24.01.2007

Verzeihen

Die Kunst des Verzeihens

Streit gehört zum Leben! Und manche Beziehungen oder Freundschaften sollte man wirklich beenden. Doch statt Rachegedanken oder Hass zum Beispiel nach Seitensprung und Fremdgehen zu hegen, sollte man auf Versöhnung setzen. Denn: Wer vergibt, lebt länger!

Kränkung oder Kritik

Es hat jeder Freunde, die einen unterstützen und wo auch sicher ab und an eine Kritik angebracht ist, aber irgendwann kann dadurch auch der größte Streit ausbrechen. Missverständnisse kommen auf und - warum auch immer - man spricht kein Wort mehr miteinander. Aus Zuneigung kann schnell Feindschaft werden, aus Liebe Hass, wenn man nicht bereit ist, Kränkung oder Kritik zu verzeihen.

Vergeben, nicht Vergessen

Dabei heißt vergeben ja gar nicht vergessen. Das wäre auch falsch, denn wer sich nicht an negative Erfahrung erinnert, riskiert unter Umständen neue Verletzungen. Vergeben können dagegen ist gut. Warum fällt es uns dann nur so schwer?

Vergeben können setzt eine gute entwickelte Selbstliebe, gesunden Narzissmus voraus: Nur wenn wir uns selbst mit allen Schwächen akzeptieren, entwickeln wir auch ein tieferes Verständnis für andere und werden nachsichtiger in Fehlern gegenüber.

Die Starken verzeihen

Wir sind dann in der Lage, andere so zu aktzeptieren, wie sie sind. Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft der Starken.

Doch warum ist das so? Ausgeglichene Menschen sind menthal flexibler, können sich besser in andere hineinversetzen und ihre eigenen Vorstellungen hinterfragen.

Vergeben ist keine Schwäche

Wie wir uns verhalten, hängt vor allem davon ab, wie wir erzogen worden und wie unsere Kindheit verlief. Denn nach einer Kränkung läuft in uns ein psychisches Reaktionsprogramm ab, das von unseren Bedingungserfahrungen bestimmt ist. Jede Kränkung oder Benachteiligung, jeder Treuebruch, jede Gleichgültigkeit katapultiert uns in unsere negativen Erfahrungen zurück. Wir tragen also seit unserer Kindheit eine Geschichte mit uns herum, die das Raster ist für unseren Umgang mit Kränkungen.

Ob wir in der Lage sind zu verzeihen, oder nicht, prägt die Qualität unseres gesamten sozialen Lebens. Es entscheidet über unseren Seelenfrieden und nicht zuletzt auch darüber, ob wir gesund oder krank sind. Man hat rausgefunden, das die Unfähigkeit zu verzeihen, negative Auswirkungen auf den Körper hat, die sogar meßbar sind.

Wer vergibt, lebt gesünder

Wer nachtragend ist, leidet häufiger an Migräne und Depressionen. Über den eigenen Schatten zu springen, ist also durchaus ein eigennütziges Tun.

Menschen, die Wut und Ärger bewältigen können, haben viel seltener mit körperlicher Streßsymptomen, wie Bluthochdruck, Schweissausbrüchen und Schlafstörungen zu kämpfen, als diejenigen, die ihren seelischen Verletzungen ewig hinterherhängen. Auge um Auge,Zahn um Zahn!

Der Körper dankts auf keinen Fall. Eine kleine Rache kann zwar gewissen seelischen Ausgleich schaffen, aber gerade Herz und Kreislauf, werden durch den persönlichen Feldzug im Hirn extrem belastet!

Also los: Verzeihung!

Grundvoraussetzung fürs Vergeben ist, es nicht als moralische Pflicht zu sehen. Du tust es freiwillig, weil du es dir wert bist. Vielleicht fällt es leichter, wenn man weiss, das es nicht nötig ist, dem anderen die Verzeihung zu offenbaren. Entscheidend ist, dem anderen innerlich zu vergeben.

Wann, das entscheidet man selber. Meist fördert der Wunsch nach Harmonie und das Ablehnen von Streit sowieso, das Sich-Wieder-Näher-Kommen.

Verzeihen ist nie mit einem Satz (einem Gedanken) getan, sondern das Ergebnis eines langen Prozesses. Wie lange der dauert, hängt auch davon ab, wie schwer man verletzt wurde.

Sechs Phasen der Verzeihens

Deshalb hier noch sechs Phasen der Verzeihens:

1. Verleugnung
Wir spielen das schmerzliche Ergebnis herunter und vertragen unsere Gefühle.

2. Schuldübernahme
Wir geben uns selbst die Schuld, das Fehlverhalten provoziert zu haben.

3. Opferhaltung
Wir versinken in Selbstmitleid, meinen, die Verletzung nicht verdient zu haben.

4. Empörung
Wir sind wütend und möchten, das der Mensch, der uns wehgetan hat, auch leidet.

5. Erwachsenwerden
Wir begreifen, das wir Kränkungen überstehen können, Rachegefühle sind passe.

6. Integration
Wir setzen unsere Kraft daran, den Konflikt zu lösen.

In diesem Sinne: Fehler machen wir alle, dafür sind wir auf der Welt!
Aber ich denke, das Leben ist zu kurz, um es sich durch solche Sachen, wie Streit, Rache, Hass etc. noch schwerer zu machen.

Autor: CathyB

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