27.01.2010

Geschlechterk(r)ampf II

Das Goldene Zepter und der heilige Gral – die ewigen Antagonisten

Die erste Kolumne aus dem Geschlechterk(r)ampfopus unseres Kolumnisten Matthias Kayser kam ja sehr gut an. Von Plattitüden war da erstaunlich oft die Rede. Und da Herr Kayser noch genügend Plattitüden in petto hat, um noch mindestens zwei Kolumnen zum Thema mit Leben zu füllen, setzen wir heute einfach am Heiligsten an. Des Mannes bestes Stück ...

Das Goldene Zepter und der heilige Gral – die ewigen Antagonisten

Für das männliche Zepter gilt: Size Does Matter!
Für das männliche Zepter gilt: Size Does Matter!

Genau wie in der letzten Kolumne auf dieser wunderschönen Internetseite möchte ich mich mal wieder den großen Missverständnissen dieser Welt widmen. Genauer gesagt: Fehl- oder Überbewertungen.

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Fast alle Männer (und auch einige Frauen) verleihen dem Schwanz und seiner Funktion eine viel zu große Bedeutung. Und ebenso ist den meisten Männern (und auch einigen Frauen) das Delta zwischen den Beinen immer noch ein genauso großes Mysterium wie der heilige Gral aus der Artus-Sage.

Da wachsen die Menschen heran, müssen sich größtenteils zwielichtigen Erziehungsversuchen entgegenstemmen (oder auch nicht, falls sie sich ihnen kritiklos unterwerfen ...) und stolpern schlussendlich in die Welt der Beziehungen und den damit verbundenen Fortpflanzungsrituale.

Wie schön unkompliziert war das damals noch für die Neandertaler: Man traf sich für ein paar zittrige Hübe zum Zeugungsakt und hoffte auf den fruchtbaren Erfolg desselben. Mit Spaß und Vergnügen hatte das erstmal rein gar nichts zu tun.

Doch nicht nur groß soll es sein! Nein, auch dick und allzeit bereit!
Doch nicht nur groß soll es sein! Nein, auch dick und allzeit bereit!

Erst viel später kamen die Genusskomponenten hinzu, jedoch damit auch die Komplikationen. Sieben hastige Stöße (ist statistisch ermittelt!) reichten den Frauen nicht mehr aus. Auch sie wollten auf ihre Kosten, bzw. zu ihrem Vergnügen kommen.

Damit nahm das Drama seinen Anfang. Teils aus Egoismus, teils aus Interesselosigkeit, zu größeren Teilen aus anatomischer Unkenntnis, zu allerletzt aber aufgrund der zahllosen grottenschlechten Pornofilme begann die männliche Spezies draufloszuvögeln, bis der Kolben rauchte. Immer vorausgesetzt, man litt nicht unter "Ejaculatio praecox".

Aber wie die Natur es so will, ist nicht jede Frau gleich und findet ihre Erfüllung im presslufthammermäßigem Penetrationsbetrieb. Doch auch diese Tatsache hielt die Sexindustrie nicht davon ab, unzählige – zudem meist nutzlose – Mittelchen an den Mann zu bringen, damit sie nicht zu früh erschlafften. So wurde dem Phalluswahn weiter Vorschub geleistet.

War es schon schwierig genug, die Männer dazu zu bringen, sich zumindest mit einem Minimum an Vorspiel den Frauen zu widmen (ein bisschen Küssen – ein flüchtiger Griff an die Brust, welche ist egal – jetzt schnell noch ein prüfender Griff), so flashten sie ab einem bestimmten Erregungsgrad und verfielen in Sekundenschnelle dem Fickfieber. Und wieder wurde die holde Weiblichkeit ums Vergnügen gebracht.

Damit es das auch immer ist, gibt es tolle Wundermittel ...
Damit es das auch immer ist, gibt es tolle Wundermittel ...

Fingern? Cunnilingus? G-Punkt-Massage? Dildospiele? Ja gern, aber den Höhepunkt sollst du durch mein Zepter bekommen! Das ist das Dogma, welches in den meisten Männern tief verankert ist und ihnen gleichzeitig viel zu viel Stress verursacht. Denn sehen wir den Tatsachen ins Auge: die meisten Frauen sind selbst viel besser in der Lage, sich wirklich zu befriedigen!

Nicht umsonst ist das Angebot an Sexspielzeugen so riesig geworden. Auch wenn mittlerweile so fragwürdige Geräte wie der "SYBIAN" durchs Internet geistern.

... nur blöd, wenn Frau davon nichts hat!
... nur blöd, wenn Frau davon nichts hat!

