04.12.2009

Lost Hero Chroniken

Ein Kriminalroman für Erwachsene

"Wenn es eine Hölle gibt, dann hatte sie hier ihren Ursprung." So dachten nicht wenige Gäste des Lost Hero, der Kultbar im New Yorker Westend. "Eine heruntergekommene Gegend, düster, verregnet und der schneidige Wind fegt Dir nur so um die Ohren."

Man fühlt sich beim Lesen in die 40iger versetzt, doch dieser Roman von den beiden JOYclub Mitgliedern mauricedewinter und Pandora
beschreibt die Gegenwart. Johnnny, ein einsamer, nicht mehr ganz junger Privatdetektiv sorgt dort lange Zeit für Ordnung. Eines Tages war auch er dem Tode geweiht, doch sein Geist schwebte noch lange über dem Westend. Und dann gab es noch diese alte Wurlitzer im Lost Hero. Mit verdammt guter Mucke, also besser als der Whisky, der dort ausgeschenkt wurde.

Dieser Roman lädt ein zu einer blutigen und musikalischen Reise durch das Westend von N.Y. und ist nichts für schwache Nerven. Lost Hero ist ein Kriminalroman für Erwachsene. Schmutzig, schräg, brutal, grausam. Und doch so voller Liebe.

Die Autoren

Das Autorengespann Maurice de Winter und Bob Michaels alias Pandora schrieb mit den "Lost Hero Chroniken" seinen ersten gemeinsamen Roman.

Maurice de Winter ist ein Maler im Zeichen des Blues, der seit Jahren Geschichten schreibt und malt. Lost Hero ist nach "Ich, Merlin" sein zweiter veröffentlichter Roman.

Bob Michaels ist Barmann im Zeichen des Blues. Mit Lost Hero veröffentlichte er seinen ersten Roman, nachdem er zuvor ausschließlich bissige Kolumnen und Kurzgeschichten in diversen Magazinen zum Besten gab. Er lebt das Lost Hero wie kaum ein anderer. Beide sind sie, wie es die Blueslegende Robert Johnson besungen hat: "Drunken hearted Man."

Das Leben kann ganz schön betrunken machen.

Kennengelernt haben sich die beiden Autoren in der Kurzgeschichtengruppe hier im JOYclub. Die Idee zu dem Roman entstand nach einem Beitrag im 8-Wort-Spiel der Kurzgeschichtengruppe, in der ein User jeden Sonntag 8 Wörter zur Verfügung stellt, aus denen die Mitglieder der Gruppe immer neue Geschichten formen.

Die Figur Johnny war geboren. Mit ihm das düstere Westend. Obwohl nach außen hin völlig verschieden, entdeckten Maurice De Winter und Bob Michaels schon sehr früh, dass sie sich in Stil und Einstellung zum Leben sehr ähnelten. So schrieben beide über mehrere Monate abwechselnd ihre Folgen. Begleitet von den wohlwollenden Kommentaren der Leser aus der Gruppe. Im Frühjahr 2009 entschlossen sich die Beiden, den ganzen Roman noch einmal zu überarbeiten und ihn zu veröffentlichen.

Inhalt

Lost Hero Chroniken

Der heimliche Star des Romans ist die abgefuckte Bar Lost Hero im Herzen des Westends, N.Y. Hier treffen sich die Leute aus dem Viertel, Arbeiter, leichte und schwere Mädchen, Gangster, Polizisten und alle, die einen guten Blues zu schätzen wissen. Die Zeiten sind schlecht, wie das Wetter und der Whisky. Allein die gute alte Wurlitzer hielt alle bei Laune.

Johnny, ein ehemaliger Privatdetektiv, sorgte heimlich für die Ordnung im Viertel, in dem die meisten Cops korrupt waren. Für ein paar Dollar killte er nicht nur mörderische Freaks. Doch irgendwann erwischte es auch ihn. Er hinterließ Babe, seiner Sekretärin, nicht nur ein Kind, sondern auch einen Batzen Geld.

