Interkulturelle Paare sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Wer schon einmal eine längere Zeit im Ausland verbracht hat, verliebt sich häufig nicht nur in Land, sondern auch in Leute. Oft kommt es dann auch vor, dass die Liebe zu einer bestimmten Person über einen harmlosen Urlaubsflirt hinausgeht. Durch die zunehmende Globalisierung in den letzten Jahren entstehen so immer mehr Paare mit verschiedenen Nationalitäten.
Wir haben zwei binationale Paare aus dem JOYclub zu ihrem Kennenlernen, Zusammenleben und möglichen Problemen befragt.

Interkulturelle Paare: Die Liebe macht eben nicht an Ländergrenzen halt.
Das erste Pärchen ist hier unter dem Namen OTL bekannt. Sie ist 42 Jahre alt und stammt von den Philippinen. Er kommt aus Deutschland und ist 40 Jahre alt. Die beiden sind seit 14 Jahren glücklich verheiratet und leben mit ihren zwei Kindern zusammen in Deutschland. Während sie sich um den Haushalt kümmert, verdient er als Baustellenleiter und Montageinspektor die Brötchen. Für ein Leben in Deutschland haben sich die beiden der Familie und seinem Beruf wegen entschieden.
Am Anfang gab es witzige Sprachprobleme
Wo und wie habt ihr euch kennengelernt? Bitte beschreibt uns die Begebenheit etwas.

Das Pärchen hat sich in Hong Kong kennen und lieben gelernt. ©
OTL
Kennengelernt haben wir uns in Hong Kong. Ich (Er) war beruflich da und hatte mir eigentlich vorgenommen mich nicht zu verlieben. Im Vergnügungsviertel Wan Chei auf Hong Kong Island tanzte ich mal wieder in einer Disco sehr ausgelassen, als mich plötzlich jemand mit dem Hintern zur Seite schob. Ich drehte mich um und schaute in die Augen einer super süßen Frau. Als ich dann Stunden später über die Straßen von Wan Chei zu einer anderen Disco ging, stand sie auf einmal wieder vor mir und mir stockte der Atem.
Die Frau ist der Hammer. Ich sprach sie an und lud sie zum Essen ein. Nach einem halben Jahr wurde mir richtig bewusst, dass ich mich verliebt hatte. Nach einem Urlaub holte sie mich am Flughafen in Hong Kong ab. Da fackelte ich nicht lang und ging mit ihr auf direktem Weg zum Heiratsamt in Hong Kong. Ich sagte ihr, dass ich den Rest meines Lebens mit ihr verbringen möchte. Sie fiel mir um den Hals, sagte "JA" und weinte vor Glück. Ca. 3 Monate später waren wir verheiratet und bereuen nicht einen Tag seitdem.
Was fandet ihr an dem jeweils anderen anziehend?
Sie: Er sah und sieht gut aus, sein Lächeln, seine Fürsorglichkeit und die Gabe, einen immer zum Lachen zu bringen.
Er: Ihre Ausstrahlung, die Art wie sie spricht und sich bewegt sowie die unglaublich exotische Schönheit ihres Wesens.
Gab es eventuell Barrieren, wie die Sprache, die das Kennenlernen verkomplizierten?
Klar, aber es war eher witzig. Damals sprach ich (Er) nur gebrochenes Englisch. Als ich sie zärtlich am Hals entlang küsste und am Ohr knabberte, sagte sie plötzlich zu mir "Please stop that you make me horny". Ich wusste damals nicht was sie mit "horny" (dt. geil) meint und fragte, ob ich ihr weh getan hätte. Sie lachte aber nur. Am Abend habe ich im Wörterbuch nach der Übersetzung gesucht und musste selber lachen. Sie hat dann direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland an der Hochschule Deutsch gelernt und spricht es mittlerweile ganz gut.
Klassische Rollenverteilung von Mann und Frau
Wie äußert sich eure unterschiedliche Herkunft und Mentalität im Zusammenleben? Ergeben sich daraus bestimmte Rituale, die einer von euch in die Beziehung mitgebracht hat?
