Der digitale Bilderkünstler Eddie Bragard ist in unserer Community als think_tank_ART unterwegs. think tank ART® ist die eingetragene Marke des Fotografen und Künstlers, dessen Bilder eine Kombination aus Fotografien und digitaler Malerei darstellen, in denen wiederum klassische Inhalte mit der populären Medienkultur verschmelzen und neu interpretiert werden.
think tank ART® fokussiert in seinen Erotik- und Fetischbildern auf provozierende Motive und düstere Obsessionen, vermittelt gleichzeitig aber auch intime Nähe und Sensibilität, die in seinen Portraitaufnahmen besonders deutlich werden. Daneben entwickelt er überraschende Ideenwelten, die ein ironisches Augenzwinkern erkennen lassen.
Wir rücken den Künstler in den Fokus und wollen auf seine Ausstellung hinweisen, in deren Rahmen er seinen neuen Bildband vorstellen wird …
- Inhaltsverzeichnis
- Die Digitaltechnik verändert bisher gültige Bilderregeln
- Dunkle Fantasien treiben den Bilderkünstler an
- Bilder sind die Brandbeschleuniger unserer realen Kultur
- Der Computer als wichtigstes Werkzeug
- Models mit provokanten Ideen & Momenten konfrontieren
- Die Zukunft spielt sich in Las Vegas ab...
- Ausstellungen des Bilderkünstlers
- Bisherige Veröffentlichungen von Eddie Bragard
- Kommentare
Die Digitaltechnik verändert bisher gültige Bilderregeln
In Trier geboren, größtenteils männlich, lebe ich "normal" und arbeite "normal" in Koblenz.
In den 80ern habe ich angefangen, meine ersten experimentellen Bildentwicklungen umzusetzen. Auch in Richtung klassische analoge Entwicklung und Nachbearbeitung, bis hin zu aberwitzigen Effekten. Es ist schon spannend, was man alles mit diversen Chemikalien, einem kaputten Schwarzweiß-Kopierer und lichtempfindlichem Fotopapier anstellen kann.
In den 90ern kamen dann gescannte Bilder dazu, die ich analog und digital im Wortsinn "bearbeitet" und neu interpretiert habe. Mit der ersten professionellen Digitalkamera wurde meine Konzeption der direkten, digitalen Umsetzung step by step immer weiter ausgebaut. Ich denke, dass Künstler aller Zeiten immer die zur Verfügung stehende Technik genutzt und für ihre Zwecke weiter entwickelt haben. Deshalb müssen heute auch digitale Bildtechniken benutzt werden, um diese Möglichkeiten einfach auszuschöpfen.
Allzu viele verharren noch in den tradierten Bewertungsregeln und Kategorien des analogen Handwerks, aber mit der Digitaltechnik haben sich diese Bilderregeln einfach weiter entwickelt. Und damit überschneiden sich die Grenzen von Malerei und Fotografie.
"pearl(s) in the shell"
"mountains and valleys, can't you hear them sighing"
"sea of sin"
"overstretch"
Dunkle Fantasien treiben den Bilderkünstler an
Meine Schwerpunkte sind meine Ideen. Es ist immer die Idee. Manchmal steckt eine Entwicklung darin, manchmal entstehen Ideen aus der Situation heraus und/oder im Zusammenspiel mit meinem Gegenüber vor der Kamera.
Oft suche ich eine Art Gegenkultur zu den oberflächlich gestylten Werbebotschaften der Konsum- und Medienindustrie. Angst und Leidenschaft, Stolz und Demut, Begierde und Ablehnung bilden heute keine Gegensätze mehr, dunkle Fantasien gehören einfach auch zu unserer Welt und zu unserem Leben.
Und dennoch suche ich in den Darstellungen auch eine klassische Anmut. Bei meinen Portraits ist es die intensive Nähe zum Gegenüber. Portraits transportieren für mich eine starke innere Haltung, auch und gerade gegenüber dem Betrachter. Sie sind mehr als das übliche Profilbild oder das Gesicht als ein mögliches Motiv unter vielen. Meine Portraits geben - im Wortsinn - tiefe Einblicke.
Bilder sind die Brandbeschleuniger unserer realen Kultur
Durch die mediale Bilderflut werden beständig neue Fokussierungen in unser Leben eingebracht. Ich versuche, Motive, Inhalte und die eingesetzten Attribute für mich zu deuten und neu zu entziffern. Wenn z. B. Pop-Art-Künstler der 50er und 60er die Versatzstücke ihrer Alltagskultur herauslösten und überhöht zu ihrer Kunst stilisierten, dann müssen heute einfach andere Ikonen, Idole und Zitate herangezogen werden, um die Welt von heute zu beschreiben.
Wenn man Bilder aus der Welt der Industrie, der Werbung oder der populären Medienkultur weiter entwickelt, entsteht ein Klima für neue Experimente. Ich sehe gängige Kunststile oder -techniken nur noch als abstrakte Hilfsmittel zur Systematisierung und Abgrenzung in der Kunst.