Nach seinem vermeintlichen Tod strömten immer mehr sonderbare Gestalten ins Viertel und Giovanni, der lokale Mafia Boss, wurde nervös. Seine dubiosen Geschäfte wurden empfindlich gestört. Er wollte Ersatz für Johnny, einen, vor dem die Leute Schiss hatten, einen, der aufräumen konnte. Doch Johnnys Nachfolger entpuppte sich als Flop. In einer blutigen Nacht wurde das Lost Hero zerstört, zahlreiche Leichen mussten geborgen werden. Craig, der Hauptübeltäter, entkam lächelnd in einem Krankenwagen.

Monate später ließ Giovanni das Lost Hero neu aufbauen. Aber ohne den Charme vergangener Tage. Schon bei der Eröffnungsfeier überschlugen sich die Ereignisse. Finstere Gestalten, angeführt vom mysteriösen Craig, richteten erneut ein Blutbad an, schlimmer als je zuvor. Allein die schöne Französin Fabienne, die als neue Nachfolgerin für Johnny auserkoren war, und Sid, der Cop, sowie Hucky, das schweigsame und kettenrauchende Faktotum des Lost Hero, leisteten erfolgreichen Widerstand. Alle drei freundeten sich danach an. Eine ganze Weile später übernahmen sie das Lost Hero. Doch alles kam anderes, das Lost Hero stand unter keinem guten Stern. Und dann war da noch der Mafia Boss. Und Craig, der irgendwie ein Auge auf Fabienne geworfen hatte.

Dieser Roman ist nicht nur geprägt von kaum vorstellbarer blutiger Gewalt. Alle Protagonisten kochen auch in sexueller Hinsicht ihr eigenes Süppchen. Von trivialer Liebe bis hin zu schlimmsten Exzessen. Und immer unterlegt mit dem Blues aus der guten alten Wurlitzer.

Leseproben

Nach dem Fick schlief er den ganzen Tag durch. Irgendwann am Abend weckte ihn sein täglicher Albtraum. "Kaffee", röchelte er fast unhörbar, noch halb in seinen Traumfetzen verstrickt. Seine Gedanken waren kraus, seine Stimme weg. Ein Griff in seine vermuteten Taschen, er war nackt. Keine Zigaretten, der Platz auf ihm war leer. Luft, Johnny brauchte Luft. Das Fenster war geschlossen, er zu schwach, zu faul. Ist es hell draußen? Frühling, Herbst? An Sommer mochte er nicht denken, gestern sind ihm noch die Eier abgefroren. Januar. Mittendrin. Langsam wachte er auf. Aus der Küche tröpfelte Sister Morphine in sein Ohr. Oh, Marianne, nicht jetzt. Kaffee wäre ihm lieber, und eine Zigarette.

Er ging ins Bad, putzte sich das Gesicht und alles weg, alles, was nach letzter Nacht roch. Der Spiegel zeigte einen Mann in den Fünfzigern. Er zeigte ein immermüdes schmales Gesicht mit Dreitagebart, blaugraue ernste Augen und mit einem undefinierbaren Grinsen. Johnny war mittelgroß, eher mager und sehnig, er hatte schütteres, graues Haar und einen unbeugsamen Willen. Johnny war ein gefährlicher Mann. Johnny war ein Mann, den die Frauen liebten und die meisten anderen Männer wurden, nachdem sie einen zweiten Blick auf ihn geworfen hatten, vorsichtig, verdammt vorsichtig.

Ganz langsam schleppte er sich in die Küche, fand frische Brötchen vor, seinen geliebten Kaffee und besonders ihren Geruch. "Babe, wie hast Du mich gefunden?" Ihr unvergleichlicher Hüftschwung, ihr morgendliches Summen. Sein Bart juckte. Das Radio weckte ihn endgültig mit After Midnight von J.J. Cale. "Aufwachen, Chef", küsste sie ihm auf den Mund.

* * *

Die Mückenplage nahm zu in diesem Sommer. An jenem Samstag im Juli flimmerte die Luft und es surrte überall. Auch im Central-Park. Der Himmel war verhangen, nur vereinzelt gelang es der Sonne, das Grau zu durchbrechen. Rose schien das alles nicht zu kümmern, sie saß auf einer Bank in der Nähe der Subway-Station und kratzte sich am Arsch. Die anderen Parkbesucher versuchten krampfhaft, sie nicht anzusehen, erfolglos. Ekel zieht die Blicke ebenso auf sich wie Schönheit. Sie war ein Bild des Jammers, wie sie da saß, die fetten Schenkel klafften weit auseinander und ihre Möse stank zwei Meilen gegen den Wind. Die Mücken hatten ihren Spaß. Hunderte von roten Pusteln übersäten Arme und Beine von Rose, manche blutig aufgekratzt, eine weitere Einladung für die gefräßigen Tierchen. Ein kurzer Blick auf und vor allem unter die Bank ließ erahnen, welcher Freizeitbeschäftigung Rose nachging. Klebrige Glasscherben, Kippen und Essensreste lockten weitere Insekten an.

