15.03.2010

Philemon und Baucis

Alt wie ein Baum ...

Eine Geschichte über die ewige Liebe wurde für den Fotografen WolfTek zur Inspiration für seinen Fotoband "Philemon und Baucis". In der Folge fing er ein Jahr lang den Lebenszyklus der Bäume an den verschiedensten Orten in Europa fotografisch ein und machte in seinem Fotostudio rund 20.000 Bilder von Menschen, egal ob Einzelpersonen oder Paare. Durch die Kombination dieser Zutaten entstanden "Zwitterwesen", halb Mensch, halb Baum.

So verwandelt sich eine Pinie an der Via Appia im Frühsommer in ein akrobatisches Paar, zur Herbstzeit verschmilzt ein Mensch mit einem über den See gestürzten Baum und im Winter lässt der frisch gefallene Schnee nur noch die Konturen der Baum-Menschen erahnen. Derartige Metamorphosen sind Thema dieses Buches, das wir euch hier ans Herz legen wollen.

Entdeckung
Entdeckung

Philemon und Baucis

Baumgeboren
Baumgeboren

Der Dichter Ovid schrieb in den von ihm verfassten "Metamorphosen", die das mythologische Wissen der Antike sammelten, auch die Geschichte von Göttervater Zeus nieder, in der er mit seinem Sohn Hermes auf Erden wandelte und in einer Stadt einkehren wollte. Doch die Stadtbewohner, unwissend, wer da vor ihnen stand, wollten den beiden partout keinen Einlass gewähren.

Nur Philemon und seine Frau Baucis, ein altes Ehepaar, das in ärmlichen Verhältnissen am Rand der Stadt lebte, nahm die beiden auf und bewirtete sie mit all dem, was es zur Verfügung hatte. Irgendwann erkannten sie die Götter hinter ihren Gästen und entschuldigten sich für das karge Mahl. Doch die Götter zürnten ihnen nicht. Vielmehr belohnten sie das Paar für seine Gastfreundschaft und verwandelten die alte Hütte in einen goldenen Tempel.

Baumgeister
Baumgeister

Als sich das noch immer innig verliebte Paar wünschte, niemals getrennt zu werden, gewährten ihnen die Götter auch diesen Wunsch. In der Folge werden beide Liebende am gleichen Tag sterben und sich in zwei nebeneinander wachsende Bäume verwandeln. Philemon wird in eine Eiche und Baucis in eine Linde verwandelt.

Neben dieser Geschichte standen auch die Baumgeister der griechischen Mythologie, die so genannten Dryaden, Pate für diese Bildserie. Als Hamadryaden waren sie Teil eines Baumes und starben auch gemeinsam mit ihm. Sie galt es anzurufen, wenn man beispielsweise einen Baum fällen oder Äste für Feuerholz nutzen wollte. Tat man das nicht, bestraften die Dryaden jeden Sterblichen, der den Bäumen ein Leid zufügte.

Wie diese Absätze erahnen lassen, ist WolfTek ein wahrer Literaturliebhaber, der sich nur zu gerne von Texten zu bildhaften Arbeiten inspirieren lässt. Den Schwerpunkt bilden dabei vor allem die literarischen Perlen der Antike, die er im Original liest und für seine Bildideen verwertet.

  • Blütenregen
    Blütenregen
  • Der alte Ölbaum
    Der alte Ölbaum
  • Frühlingsgefühle
    Frühlingsgefühle
  • Ruhe
    Ruhe

Der Künstler

Efeu
Efeu

Wolf Tekook wurde 1951 in Düsseldorf geboren und lebt und arbeitet in Krefeld. Nach Jahren des Zeichnens und Fotografierens entdeckte er Ende der 80er Anfang der 90er Jahre die sich in der Entwicklung befindende Bildbearbeitung am Computer für sich. In diesen Pioniertagen, als weder die digitale Fotografie noch die heute gebräuchlichen Bearbeitungshilfsmittel zur Verfügung standen, war Improvisieren und viel Vorstellungskraft angesagt.