In der philippinischen Mentalität ist die Familie heilig und steht an erster Stelle. Auch Treue ist von großer Bedeutung. Sie wurde streng katholisch erzogen und Religion ist wichtig. Deswegen gehen wir jeden Sonntag meist in die philippinische Kirche, die es bei uns in der Nähe gibt. Von ihr haben wir auch noch die Tradition übernommen, die Feste wie beispielsweise Geburtstage sehr groß zu feiern. Auf den Philippinen wird alles immer recht ausgedehnt gefeiert.

Die Sie von OTL war es auf den Phillippinen gewöhnt, alles allein im Haushalt zu machen. ©
OTL
Gibt es eine der jeweiligen Herkunft angepasste Teilung der alltäglichen Aufgaben? Oder spielt die unterschiedliche Herkunft hier keine Rolle?
Da gab es am Anfang recht lustige Zusammenstöße. Ich (Er) wollte kochen, doch sie sagte, das wäre ihre Aufgabe und ich solle mich entspannen. Das Gleiche beim Waschen, Aufräumen oder Saugen. Immer wenn ich etwas machen wollte, nahm sie mir die Arbeit ab. Sie lebt nach der Einstellung, dass der Mann arbeitet und das Geld verdient und die Frau sich um Haus und Familie kümmert. Mittlerweile ergänzen wir uns gut, wobei sie es auch liebt, sich verwöhnen zu lassen, was ich auch gerne mache.
Wie sieht es beim Essen aus? Wie findet ihr das Essen aus dem jeweils anderen Land? Welche Küche kommt vorwiegend auf den Tisch?
Das philippinische Essen ist klasse und wir kochen beide sehr gerne. Sie liebt meine Kochkünste sehr sowie ich ihre. Bei uns kommt alles was schmeckt auf den Tisch: deutsch, japanisch, chinesisch, italienisch… aber hautsächlich asiatisch.
Wie sah eure Hochzeit aus? Habt ihr die jeweiligen Einflüsse gemischt oder ist die Zeremonie nach der Tradition eines Herkunftslandes abgelaufen?
Geheiratet haben wir in Hong Kong und auf den Philippinen. In Hong Kong standesamtlich mit vielen Freunden, aber ohne Eltern. Auf den Philippinen haben wir dann kirchlich geheiratet. Fast die ganze Stadt und unzählige ihrer Verwandten waren dabei. Schon Tage vorher wurde mit dem Kochen und Dekorieren angefangen. Die Kirche wurde prachtvoll geschmückt und überall waren Blumen. Es gab einen Kirchenchor und eine Tanzaufführung. Nach der Trauung wurde dann in einem Resort unter Palmen bis zum Morgen gefeiert.
Welchen Religionen gehört ihr beide an?
Ich (Er) war evangelisch, bin aber auch katholisch getauft wurden, um meine Frau kirchlich heiraten zu können. Sie und unsere beiden Kinder sind katholisch.

Beim Sex gibt es keine traditionellen Unterschiede.
Ihr habt zwei Kinder. Welche Richtung bezogen auf eure
unterschiedlichen Wurzeln und Religionen habt ihr bei der Erziehung eingeschlagen?
Eine Mischung von beidem, jedoch immer stark familienorientiert und römisch-katholisch. Außerdem erziehen wir sie zweisprachig (Deutsch und Englisch). Deswegen reden wir untereinander meist Englisch.
Gibt es traditionelle Unterschiede beim Sexleben?
Eigentlich nicht. Nur dass wir beide experimentierfreudiger geworden sind. Auch ihre stark religiöse Erziehung hat keinen Einfluss auf unser Sexleben.
Bedingungslose Liebe ist das Wichtigste
Wie haben jeweils Familie und Freunde auf eure interkulturelle Beziehung reagiert?
Beide Familien haben sehr zustimmend reagiert und wir sind als eigene Kinder jeweils aufgenommen worden. Auch von unseren Freunden gab es nur positive Reaktionen.
Manchmal werden interkulturelle Paare mit Vorurteilen konfrontiert. Habt ihr das schon mal erlebt und wie würdet ihr auf solche Vorurteile reagieren?
