11.01.2010

Manipulation in der Liebe

Angst machen und mit Liebesentzug drohen

Sie machen jede Menge Komplimente und stellen Fragen, auf die man nur mit "Ja" antworten kann - Verkäufer haben ihre ganz eigenen Tricks, Ware an den Kunden zu bringen. Doch nicht nur beim Einkaufen wird manipuliert. Auch im Job oder beim Daten laufen Menschen Gefahr, für die Zwecke anderer missbraucht zu werden. Deshalb ist es gut zu wissen, wie Manipulierer ticken und wie man sich schützen kann, damit man ihnen nicht auf den Leim geht.

Kontrolle
Kontrolle

Manipulation zielt auf Gefühle ab

Zu Hause ist es oft der Partner, der einen erziehen möchte, sagt der Psychologe Manuel Tusch aus Köln. "Oder es sind die Kinder, die ihren Willen durchsetzen wollen. Da wir sie so sehr lieben, lassen wir uns gerne mal von ihnen auf der Nase herumtanzen." Ein typisches Beispiel ist auch die Manipulation der Schwiegermutter, die ihren Sohn gegen die Schwiegertochter auszuspielen versucht.

Es gibt zahlreiche Techniken, mit deren Hilfe manipuliert wird. Anderen Menschen Angst zu machen, sei eine davon, sagt der Kommunikationstrainer Karsten Noack aus Berlin. Oft nutzten Manipulierer Mitleid und Schuldgefühle ihrer Mitmenschen aus. Als Beispiel nennt Noack das Werben um Spenden: "Bilder von hungernden Kindern sollen dafür sorgen, dass viel gespendet wird." Auch das gezielte Einsetzen oder Vorenthalten von Informationen hilft beim Manipulieren: "Ein Autoverkäufer zählt in erster Linie die Vorteile des Wagens auf und lässt die Nachteile weg. So kann er seinen Kunden viel schneller überzeugen."

Doch auch beim Daten und Flirten lauert die Gefahr, von anderen manipuliert zu werden. "Wenn man gerade jemanden kennengelernt hat und Gefühle im Spiel sind, tut es besonders weh, festzustellen, dass man ausgenutzt wurde", sagt Stefan Landsiedel aus Wiesentheid. Der Flirttrainer glaubt, dass es unter seinen Geschlechtsgenossen Vertreter gibt, die es fast schon als Leistungssport betreiben, einer Frau das Blaue vom Himmel zu versprechen - nur um sie so schnell wie möglich ins Bett zu kriegen.

Manipulation: Bitten vs. Forderungen

"Sobald ein Mensch in Beziehungen zu anderen steht, kann er manipuliert werden", erklärt Manuel Tusch. Wenn ein emotionales Band zwischen zwei Personen existiert, funktioniere es besonders gut. "Wenn ich jemanden sehr liebe, bin ich offen. Ebenso aber, wenn ich Angst habe oder abhängig von jemandem bin", erklärt der Psychologe.

Doch auch einige Charaktereigenschaften machen es Manipulierern einfach. "Leute, die leichtgläubig sind, lassen sich leichter beeinflussen", erklärt Noack. Aber auch Menschen mit einem starken Hang zu Neidgefühlen werden schnell Opfer. "Am Ende kann es jeden treffen", glaubt Tusch. "Niemand von uns kann behaupten, er sei noch nie manipuliert worden. Man denke nur an die Werbung im Fernsehen."

Wenn es darum geht, anderen zu helfen, sollte zwischen einer ehrlich gemeinten Anfrage und dem Versuch, den anderen für seine Zwecke auszunutzen, unterschieden werden. Eine normale Bitte höre dort auf, wo Dinge zur Forderung werden und ihr Nichterfüllen Konsequenzen hat, erklärt Tusch. "Wenn zum Beispiel jemand mit Liebesentzug droht, nur weil ihm seine Bitte nicht erfüllt wird, sollten die Alarmglocken klingeln."

Das Tückische sei, dass die Konsequenz meist nicht offen ausgesprochen wird, sondern subtil durch den Raum wabert. "Hat man ein schlechtes Gefühl, wenn man dem Bitten nicht nachkommt, ist die Situation schon grenzwertig", erklärt Tusch. Er rät deshalb, auf das Bauchgefühl zu hören. Das gelte zum Beispiel auch dann, wenn sich Freunde in die Beziehung einmischen: "Menschen können neidisch und missgünstig sein. Darum machen sie das madig, was sie selbst nicht haben."

