21.09.2007

Liebeskummer

Strategien gegen das "Biest"

Liebeskummer

Wer es schon einmal erlebt hat, der weiß, es ist die Hölle auf Erden… Aber auch: irgendwann ist es wieder vorbei. Liebeskummer gehört zum Leben und bleibt einem oft nicht erspart. Um das "Biest" Liebeskummer aber schnellstmöglich wieder in die Wüste zu jagen, gibt es handfeste Strategien.

Der ewige Begleiter

Abgrundtiefe Einsamkeit wird zum ständigen Begleiter. Ängste und Depressionen haben leichtes Spiel. Man fühlt sich, als wühle jemand mit Messern in den eigenen Eingeweiden herum. Klingt nicht schön. Trifft es aber! Nicht schlafen können, alles zum Heulen finden, keinen Hunger haben oder aber Essattacken bekommen, und nicht zuletzt wildeste Rachegefühle hegen:

Liebeskummer

All das und noch viel mehr macht Liebeskummer aus. Ein Ausnahmezustand, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Der Herzschmerz lässt sich psychologisch mit Trauerarbeit gleichsetzen. Man muss lernen loszulassen und sich selbst aufzufangen.

Aber Trennungsschmerz birgt auch Potenzial: Er kann zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, einen selbstbestimmten Neuanfang ermöglichen und kreative Energien freisetzen. Heinrich Heine drückte das so aus: "Aus meinen großen Schmerzen, mach ich die kleinen Lieder".

Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, la la la la la…

Liebeskummer

Sich mit jemand anderem zu trösten ist zwar nicht unbedingt heilsam – Stichwort "Verdrängen". Wenn man sich dies präsent hält, kann es aber schon hilfreich sein zu merken, dass man auf dem "freien Mark" landen kann. Eine Erfahrung, die unter Umständen seit Jahren nicht mehr gemacht wurde.

Kommt es unverhoffterweise zu Nähe, greift eine Regel: aufrichtig sein und keine falschen Versprechungen geben. Denn niemand sollte sein Gegenüber dazu missbrauchen, das eigene Selbstwertgefühl aufzupolieren.

Ansonsten gilt: Auch ohne Altlast gibt es für junge Beziehungen oder erste Annäherungsversuche keine Erfolgsgarantie, also einfach mal laufen lassen.

Wer sich selbst liebt, gewinnt!

Liebeskummer

...und zwar nicht nur an Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und damit an Lebenskomfort. Sondern auch in den Augen anderer: Wer ausstrahlt, dass er ohne größere Selbstzweifel in sich ruht und sich wohl in seiner Haut fühlt – auch ohne Partner –, hat die kokette und vitale Ausstrahlung, die unwiderstehlich macht.

So funktioniert auf natürliche Weise ein Trennungs-Gesundungs-Neuanfangs-Zyklus der Unglückliche davor bewahren kann, sich in neue Abenteuer zu stürzen, bevor nicht die letzte Beziehung abgeschlossen ist.

Liebeskummer-Erste-Hilfe-Package

Liebeskummer

Man hat es manchmal nicht selbst in der Hand, sich Trennungsschmerz zu ersparen – unabhängig davon, ob man der Verlassende oder der Verlassene ist. Denn auch wer sich trennt, hat Liebeskummer. Oft hat er diesen nur schon in der Endphase der Beziehung weitgehend verarbeitet. Was man jedoch in der Hand hat, ist der Umgang mit Herzschmerz.

Im Folgenden findet ihr ein Erste-Hilfe-Package, das für beide Parts – für den der geht und den der bleibt – Strategien anbietet, dass der Liebeskummer nicht die Oberhand gewinnt.

Trennungsgespräch

Zum Trennungsgespräch Argumentationsstrategie zurechtlegen: Die eigenen Verhaltensmuster und die des Noch-Partners dabei berücksichtigen.

Beispiel: Ich werde immer zu schnell laut, wenn mir die Worte ausgehen, an einem entlegenen Plätzchen in einer Bar werde ich durch das halböffentliche Ambiente daran erinnert, dies nicht zu tun.

Trauerphase

Sich eine Trauerphase einfach zugestehen: Man muss nicht immer stark sein und sollte nicht krampfhaft am Loskommen arbeiten; Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!

Beispiel: Ein paar verheulte Nächte mit "Nothing Compares to You" von Sinead O’Connor in der Dauerschleife machen mich noch nicht zum hoffnungslosen Fall.

Schwache Momente

Vorweg nehmen, in welchen Situationen schwache Momente drohen – dafür persönliche Vermeidungsstrategien planen.

Beispiel: Immer, wenn die Tatort-Zeit naht, werde ich so schrecklich wehmütig, schließlich hatten wir immer unser sonntägliches Wochenendabschluss-Ritual. Nächsten Sonntag bitte ich meine beste Freundin, ob ich bei ihr mitschauen darf. Bei Schnittchen und Radler in anderer Atmosphäre und mit ein paar tröstlichen Worten ist es dann halb so schlimm.

Eigene Stärken

Sich seine eigenen Stärken immer wieder vor Augen halten, diese auch würdigen und sich nicht nur über die Schwächen grämen

Beispiel: Zwar habe ich mir gestern nicht verkneifen können, beim Ex-Partner anzurufen und habe dafür natürlich nur verächtliches Abwimmeln geerntet. Dafür kann ich ihm doch eigentlich bei zufälligen Treffen schon wieder erhobenen Hauptes in die Augen sehen.