Wir mussten uns noch nicht mit irgendwelchen Vorurteilen auseinander setzen. Wenn andere welche haben, ist das ja nicht unser Problem. Vorurteile sind unserer Meinung nach Spekulationen. Solange man nichts genaueres über einen bestimmten Sachverhalt weiß, kann man sich auch kein Urteil bilden. Sie entstehen aus der eigenen Angst vor etwas Unbekanntem, also sollte man sich einfach darauf einlassen.
Welche Vorteile seht ihr für euch als interkulturelles Paar?
Ganz viele: Der vielfächerige Gedankenaustausch; die Möglichkeit in andere Kulturen, Religionen und Denkweisen hineinzuschauen; eine andere Sprachen kennenzulernen. Man hat die Möglichkeit zwischen zwei Kulturen zu wählen und sich seine eigene daraus zu formen. Außerdem ist man automatisch toleranter anderen Kulturen und Menschen gegenüber und viel weltoffener.

Die Liebe hilft Ängste und viele Probleme zu meistern.
Abschließend die Frage: Habt ihr irgendwelche Tipps für andere interkulturelle Paare?
Seid nett zueinander. Bei Problemen und Fragen hört dem Partner genau zu. Habt keine Geheimnisse voreinander. Sprecht über alles ganz offen. Über Gefühle, Gedanken, Ängste und Sehnsüchte. Findet heraus, was der andere will oder nicht möchte und toleriert das. An erster Stelle steht immer der Partner, nichts und niemand anderes. Öffnet euch für alle Einflüsse und zieht euren Nutzen daraus. Habt keine Angst euch zu zeigen. Und ganz wichtig: Liebe, bedingungslose Liebe.
Lest auf der nächsten Seite einen weiteren Erfahrungsbericht. Hier stieß das internationale Paar zunächst auf Ablehnung in der Familie.
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 | tom_y81
deine idealistische meinung in allen ehren - jeder sollte überall leben können - dagegen habe ich nix einzuwenden. funktioniert aber halt nicht, wegen dem wirtschaftlichen hintergrund. es gibt nunmal keine andere erklärung warum zb nicht auch massenhaft kanadier, schweden, saudis oder australier nach deutschland einwandern. Ich kenne einige Schwedinnen, Finlanderinnen, einen Kanadier und einen Schweden, die der Liebe wegen nach einem Studium in Deutschland geblieben sind.
Aber verallgemeinen ist nie schlau.
Hast du den Film/Buch "Maria,ihm schmeckt es nicht" gesehen/gelesen?
Der Autor beschreibt fast exact, wie ein "Durchschnittsausländer" in Deutschland von Behörden und den Menschen empfangen und behandelt wird. Gut und weniger gut. Das kann ich, eine "Mitbürgerin mit Migrationshintergrund", nur bestätigen.
Warum die anderen nach Deutschland kommen, geht mich nicht an. Und wer mehr das System ausnutz: gebürtige Deutsche oder die Einwanderer interessiert mich nicht.
Nur der Fakt, dass jemand das soziale System ausnutz stört mich.
PS:Ich habe meine Deutschkurse und meine Krankenversicherung schon immer selbst bezahlt (was ich völlig korrekt finde) und die Steuer in Unmengen zahle ich immer noch (da ich hochqualifieziert und sehr viel arbeiten darf  )
PPS: Finde immer noch Bi (Tri-Tetra-Penta...usw.)- internationale/-kulturelle Beziehnungen toll.  |
 | @Flor_Esteban
schön das dir mein beitrag so gefallen hat, nachdem ich dein profil besucht hatte wurde mir auch klar warum
ich könnte jetzt natürlich auch weit ausholen, beispiele aus meinen privaten umfeld nennen, nur bringt das keinen was, würde den rahmen eines forumthreads sprengen und wäre sowieso am thema vorbei. lass dir eines gesagt sein: ich bilde mir meine meinung nicht aus tv/zeitung/was auch immer, grade zu dem thema. ich wohne in berlin bin in einem multikulturellen umfeld großgeworden habe zig ausländische familienangehörige - darunter auch asiaten  unfassbar aber wahr.
