"Ein bisschen Spaß muß sein ... darum sind meine Bilder nicht nur einfach ferkelig, sondern haben eine humoristische Ausstrahlung. Ich hab nur Flausen im Kopf und werd wohl nie erwachsen. Will ich auch nicht." So klingt Anke Krakow, die im JOYclub als Frivola unterwegs ist, wenn sie über sich und ihre Arbeit spricht. Für uns entwirft sie ein Selbstportrait in Wort und Bild.
- Inhaltsverzeichnis
- Anke Krakow - ein Selbstportrait
- Wie meine Bilder entstehen
- Kommentare
Anke Krakow - ein Selbstportrait
Das Licht meiner Welt erblinzelte ich vor fast 40 Jahren an einem wunderschönen sonnigen Sonntagmittag in einem Geburtshaus hinter einer malerischen Düne des Ostseestrandes. Aber vielleicht peitschte auch eine fischig müffelnde Meeresböe - abgerundet von diesen fiesen Sandstrandkörnchen und einigen zerborstenen Möwenexkrementen - über den Boulevard von Warnemünde, welche die nach ranzigem Sonnenöl duftenden und wegen des Sturmes fluchtartig den Strand verlassenden Urlauberleiber panierte. Wer weiß das schon?
Dann passierte erst einmal eine Weile gar nichts Aufregendes neben Schule, Zeichenzirkel, Berufsausbildung und Abitur. Mein Studium habe ich dann auch wieder in Strandnähe verbracht. In Heiligendamm. An dieser Stelle mal ein augenzwinkerndes Hallo an alle alten FAKler, die sich hier im JOYclub herumtreiben. FAK steht für Fachschule für angewandte Kunst, welche ich nach der Angliederung an eine Hochschule mit einem Diplom für Innenarchitektur verlassen durfte.
Dort habe ich auch denjenigen kennengelernt, der mich da raus holte. Er entriss mich den frohlockenden Fangarmen der Ostsee und schliff mich in seine Höhle nach Halle, einer idyllischen, malerisch am Flüsschen Saale gelegen Stadt. In dieser machte er mir zwei wunderprächtige Kinder.
Nachdem dort alle Wände bemalt waren, ging ich an die Öffentlichkeit. Am liebsten hänge ich meine Bilder in Kneipen, Cafes, Bars und Clubs; zuletzt im RosaLinde Leipzig e.V.. Eine Dauerausstellung habe ich im Cafe zwöö in Halle und seit dem 6. Juni 2010 hängen viele meiner Werke auch im Swingerclub Adventure 2 in Ebendorf bei Magdeburg.
Aber auch weniger frivole Werke lasse ich entstehen, die dann in Bereichen zu sehen sind, die einer noch breiteren Öffentlichkeit zugänglich sind, in z.B. Geburtshäusern, Arztpraxen, Kurhäusern, Bibliotheken und soziokulturellen Zentren. Mein täglich Brot verdiene ich mit Illustrationen für Kinderbücher, Zeitungen und andere Medien (wir Künstler leisten uns ja, wenn wir mal ein Bild verkaufen, so luxuriöse nichtalltägliche Dinge wie z.B. einen Familienbesuch im Zoo oder ein frisches Lust-Laken in der neuen Trendfarbe - passend zum Massage-Duft-Hit der vorletzten Saison).
Sicher schreien einen die Lieblingsattribute meiner Motive förmlich an. Ich mag’s rund, farbenfroh, frivol und frech. Der Betrachter soll schmunzeln, dann habe ich mein Ziel erreicht. Viele behaupten, mich auf meinen Bildern wieder zu erkennen. Nach jahrelangem Abstreiten und einem steinigen Weg der Selbsterkenntnis kann ich bis auf einige wenige Ausnahmen dieser Behauptung nicht mehr widersprechen.
Und ich bin ungeduldig. Meine bislang ach so geliebten Ölfarben drohen einzustauben, zur Zeit male ich mit Acrylfarben und das auch ohne Trocknungsverzögerer. Wenn ich ein Bild nicht mit einem Male fertig kriege, habe ich Schwierigkeiten, an einem anderen Tag weiterzumachen. Aber zum Schnüffeln habe ich stets ein Fläschchen Leinöl oder Terpentin neben der Staffelei stehen, je nach Stimmung wird dann ab und an ein Schraubverschluss gelockert ;).
Meine Bilder passieren. Selten plane ich. Meistens setze ich mich vor die leere Leinwand, tunke meinen Pinsel in die Farbe und "hastdunichtgesehen" sind da ein paar Schwünge entstanden, die meist etwas üppigere weibliche Körperformen erahnen lassen.
Wie meine Bilder entstehen
Ohne große Worte hier eine Entstehungsblaupause meiner kreativen Arbeit von der leeren Leinwand über die verschiedenen Detailgrade hin zum fertigen Bild, das ihr im Artikel auch in groß bewundern könnt.

