Heute, mit schnellem Rechner, hochauflösenden Digitalkameras und einem Grafiktablett, mit dem man wie einst auf Papier zeichnen kann, setzt nur noch die eigene Vorstellungskraft die Grenzen. Er selbst begann sich 1998 mit der digitalen Fotografie auseinanderzusetzen. Diese lieferte ihm dann das Ausgangsmaterial für seine eigentliche Arbeit.

Annäherung
Annäherung
Der Ölbaum
Der Ölbaum

Bei dieser fügt WolfTek - ausgehend von seinen Fotografien - zusammen, was ursprünglich nicht zusammen gehört. Das Ergebnis sind Collagen, Überlagerungen, Verfremdungen. Und auch wenn die Umsetzung der unterschiedlichen Themen zu optisch sehr unterschiedlichen Ergebnissen führt, gibt es in WolfTeks Arbeit eine alles verbindende Klammer - sein Hauptthema: die menschlichen Emotionen und die Vielfalt menschlicher Aktionen und Interaktionen.

Seit 2004 stellt sich WolfTek mit seinen Arbeiten regelmäßig der Kritik des Publikums. Auf Ausstellungen in Deutschland, dem europäischen Ausland und den USA sollen in näherer Zeit auch Präsentationen im lateinamerikanischen Raum folgen.

  • Der Schwur
    Der Schwur
  • Strandvergnügen
    Strandvergnügen
  • Nymphenzeit
    Nymphenzeit
  • Nymphenzeit
    Nymphenzeit

Arbeitschwerpunkte

Dryaden
Dryaden

WolfTek bezeichnet seine Kamera, sein eigenes Fotostudio, diverse Bildbearbeitungsprogramme und viele Ideen im Kopf als die wesentlichsten Rüstzeuge für sein Schaffen. Er arbeitet immer themenorientiert und versucht, viele Aspekte zu einer Idee auszuloten, Varianten zu zeigen.

Dabei bedient er sich nicht nur mythischer Geschichtensammlungen. Beispielsweise wurden die Bilder seiner Serie Carmina Burana durch die mittelalterliche Lieder- und Gedichtsammlung aus dem Jahre 1230 inspiriert, die im Kloster Benediktbeuren aufgefunden wurde und die unter anderem auch Carl Orff zu seiner Oper inspirierte. Und in seiner Reihe West-östlicher Diwan gibt es Bilder zu alten Texten aus dem fernen Orient zu bestaunen.

  • Winterschlaf
    Winterschlaf
  • Zuneigung
    Zuneigung
  • Spätfrost
    Spätfrost
  • Der Teich
    Der Teich

Weitere Arbeiten

HAUTKontakt
HAUTKontakt

Ein ähnliches Miteinander von Bildern und Poesie wie in dem hier vorgestellten Bildband gibt es in WolfTeks Buch HAUTKontakt. Hier geht man sogar noch ein Stück weiter, werden hier doch die Bilder von WolfTek flankiert von den in Versen zusammengefassten Impressionen der Hamburger Autorin Johanna Renate Wöhlke, die ihr beim Betrachten der Werke kamen. Das Thema sind die Spannung und Attraktion zwischen den Geschlechtern. Fortsetzungen dieser bildlich-textlichen Kooperation sind geplant und schon in Arbeit.

HAUTKontakt bestellen

Buchdetails

Philemon und Baucis

Wolf Tekook
Philemon und Baucis
Hardcover
148 Seiten
Größe 20 x 27 cm
Verlag: Shaker Media- Verlag
Veröffentlichung: Mai 2009
ISBN: 978-3868582437

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Kommentare

senf

Hallo zusammen, ich muss mich Faryel anschließen..
die fotos sind von der idee her gut, die umsetzung ist mir zu einfach..
wer sich mit photoshop auskennt , baut so ein bild in wenigen minuten.

fazit...sehr gute amateuraufnahmen.
sehr spannende idee..
.wenn der künstler kein gelernter fotograf ist, dann mein kompliment.

zum profi fehlt noch einiges.
Hi

Na da kann ich meinen Vorrednern nur Zustimmen, ein tolles Foto. So was sieht man nicht alle Tage.