trotzdem weiss ich das es über jahre hinweg einwanderung (nein das muss nicht immer in die sozialsysteme sein - denn oh schreck - das leben ist hier auch mit arbeit besser) über eheschließung stattgefunden hat, die mal 0 mit liebe zu tun hatte. es ging dort ausschließlich um wirtschaftliche interessen, bzw einem besseren leben. und nein, deutschland kann nunmal nicht die ganze welt retten also muss man einwanderung steuern.
deine idealistische meinung in allen ehren - jeder sollte überall leben können - dagegen habe ich nix einzuwenden. funktioniert aber halt nicht, wegen dem wirtschaftlichen hintergrund. es gibt nunmal keine andere erklärung warum zb nicht auch massenhaft kanadier, schweden, saudis oder australier nach deutschland einwandern.
aber bitte zurück zum thema... werd mich zu der einwanderungsgeschichte nichtmehr äussern es soll jeder seine erfahrungen selbst machen und glücklich werden.
interkulturelle beziehungen sind was tolles  |
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Ich halte es von der Basis her auch für wichtig, immer zuerst den einzelnen Menschen zu sehen und ihn nicht automatisch gleichzusetzen mit der Kultur, aus der er stammt.
Dennoch sollte man sich im Klaren sein darüber, dass Beziehungen über kulturelle Grenzen hinweg nur möglich sind, wenn beide Beteiligten das gleichermaßen beherzigen und in der Lage sind, mit viel Verständnis und möglichst wenigen Vorurteilen miteinander umzugehen.
Denn: wenn zwei möglicherweise auch noch sehr unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen, gibt es vielleicht mehr Erklärungsbedarf und Dinge, die bei Partnern aus demselben Land selbstverständlich sind, müssen erst miteinander erarbeitet werden.
Im positivsten Fall schweißt diese Tatsache ein Paar eher noch mehr zusammen als dass sie dadurch getrennt werden.
Aber das hängt eben davon ab, wie stark die Liebe ist und nicht, woher man kommt. |
 | Berufsabschlüsse
Ein ganz kleines bisschen hat sich aber jetzt getan. Seit dem 1. April (kein Scherz) ist das "Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" in Kraft. Damit haben alle Menschen einen Anspruch auf Überprüfung ihrer im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen. Gilt für Berufe, für die der Abschluß in Deutschland geregelt ist, also z,B. alle akademischen und nicht-akademischen Heilberufe, Ausbildungsberufe und Rechtsanwälte.
Weil man es hierzulande bürokratisch mag, fallen die nicht regelementierten Berufe (z.B. Lehrer, Sozialarbeiter und Ingenieure) in die Zusständigkeiten der Bundesländer .... die müssen das Gesetz also noch alle in Landesrecht umsetzen.
Es wird geschätzt, dass in Deutschland etwa 300.000 Personen so ein Verfahren anstreben werden. Kostenlos ist das ganze natürlich auch nicht, nur die Erstberatung. Bei der Handwerkskammer werden für ein Verfahren zwischen 100 und 600 € fällig.
Also noch nicht der ganz große Wurf, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. |
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Vielleicht sollte man mal bedenken, dass Arbeitgeber nicht zwangsläufig alles Rassisten sind, sondern dass die wenigsten Ausbildungsgänge international reglementiert sind, es nicht unbedingt 1:1-Übereinstimmungen gibt und dass Arbeitgeber sich oftmals erst mal schlau fragen müssen, welche Qualifikation dem angebotenen Abschluss eigentlich entsprechen würde. Für vieles, was hier eine Ausbildung ist, muss man anderswo studieren und umgekehrt.
Ich kenne einen Diplom-Chemiker (irrelevant, woher), der mit Schrecken feststellen musste, dass jeder deutsche MTA besser ausgebildet ist als er mit seinem Diplom. Daran ist weder er schuld, noch seine Arbeitgeber - höchstens das System, aber verklag das mal...
Der nennt es bis heute Rassismus, dass er nur als MTA angestellt wird, und nicht als das, was auf seinem Abschluss-Zeugnis steht.