Für heute schließe ich mit der Aufforderung an die Männerwelt, umzudenken und zu probieren, den weiblichen Orgasmus mit liebevoller Geduld, sowie geschickten Fingern und Zungen auszulösen.

Achtet mal darauf, wie sich das auf Euer Stresslevel auswirkt. Keine Gedanken ans "Zufrühkommen" oder "Durchhaltenmüssen" ... was für ein Luxus! Die dergestalt befriedigten Damen werden sich bestimmt erkenntlich zeigen ...

Ach übrigens, die Frauen sollten sich nicht zu sehr in Sicherheit wegen! Sie werden diesbezüglich in der nächsten Kolumne ihr Scherflein abbekommen.

Ihr
Matthias Kayser

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Kommentare

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Wir möchten uns an dieser Stelle für die rege Beteiligung bedanken.

@ sniegel und genau das ist es, was ich im Groben auch Cherusker geschrieben hab. Vielleicht ist der Begriff Konzept einfach mal zu übertrieben, aber im Grunde hat jeder sein "Konzept" oder besser Weg seine Beziehung zu leben. Und genau das habe ich auch schon vorher erwähnt.
Was klingt darin bitteschön krank?
Und bitte, tu mir den Gefallen und vermisch das Wort Religion nicht dem eben genannten Beitrag zum Konzept oder Weg seine Beziehung zu leben. Das Thema Religion wurde hier lediglich diskutiert, da der Autor der Kolumne die Schöpfungsgeschichte bzw. die Geschichte von Adam und Eva auf plumpe Weise verhöhnt hat und ich persönlich das etwas geschmacklos fand. Bitte vorher genau lesen. Kritik ist ok, aber Kritik, die nicht stimmt, weil man sich nicht die Mühe macht, ordentlich zu lesen, kommt bei mir absolut nicht gut.
Prima Statement!!!

Das was ich auch immer sage!!!

*bravo* *spitze*

Für uns klingt das irgend wie "krank".
Sorry wir sind nun über 20 Jahre zu samen. Hatte gute und hatten schlechte Tage, Wochen Monate.
Aber eine Religion, Konzept etc. neeeeeeee.
Wieso macht Ihr euch alle das Leben sooooo selber schwer?
Es ist einfach. Sagt was du meist und denke was du sagts. Sei Ehrlich zu dir und somit zu deinem gegenüber. Andere sind dann nicht wichtig. Sei kompromissbereit und nimm deinen Partner wichtig. Stell klar dass du auch so behandelt werden möchtest. Sind beide bereit - na wie ich immer sage:
100 Jahre sind einfach nicht genug!

Du nennst es Verbitterung ich nenne es Stolz!
Stolz ist vielleicht, dass er es so getan hat, aber nicht, dass er es auf die Art hier vebreiten muss.
Letzteres spricht eindeutig für Verbitterung.



Sobald eine Frau zu wenig Zicke ist, also zu oft geil und versaut ist. Dazu auch noch sehr gerne kocht und gerne verwöhnt wird sie langweilig.
Was? *hae* *nono*
und

was habt hier jetzt gelernt?
geschafft

Ich habe es gelesen,endlich...

Stimmt,was Du schreibst 100%

LG mausi49

Ach ist das witzig hier wie wir alle miteinander und an einander vorbei reden *g*

Sobald eine Frau zu wenig Zicke ist, also zu oft geil und versaut ist

Was is denn das wieder für eine Weisheit?? *nene*

Seit wann schließt das eine das andere aus?
Männer fordern das Rumgezicke

...meine Erfahrung zeigt mir, dass Männer das Rumgeszicke brauchen wie die Luft zum Atmen und bekommen sie es nicht, fordern sie es!

Sobald eine Frau zu wenig Zicke ist, also zu oft geil und versaut ist. Dazu auch noch sehr gerne kocht und gerne verwöhnt wird sie langweilig. Sie wird daraufhin geparkt, damit sich die Männer erst mal wieder eine Abreibung bei einer Zicke abholen können um wieder zur "zu-perfekten-Frau" zurückzukehren und das Spielchen von neuem beginnt!

Also Männer, Schluss mit den Beschwerden, akzeptiert endlich das worum ihr bittet und bettelt - also das Rumgezicke! Oder denkt um und bevorzugt einfach mehr die "zu-perfekten-immergeilen-und-zu-versauten" Nicht-Zicken...
  • Neu hier? Kein Problem!
Der Kolumnist
Geschlechterk(r)ampf II
Matthias Kayser ist in unserer Community als Matthias_LG angemeldet und schreibt einen Blog, der auf einen recht interessanten Namen hört:
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