11.11.2008

Naked People

Nichts als die nackte Wahrheit

Nicht umsonst heißt es, Kleider machen Leute. Doch was steckt eigentlich wirklich unter der Kleidung? Kann sie eventuell sogar falsche Erwartungen über die Person wecken, die in ihr steckt. Der Fotograf Sebastian Kempa möchte mit seinem Projekt Naked People dieser Fragestellung auf den Grund gehen und wir möchten euch seine Beweggründe dafür vorstellen.

Zum Fotografen

Seabastian Kempa
Seabastian Kempa

Sebastian Kempa hat an der Fachhochschule Dortmund Fotodesign studiert und geht einer Profession als freier Fotograf nach.

Hierbei bevorzugt er vor allem die Fashion und People Fotografie.

An seiner Arbeit als Fotograf schätzt er vor allem die freien Projekte, bei denen er sich entfalten kann und machen darf, worauf er gerade Lust hat. Es gibt keine Grenzen, keine Vorgaben, keinen Zeitdruck und er kann experimentieren und immer wieder Neues ausprobieren.

Natürlich bringen ihm diese Projekte kein Geld, machen ihm aber riesigen Spaß.

Seine Lieblingsmotive

Sebastians Schwerpunkt bildet die Menschenfotografie. "Ich habe schon öfter versucht, etwas anderes zu fotografieren … Tiere, Landschaften etc. und es hat nicht funktioniert. Die Bilder sahen schrecklich aus und ich kann mir nicht erklären woran es liegt. Ich liebe es Menschen zu fotografieren und vor allem Frauen."

Naked People

Dabei liebt er es, die Bilder komplett durch zu inszenieren, arbeitet gerne mit künstlichem Licht, setzt auf eine starke Farbigkeit und arbeitet meist mit hübschen und gestylten Models.

Dabei versucht er natürlich auch, sich konsequent weiter zu entwickeln und will beispielsweise demnächst Shootings umsetzen, bei denen er ausschließlich mit vor Ort vorhandenem, natürlichem Licht arbeitet und seine Vorliebe für Farben zugunsten einer grobkörnigen Schwarzweiß Fotografie zurückschraubt.

Aus dieser Experimentierfreude heraus entwickelte Sebastian dann auch sein Projekt Naked People, das seiner Vorliebe, Bilder komplett durchzustylen, schon von seiner Grundidee her stark widerspricht.

Das Projekt

Naked People

"Eines Tages kam mir die Erinnerung, dass ich als Kind eine Kinderzeitschrift hatte, in der es gezeichnete Figuren / Männchen aus Papier gab, die man mit der Schere ausschneiden konnte. Zusätzlich gab es für diese Figuren verschiedene Anziehsachen - ebenfalls aus Papier - die man auch ausschneiden konnte. Diese konnte man dann über die Figuren legen und selbige somit "einkleiden". Das war die Ursprungsidee.

Ich liebe die Fotografie, in der alles perfekt ist. Die Menschen ohne Macken mit der superglatten Haut wie in Vogue oder Playboy. Nun wollte ich aber einmal die Menschen zeigen, wie sie wirklich sind. Mit Falten, Fettpölsterchen, Narben, Muttermalen usw..

Obwohl es unglaublich klingt, denken wirklich viele Menschen, dass die Leute aus den Zeitschriften in Wirklichkeit auch so aussehen! Dadurch sind diese Menschen dann auch mit sich selbst nicht zufrieden und leiden durchaus unter der Perfektion, die die Zeitschriften vorgeben.

Naked People

Diese beiden Elemente habe ich miteinander verbunden und so entstand das Projekt Naked People. Als ich dann die ersten Fotos in Photoshop entsprechend übereinander gelegt habe und die unmittelbare Wirkung von ein und derselben Person mit und ohne Kleidung sah, war ich ziemlich überrascht und fasziniert.

