Der Begriff Domina bezeichnet Frauen, die gegen Entgelt sadistische und dominante Praktiken anbieten. Das Entgelt ist es dann auch, dass die Dominas von den Damen abgrenzt, die ihre dominanten Neigungen nichtkommerziell in der BDSM-Subkultur ausleben. Diese bezeichnet man als FemDom (oder umgangssprachlich als Domse oder Domme).
Wir widmen uns vorerst der kommerziellen "Schiene". Die Domina Lady Susanna stand uns dementsprechend für ein ausführlicheres Interview Rede und Antwort und erklärt uns, wie sie zur professionellen Domina wurde, was ihr an dieser Tätigkeit gefällt und wie ihre Sessions ablaufen. Auch einer ihrer Sklaven meldet sich für uns kurz zu Wort und berichtet von der anderen Seite der Peitsche. Ein kurzes Video über eine Session bei Lady Susanna rundet unseren Bericht ebenso ab, wie einige Informationen zu dem Domina-Studio, in dem die Domina tätig wird. Bei diesem Artikel habt ihr im Übrigen die Wahl, ob ihr die beiden Interviews in Video- oder in Textform genießen wollt.
Eine Domina im Interview
- Die Domina Lady Susanna im JOYclub Interview
- Der Mensch "hinter" Domina Lady Susanna
- Die Domina und die Welt des BDSM
- Beruf? Domina!
- Die Domina und ihre Sessions
- Ein Video einer Session bei Domina Lady Susanna
- Verändert einen die Arbeit als Domina?
- Lady Susanna und die Zeit danach ...
Ein Sklave der Domina im Kurzinterview
- Der Sklave und sein Verhältnis zu BDSM
- Der Reiz, eine Domina zu besuchen
- Studio Unschlagbar: Wirkungsstätte von Domina Susanna
- Kommentare
Die Domina Lady Susanna im JOYclub Interview
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Der Mensch "hinter" Domina Lady Susanna
Erzähl uns ein wenig von dir: Wer bist du, was treibt dich um, was begeistert dich?
Generell kann ich mich als einen sehr aktiven Menschen bezeichnen. Mir ist es beruflich wie auch privat wichtig, zu Dingen ja oder nein sagen zu können, also Entscheidungen zu treffen, die in erster Linie für mich, aber auch für mein Umfeld passen. Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, Dinge anzufassen, die wirklich Spaß machen, egal ob Hobbies wie Motorradfahren, Gitarrespielen und Singen, oder die Auswahl meines Jobs. Ich arbeite seit fünf Jahren hauptberuflich als Domina. Vorab habe ich beruflich viel experimentiert, sei es in verschiedenen Abteilungen in einem großen Telekommunikationsunternehmen oder durch meine Fortbildungen im Bereich Gesundheit und Psychologie.
Weiß deine Familie und dein Mann von deiner Betätigung? Wie stehen sie dazu
Ich denke, das ist wie mit jedem Thema, das noch am Rande der Gesellschaft schwebt. Es gibt Kreise, die sollten davon nicht erfahren, da es persönliche Nachteile haben kann. Mein engstes Umfeld ist natürlich eingeweiht. Mein Mann und ich haben ein sehr offenes, vertrauensvolles Verhältnis, also wir können uns alles sagen. Ich habe meine persönlichen Grenzen abgesteckt, wie weit ich in einer Session gehe. Ich glaube, ohne eine gesunde Vertrauensbasis würde es auf Dauer in der Beziehung schwierig werden. Ich persönlich gehe sehr selbstbewusst mit meinem Job nach außen und bekomme dann auch meist positives Feedback.
Die Domina und die Welt des BDSM
Da du diesen Job ausübst, wirst du sicher auch privat eine Vorliebe für BDSM haben. Hast du privat bestimmte Vorlieben und Faibles in der Welt des BDSM, die sich von deiner Tätigkeit als Domina abheben?
