03.12.2008

Erster Kuss am Traualtar

US-Liebespaar hält Enthaltsamkeitsversprechen

Unter sexueller Abstinenz versteht man landläufig die Enthaltsamkeit von sexuellen Aktivitäten (ab und an inklusive Masturbation!). Diese wird beispielsweise von verschiedenen Religionen durchaus eingefordert, unter anderem im Sinne von Enthaltsamkeit von Geschlechtsverkehr vor der Ehe. Von diversen Keuschheitsbewegungen wie "True Love Waits" ganz zu schweigen. Allerdings fordern diese Bewegungen zumeist "nur" den Verzicht auf vorehelichen Geschlechtsverkehr. Wie weit Enthaltsamkeit noch gehen kann, zeigt das Beispiel eines amerikanischen Liebespaares.

Erster Kuss am Traualtar

Strikte Enthaltsamkeit bis der Ritter auf dem weißen Ross daherkommt und einen ehelicht? Gibt es das noch?
Strikte Enthaltsamkeit bis der Ritter auf dem weißen Ross daherkommt und einen ehelicht? Gibt es das noch?

Den ersten richtigen Kuss hat sich ein amerikanisches Liebespaar für den Traualtar aufgehoben. Wie die Zeitung "Chicago Sun Times" am Sonntag berichtete, drückten Melody La Luz (28) und Claudaniel Fabien (30) bei ihrer Hochzeit am Wochenende in Chicago dann gleich minutenlang unter dem Jubel der Gäste die Lippen aufeinander.

Als "magisch" beschrieb die Braut anschließend das Erlebnis. Das Paar hatte sich 2006 kennengelernt, seit Juli waren sie verlobt. Als strikte Verfechter vorehelicher Abstinenz hatten sie den Pakt geschlossen, sich vor der offiziellen Trauung nicht einmal auf den Mund zu küssen.

La Luz und Fabien sind beide Erzieher und setzen sich an Schulen in Chicago für Abstinenzprogramme für Teenager ein. Um selbst nicht in Versuchung zu geraten, hielten sie sich bis zu ihrer Hochzeit an strikte Regeln. Nach eigenen Angaben waren sie nie zu zweit alleine in einer Wohnung. Auch kuschelnd auf dem Sofa liegen war angeblich tabu. Am Sonntag wollten sie in die Flitterwochen auf den Bahamas starten. Die Hochzeitsnacht verbrachten sie allerdings noch in Chicago. "Heute Nacht haben wir einiges zu erledigen", scherzte der frischgebackene Ehemann nach der Trauung.

(dpa)

Und damit zu euch:

Gibt bzw. gab (im Falle von jetzt verheirateten Paaren) es hier im JOYclub auch Verfechter dieser Abstinenzregeln? Könnt ihr euch einen derartig strikten Verzicht vor der Ehe wirklich vorstellen? Was ist, wenn sich der Traumpartner nach Jahren des Wartens als Niete im Bett bzw. hier als vollkommener Kussversager herausstellt? Wäre euch da das Risiko zu groß oder wiegt da der "Liebesbeweis" schwerer?

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Kommentare


Ich bin eher eine konservative Joy-Leserin, lasse aber die Kirche im Dorf. *zwinker*
Also Achtung hätte ich nicht vor diesem Paar, das finde selbst ich zu extrem.

Ganz persönlich würde mir eine Gesellschaft mehr wie in meiner Jugend wieder
gefallen. Man lernst sich kennen, man verliebt sich und hat irgendwann Sex.
Meine Mutter hat mich sogar gewarnt vor Männern, die nie „etwas wollen“
Vorsicht, so ein Mann heiratet man nicht. *nene*

Wenn ich in unserem Familienstammbuch 350 Jahr rückwärts nachblättere,
so habe ich kaum eine Eheschließung gefunden, wo nicht bereits ein Kind
unterwegs war. Waren wir Deutsche nie so prüde, wie die Puritaner?
*kissenschlacht*

Inzwischen bin ich eine reife Frau
und weiß ganz genau:

es klappt mit einem Mann ganz wunderbar und

es klappt mit einem Mann einfach nicht,
*pimper*

auch wenn er mit gefällt, ich verliebt bin und wir beide es wollen.
Wenn irgendwelche Puritaner oder Religionen behaupten, das spielt sich immer
ein – das stimmt nicht. *nein*

Außerdem würde ich nicht befürworten, dass z.B. die Jungfernschaft erst in der
Hochzeitsnacht verloren geht. An diesem Tag ist meistens ein großes Fest und
anstrengend und die späte Abendstunde ist wirklich nicht der geeignete Moment
dafür. Die meisten Frauen ist das erste Erlebnis keineswegs umwerfend und da
sollten doch Beide ausgeruht, entspannt sein um das Beste daraus zu machen.

