Nicht umsonst heißt es, Kleider machen Leute. Doch was steckt eigentlich wirklich unter der Kleidung? Kann sie eventuell sogar falsche Erwartungen über die Person wecken, die in ihr steckt. Der Fotograf Sebastian Kempa möchte mit seinem Projekt Naked People dieser Fragestellung auf den Grund gehen und wir möchten euch seine Beweggründe dafür vorstellen.
Zum Fotografen
Sebastian Kempa hat an der Fachhochschule Dortmund Fotodesign studiert und geht einer Profession als freier Fotograf nach.
Hierbei bevorzugt er vor allem die Fashion und People Fotografie.
An seiner Arbeit als Fotograf schätzt er vor allem die freien Projekte, bei denen er sich entfalten kann und machen darf, worauf er gerade Lust hat. Es gibt keine Grenzen, keine Vorgaben, keinen Zeitdruck und er kann experimentieren und immer wieder Neues ausprobieren.
Natürlich bringen ihm diese Projekte kein Geld, machen ihm aber riesigen Spaß.
Seine Lieblingsmotive
Sebastians Schwerpunkt bildet die Menschenfotografie. "Ich habe schon öfter versucht, etwas anderes zu fotografieren … Tiere, Landschaften etc. und es hat nicht funktioniert. Die Bilder sahen schrecklich aus und ich kann mir nicht erklären woran es liegt. Ich liebe es Menschen zu fotografieren und vor allem Frauen."

Dabei liebt er es, die Bilder komplett durch zu inszenieren, arbeitet gerne mit künstlichem Licht, setzt auf eine starke Farbigkeit und arbeitet meist mit hübschen und gestylten Models.
Dabei versucht er natürlich auch, sich konsequent weiter zu entwickeln und will beispielsweise demnächst Shootings umsetzen, bei denen er ausschließlich mit vor Ort vorhandenem, natürlichem Licht arbeitet und seine Vorliebe für Farben zugunsten einer grobkörnigen Schwarzweiß Fotografie zurückschraubt.
Aus dieser Experimentierfreude heraus entwickelte Sebastian dann auch sein Projekt Naked People, das seiner Vorliebe, Bilder komplett durchzustylen, schon von seiner Grundidee her stark widerspricht.
Das Projekt

"Eines Tages kam mir die Erinnerung, dass ich als Kind eine Kinderzeitschrift hatte, in der es gezeichnete Figuren / Männchen aus Papier gab, die man mit der Schere ausschneiden konnte. Zusätzlich gab es für diese Figuren verschiedene Anziehsachen - ebenfalls aus Papier - die man auch ausschneiden konnte. Diese konnte man dann über die Figuren legen und selbige somit "einkleiden". Das war die Ursprungsidee.
Ich liebe die Fotografie, in der alles perfekt ist. Die Menschen ohne Macken mit der superglatten Haut wie in Vogue oder Playboy. Nun wollte ich aber einmal die Menschen zeigen, wie sie wirklich sind. Mit Falten, Fettpölsterchen, Narben, Muttermalen usw..
Obwohl es unglaublich klingt, denken wirklich viele Menschen, dass die Leute aus den Zeitschriften in Wirklichkeit auch so aussehen! Dadurch sind diese Menschen dann auch mit sich selbst nicht zufrieden und leiden durchaus unter der Perfektion, die die Zeitschriften vorgeben.

Diese beiden Elemente habe ich miteinander verbunden und so entstand das Projekt Naked People. Als ich dann die ersten Fotos in Photoshop entsprechend übereinander gelegt habe und die unmittelbare Wirkung von ein und derselben Person mit und ohne Kleidung sah, war ich ziemlich überrascht und fasziniert.
Außerdem wollte ich mit dem Projekt dem Betrachter die Macht geben, selbst zu entscheiden, wann und ob er die Person nackt sehen möchte, indem er einfach mit der Maus auf das Bild klickt. Jemand hat mir dahingehend irgendwann geschrieben: 'Der Röntgenbrillentraum wird wahr!’
Es ist ein Internet-Projekt und das wird es wahrscheinlich auch bleiben. Wenn es nach mir geht, wird es noch sehr sehr lange fortgesetzt. Erst wenn ich 999 Menschen fotografiert habe, werde ich - vielleicht - aufhören. Bisher gemachte Bilder können auf der Projektwebsite angeschaut werden: Naked People"
Shootingablauf

Die Einzelshootings für Naked People laufen super schnell ab. Es werden jeweils nur "zwei" Bilder geschossen. Eines mit Kleidung und eines ohne.
Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Die Posen müssen dabei nicht hundertprozentig gleich sein. Wichtig ist das Bild ohne Kleidung, denn von dem anderen Bild werden nur die Kleidungsstücke benötigt. Das Ganze wird dann in Photoshop angepasst und entsprechend zusammengesetzt.
Davon abgesehen sind die Bilder des Projektes nicht manipuliert und kaum bearbeitet. Zumindest führt Sebastian keine Retusche durch, würde dies doch der Grundidee widersprechen, die Menschen so zu zeigen, wie sie wirklich sind.
Modelgesuch
"Alle sind willkommen, die beim Projekt mitmachen möchten. Ob Frauen oder Männer, alt, jung, dick, dünn, klein oder groß." Für die Bilder wird nur eine weiße Hintergrundrolle benötigt, weshalb die Bilder überall gemacht werden können. Bisher entstanden einige Fotos im Studio von Sebastian, einige entstanden direkt bei ihm zu Hause und einige auch in den Wohnungen der Models.
Es handelt sich bei dem Projekt Naked People um ein freies Projekt, das heißt, es wird von Sebastians Seite aus kein Honorar gezahlt werden.
Dahingehend haben sich auch schon einige Mitglieder aus dem JOYclub bereit erklärt, Sebastian bei seinem Vorhaben zu unterstützen!
So takeit (Bilder 2 und 5 des Artikels) und Hightower0073 (Bild Nummer 3).
Neben diesen bildhaft vorgestellten Mitgliedern haben sich auch folgende Mitglieder bereits ablichten lassen: Manuela_for_you, MarksArt, minor_Morio, CoraDU
Wer sich ebenfalls an dem Projekt beteiligen möchte, wende sich einfach direkt an Sebastian Kempa.