Eine leichte Brise zog auf. Rose blinzelte in die Ferne, dort war er wieder. Dieser Kerl stand unbeweglich an einem Baum und starrte zu ihr herüber. Fucked.

»Damn! Verdammte Drecksviecher«, dachte sich Craig, während er mit einer Hand eine dieser widerlichen Stechmücken abwehrte. Craig war ein typischer Banker, eingebildet und arrogant, einer dieser Menschen der Sorte »Muss man nicht kennen«. Zur Mittagspause holte er sich bei Starbucks immer einen Coffee to go und ein Ham & Cheese Sandwich. Danach ging er immer in den Central Park, der nicht unweit seiner Filiale, in der er es immerhin zum zweiten Geschäftsführer brachte, lag. Mit hochgekrempelten Armen lehnte er schmatzend an einem Baum, und würden seine betuchten Kunden ihn so sehen, würden sie ihn sicher auf die schlecht gestochenen Tätowierungen seiner Unterarme ansprechen. Hier hatte er Ruhe. Mit sich selbst zufrieden biss er in sein Sandwich, und blickte zu den Parkbänken, unterhalb der Lichtung.
Er erblickte jene abstoßend wirkende Lady, die er schon seit Wochen dort sitzen sah. Mayonnaise quoll aus dem Sandwich, als er abermals hinein biss. Seine Augen verfinsterten sich.

* * *

Detta lächelte verzückt, als Craig sie gegen die Wand des nach vergorenem Alkohol riechenden Spirituosenlagers drückte. Sie ist den Deal eingegangen, ein Blowjob für den Inhalt des Päckchens. Was hatte sie als alternde Hure auch zu verlieren. Sie war neugierig.

Langsam sank sie vor dem Fremden auf die Knie und nestelte am Reißverschluss seiner Hose herum. Langsam griff sie in den Eingriff seiner altmodischen Boxershorts und musste sich ein Lachen verkneifen. Ein erbärmlich kleiner Penis, der nicht einmal den Durchmesser ihres Mittelfingers hatte, pochte in ihrer Hand. »Den sollte sie ...«?
"Mach schon!" befahl Craig, der, hoch erregt mit roten Wangen, auf sie herabschaute. Detta formte mit den Lippen eine kleine Manschette, doch ehe sie ansetzte, fiel die Männlichkeit des Fremden auch schon wieder zusammen. »Impotentes Arschloch«, dachte sie, blickte dabei jedoch zwinkernd nach oben.
Craig zwinkerte zurück.
"Nun, Baby, habe ich etwas für Dich."
Er öffnete aufgeregt das Päckchen, und holte eine kleine Box aus Ebenholz zum Vorschein.
"Probiere es aus, es wird Dir gefallen!"
Craig überreichte Detta die Schachtel, die sie mit leuchtenden Augen in Empfang nahm. In der mit bläulich schimmernden Samt lag ein chrom-silbrig glänzender Dildo, oder zumindest etwas in dieser Art. Am Schaft waren kleine, hieroglyphenähnliche Muster eingraviert, und, obwohl der Nutzen offensichtlich, sah er fast wie ein kleines Kunstwerk aus.

"Probier es aus, es wird Dir gefallen!", wiederholte Craig mit aufgeregtem Zucken seiner Augenlieder. Seine Anspannung war förmlich zu spüren.
Detta lächelte, streifte sich ihre Pants von den ausladenden Hüften und setzte sich auf eines der herumstehenden Bierfässer. Mit der linken Hand spreizte sie ihre Weiblichkeit, mit der Rechten führte sie den stählernen Luststab schmatzend ein. Ein leises Stöhnen drang über ihre Lippen, während sie ihr Becken kreisen ließ.
"Siehst Du den kleinen Knopf am Ende? Schalte ihn ein", befahl Craig, dessen Augen gebannt zwischen Dettas Beine blickten.
Sie genoss es, wenn Männer in einem gewissen Befehlston zu ihr sprachen, gehorchte, und betätigte den kleinen Knopf. Zzzzzzraaaack ...! Unvermittelt hielt Detta inne. Ihre Augen flackerten. Blut lief in feinen Strömen aus ihrem Mundwinkel und ihren Ohren. Dort, wo sie einst Hunderte von Männern beglückte, war nur noch eine rote, triefende Wunde zu sehen.

