Nach meiner ersten Einführung im "Workshop Aktfotografie" wird es langsam Zeit, sich den praktischen Teil des Seminars anzusehen. Ich habe diesen in drei Teile gegliedert:
1. Vom Scan/File zum druckfertigen monochromen Bild
2. Was ist bei Farbbildern zu beachten
3. Kreative Anwendung der digitalen Werkzeuge
Ich verwende bei der digitalen Nachbearbeitung seit Jahren Photoshop. Das heisst aber nicht, dass andere Programme nicht dasselbe leisten könnten, teilweise sogar besser als das Profiwerkzeug!
Für alle analog arbeitenden Fotografen gilt, dass sie dieselben Manipulationen auch in der Dunkelkammer oder im Farblabor ausführen können.
Selbstverständlich bedeutet dies, unter Umständen, ein erheblicher Aufwand an Zeit und Material. Machbar ist aber beinahe alles und auch dem Digifotografen fällt die Erstellung eines guten Bildes nicht einfach so in den Schoss.

Rohscan ohne weitere Bearbeitung

Mit dem Schneidewerkzeug erstellen wir den gewünschten Ausschnitt.

Jetzt sehen wir das File von unerwünschten Bildelementen gereinigt. (z.B. Stempelwerkzeug)

Als nächstes folgt die globale Tonwertkorrektur.
Die einfachste Art die Tonwertkorrektur aufzurufen geschieht unter: Bild-Einstellungen-Tonwertkorrektur. Klickt man nach der Ausführung auf ok, ist der neue Wert übernommen und lässt sich nicht mehr weiter verändern, ohne das Bild selbst zu beeinflussen. Damit dies nicht geschieht, gibt es einen eleganten Weg in Photoshop:
unter "Menü-Ebenen" -> "Einblenden" rufen wir die "Ebenenpalette" auf.
danach klicken wir in dieser unten auf den Halbmond, worauf ein neues Fenster mit diversen Filterfunktionen aufgeht. Wir wählen Tonwertkorrektur und können diese jetzt auf einer Einstellebene ausführen. Bis zum Verschmelzen auf eine Hintergrundebene bleiben alle Korrekturen erhalten, ohne dass die unterste Ebene betroffen ist. Wir sehen die Auswirkungen aller Manipulationen.
Wir können jederzeit korrigieren, mittels Auswahlen auch Teilbereiche beeinflussen. Alle auf der Liste geführten Filter sind aufrufbar und werden jeweils auf einer Einstellebene ausgeführt. Erst wenn die Gesamtheit aller Eingriffe meinen Intentionen entspricht, gebe ich den Befehl (unter den Optionen = kleiner Pfeil oben rechts im Fenster zu finden) alle Ebenen auf eine reduzieren.
Diese einfache Technik ermöglicht mir Abhalten und Nachbelichten nach Belieben, global oder partiell aufs Foto angewandt. Ganz so wie von der Dunkelkammerarbeit gewohnt. Bloss: sehr viel subtiler, schneller und ohne Materialschlacht. Das gleiche gilt genauso für die Arbeit am Farbbild,
Eingriffe in Tonwerte und Farbton/Sättigung sind beinahe unbeschränkt möglich!

Mit einer Maske schützen wir die Lava und korrigieren so die Tonwerte im Himmel getrennt.
Selbstverständlich ist es nicht erwünscht, dass unsere Bildmanipulation an einem hässlichen Auswahlrand erkenbar sein wird. Zu diesem Zwecke werden wir den Rand der eben erhaltenen Ebenenmaske weichzeichnen. und zwar so:
1. Schritt: mit dem geeigneten Werkzeug (z.B. Lasso) wählen wir die zu manipulierende Stelle im Bild aus.
2. Schritt: Wir erstellen, wie eben beschrieben, eine Einstellebene und wählen den geeigneten Filter, also z.B. Tonwertkorrektur aus und klicken ohne weitere Manipulation auf ok ! Wir erkennen in der Ebenenminiatur neu eine Maske der Auswahl mit einem harten Rand. Diese Maske kann mannigfaltig verändert werden.
Wir wollen aber nur weiche Ränder und dies tun wir im
3. Schritt: "Menü" -> "Filter" -> "Weichzeichner" -> "Gauss'scher Weichzeichner". Im jetzt aufgehenden Fenster sehen wir eventuell erst mal nur Schwarz. Das ändern wir, indem wir mit der Hand im Fenster solange schieben, bis wir die harte Auswahlkante erkennen. Jetzt bleibt nur noch die Stärke der Weichzeichnung dem Bild adäquat einzustellen und die Wahl mit "ok" zu bestätigen.
4. Schritt: In der Ebenenminiatur ist auch ein Symbol des Filters (in unserem Beispiel, der Tonwertkoerrektur) zu sehen. Doppelklick darauf öffnet das entsprechende Fenster. Wir verändern nun unseren Bildabschnitt so wie gewünscht, aber eben auch so, dass die Manipulation selbst nicht auffällig wird!

Wir kehren die eben erstellte Auswahl für den Himmel um und korrigieren die Tonwerte der unteren Bildhälfte.

Die Wolkenformation links im Bild wird mit dem Lasso ausgewählt, danach Die Tonwerte nach Sicht korrigiert.

Analog zu vorher, verfahren wir auch im Folgenden. Hier für die helle Stelle im grossen Felsen links.

Hier verhalf ich dem grossen Felsen rechts mit Modell und Wolke zu besseren Tonwerten.

Weiter im Text mit der Wolke oberhalb des Felsens.

Hier habe ich mir die Bildmitte vorgenommen.

Wieder Auswahl (Ecke unten rechts), danach Einstellebene mit weichem Rand! ...Tonwertkorrektur

Es folgt die Grössenberechnung. Eventuell speichere ich eine unveränderte Variante des Files als name-basis.psd datei ab. Damit habe ich jederzeit ein Ausgangsbild für weitere Anwendungen oder auch Verfremdungen.

Jetzt erfolgt die Unschärfemaskierung des Bildes. Achtung; das Bild am Monitor kann eventuell als überschärft empfunden werden. Je nach Papier und Drucker muss man die besten Einstellungen durch Probieren herausfinden. Als gute Basis für Akt hat sich folgende Einstellung erwiesen: ca. 180-200; Radius 1.0, Schwellenwert 5-10. Die Einstellung ist auch abhängig von der Grösse des Bildes. Denken Sie daran, bei Portrait und Akt ev. auch nur die bildwichtigen Teile durch Schärfe zu betonen!

Einen Bildrand erstelle ich mit: "Bild" -> "Arbeitsfläche". Vorher habe ich mit der Pipette einen im Bild enthaltenen Grauton aufgenommen. danach Taste x = Hintergrundfarbe! Die Gestaltung des Bildrahmens ist Geschmacksache und lädt auch zum experimentieren ein ... ausprobieren!

Weil mir das so gefällt habe ich hier das Bild in den Modus Duoton und mit warmgray4 gewandelt. Für den Druck vom Inkjetdrucker oder die Ausbelichtung wandle ich das File in den Modus RGB um und speichere es in JPEG, in maximaler Qualität. Praktisch ist es, einen Grössenhinweis im Filenamen zu geben (z.B: name-A4.jpeg. Danach verändere ich an diesem File nichts mehr! So vermeide ich Qualitätseinbußen! Für weitere Arbeiten am Bild greife ich auf die als name.basis.psd gespeicherte Variante zurück.