In vielen alten Kulturen wie bei den Tuareg gibt es Regeln wie man sich in
den ersten drei Nächsten einer Jungfrau gegenüber verhalten soll, damit sie
für ihr späteres Leben Spaß an Sex hat. *knutsch*

Ich habe einmal ein Buch gelesen „ Tagebucheintragungen von Hochzeitsnächte“
von Frauen durch die Jahrhunderte geschreiben. Es waren Tagebücher des Grauens. *autsch* *aua*
Selbst Ehefrauen von berühmten Männern wie Tolstoi und Victor Hugo hatten
ihren Ehemännern nach der Hochzeitsnacht ausrichten lassen:
Das sollten sie gefälligst nie wieder tun................
*experimentier*

Ich habe höchste achtung vor den beiden. Sich so ein, für viele menschen unvorstellbares, ziel zu setzen und seine grundsätze auch beizubehalten ist toll.

ich könnte das nicht.

LG, die Siedlerin

OMG!
Also kein Sex vor der Ehe, das kann ich ja irgendwo noch minimal nachvollziehen. Aber sich bis dahin nicht einmal küssen??? Das ist ja so, als würde ich dann am Ende meinen besten Freund heiraten. Was macht die Beziehung im Vergleich zu ner guten Freundschaft denn dann schon aus, wenn man sich nicht küsst, keine Zärtlichkeiten austauscht, und keinen Sex miteinander hat?

Also für mich käme das gar nicht in Frage. Zum einen habe ich zu viel Spaß an der ganzen Sache, zum anderen muss ich vorher schon wissen, ob es auch in sexueller Hinsicht passt. Bis dass der Tod euch scheidet kann verdammt lange sein, wenn man schlechten Sex hat. Oder auch verdammt kurz, wenn man irgendwann so frustriert ist, dass man dem Tod etwas nachhilft.
Ich könnte keine Beziehung mit jemandem haben, der schlecht küsst, und der mir im Bett nichts bieten kann. Deswegen teste ich auf jeden Fall vorher.
einfach....

..zur Kenntnis genommen und freundlich abgenickt *g*

*tststs* - jedem Tierchen sein plaisirchen

LG

Pasi
@juwel_chen

Komisch dann, dass es auch bei Leuten passiert die das deutsche Schulsystem zumindest zu großen Teilen druchlaufen haben, da sollten sie einen gutteil an Aufklärung vermittelt bekommen haben....
Mehr oder weniger, das kann je nach Lehrer oder Schule sehr unterschiedlich sein. Hauptschülerinnen haben z.B. schon im Schnitt etwas früher Sex, stellen hierzulande aber bei einem Gesamtanteil von etwa einem Viertel mehr als die Hälfte der minderjährigen Schwangeren. Da hat es dann wohl häufig nicht gereicht.
Unvorstellbar

für uns...
Also,frage ich hier: Wer kauft schon die Katze im Sack ??
Wir sind doch moderne Menschen und man will schon wissen,was einem da so erwartet.
Kirchliche Ansichten hin und her,aber sowas kann in meinen Augen nicht gut gehen.
Irgendwann kommen die Zweifel,ob und was man im Leben so verpaßt hat.
Und dann kommt das Thema Seitensprung ins Spiel.

LG von den Rabbitts

Blöderweise passiert das häufiger dort, wo Aufklärung gegenüber religiös geprägter Enthaltsamkeitskampagnen zu kurz kommt. Das ist ja das schlimme daran.

Komisch dann, dass es auch bei Leuten passiert die das deutsche Schulsystem zumindest zu großen Teilen druchlaufen haben, da sollten sie einen gutteil an Aufklärung vermittelt bekommen haben....

Es freut mich, dass ich dich amüsieren konnte.