Er ist der Meinung, ihm stünde eine entsprechende Beschäftigung zu - im vergleich zu seinen in Deutschland ausgebildeten Kollegen hat er aber gerade mal das Vordiplom.
Blöd für ihn, und ärgerlich - aber weit entfernt vom Rassismus. Lediglich Bürokratie. |
 | Was geht denn hier ab?
Mal ehrlich, irgendwo können wir ja einige sehr gut verstehen, aber es muss ja nicht gleich alles so gegeneinander ausgespielt werden.
Es ist wie überall im Leben. Eine kleine Gruppe bewegt eine ganze Gesellschaft zum Handeln. Was von den Wenigen verursacht wurde, bezahlt letztendlich die ganze Gesellschaft. Die wirklich Leidtragenden sind dann aber oft wiederum eine Minderheit. Wem kann man es denn überhaupt recht machen?
Es wird sich immer an der Mehrheit orientiert und darauf geachtet, dass die Gesellschaft als ganzes funktioniert. Einzelfälle werden als Einzelschicksale betrachtet und müssen sich dem Grossen und Ganzen beugen. So ist das nun mal in einer Gesellschaft. Das es nicht immer gerecht für alle zugehen kann, sollte eigentlich jedem einleuchten. |
 | @Flor_Esteban
Für den Fall, dass Du dich zu den besseren Menschen zählst, dann lies deinen Beitrag nochmals durch, aber ohne Scheuklappen. |
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@Jen
@lucylime
also ich als asiatin musste mich letztens in münchen auf dem odeonsplatz als "reisfresser" und "hure" beschimpfen lassen...generell begegnete man mir suspekt...
Das meinte ich auch nicht.
Das sind aber ganz andere Klischees, die sicherlich auch nicht schön sind. Dir traut man aber vermutlich weniger zu, zu Obamas Terror-Zelle zu gehören, nicha...?
Das mit den Vorurteilen ist aber auch ein lustiges Ding. Wie gesagt, bei mir kann man die slavischen Wurzeln weder sehen noch hören (lustigerweise wurde ich aber schon mehrfach für eine Migrantin aus dem arabischen Raum gehalten, whatever...). Aber es ist sehr spannend, zu sehen, was passiert, wenn man diese Info in die eine oder andere Unterhaltung einfließen lässt. Das Verhalten der Menschen kann dann erstaunlich umschlagen, und das ist manchmal lustig, manchmal sehr befremdlich zu beobachten. |
 | Immigration..
Immigration gab es schon immer, und wird es auch immer geben. Ich frage mich, mit welcher Berechtigung es Leute gibt, die aufgrund des eigenen Geburtsortes oder marginalster Unterschiede in den Genen meinen, andere diskriminieren müssen (oder dies meinen).
Wenn ich lese: weil die vorherige regelung massiv ausgenutzt wurde , dann frage ich mich, WER sagt das? Und was ist "masiv", was "ausgenutzt"? Aufgrund welcher Fakten kommt diese Aussage zustande? Ich kenne sehr viele Mischehen, wobei von diesen KEINER der ausländischen Partner (insbesondere aus nicht-EU-Staaten) dem Sozialsystem auf der Tasche liegen. Kein Drogendealer o. ä..
Ich finde die Zuwanderungsregeln hinsichtlich der Menschenrechte teilweise schwer bedenkenswert. Wenn aus wirtschaftlichen Gründen keine freie Immigration wünschenswert ist, so sind doch die Visa-Regeln m. E. mehr als ausreichend. Wer einmal Besuch bekommen hat, weiss, welche Papiere hierzu vorgelegt werden müssen, welche Erklärungen und Bürgschaften man übernehmen muß.