Außerdem wollte ich mit dem Projekt dem Betrachter die Macht geben, selbst zu entscheiden, wann und ob er die Person nackt sehen möchte, indem er einfach mit der Maus auf das Bild klickt. Jemand hat mir dahingehend irgendwann geschrieben: 'Der Röntgenbrillentraum wird wahr!

Es ist ein Internet-Projekt und das wird es wahrscheinlich auch bleiben. Wenn es nach mir geht, wird es noch sehr sehr lange fortgesetzt. Erst wenn ich 999 Menschen fotografiert habe, werde ich - vielleicht - aufhören. Bisher gemachte Bilder können auf der Projektwebsite angeschaut werden: Naked People"

Shootingablauf

Naked People

Die Einzelshootings für Naked People laufen super schnell ab. Es werden jeweils nur "zwei" Bilder geschossen. Eines mit Kleidung und eines ohne.

Nach 20 Minuten ist alles vorbei. Die Posen müssen dabei nicht hundertprozentig gleich sein. Wichtig ist das Bild ohne Kleidung, denn von dem anderen Bild werden nur die Kleidungsstücke benötigt. Das Ganze wird dann in Photoshop angepasst und entsprechend zusammengesetzt.

Davon abgesehen sind die Bilder des Projektes nicht manipuliert und kaum bearbeitet. Zumindest führt Sebastian keine Retusche durch, würde dies doch der Grundidee widersprechen, die Menschen so zu zeigen, wie sie wirklich sind.

Modelgesuch

"Alle sind willkommen, die beim Projekt mitmachen möchten. Ob Frauen oder Männer, alt, jung, dick, dünn, klein oder groß." Für die Bilder wird nur eine weiße Hintergrundrolle benötigt, weshalb die Bilder überall gemacht werden können. Bisher entstanden einige Fotos im Studio von Sebastian, einige entstanden direkt bei ihm zu Hause und einige auch in den Wohnungen der Models.

Es handelt sich bei dem Projekt Naked People um ein freies Projekt, das heißt, es wird von Sebastians Seite aus kein Honorar gezahlt werden.

Dahingehend haben sich auch schon einige Mitglieder aus dem JOYclub bereit erklärt, Sebastian bei seinem Vorhaben zu unterstützen!
So takeit (Bilder 2 und 5 des Artikels) und Hightower0073 (Bild Nummer 3).

Neben diesen bildhaft vorgestellten Mitgliedern haben sich auch folgende Mitglieder bereits ablichten lassen: Manuela_for_you, MarksArt, minor_Morio, CoraDU

Wer sich ebenfalls an dem Projekt beteiligen möchte, wende sich einfach direkt an Sebastian Kempa.

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Kommentare

Wooooooooow

Das Projekt ist ja echt beeindruckend !
Also, ich als männlicher Teil dieses Profils würde da sofort mitmachen, denn die Aufnahmen haben mich wirklich sehr beeindruckt.

Ich werde diese Seite mal meiner Freundin zeigen und ich bin sicher, daß sie sich dafür genauso begeistern kann !
Danke

Danke "MarksART" dem ist nichts mehr beizufügen.
also...

...ich verfolge das hier alles mit und denke nicht, dass das von sebastian alles 100%ig wissentlich in die wege geleitet wurde.

ich selbst hatte auch schon so meine erfahrungen mit der presse gemacht...ich wurde interviewed, nach meiner persönlichen meinung gefragt....heraus kam am ende mein foto und ein zitat, dass ich selbst SO nie gesagt habe. (nur mal so als beispiel).

aber ich denke, dass du (sebastian) auf der sicheren seite bist, wenn du deine modelle einen vertrag unterschreiben lässt, in der sie einer veröffentlichung der bilder zustimmen. wer sich in medien darstellen lässt, muss IMMER mit einer publikation rechnen.

und ich denke, dass du dennoch genug leute zusammen bekommen wirst, so dass dein projekt noch an vielen interessanten menschen dazugewinnen wird.