Einfach genial.

lg Ponyfee *blume*
Ja

so würde ich mich auch gerne mal in der natur sehen *g*

Wahrscheinlich sind die Fotos gut und künstlerisch, davon hab ich nur wenig Ahnung. Ich finde gut, dass sie so schön bunt sind und wahrscheinlich waren sie auch nicht wenig Arbeit (so von Motivfindung und Bearbeitung usw).

Mir persönlich gefallen sie aber nicht so besonders, wahrscheinlich liegt das an meinem mangelnden künstlerischen Geist und nicht an den Fotos selbst.
^^

Es ist schon sehr belustigend zu lesen was passiert wenn eine nicht positive meinung abgegeben wird...
Ich hätte mich wohl der hier recht großen maße mit einem positiven kommentar anschliesen sollen. So müßte ich mir nicht vorträge über die lebens erfahrung eines Mannes im Umgang mit Photo Technick anhören.

Es ist echt arm sich an einem komentar jetzt aufzugeilen.
Wenn auch ...

... spät, so wurde ich erst heute von meiner einen Einzigen auf diesen Magazinbeitrag, bzw. jetzt Thread, aufmerksam gemacht.

Ich finde die Bilder vom der Umsetzung des Themas her sehr gut übersetzt.
Den technischen Aufwand, der dazu gehört, braucht man mir erst gar nicht zu erklären, auch da mein Kompliment.
Die Bilder selber finde ich Schnitt gut, doch waren definitiv drei oder vier dabei, die ich nicht nur sehr gut finde, sondern die ich mir auch sofort als Poster aufhängen würde.
Also finde ich die Idee eine "Posterauflage" recht interessant.

Round about ein großes Lob an den Künstler.

-

@Faryel:
Korrekiert mich wenn ich mich Täusche
Das Angebot nehme auch ich gerne an, der Satz müsste richtig heissen:
Korrigiert mich, wenn ich mich täusche.

Der Künstler ist 1951 geboren (wenn ICH mich jetzt nicht täusche, ich meine das gelesen zu haben), verfügt also über geschätzte 40 Jahre Erfahrung, und das von"der Pieke an". Diese Erfahrung in der Entwicklung der Fotogeschichte ist nicht durch ein einfaches "Anklicken" von "Masken legen" zu ersetzen.
MEINE Meinung.

Es tut mir sehr leid wenn ich dich verletzt habe aber glaube mir das es nicht so gemeint wahr ich weiß das wirklich alles was man mit details bedenkt irre viel zeit braucht.

Nur ist es meine persönliche meinung das sie mich nicht umhauen maber ich habe ja auch gesagt das sie gut sind^^

Was ich mache, muss auch nicht jedem gefallen.
Ich denke nur bei solchen Beiträgen an Ausstellungsbesucher, die sich meine Arbeiten anschauen und mir dann vertrauensvoll sagen: "Ich habe zu Hause auch eine Digicam, und da war auch ein Bildbearbeitungsprogramm dabei. Das mache ich jetzt auch." Ich bitte sie dann, mir ihre Ergebnisse zuzuschicken, weil ich neugierig bin - und höre nie wieder etwas von ihnen ......
Ich weiß nicht, wie gut Du in der Bildbearbeitung bist; ich habe für jedes dieser Bilder zwischen 2 Tagen und 2 Wochen gebraucht, bis jede Maserung an der richtigen Stelle des Körpers saß, bis die Rundungen, die Verkürzungen, die Schatten und die Proportionen stimmen.
Aber wie oben beschrieben: Zeige mir, dass Du es besser macht, und ich werde Dich bejubeln.

Also bei einehm davon finde ich sieht das stark danach aus aber wie gesagt kann mich ja geirrt haben.
Nur so toll sind die nicht da sieht man schon besseres in der Advance Photoshop.
Ich korrigiere Dich.

Versuche doch einmal, mit Ebenentransparenz ein solches Ergebnis zu erzielen, und dann zeige es mir bitte
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