Über einen Manipulationsverdacht sprechen

Wer den Verdacht hat, dass er manipuliert wird, kann dem nachgehen. "Wenn mir dieser Mensch wichtig ist, sollte ich ihn vorsichtig darauf ansprechen", rät der Psychologe Manuel Tusch. "Aber wirklich vorsichtig." Denn es solle ja nicht so sein, dass man umgekehrt den anderen verletzt.

Im ersten Schritt schildert der Betroffene am besten sachlich, neutral und konkret seine Beobachtung: "Als wir gestern da und da waren, habe ich von dir das und das gehört", erklärt Tusch. Danach sollte man die eigenen Gefühle beschreiben und anschließend um eine Erklärung bitten. Vorteil der Ich-Botschaften sei, dass man sich selbst nicht angreifbar macht.

(dpa)

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Kommentare

Etwas OT,

aber ich möchte mal etwas zitieren.


Die verborgene Harmonie

Das auseinander Strebende vereinigt sich und aus den verschiedenen Tönen entsteht die schönste Harmonie und alles entsteht aus Streit.

Auch die Natur strebt nach dem Entgegengesetzten und bringt hieraus und nicht aus dem Gleichen den Einklang hervor, wie sie zum Beispiel das männliche mit dem weiblichen Geschlechte paarte und nicht etwa mit dem Gleichen und so die erste Eintracht durch Vereinigung des Gegensätzlichen und nicht des Gleichartigen herstellte.

Harmonie ist die Verbindung. Ganzes und Nichtganzes, Eintracht und Zwietracht, Einklang und Mißklang und aus allem wird EINS und aus EINEM alles.


Fragmente, Heraklit aus Ephesus



Euch allen ein harmonisches erfülltes Wochenende


lg Angelika und Ralf
Dies hier

ist ein sehr schöner Thread.

Es ist auffällig, wie gut hier menschliches Verständnis vorherrscht und alle Schreiber offen und mit einen höflichen Umgang miteinander schreiben. *freu* *freu2*

Das ist im Joy nicht immer so und dafür möchte ich mich bei euch allen einmal bedanken. *danke*


lg Ralf *huhu*

Es zählt im Prinzip nur das Ergebnis. Wenn das, was Einfluss auf mich nimmt, gut ist, ehrlich gemeint ist, zu meinem Wohlergehen beiträgt und aus Liebe geschieht, dann nehme ich es an.


Es sollte immer dem Wohlergehen dienen und nicht eigennützigen und egoistischen Zwecken dienen.

Das ist genau den Unterschied und spiegelt sich auch in die Definition die ich mehrere Seite vorher plaziert habe.

Es macht viel aus, ob jemand wissend Einfluss auf jemand zu deren Nachteil nimmt - oder ob es einfach ein Zeichen der Menschlichen Begrenzung ist. Dann ist es einfach die Menschlich. Da wir nicht perfekt sind.

Und zeigt, wie Jacadenza schreibt, zeigt, wie wir lange nicht so viel Einfluss haben, auf das, was rum uns ist, wie wir denken.


Vistavista
Manipulation heisst nicht Lügen oder sich verstellen, sondern nur gezielt emotionalen Einfluss nehmen um damit die Entscheidung des gegenüber gezielt zu beeinflussen.

Das wäre den Anfang, wenn du nicht genau schaust ob du dich über den ander stellts. Natürlich hat 1 Mensch Einfluss auf sein Gegenüber. Es ist IMMER eine Frage mit welche Einstellung....

Ich betracht es so, auch aus meinen eigenen Leben:

Wir sind erst eine Antwort auf das Leben, in dem wir geboren sind. Wenn das Leben einigermasse in ordnung ist, kommen wir eher selten in die Situation die richtig reflektierien zu mussen und so zu bearbeiten, dass wir eine Möglichkeit anders zu Wählen, kriegen.

Nachdem, besonders Mensche die es sehr schwierig fruh im Leben hatten, sich dies angeschaut haben, und merken, wie sie ihre "Antwort" auf das urprungliche Leben (unbewusst) weitergeführt haben, existiere einigermasse die Chance, "anders" zu wählen.

Dies ist kein reiner Kognitiven Prozess, sondern beinhalt unser "gesamt-organimus."
....

*danke* besser hätte ich es auch nicht schreiben können,

außer das mit dem Gehen, das war mir zu einfach. Einfach so gehe ich dann garantiert nicht.. Aber das hab ich ja schon mal geschrieben. Ich hole mir dann meine Würde wieder zurück *hundertprozentig*
Bevor

wir uns hier im Kreis drehen, um den Begriff Manipulation zu erklären, möchte ich einen kleinen Rat geben.