desweiteren rate auch ich dir (wie einer meiner verschreiber) ab, rtl als medium zur publikation zu nutzen.....dieser sender ist für mich ähnlich wie die bildzeitung...sie recherchieren schlecht, verbreiten halbwahrheiten und sind sensationsorientiert.
eine publikation über arte, museen und/oder fotografiemagazinen (ok vielleicht ZU fachspezifisch) oder aber über seriösere sender wie 3sat, erste, 2te oder so würde ich da eher empfehlen....

und zu guter letzt gibt es da noch die mund-zu-mundpropaganda.
konsequenzen

folgende nachricht habe ich gestern sebastian geschrieben:

lieber sebastian, wie ich sehe ist die seite von naked people wieder online. ich finde nach dem theater mit bild.de, wo das projekt in der rubrik EROTIK gelandet ist, umzingelt von porno-werbung, was mit KUNST nichts zu tun hat, solltest du die konsequenzen ziehen und diejenigen, die enttäuscht, sind aus dem projekt entfernen, darunter auch mich. es geht nicht, dass das projekt über erotik oder porno rubriken angesteuert wird. wir haben uns als modelle nicht für diese art der werbung für das projekt bereit erklärt, das solltest du einsehen. ich verstehe, dass du für dich werbung machen willst, aber bitte nicht auf kosten der modelle, wobei ich es bezweifele, dass das ganze für dich positive werbung ist. jeder profi-fotograf wird das nicht als positive werbung ansehen. das ganze macht dein projekt doch zu einem pseudo-kunst-projekt, wenn man es so plaziert. ich finde das sehr schade, was daraus gemacht wurde - eine stripshow - mehr nicht. also sebastian, handele bitte im gegenseitigen respekt!
naja

das ist die große weite welt des internet
kann man nicht verhindern so schade es auch ist. und nach rechten fragt da auch keiner. das weiss man aber wirklich wenn man bilder im internet veröffentlicht.
was glaubste wo ich mich schon überall gefunden hab *g*

naja augen zu und durch. *ggg*
Frage

Wer hat eigentlich den ganzen,,nennen wir es mal,,reißerischen Seiten im In und Ausland Veröffentlichungsrechte gegeben?.
Also ich sehe Mich und auch meine Frau auf dieversen Seite auf die wir weder an noch ausgezogen abgebildet stehen wollten.
Ich glaube nicht das wir irgentwem diese Rechte an uns gegeben haben.
Diese ist auch da der Sinn des Projekts anders geplant war, wurde uns jedenfalls so gesagt , nicht in unsrem Sinne.
mfg
Respekt!

Es wäre sehr schade gewesen, sich geschlagen zu geben. Dafür ist die Sache zu wertvoll. Ich würde allerdings jetzt versuchen eine offizielle Institution, Kunsthochschule etc. mit ins Boot zu holen und vorerst auf Fernsehbeiträge der hier angesprochen Art zu verzichten.
Der nächste Schritt wäre eine mediale Installation in einer renomierten Ausstellung zu organisieren, Kontakt zu modernen Kunstmuseen etc. damit das Projekt wieder in die richtige Richtung läuft. Ich finde es grosse Klasse und spreche meinen Respekt allen Beteiligten aus, ich hätte nicht den Mut dazu!
Die Seite

ist wieder ONLINE!!!! *g*
Respekt!

Super, dass es weiter geht. Eine sicher nicht leichte Entscheidung und dafür möchten wir unseren Respekt aussprechen.

Wir finden die Umsetzung rundum gelungen und u.E. hat es nichts, aber auch nicht das geringste von Schmuddel, ganz im Gegenteil! Das ist echte Kunst und auch handwerklich eine Meisterleistung.

Wir freuen uns schon darauf, wenn das Projekt wieder online geht, was auch immer gewisse Medien schreiben sollten.

Viele Grüße
Die Smarties

freu mich auch
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Der Fotograf
Naked People
Sebastian Kempa ist als sebastiankempa im JOYclub angemeldet.
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Das Projekt
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