Der Unterschied ist, dass ich neben meinem dominant-sadistischen Anteil, den ich im Job gut ausleben kann, im privaten Bereich Sexualität und (Liebes)-Emotionen mit einfließen lassen kann. Das ist wirklich eine verrückte Kombination, aber für mich extrem gut.
Wann hast du deine SM-Neigung das erste Mal an dir entdeckt und wie entwickelte sich das über die Jahre hinweg weiter?
In der Sexualität war ich schon immer eher der aktive Part. Eine devote, masochistische Freundin hat mich mit BDSM vertraut gemacht. Das hat mich damals sehr gekickt, sie zu bespielen. Den wirklich sadistischen Anteil habe ich erst Schritt für Schritt als Pro-Dom in mir kennengelernt.
Würdest du eine Dominant/Devot-Beziehung auch privat ausleben bzw. machst du es eventuell bereits?
Ich liebe BDSM mit all seinen Facetten sehr. Meine Beziehung lebe ich eher klassisch, ich brauche einen "starken Mann" an meiner Seite. Mein Mann ist nicht devot und wir begegnen uns im Alltag auf gleicher Augenhöhe. Im SM-Spiel kommen wir beide auf unsere Kosten. ;-)
Beruf? Domina!
Wie kamst du darauf, diese Neigung zu professionalisieren?
Reine Neugierde. Nachdem mich meine Freundin auf den "Geschmack" gebracht hatte, wollte ich erfahren, wie es in einem Studio aussieht. Habe dann im Internet recherchiert und mir das "sympathischste" Studio ausgewählt, um die Vermieterin anzuschreiben. Ich bekam bald eine Einladung. Ich war von der Vielfalt, vom Flair und von den netten Kolleginnen so angetan, dass ich mich selber auf den Weg zur Pro-Dom machte.
Was reizt dich heute allgemein an deinem Job als Domina?
Mensch, das sind so viele positive Punkte. Ich kann selbstständig arbeiten, was schon immer mein Traum war. Ich lerne viele nette Menschen kennen, mit all ihren Geschichten. Meine Kreativität kann ich frei entfalten. Meine Stärken, wie psychisches und physisches Einfühlungsvermögen sowie soziale Kompetenzen, sind hier voll gefragt. Selbstverständlich genieße ich es als Frau auch, mit attraktivem Aussehen zu punkten. Und ich kann mit dem, was mir wirklich Spaß macht, meinen Lebensunterhalt bestreiten.
Wer sind deine Kunden? Aus welchen beruflichen Schichten kommen sie? Richten sich deine Sessions nur an Männer oder dominierst du auch Frauen?
Das geht quer durch das Gemüsebeet, von 18-80 Jahren, und aus fast allen beruflichen Schichten. In der Regel dominiere ich Männer, ab und zu Paare. Einzelne Frauen kommen nicht zu mir. Gerne spiele ich aber mit unseren Sklavinnen, die hier auch professionell arbeiten, wenn das ein Gast wünscht.
Was ist für dich als Domina der Reiz an einem unterwürfigen Mann? Was denkst du bzw. geht in dir vor, wenn der Sklave zu deinen Füßen liegt und bereit ist, sich dir hinzugeben, sich dir auszuliefern?
Ich finde das Machtgefälle extrem geil. Oft genügt schon ein Blick, um einen Gast in den Bann zu ziehen und Respekt zu bekommen. Das psychologische Spiel mit Angst und Unberechenbarkeit hat für mich seinen besonderen Reiz.
Die Domina und ihre Sessions
Wie erarbeitest du dir das Vertrauen eines Sklaven? Gibt es Vorgespräche? Was wird darin besprochen?
Ein ausführliches Vorgespräch ist ein Muss. Dies läuft sehr sachlich ab und es werden Vorlieben / Fantasien, aber auch Tabus angesprochen. Mit einer freundlichen Ausstrahlung während des Vorgesprächs gewinne ich das Vertrauen meiner Sklaven.
Wie bereitest du dich auf eine Session vor? Gibt es eventuell feste Rituale und Abfolgen?
