Ist Verführung Masche und mit welchen Techniken kann man Frauen beeindrucken und für sich gewinnen? Und inwiefern kann man diese Techniken erlernen? Diese Fragen aus dem Artikel "Die perfekte Masche" sorgten vor einem Jahr für hitzige Debatten. Derweil führte die PO Redaktion dieses Thema weiter fort und förderte ganz besondere Spielarten erlernbarer Verführungskünste zu Tage.
NLP (NeuroLinguistisches Programmieren) und Hypnose gelten demnach als ultimative Werkzeuge für Verführungskünstler. Was ist dran an diesen neuen psychologischen Verführungstricks?
Geheimwaffe, um "die Frau rumzukriegen"
Die von den NLP-Verführern angewandten Tricks haben wenig mit Show-Hypnose oder traditioneller Psychotherapie gemein. NLP entstand in Kalifornien in den 70er Jahren auf Initiative von Richard Bandler (einem Mathematikstudenten) und John Grinder (einem jungen Linguistik-Professor). Beiden ging es darum, die Gedanken durch sprachliche (linguistische) Techniken förmlich zu programmieren.

NLP beschäftigt sich vor allem mit Kommunikationstechniken und Mustern der Wahrnehmung und der internen Verarbeitung von Erfahrungen. Bandler und Grinder entwickelten ihre Techniken in Abgrenzung von der herkömmlichen Psychotherapie durch die Beobachtung und praktische Nachahmung erfolgreicher Therapeuten, namentlich Virginia Satir (einer Familienpsychologin) und Milton Erickson (dem damals bekanntesten amerikanischen Hypnotherapeuten). Die beiden Erfinder brachen die Therapiegespräche und Hypnosesitzungen in kleine Abschnitte herunter und waren damit in der Lage, effektive psychologische Interventionen und Kommunikationstechniken zu beschreiben.
NLP Anwendungen und Kommunikationsmuster sind immer zielorientiert. Heute wird NLP daher für Verkaufsschulungen und Powerselling angeboten. Und die Techniken sind nutzbar für Verführung!
Diese Kniffe sind heute kein Geheimwissen mehr, sondern werden in Kursen und Seminaren offen gelegt und erlernbar gemacht. Trainer wie Stefan Strecker, Julian Wolf und Volker Fröhlich bieten Schulungen für angehende Verführer an. Die Verführungstrainer unterrichten sprachliche Strukturen und Verhaltenstricks, um Frauen zu verführen.
Schwarze Magie in der Verführungshypnose
Manche Vertreter des Fachs scheinen dabei wenig zimperlich: So bietet Stefan Strecker in einem Seminar das so genannte "Octoberman Pattern" an, welches als Kombination so genannter "Black Patterns" angepriesen wird. Black Patterns (schwarze Kommunikationsmuster) werden nicht öffentlich gelehrt, da sie angeblich die Gefahr negativer Manipulation bergen.
"Hypnose ist schon grenzwertig" gibt Verführungshypnoseguru Volker Fröhlich zu. Er muss es wissen: Fröhlich ist einer der wenigen in der deutschsprachigen Pick-up Szene, der vollständig ausgebildeter NLP Trainer und Hypnotiseur ist. Jahrelang studierte er in London, New York und Hawaii die NLP, Hypnose und Motivationstechniken. Dabei lernte er bei Erfindern und Größen des Fachs wie Richard Bandler und Tony Robbins die verschiedenen Tricks und Techniken, bevor er vor vier Jahren wieder nach Deutschland kam und mit Robert Bednarek begann, in der Verführungsschule "Die Perfekte Masche" Seminare zu geben.
"Wenn man die Hypnose-Werkzeuge skrupellos anwendet, kann man Gedanken fast nach Belieben manipulieren" sagt auch Fröhlich. Dabei können mit "Mischungen aus positiver und negativer Gedankensteuerung bis zur Obsession reichende Vorstellungen bei anderen Menschen abgerufen werden." Allerdings seien die Hypnosemuster dann so kompliziert, dass selbst ausgebuffte Hypno-Trickser oft an der Umsetzung scheitern. "Für Hobby-Verführer, die keine jahrelange Hypnoseausbildung machen wollen, braucht es andere Methoden." sagt Fröhlich. Daher beschränkt Fröhlich seine Seminare auf Methoden, die leicht erlernbar und praktisch anwendbar sind.