Craig lächelte vergnügt bei diesem Anblick und zog den Gegenstand, den er ihr zuvor gab, aus ihrem leblosen Körper. Er betätigte den kleinen Schalter und mit einem leisen Geräusch verschwand der 30 Zentimeter lange Dorn wieder im inneren des vermeintlichen Luststabes. Pfeifend verstaute er das Kästchen in seiner Jackentasche und ging wieder zurück an seinen Tisch. Die Musicbox spielte Elvis Presley's Love Me Tender.

* * *

Die Frühlingssonne blinzelt warm durch die kleinen Spalten der Jalousie und zaubert eine ganz besondere Atmosphäre in den Raum. Helle Muster spiegeln sich unwirklich in dem hellen Marmorboden, der von feinen, goldfarbenen Fugen durchbrochen wird. Seidene Vorhänge wiegen sich zart im Takt des langsam laufenden Deckenventilators aus Rosenholz. Fabienne Duval liegt mit geöffneten Augen auf dem großen Bett und lauscht den Vögeln, wie sie fröhlich zwitschernd den Frühling einstimmen. Ihr Blick schweift langsam zu ihren Handgelenken, die mit ledernen Fesseln an kleinen goldenen Ringen an dem Kopfteil des Bettes fixiert sind. Nackt, mit weit gespreizten Beinen, die von einer schmiedeeisernen Stange gehalten werden, liegt sie da und wartet. Wartet auf ihren Herrn.

* * *

Der vergitterte alte Fahrstuhl brachte sie in den sechsen Stock. Hucky wusste nicht, ob er wirklich mit hinein gehen sollte. Er zündete sich eine neue Zigarette an. Sie schloss auf und zog ihn mit hinein. "Setz Dich auf das rote Sofa, ich mixe uns einen Drink."

Hucky nahm Platz und schaute sich um. Das Zimmer war sehr elegant eingerichtet, mit viel Rot und an den Wänden Fotografien von ihr. Eine schöne Frau, dachte er und lief rot an, als er ein Foto entdeckte, auf dem sie fast nackt und noch nicht ganz so dünn war. Sie verschwand kurz in ihr Schlafzimmer. Nach einer Weile kam die ehemals Blonde feuerrot- und langhaarig zurück, schnappte sich die Drinks und setzte sich neben Hucky, der sie erstaunt ansah. In seinen Mundwinkeln eine neue Fluppe. Er zeigte auf die Stereoanlage. Sie verstand und legte eine Platte auf. »Ob er nicht reden kann«, fragte sie sich. Und er raucht viel, viel zu viel. Eine große Qualmwolke hüllte das Sofa ein.
"Magst du David Bowie? Kennst du Fame?"

Tänzelnd zur Musik prostete sie ihm zu. Lächelte ihn an, nahm sein und ihr Glas, stellte beide auf den Tisch und schaute ihm tief in die Augen. Ihr Blick senkte sich südlich, fand das Ziel. Sie kniete sich vor dem sitzenden, immer noch verlegenen Hucky, ihre Hände glitten über seine Oberschenkel. Nervös zuckte er zusammen. "Schsch. Entspanne Dich, schließe Deine Augen."
Er schloss seine Augen.
"Ich heiße übrigens Charlotte", waren ihre vorerst letzten Worte.