Ich wollte bloß eine Anmerkung zum New Yorker als Quelle machen. Es gibt vielleicht einige Leute hier, die dieses Magazin nicht kennen. es ist kritischer Journalismus, aber eben politisch nicht neutral...
Das muss er ja auch nicht. Wenn die Aussage, dass Pi eine irrationale Zahl ist oder Deutschland gut 80 Millionen Einwohner hat, im Zentralorgan Stalinistischer Clownsmudjaheddin von Turkmenistan erscheint, dann ist die Vermutung, das diese "hauptsächlich der Propaganda" zwar deutlich weniger weit hergeholt. Deswegen ist es aber noch lange nicht falsch, solange man keine glaubwürdigeren Angaben hat. Etwas neutraleres als das National Center for Health Statistics bzw. CDC wird man zum Thema Teenagerschwangerschaften eh schwerlich finden.

Der sachliche Zusammenhang zu sexueller Enthaltsamkeit erschließt sich mir jetzt nicht. (Da ich in meiner Jugend selbst zu dieser Problemgruppe gehörte und weiß dass man dieses Monster so leicht nicht mehr los wird, lass dir sagen, mit Verzicht auf Sexualität hat Magersucht nichts zu tun. Im Gegenteil)
Verzicht um des Verzichts willen zu glorifizieren (oder als sportliche Herausforderung, "Leistung" etc. wie hier ab und zu zu lesen war) scheint mir beiden gemeinsam zu sein.
Die Anspielung auf das gestorbene Baby diente zur Veranschaulichung des Umstandes, dass die Mehrheit der jungen Leute gedankenlos Sex hat und dann mit den Folgen nicht klar kommt.
Blöderweise passiert das häufiger dort, wo Aufklärung gegenüber religiös geprägter Enthaltsamkeitskampagnen zu kurz kommt. Das ist ja das schlimme daran.
@tryptamin

Es freut mich, dass ich dich amüsieren konnte.

Ich wollte bloß eine Anmerkung zum New Yorker als Quelle machen. Es gibt vielleicht einige Leute hier, die dieses Magazin nicht kennen. es ist kritischer Journalismus, aber eben politisch nicht neutral...

Aller statistischen Wahrscheinlichkeit nach ist dieser Tage auch mal wieder eine 18-jährige Hamburgerin verhungert bzw. an den Folgen des Verzichts gestorben, der ihr wie über einer halben Million anderer magersüchtiger und Bulimikerinnen zur in einem von sieben Fällen tödlichen Krankheit geworden ist.

Der sachliche Zusammenhang zu sexueller Enthaltsamkeit erschließt sich mir jetzt nicht. (Da ich in meiner Jugend selbst zu dieser Problemgruppe gehörte und weiß dass man dieses Monster so leicht nicht mehr los wird, lass dir sagen, mit Verzicht auf Sexualität hat Magersucht nichts zu tun. Im Gegenteil)
Die Anspielung auf das gestorbene Baby diente zur Veranschaulichung des Umstandes, dass die Mehrheit der jungen Leute gedankenlos Sex hat und dann mit den Folgen nicht klar kommt.

Adam wurde übrigens geschätzte 930 Jahre alt und hat es die ganze Zeit mit Eva ausgehalten...
*haumichwech*
@tryptamin: Den New Yorker würde ich hier nicht als neutrale Quelle heranziehen. Wie die meisten Blätter ist auch dieser politisch durchgefärbt und dient vor allem der Propaganda...
Das ist aber ein bisschen dünn als Kritik, gerade beim New Yorker, "Links nur für Mitglieder". Und zumal du die Links nur für Mitglieder leicht nachlesen kannst.

Vielleicht sollte man bei unserer Jugend auch mal wieder so Thema wie die Zurückhaltung (es muss ja nicht gleich ganz der verzicht sein) modern machen. Gerade dieser Tage ist das Baby einer 18-jährigen Hamburgerin verhungert.
Aller statistischen Wahrscheinlichkeit nach ist dieser Tage auch mal wieder eine 18-jährige Hamburgerin verhungert bzw. an den Folgen des Verzichts gestorben, der ihr wie über einer halben Million anderer magersüchtiger und Bulimikerinnen zur in einem von sieben Fällen tödlichen Krankheit geworden ist.

  • Neu hier? Kein Problem!