Fröhlich selbst legt Wert darauf, nur ethisch vertretbare Sachen zu unterrichten: "Ich arbeite nur mit positiven Suggestionen. Das sind saubere Tricks - keine Frau und kein Mann hat etwas dagegen, sich besser zu fühlen. Wir lieben es, uns mit Menschen zu umgeben, bei denen wir uns einfach so besser fühlen." Mit solchen Mustern könne auch ein Anfänger gute Erfolge erzielen. Fortgeschrittene erzielen berechenbare und konsistente Ergebnisse und steigern die Qualität ihrer Beziehungen.
Der unauffällige Einbau solcher Muster in normale Gespräche - so genannte "Gesprächshypnose" - sei laut Fröhlich auch mit Bekannten oder gar am Arbeitsplatz unverfänglich, aber trotzdem extrem wirkungsvoll. Dabei könne man die Grundprinzipien beliebig kombinieren und nach Bedarf graduell steigern – egal ob Mann eine Frau verführen möchte (oder umgekehrt), oder nur vor Kollegen, Vorgesetzten oder Freunden einen guten Eindruck machen möchte.
Zungenfertigkeit für Verführer
Statt Mustern zum Auswendiglernen bringt Fröhlich seinen Studenten die wesentlichen Grundprinzipien der Gedankenkontrolle bei. Diese werden dann auf "normale" Themen angewandt. Dazu kommen dann Spontanitäts-Techniken und vernetztes Denken. "Ein Verführer braucht Zungenfertigkeit" sagt Fröhlich "und die Worte müssen dabei spontan und authentisch aus dem Mund fließen." Nur so könne man der Frau wirklich gerecht werden und Spaß bei der Verführung haben.
Ganz nebenbei werden in Fröhlich’s Seminaren dabei auch wesentliche NLP Muster eingeübt: z.B. wie ich blitzschnell Rapport herstelle: Rapport ist ein Gefühl der totalen Vertrautheit und der Bezogenheit auf eine andere Person. Dazu kommen Hypnosetechniken wie hypnotische Stimmführung, die den Zuhörer dazu bringt, einen Satz als Befehl zu verstehen. Und sprachliche Tricks wie Doppeldeutigkeiten.
Volker Fröhlich hält Flirten und Charisma für erlernbare Fähigkeiten und "Hypnose kann dabei nur helfen."
Werde ich Manipuliert?
Manipulation, das hat im Deutschen schon einen negativen Beigeschmack. Es klingt nach Zwang und Unfreiwilligkeit. Niemand möchte sich manipulieren lassen. Und doch, Manipulation ist allgegenwärtig, nicht nur in der Werbung. Jedes Gespräch hat ein Ziel. Eine Frage kann manchmal genauso gut führen wie ein Gespräch. Wir lieben es, uns manipulieren zu lassen, Dinge zu tun, die nicht gut für uns sind, aber sich gut anfühlen. Aber wir hassen, es wenn uns jemand manipuliert, etwas zu tun, was wir nicht wollen.
Aber nicht nur Gespräche dienen der Manipulation. Wenn ein Mann eine Frau zum Kerzenlicht-Dinner einlädt - ist das dann Manipulation? Was ist mit der Frau, die dazu ihr tief ausgeschnittenes Kleid oder ihren Wonderbra anzieht oder sich mit kunstvollem Make-up für ihn hübsch macht? Oder ihm mit unschuldigem Blick tief in die Augen blickt?
Grundprinzipien der Verführungshypnose
"Normales Gespräch"
Man nutzt normale Gesprächsthemen bzw. erzählte Geschichten, um emotionale Zustände hervorzurufen
Rapport
Ein Gefühl der Vertrautheit und der Bezogenheit aufeinander mit meinem Gegenüber herstellen (Rapport): Der Rapport wird durch verbales / nonverbales Mitgehen erreicht.
Hypnotische Techniken
- Führen: Während erfolgreichem Rapport die Aufmerksamkeit und die Emotionen des Anderen lenken
- Sich zuerst selbst in den Zielzustand begeben (Go-First-Prinzip)
- Genaue Beschreibung emotionaler und körperlicher Erfahrungen
- Ansprechen aller Sinne (sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken)
- Beschreiben körperlicher Vorgänge (z. B. Herzklopfen)
- Verwenden von hypnotischen Mustern
Grundregel für Verführung: Nur positive Gefühlszustände verwenden
© Frank Neumann