* * *

Ihm bot sich in Sekundenschnelle ein Bild des Grauens. Und für einen Sekundenbruchteil vermischte sich sein Blick mit dem der schwarzhaarigen Schönheit, die mit einer Armbrust graue Gestalten zurück in die Hölle schickte. Um sie herum blanke Panik, ein Chaos des Entsetzens. Sid sprang über den blutigen Brei menschlicher Teile, schwang immer wieder seine Axt, bahnte sich einen rauchigen Weg hin zu den tapferen Schönen. Das Geschrei um ihn herum nahm er nicht wahr, seine linke Schulter pochte unter wahnsinnigen Schmerzen. Ein Bild fiel krachend von der Wand, Glas splitterte, heraus flatterte eine Dollarnote in seine Richtung. Er fing sie in der Luft auf, aus einem ihm ungewissen Grund steckte er sie sich in die Brusttasche. Später berichteten einige der wenigen Überlebenden, wie sein Körper von blauen Blitzen durchzogen wurde. Sid spürte plötzlich neue Kraft und sein Schmerz war verschwunden. »Bleib cool, mein Junge, ziele vor allem auf die Herzen, ziele genau«. Sid erinnerte sich plötzlich an den alten Johnny, er war es, der in seinem Inneren sprach: "Ziele auf die Herzen, mein Freund".

Der kalte Stahl seiner Axt blitzte wieder auf, es war, als schwang sie sich von selbst, suchte sich die Opfer, tötete diejenigen, die eigentlich ohnehin schon tot waren. Zusammen, Rücken an Rücken, kämpften Sid und die Schwarzhaarige gegen die Übermacht. Hinten in der Ecke drückte ein offenbar Verrückter einige Knöpfe an der Jukebox. »Duelling Banjos«, aus diesem Film am Fluss, der Junge, der Junge auf dem Dach. Sid verschob diese Gedanken. Der Kerl an der Wurlitzer drehte sich um. Grinste ihn an, entblößte grünweißrote Fangzähne, seine Augen funkelten grausam. Von draußen fielen die ersten Schüsse. Die Verstärkung, verdammt. Bloß keine Nebelgranaten, dachte Sid.

Buchdetails

Lost Hero Chroniken
Ein Kriminalroman für Erwachsene
von Maurice de Winter & Bob Michaels
Hardcover, runder Rücken, gebunden
112 Seiten
BoD-Verlag
ISBN: 9783839103630

Hier könnt ihr die Lost Hero Chroniken bestellen

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Kommentare

Zwischenspiel ...

Für mich bedeutet es,
ein Buch zu lesen,
in erster Linie
die eigene Inspiration
zu bemühen,
die sich dahinter
befindliche Intention
zu verstehen...

So werde ich mir für immer
den Zauber bewahren,
der sich ergeben kann,
neue -
unbekannte Seiten
kreativ und konstruktiv
nachzuempfinden...

Übrigens:

Der Vergleich von
saurer Milch
und gelesenen Worten

H I N K T !


Johnny Cash:
I walk the line ...
@Antaghar

Denn wenn da u. a. auch Neid mitschwingen mag, dann ist es nicht der Neid auf ein Werk, das man eher schrecklich findet - sondern vielleicht (wenn überhaupt) Neid auf die Autoren, die veröffentlicht haben.

Dies greift zu kurz, denn es würde z.B. meinen heimlich (oder unheimlichen) Wunsch voraussetzen, selbst eigene Werke zu veröffentlichen. Dem ist aber nicht so. Ich weiß sehr wohl um meine Stärken und literarisch anspruchsvolle, "veröffentlichenswerte" Texte gehören nun mal nicht dazu.

Allerdings verstellt mir dieser eigene Mangel nicht den Blick für gute/anspruchsvolle/reizvolle/anregende... Literatur. Und wenn ich meine Nase in ein Buch stecke, kann ich sehr wohl ermessen, ob das Handwerkzeug ausreicht, um mich zu begeistern.

Das ist selbstverständlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und betrifft das Werk und nicht die Person des Autors (den zu beurteilen, steht mir nicht zu, denn ich kenne ihn nicht - obwohl *gruebel* die Art und Weise, wie hier auf berechtigte Kritik reagiert worden ist, lässt durchaus ein paar Rückschlüsse zu).