Es ist eigentlich wurscht, wie ich Einflussnahme auf mich und andere, genau wie meine Einflussnahme auf mich selbst und andere nenne.

Es zählt im Prinzip nur das Ergebnis. Wenn das, was Einfluss auf mich nimmt, gut ist, ehrlich gemeint ist, zu meinem Wohlergehen beiträgt und aus Liebe geschieht, dann nehme ich es an.

Und wenn Einflussnahme von meiner Seite ebenso ehrlich ist und auch nur dem Wohlergehen des anderem dient und aus Liebe geschieht dann kann es angenommen werden.

Es sollte immer dem Wohlergehen dienen und nicht eigennützigen und egoistischen Zwecken dienen.

Das sollte man(n) und Frau erkennen und dann spielt es keine Rolle, wie der Begriff nun letzendlich verstanden wird.

Wenn ich merke, dass ich ständig zu meinem Nachteil beeinflusst, belogen, betrogen und benutzt werde, werde ich mich von dem trennen.

Wenn ich aber merke, dass es ehrlich und gut gemeint zu meinem Nutzen ist, wenn es mit guttut, wenn es aus Liebe geschieht, aus Sorge und Anteilnahme, dann werde ich bei dem bleiben.


lg Ralf
..

Manipulation in der Liebe

den Rest hab ich euch beiden als private Sache beanwortet, denn öffentliche Threads werden nun mal von mehreren Leuten mitgelesen auch von NICHTMITGlIEDERN von Joy, dazu reicht es aus das passende Keyword in die Suchmaschinen anzugeben, in denen Joy angemeldet ist. *danke* für das Verständnis

Der Begriff Manipulation (lat. für Handgriff, Kunstgriff) bedeutet im eigentlichen Sinne „Handhabung“ und wird in der Technik auch so verwendet. Allgemein ist Manipulation ein Begriff aus der Psychologie, Soziologie und Politik und bedeutet: die gezielte und verdeckte Einflussnahme, also sämtliche Prozesse, welche auf eine Steuerung des Erlebens und Verhaltens von Einzelnen und Gruppen zielen und diesen verborgen bleiben sollen (Camouflage)

...
Manipulation sei entweder ein Gerät etc. geschickt handhaben oder auch etwas oder jemanden in die gewünschte Richtung lenken; beeinflussen; steuern

...
Manipulation von Menschen verfolgt Ziele und dient dazu, andere Menschen hinsichtlich ihres Verhaltens zu beeinflussen. Der Begriff der Manipulation ist negativ besetzt; Manipulation kann laut Definition nicht positiv sein – wird ein positives Ergebnis angestrebt oder erreicht handelt es sich um Kommunikation zur Überredung oder Überzeugung. Manipulierte Menschen handeln nicht aus eigenen Einsichten oder Überzeugungen, sondern fremdbestimmt.

..
Befürworter manipulativer Praktiken, zum Beispiel aus den Bereichen Vertrieb, Werbung und Propaganda, halten den Vorwurf von Unfairness und die Gefahr von Machtmissbrauch für vernachlässigbar. Es sei ein Vorurteil, gegen das die Manipulation zu kämpfen hat. Manipulation sei ein natürliches menschliches Verhalten.

...
Problematik

Demgegenüber wird eingewendet, dass die Wahl der Mittel für eine Wertung bedeutsam ist. Eine Manipulation, die auf gezielter Täuschung beruht, sei problematisch. Im negativen Sinn bedeutet Manipulation zum Beispiel die Verminderung der Willensfreiheit beziehungsweise Kontrolle des Opfers beziehungsweise seitens des Täters eine Wahl unfairer, intransparenter oder täuschender Mittel, welche eine Gegenwehr erschweren.

usw usf


Also ist:
Manipulation heisst nicht Lügen oder sich verstellen, sondern nur gezielt emotionalen Einfluss nehmen um damit die Entscheidung des gegenüber gezielt zu beeinflussen

Nur EINE Ansicht(ssache), usm, deine...

Manipulation, per Definition, ist kein win-win. Wer da grossartig rumlugen muss, wird irgendwann ertappt.

Manipulation heisst nicht Lügen oder sich verstellen, sondern nur gezielt emotionalen Einfluss nehmen um damit die Entscheidung des gegenüber gezielt zu beeinflussen.

Man kann freilich auch durch Lügen und Täuschungen manipulieren, aber das ist dann eine ganz andere Frage der Zulässigkeit der Werkzeuge.