In der Entwicklungsfolge neuer Medien muss aber der Begriff 'Kunst' heute sehr viel weiter gefasst werden. Kennzeichnend für unsere "Contemporary Art" ist ein neuer Expressionismus, bei dem der individuelle Stil und die eigene Sicht zurückfinden zur verbindenden Idee und Umsetzung. Die Reflektion der eigenen Kultur und ihrer Entwicklungen sollte - im Gegensatz zur akademischen Vorgabeninterpretation - die Basis der Bewertung sein. Je eigenständiger diese persönliche Entwicklungsfähigkeit der Darstellung erkennbar ist, desto überflüssiger wird jede Stil- und Kunstdefinition.
Der Computer als wichtigstes Werkzeug
Studio? Blitztechnik? Das sollte ich wirklich mal überdenken. Aber Spaß beiseite: Es gibt keine installierte Lichttechnik, kein Kamerastativ oder sonst irgendetwas an modernem Equipment. Es gibt keine ausgefeilte Technik oder besondere Rahmenbedingungen.
Die eigentliche Aufnahme ist nur die Basis, der Kristallisationspunkt. Der Moment, der Blick, die Szene, die Spannung, die Nähe – das reicht. Alles fügt sich in der späteren Bearbeitung am Computer und durch die präsente Idee zusammen. Meine Spontanität und Emotionen sind mir einfach wichtiger als Technik, Perfektion oder das Lernen aus Handbüchern.
Models mit provokanten Ideen & Momenten konfrontieren
Mittlerweile ist mein Stil, meine Intention bekannt, weil sie eben anders ist als das Einerlei der üblichen Abbildungen und Posen. Es sind think tank ART – Bilder, meine Bilder und meine Sicht. Schönheit ist individuell geprägt und so muss sie gesehen werden, ebenso muss ihre Darstellung der Persönlichkeit individuell entsprechen und eine subjektive Form finden. Wenn Schönheit Wahrheit symbolisiert, dann besitzt jede Wahrheit auch ihre eigene Schönheit, ihre jeweils eigene, individuelle Ästhetik. Ich frage mich immer, welche Formen oder Schönheit, welche Realität muss gezeigt werden?
Models für meine Bilder finde ich in meinem Umfeld, in der direkten Umgebung oder ich werde angeschrieben. Man lernt sich kennen, tauscht sich aus, man entdeckt gemeinsame Ideen und Szenen, die einfach umgesetzt werden müssen. Wenn man zuhört, wenn man ein Gefühl für das Gegenüber entwickelt, dann kann man genauer hinsehen, dahinter sehen. Ich versuche, hinter das Glatte, das allzu Offensichtliche zu blicken und die tiefen Aspekte herauskratzen. Dafür provoziere ich den Moment, genau den einen Moment. Und darauf müssen sich meine Models einlassen können.
Manchmal hat das etwas von einem Blitzkrieg, ein Eindringen in die Szene, ein Überrollen oder ein Durchbrechen. Oder auch innehalten und einfach wirken lassen. Zusammen zu arbeiten ist immer eine Gradwanderung. Die Gradwanderung ist gewollt, die Grenzen sind fließend, immer überraschend und deshalb auch spannend neu. Grenzen erfahren und mit Grenzen spielen, bedeutet immer auch eine Einmischung in innere Angelegenheiten - auch in die eigenen inneren Angelegenheiten.
Die Zukunft spielt sich in Las Vegas ab...
Neben meine Bildern gibt es zusätzliche think tank ART® - Sonderserien zu den Themen Amerika, Architektur oder auch Stadtperspektiven. Im Frühjahr steht eine weitere USA-Reise an, speziell Las Vegas wird dann im Fokus stehen.
Ausstellungen des Bilderkünstlers
Bisherige Ausstellungen (Auszug):
DIRTY SHOW, CH - Zürich
DRUCKLUFTKAMMER, Koblenz
EROMED, Plaidt
BLUE FOX Bar, CH - Zofingen
EXPO, CH - Brugg
Restaurant ZUNFT ZU WEBERN, CH- Bern
BLUT, Trier
Trefft den Künstler bei seiner aktuellsten Ausstellung
Aktuell steht allerdings die seit dem 27. Dezember 2011 laufende think tank ART® Ausstellung im Senso e Vita in Neu-Isenburg im Blickpunkt, denn dort wird im Rahmen dieser Ausstellung am 04. Februar 2012 der großformatige think tank ART®-Bildband vorgestellt.
Eine gute Gelegenheit, die think tank ART® - Bilderwelten näher kennen zu lernen und Eddie in ein Gespräch zu verwickeln.
Bisherige Veröffentlichungen von Eddie Bragard
Bücher:
Martin Zurmühle
Die Magie der Fotografie oder das Geheimnis herausragender Bilder
Darin das Sonderkapitel: Tiefe Abgründe - Die Kunstwelt von think tank ART
Vier-Augen-Verlag, Luzern, 2010, 208 Seiten
ISBN 978-3-9523647-0-3
think tank ART®
Bildband
Hardcover, 72 Seiten, 2012
Veröffentlichung: 04. Februar 2012





















