Heute wollen wir euch mit f_schiller das Fotografenpärchen vorstellen, das für unseren JOYclub-Kalender für das Jahr 2009 das Septembermotiv beigesteuert hat.
Frauke und Florian ist es bei ihrer Fotografie egal, ob ihre Models schlank oder mollig, schwarz oder weiß, jung oder alt sind. Ihnen ist der Charakter des vor ihrer Linse stehenden Menschen wichtig, den sie in ihre Fotos immer mit einbauen wollen. Und so ist für sie die Fotografie mehr als das bloße Betätigen des Auslösers oder die darauf folgende Bildnachbearbeitung. Für beide ist jedes Shooting ein neues Erlebnis.
Hiermit stellen sich die beiden Fotografen einmal genauer vor und gewähren euch einen kleinen Einblick in ihr Portfolio. Auch nuenue, ihr Model für das Kalendermotiv, wird gegen Ende zu Wort kommen.
Über uns
Wir wurden 1982 (Frauke) und 1984 (Florian) in Langenfeld geboren. Nachdem wir beide in Langenfeld und Hilden aufgewachsen sind, besuchten wir gemeinsam das Berufskolleg in Hilden, wo wir uns kennen und lieben lernten. Nachdem wir uns gefunden hatten, schlossen wir beide erfolgreich unsere Ausbildung zum Informationstechniker ab.
Während Frauke sich einem völlig fremden Berufsbild im medizinischen Bereich hingab, begann Florian ein Studium an der Fachhochschule Köln, Fachbereich Fotoingenieurswesen.
Zwischenzeitlich musste Florian noch seinen Zivildienst absolvieren. Dank 24 Stunden Diensten und Schichtarbeit war für ausreichend Turbulenzen in unserer Beziehung gesorgt.
Sechs Jahre später folgte am 9. September 2009 um 9 Uhr abends unsere Verlobung. Es wird gemunkelt, dass wir uns nie einig werden konnten, an welchem Datum wir eigentlich unseren gemeinsamen Jahrestag haben.
Hauptberuflich arbeiten wir beide im Übrigen im Behördendienst, betreiben die Fotografie also als Ausgleich zum stressigen Berufsleben.
Unser Werdegang
Beide entstammen wir Familien, in denen es jeweils einen Künstler und einen Techniker gibt.
Nach vielen Experimenten im Bereich der Landschafts-, Portrait- und Tierfotografie folgte Ende 2005 ein Portrait- und Aktshooting für eine gute Freundin, welches alles verändern sollte. Nach vielen erfolgreichen Portraitshootings setzten wir das Aktshooting fast vollständig in den Sand.
Statt der Frustration nachzugeben, begannen unsere Augen zu leuchten! Endlich eine Nuss, die es zu knacken galt. Es folgten viele Stunden und Tage Recherchearbeit im Internet und wir wälzten diverse Fachbücher über Aktfotografie. Ein zweites Desaster sollte es nicht geben.
Dem Bettlakenhintergrund folgten lange schwarze Stoffbahnen eines größeren schwedischen Möbelhauses, auf Nachttischlampen folgten leistungsstarke Baustrahler aus dem Baumarkt. Alles schien gut vorbereitet und wohl überlegt. Wir starteten einen erneuten Versuch. Was folgte war zwar besser als das vorangegangene Desaster, ähnelte aber unseren Vorstellungen, wie solch ein Foto auszusehen hat, noch nicht einmal im Ansatz.
So folgte der Umbau eines Kellerraumes zum Fotostudio. Softboxen wurden in Handarbeit aus Rettungsdecken, Seidentüchern und einem Aufsteckblitz gebaut. Mit der Zeit wurde nicht nur die verwendete Technik besser, auch wir selbst konnten uns immer mehr mit unseren Ergebnissen identifizieren.
Fasziniert von den schier unendlichen Möglichkeiten der Fotografie begann Florian das Studium zum Fotoingenieur. Nach anfänglicher Euphorie musste Florian nach 2 ½ Jahren jedoch feststellen, dass dieses Studium ihm zwar viel technisches Wissen zukommen ließ, ihn jedoch in keinster Weise künstlerisch weiterhalf.
Nach vielen Wochen des Abwägens und der Restrukturierung des Studienganges auf das Bachelorsystem fasste er den Entschluss, das Studium an der Fachhochschule abzubrechen und die selbst abgesteckten Ziele auf anderem Wege zu erreichen.
Unsere Schwerpunkte
Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt ganz klar im Bereich der klassischen Paaraktfotografie. Kleider machen bekanntlich Leute, gerade aus diesem Grund, lassen wir sie weg. So ist der Weg frei, um einen vorurteilsfreien Blick auf den Menschen selbst zu werfen.