Wie in jedem anderen Business ist Werbung sehr wichtig, um an Gäste zu kommen. Die Gäste rufen entweder direkt auf meiner Handynummer an oder kontaktieren mich per E-Mail. Ich miete mich tageweise und ausschließlich im Studio Unschlagbar ein. Dort gibt es einige Räumlichkeiten, die ich individuell nutzen kann.
Ich arbeite mit ein oder zwei Kolleginnen in meiner Schicht. Wir sind ein gutes Team, das sich gegenseitig unterstützt. Ich bereite mich auf jede Session individuell, den Wünschen meiner Gäste entsprechend, vor. Entsprechendes Outfit wird angezogen, Spielsachen werden bereitgelegt. Die Session selber plane ich nie vor. Ich arbeite absolut aus meinem Bauch heraus. Ich liebe es, diesbezüglich kreativ zu sein und selber zu bestimmen, was ich mache und wie weit ich gehe.
Der Gast kann nach dem Vorgespräch duschen und einen alkoholfreien Drink zu sich nehmen. Dann folgt das Spiel. Nach dem Spiel wird noch ein bisschen entspannt, geduscht. Es folgt noch ein Nachgespräch zur Session oder ein Gespräch über Gott und die Welt, auch über Privates.
Wie läuft eine Session ganz grob ab? Wie lange dauert eine Session im Schnitt? Gibt es Tabus deinerseits, die du in einer Session nie durchführen, ausleben würdest?
In der Regel dauert eine Session eine Stunde. Wenn du in diesem Business gut sein willst, ist es wichtig, deinen eigenen Stil zu entwickeln. Das dauert natürlich eine Zeit lang, aber es macht unheimlich Spaß, diese Entwicklungsschritte zu beobachten. Authentisch sein ist das A und O. Auch die Gäste sind sehr feinfühlig und merken, wenn du ihnen etwas "vorspielst". Drogen in Sessions sind für mich ein Tabu. Ansonsten bin ich sehr offen, was die "dunklen Wünsche" eines Gastes angeht. Es darf alles passieren, was in beidseitigem Einverständnis vereinbart wurde. Viele Dinge können natürlich nur in der Fantasie geschehen. Dies gilt im Spiel wie auch im realen Leben. Ganz klar, dass nicht mündige Menschen ein absolutes Tabu sind.
Wie weit gehst du in sexueller Hinsicht? Kommt es zu sexuellen Handlungen im eigentlichen Sinne?
Im eigentlichen Sinne? Wenn damit gemeint ist, ob ich Geschlechtsverkehr anbiete, nein. Es ist wichtig, eigene persönliche Grenzen zu stecken. Ich mag zum Beispiel Spielarten, die sehr physisch sind, also wo eine große Nähe entsteht. Sehr intime Dinge lehne ich aber ab. Natürlich darf der Gast als I-Tüpfelchen einen Orgasmus erwarten. Ich habe inzwischen viele Gäste, denen der Orgasmus nicht so wichtig ist, weil das Kopfkino sie voll übermannt oder sie ganz darauf verzichten wollen, damit das Spiel nachhaltiger wirkt.
Passiert es auch, dass dir eine deiner Sessions selbst nicht gefällt, weil beispielsweise der Sklave nicht mitgeht oder wie gewünscht reagiert usw.? Wie rettest du dann die Situation?
Inzwischen äußerst selten. Ich habe das Glück, dass ich eine sehr gute Beobachtungsgabe sowie Einfühlungsvermögen besitze. Wenn doch mal was daneben geht, rette ich die Situation mit Humor. Generell finde ich Humor (wenn die Situation passt) sehr gut, das lockert die oft zu angespannte Stimmung des Gastes auf.
Ist es schon vorgekommen, dass du Sessions abbrechen musstest?
Mir persönlich ist das noch nicht passiert.
Ein Video einer Session bei Domina Lady Susanna
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Ein bewusst jugendfreier Einblick in eine Session von Lady Susanna
Verändert einen die Arbeit als Domina?
