Wer es schon einmal erlebt hat, der weiß, es ist die Hölle auf Erden… Aber auch: irgendwann ist es wieder vorbei. Liebeskummer gehört zum Leben und bleibt einem oft nicht erspart. Um das "Biest" Liebeskummer aber schnellstmöglich wieder in die Wüste zu jagen, gibt es handfeste Strategien.
Der ewige Begleiter
Abgrundtiefe Einsamkeit wird zum ständigen Begleiter. Ängste und Depressionen haben leichtes Spiel. Man fühlt sich, als wühle jemand mit Messern in den eigenen Eingeweiden herum. Klingt nicht schön. Trifft es aber! Nicht schlafen können, alles zum Heulen finden, keinen Hunger haben oder aber Essattacken bekommen, und nicht zuletzt wildeste Rachegefühle hegen:
All das und noch viel mehr macht Liebeskummer aus. Ein Ausnahmezustand, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Der Herzschmerz lässt sich psychologisch mit Trauerarbeit gleichsetzen. Man muss lernen loszulassen und sich selbst aufzufangen.
Aber Trennungsschmerz birgt auch Potenzial: Er kann zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen, einen selbstbestimmten Neuanfang ermöglichen und kreative Energien freisetzen. Heinrich Heine drückte das so aus: "Aus meinen großen Schmerzen, mach ich die kleinen Lieder".
Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben, la la la la la…
Sich mit jemand anderem zu trösten ist zwar nicht unbedingt heilsam – Stichwort "Verdrängen". Wenn man sich dies präsent hält, kann es aber schon hilfreich sein zu merken, dass man auf dem "freien Mark" landen kann. Eine Erfahrung, die unter Umständen seit Jahren nicht mehr gemacht wurde.
Kommt es unverhoffterweise zu Nähe, greift eine Regel: aufrichtig sein und keine falschen Versprechungen geben. Denn niemand sollte sein Gegenüber dazu missbrauchen, das eigene Selbstwertgefühl aufzupolieren.
Ansonsten gilt: Auch ohne Altlast gibt es für junge Beziehungen oder erste Annäherungsversuche keine Erfolgsgarantie, also einfach mal laufen lassen.
Wer sich selbst liebt, gewinnt!
...und zwar nicht nur an Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und damit an Lebenskomfort. Sondern auch in den Augen anderer: Wer ausstrahlt, dass er ohne größere Selbstzweifel in sich ruht und sich wohl in seiner Haut fühlt – auch ohne Partner –, hat die kokette und vitale Ausstrahlung, die unwiderstehlich macht.
So funktioniert auf natürliche Weise ein Trennungs-Gesundungs-Neuanfangs-Zyklus der Unglückliche davor bewahren kann, sich in neue Abenteuer zu stürzen, bevor nicht die letzte Beziehung abgeschlossen ist.
Liebeskummer-Erste-Hilfe-Package
Man hat es manchmal nicht selbst in der Hand, sich Trennungsschmerz zu ersparen – unabhängig davon, ob man der Verlassende oder der Verlassene ist. Denn auch wer sich trennt, hat Liebeskummer. Oft hat er diesen nur schon in der Endphase der Beziehung weitgehend verarbeitet. Was man jedoch in der Hand hat, ist der Umgang mit Herzschmerz.
Im Folgenden findet ihr ein Erste-Hilfe-Package, das für beide Parts – für den der geht und den der bleibt – Strategien anbietet, dass der Liebeskummer nicht die Oberhand gewinnt.
Trennungsgespräch
Zum Trennungsgespräch Argumentationsstrategie zurechtlegen: Die eigenen Verhaltensmuster und die des Noch-Partners dabei berücksichtigen.
Beispiel: Ich werde immer zu schnell laut, wenn mir die Worte ausgehen, an einem entlegenen Plätzchen in einer Bar werde ich durch das halböffentliche Ambiente daran erinnert, dies nicht zu tun.
Trauerphase
Sich eine Trauerphase einfach zugestehen: Man muss nicht immer stark sein und sollte nicht krampfhaft am Loskommen arbeiten; Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!
Beispiel: Ein paar verheulte Nächte mit "Nothing Compares to You" von Sinead O’Connor in der Dauerschleife machen mich noch nicht zum hoffnungslosen Fall.
Schwache Momente
Vorweg nehmen, in welchen Situationen schwache Momente drohen – dafür persönliche Vermeidungsstrategien planen.
Beispiel: Immer, wenn die Tatort-Zeit naht, werde ich so schrecklich wehmütig, schließlich hatten wir immer unser sonntägliches Wochenendabschluss-Ritual. Nächsten Sonntag bitte ich meine beste Freundin, ob ich bei ihr mitschauen darf. Bei Schnittchen und Radler in anderer Atmosphäre und mit ein paar tröstlichen Worten ist es dann halb so schlimm.
Eigene Stärken
Sich seine eigenen Stärken immer wieder vor Augen halten, diese auch würdigen und sich nicht nur über die Schwächen grämen
Beispiel: Zwar habe ich mir gestern nicht verkneifen können, beim Ex-Partner anzurufen und habe dafür natürlich nur verächtliches Abwimmeln geerntet. Dafür kann ich ihm doch eigentlich bei zufälligen Treffen schon wieder erhobenen Hauptes in die Augen sehen.
Es hat einfach nicht geklappt
Der richtige Ansatz ist nicht "ich habe versagt", oder "du hast versagt", sondern der mit melancholisch-versöhnlichem Unterton: "ich bin schon o.k. und du auch, nur zusammen als Team harmonierte es nicht"
Beispiel: Sie wollte immer als Backpacker durch Asien ziehen, ich am liebsten zwei Wochen pauschal nach Malle. Darüber müssen wir jetzt nicht mehr endlose Diskussionen führen.