Als Flor eingereist ist, habe ich die kompletten Sprachkurse selber bezahlen müssen (während sogenannte "Spätaussiedler", die nach Erreichen des Rentenalters sich der "Heimat" erinnert haben, deren Sprache sie nicht mit einem Wort bemächtigt sind (wozu auch jede Motivation fehlte) die entsprechenden Kurse komplett bezahlt bekommen haben). Ihre Ausbildung mußte pro Bundesland einzeln nachgewiesen und Erlaubnisse gegen hohe Gebühren ausgestellt werden, und das, obwohl sie in einem Mangelberuf hochqualifizierte Arbeit leistet. Selbst als sie schon ein besseres Deutsch sprach, als so mancher Forenschreiber, mußte sie noch Sprachkenntnisse per Prüfung vorweisen. Mittlerweile sind wir über 15 Jahre verheiratet, zählen damit aber wohl immer noch in die Kategorie der "massiven Mißbraucher". Inzwischen wurde das Ausländerrecht dank des rechten Flügels unserer "christlichen" Regierung mehrfach verschärft. De fakto ist es so, dass Leute, die bereits verheiratet sind, oft über ein Jahr auf ein Wiedersehen in Deutschland warten müssen - wenn die Ehe daran zerbricht, sind das natürlich "Mißbraucher".
Auf der anderen Seite flammt immer wieder mal das Thema auf, hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben. Wer sich die Bedingungen anschaut, wundert sich nicht, wenn diese lieber in ein anderes Land umsiedeln.
Aber das Ausländerrecht gehört weiter verschärft - sonst verzichtet man auf die Stimmen der ALG-2 Empfänger, die die Ursache der eigenen Arbeitslosigkeit nicht in fehlender Flexibilität, Leistungsbereitschaft (und fähigkeit) und Qualifikation suchen, sondern in dem zugewanderten "Schlitzaugen".
Wenn dann noch so hochbegabte Subjekte nicht besser können, als andere Menschen wie Jen1984 mit Reisfresser, Hure etc. zu beschimpfen, und vor lauter Vorurteil nicht mehr den Menschen vor sich zu sehen in der Lage sind - dann frag ich mich in der Tat, wieviel Zwickauer Zelle doch in vielen Birnen steckt. Die Zeiten, wo Arier nur andere, nachweisliche Arier heiraten durften, scheinen wohl immer noch nicht vorbei zu sein. Wobei es heute dann etwas perfider ist: Du darfst zwar heiraten, dann aber bitte im Ausland, mit möglichst viel Bürokratie für die Anerkennung, und lass Dein Herzblatt am besten da, wo es herkommt. Menschenrechte, Menschenwürde? Sorry, als das in der Schule durchgenommen wurde, hat man wohl gerade geschwänzt.
PS:
diese hürden nimmt man für seine lieber aber doch sicher gern in kauf oder? Nein, diese Hürden nimmt man nicht für seine "lieber" in Kauf, sondern für die Ängste der Leute, die durch extreme Meinungsmache ihre Meinung ge-bild-et haben. Denn die Liebe verlangt nicht nach solchen schwachsinnigen Papieren. Warum darf man als ALG-2-Empfänger deutscher Abstammung einen anderen ALG-2 Empfänger problemlos ehelichen - wenn aber einer nicht-deutsch ist, schreien alle "Sozialsystemmißbrauch" und andere unschöne Wörter? Aber das ist natürlich alles absolut unrassistisch... |
 | @lucylime
also ich als asiatin musste mich letztens in münchen auf dem odeonsplatz als "reisfresser" und "hure" beschimpfen lassen...generell begegnete man mir suspekt...
und mit vorurteilen habe ich auch immer zu kämpfen...besonders ungehalten werde ich, wenn alte und hässliche männer meinen, bloß weil ich asiatin bin, mich ansprechen zu können oder mir zuzwinkern... 
sie denken in klischees und haben das bild im kopf, dass ich mich kaufen lasse wie so manche thailänderin...leider steht nicht auf meiner stirn wie mein familiärer hintergrund aussieht...(welchen ich hier auch sicher nicht breittreten werde!  )
am lustigsten ist aber, wenn man mich bei der arbeit auf englisch anspricht oder gaaaaaaanz langsaaaaam und laaaaaut mit mir geredet wird, als wär ich behindert...da frag ich doch gern mal in meinem perfekten deutsch nach, ob sie es nochmal wiederholen könnten, denn ich hätte nichts verstanden  |