eher in den persönlichen Vorlieben. Ab Seite 50 wird hier verstärkt BDSM in den Vordergrund gestellt. Da wir beide keinen Reiz aus dieser Spielart ziehen, fehlte hier schlichtweg das erotische Knistern.
Letzlich entschieden wir uns dann dazu, dass ich den Rest des Buches alleine lesen sollte.
Die Kurzform meines Resümees: Ich kann dem Buch eine gute Note ausstellen. Handwerklich ist es ein gelungenes Buch. Die Story ist authentisch, die Sexszenen schön beschrieben und die Stimmungsschwankungen der Hauptdarstellerinen kommen gut rüber.
Akt nicht Kern der Geschichte, sondern erotisches Beiwerk
Das Resümee in Langform: Zuerstmal sollte man die Zielgruppe dieses Buches besser definieren. Während erotische Literatur meiner Erfahrung nach oft für den männlichen Massenmarkt gemacht ist, dem es, ähnlich dem Porno, weniger um Handlung und mehr um den Sex geht, erfüllt dieses Buch diese Anforderung nicht. Wie bereits der Einband verrät, handelt es sich um einen erotischen Roman, quasi dem Frauenporno der Literatur.
Die Autorin verbindet somit eine dramatisch, romantische Geschichte mit erotischen Beschreibungen des Aktes.
Eine Verknüpfung zweier Genre bedeutet nicht automatisch, dass die Leser beider Genre mit dem Ergebnis etwas anfangen können. So auch hier. Habe ich das Buch oben schon mit einem Frauenporno verglichen, so kann man auch hier gewisse Parallelen ziehen. Der Akt selbst ist im Gegensatz zu anderen erotischen Büchern nicht der eigentliche Kern der Geschichte, sondern eher erotisches Beiwerk. Im Vergleich zu den meisten Frauenpornos ist aber die Story durchaus glaubhaft. Auch wenn am Ende nicht geheiratet wird, so steht hier dennoch eher die Lebensgeschichte der Hauptdarstellerin und weniger der Sex im Vordergrund.
"SexLust" erzählt romantische Liebesgeschichte
Die Story erzählt eine romantische, teils traurige, teils dramatische, teils schon leicht kitschige Liebesgeschichte. Der eigentliche rote Faden der Geschichte ist die Organisation und Durchführung eines weihnachtlichen Swingerabends. Während zwischen den ersten Planungen und der Umsetzung nur wenige Wochen vergehen, deckt der Roman insgesamt aber eine viel größere Zeitspanne ab.
Parallel zur Rahmenhandlung wird das Leben der Hauptdarstellerin tiefer beleuchtet. Der rote Faden dient in erster Linie dazu, dem Leser verschiedene Erinnerungen der Hauptdarstellerin zu präsentieren. Diese verknüpft mit jedem Gast prägende erotische Erlebnisse. So taucht man während der Planung immer wieder in die Vergangenheit der Darstellerin ein und durchlebt dann live ihre Erlebnisse mit den verschiedenen Gästen.
Während des Romans muss die Gästeliste mehrfach angepasst werden, da einzelne Paare verhindert sind und passender Ersatz gefunden werden muss, womit immer wieder neue Erinnerungen zu Tage kommen, um schließlich das gesamte Puzzle zu offenbaren.
Sexszenen an romantischem Grundtenor angepasst
Abgesehen von den bereits erwähnten BDSM Teilen, die aus meiner Sicht auch nicht direkt zum Buch passen, findet sich nur wenig Hardcore-Pornografisches im Buch. Obwohl sich die Story um eine Frau dreht, die sehr offen mit ihrer Sexualität umgeht, sind die Sexszenen dem erotisch-romantischen Grundtenor angepasst und verzichten auf all zu kräftige Ausdrücke und Szenarien. Mit Ausnahme weniger Szenen sind immer nur zwei Personen aktiv miteinander beschäftigt, was angesichts der Geschichte durchaus überrascht.
Wie genau eine solche Beschreibung der Sexualität zweier/dreier Menschen aussieht, kann man sehr gut dem öffentlichen Ausschnitt entnehmen.
Zeitsprünge nicht immer sofort erkennbar
Ein Wehmutstropfen aus meiner Sicht sind die teilweise zu komplex geratenen Zeitsprünge. Die Autorin nutzt die einzelnen Erinnerungen, um einerseits Informationen preis zu geben, andererseits aber auch neue Spannung aufzubauen, weil andere Details vorerst im Verborgenen bleiben.
Leider sind die Einstiege in die Erinnerungen nicht immer direkt als solche zu erkennen, erst nach und nach merkt man, dass man gerade wieder in der Vergangenheit ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erinnerungen nicht chronologisch präsentiert werden und oft nur mit relativen Zeitangaben versehen sind. Damit fällt es manchmal schwer, die einzelnen Szenen zeitlich korrekt einzuordnen und das Puzzle aus Erinnerungen richtig zusammen zu bauen, insbesondere dann, wenn es kurz vorher noch einen spannenden Matratzenwalzer zu lesen gab. Wenn man das Buch jedoch bis zum Ende liest, werden alle Unklarheiten beseitigt.
Für wen ist das Buch nun empfehlenswert?
Bliebe noch die Frage, wem ich das Buch empfehlen kann.
Ungeeignet ist das Buch auf jeden Fall für all diejenigen, die nur auf Sex aus sind. Als anregende erotische Gute-Nacht-Geschichte halte ich den Roman nur für bedingt tauglich. Zwar sind die erotischen Beschreibungen durchaus anregend, im Vordergrund steht aber vielmehr, wie schon erwähnt, die Geschichte. Die im Buch verteilten erotischen Beschreibungen sind dann einfach zu kurz, um richtige Lust zu entfachen, hierfür gibt es mit den verschiedenen Kurzgeschichtensammlungen bessere Kost.
Empfehlen kann ich das Buch damit allen, die in einer ruhigen Minute gerne mal zu einem Roman greifen und dabei nichts gegen etwas konkretere Erotik haben.
Ich hoffe ich konnte euch das Buch etwas näher bringen, ohne zu viel zu verraten. Wer noch mehr wissen will, darf sich gerne bei mir melden.
DerGilb
Ein Exemplar von "SexLust" gewinnen
Wer nach diesen Eindrücken und der Leseprobe auf der nächsten Seite sagt, er möchte "SexLust" auch unbedingt mal lesen, hat jetzt die Möglichkeit ein Exemplar zu gewinnen... ein Buch wartet in der JOYclub-Redaktion noch auf einen neues Besitzer.
Dafür einfach eine Frage beantworten und mit etwas Glück aus den Teilnehmern ausgelost werden: Wie heißt die Hauptfigur des Romans? Die Antwort mit dem Betreff "Gewinnspiel SexLust" bis spätestens 16.12.2011 an Miss_Mood schicken. Vielleicht liegt dann "SexLust" schon bald in deinem Briefkasten.
- 1. Teil: SexLust
- 2. Teil: Ein Auszug aus "SexLust"