Hat sich deine Einstellung zu Männern durch den Job verändert?
Du lernst Männer in diesem Business nicht nur von ihrer starken Seite kennen. Die tiefen Geheimnisse, die Intimität als auch die Person. Ich weiß, wie Männer ticken und ich liebe es, wie Männer ticken.
Hast du selbst dich durch den Job verändert?
Die Grundzüge meines Charakters sind gleich geblieben. Am Anfang hat es mein Ego ganz schön aufpoliert: die starke Verehrung der Sklaven, die schönen Komplimente. Schlussendlich ist aber klar, dass du die Komplimente nur genießen kannst, wenn du mit dir selber im Reinen bist. Ich bin Gott sei Dank auf dem Boden geblieben. Das, was sich verändert hat, ist, dass ich, was Sexualität und BDSM betrifft, ein bisschen abgefuckt worden bin. Ich rede über harte, extrem Dinge in einer solchen Normalität, als ob ich über das Wetter spreche. Sehe das für mich aber nicht als Nachteil, ganz im Gegenteil, fühle mich noch ein Stück freier dadurch.
Lady Susanna und die Zeit danach ...
Wie schaltest du am Ende des Tages von deinem Job ab und wie verarbeitest du nach den Sessions das Erlebte? Verfolgen dich manche Erlebnisse lange in deinem Alltag oder kannst du den Schalter schnell auf "Normalität" umlegen?
Ich kann den Schalter tatsächlich schnell auf "Normalität" umlegen. Das gelingt mir direkt nach den Sessions, aber auch nach einem Arbeitstag. Schön ist es auch, nach besonderen Erlebnissen mit einer guten Kollegin zu sprechen. Bei einem Zigarettchen und einem Kaffee wird am Ende eines Arbeitstages geplaudert, gelacht, aber auch gemeinsam sinniert.
Gibt es eventuell ganz besonders skurrile Erlebnisse, von denen du berichten kannst, nach denen du selbst dachtest: Oh weh …?
Weniger oh weh, als WOW...Allerdings bin ich nicht der Mensch, der mit Erlebten nach Außen geht, das hat etwas mit Respekt gegenüber meinen Gästen zu tun.
Gibt es für dich eigentlich noch Szenarien aus der Welt des BDSM, die du dir selbst – auch trotz deines Jobs - noch nicht erfüllen konntest?
Bin diesbezüglich sehr erfüllt...
Gibt es einen Star, den du gerne mal vor die Peitsche bekommen würdest wollen?
Glaub mir: Beim Spiel kommt es nicht darauf an, ob jemand berühmt, arm, reich, normal ist... Am Anfang meiner Karriere fand ich es allerdings schon aufregend, Männer aus höheren Berufssparten ranzunehmen. Das hat mein Machtgefälle erhöht. Heute spielen solche Kriterien keine Rolle mehr für mich.
Was planst du für deine Zukunft? Beruflich, privat …
Beruflich wird es schwer sein, diesen Job zu toppen. Er macht wahnsinnig Spaß, ich bekomme Geld für meinen Spaß und hab viel freie Zeit. Trotzdem reizt es mich, mich weiterzubilden. Es ist nicht schlecht, sich ein zweites Standbein zu schaffen. Wir werden ja schließlich alle nicht jünger. Ich sehe mich später im sozialen Bereich. Das hat viele Parallelen zu meinem Job als Domina.
Privat möchte ich mein ganz "normales" Leben führen. Ich freu mich auf einen Heiratsantrag, den mir mein Partner in ein paar Jahren machen wird. :-)
Vielen Dank Lady Susanna! Und danke für die Erlaubnis, dass wir einem deiner Sklaven einige kleine Fragen stellen dürfen.
Für einige Aussagen des Sklaven von Lady Susanna blättert bitte auf Seite zwei des Artikels um.
- 1. Teil: Eine Domina im Interview
- 2. Teil: Ein Sklave der Domina im Kurzinterview