Und da bin ich auch schon beim eigentlichen Knackpunkt. Denn in dieser Diskussion wird einem doch sehr anschaulich vor Augen geführt, wie schwierig es sein kann, sich einer kritischen Öffentlichkeit zu stellen. Es ist nämlich etwas anderes, ob ich in meiner literarischen Kuschelgruppe von Freunden (und Neidern) bejubelt und freudig angeseufzt werde, oder ob Unbekannte das Werk in Augenschein nehmen. Da kann es schon mal etwas rauer zur Sache gehen. Zurecht! Denn - um im Bild von Klein-Lisa mit ihrer Geige zu bleiben - sollte das Handwerkzeug nicht ausreichen, um ein abendfüllendes Konzert vor großem Publikum zu geben, ist sie gut beraten, noch ein wenig an ihrem Können zu feilen.


mvG Invincible (w)
@ Invincible

Du hast recht, es ist hier wirklich unpassend und war ungeschickt von mir gewählt. Sorry!

Denn wenn da u. a. auch Neid mitschwingen mag, dann ist es nicht der Neid auf ein Werk, das man eher schrecklich findet - sondern vielleicht (wenn überhaupt) Neid auf die Autoren, die veröffentlicht haben.

Ich hab übrigens absolut nichts gegen rein sachliche Kritik, gerade als Lektor und Autor muss ich damit angemessen umgehen können (mit beiden Seiten).

Aber bei sachlicher Kritik z. B. eines Lektors am Werk eines Autors geht es niemals auch um die Person, also um den Autor selbst - sondern nur um das Produkt. Da schwingt dann also auch zwischen den Zeilen nichts mit - und hier war das leider in manchen Beiträgen zu spüren (zumindest glaube ich, es so wahrgenommen zu haben).

(Der Antaghar)
oh je...

...was für eine Vorstellung!

Nein, werte Herren Autoren und tapfere Verteidiger: es geht mir nicht um Vorverurteilungen, sondern um eigene Einschätzung und Wertung.
Als jemand, die gerne und viel liest, nehme ich mir das Recht heraus, selbst zu entscheiden, was ich mir antue und was nicht. Und da landet ein Buch schon mal quer- oder auszugsweise gelesen im Keller.
Und dieses Recht nehmt ihr für euch auch in Anspruch! Von daher: kommt mir nicht mit diesen scheinheiligen Aussagen!

@Anthagar: dein Neid-Zitat ist wirklich rührend, doch an dieser Stelle unpassend. Denn ich beneide nur, was ich auch anerkenne. Und davon kann hier keine Rede sein.

Onkel Willi und Tante Erna scheinen tatsächlich not amused zu sein. Wie bedauerlich.

mvg Invincible (w)
Saure Milch und Bücher

Lieber Duane,

richtig, bei Milch sind wir da unbedingt einer Meinung. Bei Büchern nicht.

Wie oft fängt ein Buch genial an und ist am Ende doch nur langweilig? Oder ein anderes kommt kaum in die Gänge, ist aber letztlich dann doch begeisternd?

Es ist immer auch ein Gesamtwerk, meinst Du nicht auch? Eine Plastik oder ein Gemälde oder ein Musikstück nur nach einem winzigen Ausschnitt zu beurteilen - das kann daneben gehen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Kurzgeschichten: *** Unsere Autoren ***

Hätte sie nicht weitergelesen, wäre die Rezension wohl völlig anders ausgefallen ...

(Der Antaghar)

fump fump fump....
*umpf*

Lektorübung von DuaneHanson"

Eben, es waren Übungen. Nicht mehr und nicht weniger.
Genauso sehe ich unser Büchlein: Eine Übung.
Üben wir alle nicht ständig?
Wogegen ich mich wehre, sind die negativen Vorverurteilungen einiger User, die sich vorgefertigten Meinungen bequem anschliessen.

Die Kritik von Duane habe ich übrigens angenommen.

LG
Mo.
@Mo.

Das finde ich sehr ritterlich.

Ich sagte ja nichts zu deinem Buch, da ich nichtmal die Leseproben richtig gelesen habe.

Ich las die "Lektorübung von DuaneHanson" und konnte ihm eigentlich bei seinen Verbesserungsvorschlägen nur Recht geben, sonst hätte ich mich schon zu Wort gemeldet.

Ach, ich wünsche all denen, die aus eigenen Motiven nur noch negativ denken und sich dementsprechend so äussern, einfach mehr Spaß in ihrem Leben und mehr Glück, mehr Freude und mehr Liebe.

Mo.
Milchtüte

Ich rieche an der Milchtüte und weiß dann, dass sie sauer ist - jetzt hinkt der Vergleich aber *oh*
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