Es hat einfach nicht geklappt

Der richtige Ansatz ist nicht "ich habe versagt", oder "du hast versagt", sondern der mit melancholisch-versöhnlichem Unterton: "ich bin schon o.k. und du auch, nur zusammen als Team harmonierte es nicht"

Beispiel: Sie wollte immer als Backpacker durch Asien ziehen, ich am liebsten zwei Wochen pauschal nach Malle. Darüber müssen wir jetzt nicht mehr endlose Diskussionen führen.

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Kommentare

Wegen Überfüllung geschlossen

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*geschlossen*


Wir möchten uns an dieser Stelle für die rege Beteiligung bedanken.
Leider

Viersauelen, gebe ich Dir recht. Man wird beherrscht. Genau davon. Bleibt zu Hause, bloß keinen Anruf oder E-Mail verpassen. Nicht noch verärgern oder er könnte ja noch kommen.

Aber trotzdem habe ich mir vorgenommen, das letzte Mal dieses WE allein. Danach werde ich den vielzähligen Einladungen nachkommen. Warum soll ich verzichten, wenn es auch so laufen kann.

Habe ich mir vorgenommen. *zwinker*
Leider, leider ...

Liebeskummer ist schrecklich. Aber gehört zu jeder Beziehung dazu, wenn man liebt. Nur eis darf dabei nie passieren, das man davon beherrscht wird. Kein WE allein bleiben, sich selber verabreden. Das Leben nicht vorbei ziehen lassen.

...beherrscht oft genau diese Emotion den Lebensablauf erheblich, bis zur Blockade *traurig*
Es tut sehr weh

Liebeskummer ist ein sehr schlimmes Gefühl. Ich durchlebe ihn gerade mehrfach. Das Gefühl zu haben, das man liebt, aber nicht so sehr zurück geliebt wird. Sich auf jedes kleine Treffen freut und am Wochende allein zurückbleibt ohne zu wissen, warum. Die schönste Zeit des Lebens an einem vorbeilaufen sieht, ohne sie mit dem Liebsten zu verbringen. Die Luft die weg bleibt, weil plötzlich das Gefühl aufsteigt, man könnte nur Eine von vielen sein und keine Gewissheit zu bekommen. Die Hoffnung, das sich bald alles ändert.

Ja, es tut sehr weh. Es raubt teilweise den Verstand. Alle Erfahrungen und auch das Alter schützt nicht davor. Antworten weiß nur die Person, die Einen so verletzt.

Liebeskummer ist schrecklich. Aber gehört zu jeder Beziehung dazu, wenn man liebt. Nur eis darf dabei nie passieren, das man davon beherrscht wird. Kein WE allein bleiben, sich selber verabreden. Das Leben nicht vorbei ziehen lassen.

*kuss*
Dem stimme ich mit einer kleinen Abänderung zu:

Liebe kann das schönste aber auch das schlimmste auf der Welt sein.
Und ganz schlimm ist es wenn es einseitig ist. Es gibt leider noch keine Taste zum Gefühle ausschalten. Mein Ex hat mir, als ich mich damals von ihm trennte, gesagt: "Ich hasse dich,weil ich dich liebe!" Den Spruch habe ich bis heute nicht vergessen.

... weil ich Dich L I E B T E !

Liebe kann das schönste aber auch das schlimmste auf der Welt sein.
Und ganz schlimm ist es wenn es einseitig ist. Es gibt leider noch keine Taste zum Gefühle ausschalten. Mein Ex hat mir, als ich mich damals von ihm trennte, gesagt: "Ich hasse dich,weil ich dich liebe!" Den Spruch habe ich bis heute nicht vergessen.
Es ist

nicht die Hoelle auf Erden

ich

male, musziere, schreibe, dichte und singe besser,

wenn ich emotional leide.

kummer ist so wichtig, wie die neue liebe, die immer folgt.

so ist es eben.

Das was mich da leiden lässt, ist der Wunsch geliebt zu werden, am liebsten von dieser einen Person. Wechsel ich in die Überlgeung ob ich den oder die liebe, vergeht dieses Gefühl sehr schnell

Diese Worte von dir erinnern mich an einen Ausspruch,den mal jemand Schlaues gemacht hat:

Du denkst dich habe die Liebe berührt,
nur weil eines Fremden Blick,
eines Fremden Wort,
deine Einsamkeit aufgespürt


*blume*

liebeskummer lohnt sich nicht *zwinker*

Erstmal nehme ich mir das recht raus mich in (Selbst)Mitleid zu suhlen. Irgendwann ist mir das dann zu doof und ich suche mir Ablenkung. Das dauert ne Weile ehe man an diesen Punkt kommt, aber dann ist es gut so. Ich gehe dann aus, unternehme viel. Und weil ich weiß, dass ich ein sympatisches Persönchen bin fällt es mir nicht schwer neue Bakanntschaften zu schließen. Auch wenn sich nichts daraus ergibt, was meistens meinerseits auch nicht erwünscht ist und auch offen formuliert wird, so baut es doch das angeknackste Selbstbewusstsein wieder auf. Es fällt wieder leichter in die Zukunft zu blicken.

  • Neu hier? Kein Problem!