Wenn ich einer Frau Komplimente mache, Ihr Blumen schenke und zeige, wie ich sie begehre und weil sie das beeindruckt, entwickelt sie Gegensympathie bis Verliebtheit und wir werden daraufhin ein Paar, dann habe ich durch gezielte Manipulation eine win win Situation geschaffen.
Hätte ich mich leger nur daneben gestellt und gesagt "Hallo ich bin der Peter und arbeite bei der Fa xyz und hätte dann gewartet, was da kommt ,dann wäre nichts passiert, es sei denn, Peter hätte eine Attraktion, wo jede Frau gleich dahinschmilzt. Dann hätte aber Peter sie mit seinem Äußeren, nur mit einem anderen Werkzeug halt, manipuliert.

Dein Weg wird garantiert ein anderer sein, doch immer nur zu gehen, heißt auch niemals anzukommen. Wenn ich manipuliert wurde und ich nur gehe, entspricht es mich dem Motto mit der Niederlage zufrieden sein und genau das könnte ich nicht.


...denn ich habe immer die Wahl aufzustehen und mir meinen Wert zurückholen. Wenn ich das Feld verlasse und gehe, wird das freche Grinsen mir noch lange im Nacken sitzen, die erduldete Schwermut/Demut wie ein Stein an meinem Fuß den Weg vorwärts zu kommen erschweren.

Ja es bedeutet zu kämpfen, den Schwachpunkt des Manipulierenden zu kennen. Ja es bedeutet im Zweifel zu täuschen/zu manipulieren. Der Gejagde wird selbst zum Jäger. Das Schaf zum Wolf, der Engel zum Teufel etc.



Wo habe ich denn behauptet dass "merken und merken und merken", nicht alle diese Phasen miteinbezieht.... vor dem Gehen...?... Nur sind das Details: das Endeffekt ist das Gleiche: unpraktibel auf die Dauer.

auch über diesen Unterschied habe ich mir lange Gedanken gemacht... Nein, es ist devot... und ich habe mich ganz freiwillig dafür entschieden.

Bei dieser Distinktion devot/demütig würde ich vom Gefühl her mich eher Ralfs Definition anschließen, und behaupte jetzt mal, daß Du beides exakt miteinander vertauschst. Aber das müßte man jetzt lexikalisch aufdröseln, das würde vielleicht zu weit führen.

> freie Entscheidungen

sind philosphisch ziemlich vertrackt.

vivavista hat ja schon angedeutet, daß 80% emotional determiniert sind. Die Verhaltensforschung würde die Quote vielleicht sogar noch höher ansetzen. Philosophisch ist darüberhinaus aber vollkommen belanglos, zu wie viel Prozent Deine Entscheidung ins limbische System hinabreicht:

Wenn Du das mit der Willensfreiheit irgendwie wissenschaftlich "objektiv" angehen willst, kannst Du gar nicht anders, als zu erklären, daß diese Willensfreiheit gar nicht existiert. Sobald du das Kausalitätsprinzip, also Ursache und Wirkung, aufgibst, ist das keine Wissenschaft im klassischen Sinne mehr. Dieses Kausalitätsprinzip ist in der kantischen transzendental-Terminologie "Bedingung der Möglichkeit von Erkenntnis durch den Verstand schlechthin." Wer das nicht akzeptieren will, sollte sich besser nicht hinters Lenkrad setzen, und erst recht keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Egal als wie frei/selbstbestimmt Du einzelne Entscheidungen in Deinem Leben empfunden haben mags, ein hardcore-Objektivist würde Dir nachweisen, daß Du zu exakt jenem Zeitpunkt der Entscheidung gar nicht anders konntest: aufgrund der aktuellen Situation, der Verdrahtung in Deinem Gehirn und Deinem soziologischen Gewordensein.

Ist angesichts der vielen Joghurt-Sorten im Kühlregal keine sonderlich prickelnde Vorstellung, daß ich nicht wirklich die Wahl habe, sondern daß die Entscheidung für eine bestimmte Sorte bereits durch meine Wahl für einen bestimmten Fernsehsender und dessen Reklame vorherbestimmt wurde. Und diese Wahl für diesen Fernsehsender wurde ebenfalls durch andere Dinge exakt so determiniert.

Witzigerweise kommen aber viele Weise der Weltgeschichte zu genau derselben Erkenntnis:

Willensfreiheit ist eine Illusion.
Dies zu akzeptieren erfordert: Demut.

So ganz bin ich mit diesem Projekt aber auch noch nicht durch, sonst könnte ich in meine Sätze etwas mehr Liebe reinpacken so wie Ralf.
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