Bestimmte Motive bevorzugen wir dabei nicht. Wir konzentrieren uns ganz auf die Person vor unseren Augen. Wir wagen den Blick in den Charakter und versuchen diesen bildtechnisch zu erfassen.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Lehre der Fotografie. Wir geben in unregelmäßigen Abständen Seminare bzw. Workshops zu verschiedenen Themen der Studio-Fotografie, Datenschutz in der Aktfotografie und digitale Aufbereitung von Fotos.
![]() | Besonders hervorzuheben wäre hier unser Musterschüler Heiko Polaczek - hier im JOYclub als Askaban bekannt. Einige unserer Arbeiten wurden in dem Bildband "MyNude" vom teNeues Verlag und in diversen Online Magazinen veröffentlicht. | |
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Unser Stil
Unser Stil variiert sehr stark und ändert sich eigentlich immer von Shooting zu Shooting. Wir passen uns dem Model und den Wünschen an. Eine Verallgemeinerung lässt sich da nicht wirklich treffen. Allerdings sind wir beide große Fans des Kopfkinos.
Arbeitsteilung
Es kann durchaus passieren, dass wir beide gleichzeitig fotografieren. Aber im Regelfall fotografiert Florian und Frauke übernimmt das MakeUp & Styling sowie die Bildaufbereitung am PC. Dank unseres neuen Studios werden zum Beispiel die Fotos der Kamera direkt über WLAN an ein farbkalibriertes Netbook übertragen, wo die RAW Daten von Frauke kurz begutachtet werden. Ihren Eindrücken entsprechend werden dann entweder neue Fotos gemacht oder die Ergebnisse weiterverarbeitet.
So bekommen unsere Models immer auch einen Eindruck, was wirklich in einem Foto steckt. Viele glauben immer noch, dass das Drücken des Auslösers alles sei, was ein Fotograf zu tun hat.
Das Schöne bei uns ist, dass egal ist, wer letztlich die Kamera in der Hand hat und wer am Laptop sitzt. Das Endergebnis ist das Gleiche!
Ausblick
Wir würden gerne unser Seminarangebot weiter ausbauen und spezialisieren. Das dafür dringend nötige Studio wurde im Oktober fertig gestellt, eingeweiht und wird dieses Jahr nochmals um diverse Möglichkeiten zur Fotografie (z.B. Deckenschienensystem, EDV Technik und Touchscreensteuerung) erweitert. Ansonsten schauen wir einfach, wohin uns der Wind trägt.
Das Model

Wie bereits erwähnt, sind nicht nur die Fotografen des Septembermotivs JOYclub Mitglieder. Auch ihr Model stammt aus unseren Reihen. nuenue
erinnert sich für uns an das Shooting und die Zusammenarbeit mit Florian und Frauke.
Ich hatte mich gerade von meinem Ex-Freund getrennt und beschloss, mir im JOYclub-Chat den Kummer zu vertreiben. Dabei "traf" ich auf Florian und Frauke. Wir kamen ins Gespräch und ich verspürte zunehmend große Lust, von mir ein paar Fotos machen zu lassen. Langer Rede kurzer Sinn: ich bin mit dem Zug zu Florian und Frauke gefahren. Florian holte mich am Bahnhof ab und wir fuhren zu ihnen nach Haus.
Als wir dort angekommen waren, haben wir uns erst einmal hingesetzt und einen Kaffee getrunken. Das war wichtig, da ich mir letztlich noch nicht wirklich im Klaren war, ob ich das Shooting machen wollte. Immerhin war ja ich erst 18 Jahre alt und definitiv kein Vollprofi vor der Kamera.
Nach dem gemeinsamen Kaffee hatte sich die Situation gelockert und nachdem mir Florian seine Arbeitsproben gezeigt hatte, war ich ganz wild darauf, selber Fotos von mir machen zu lassen. Daraufhin zeigte er mir sein Studio. Seine Hinweise wie "Ja, da kannst du dich umziehen." oder "Hier wird dann geshootet." fand ich sehr gut und ich spürte, dass ich immer gelöster wurde. In lockerer Stimmung legten wir also los.
Die ersten Fotos, die wir machten, waren Portraits. Mal Grimassen schneiden, mal verführerisch in die Kamera schauen … das empfand ich als ziemlich witzig. Ich hatte den Eindruck, ich hätte den Bogen schnell herausgehabt und Florian zeigte sich ebenfalls sehr begeistert. Weil es dann auch so locker weiter ging, fielen dann von meiner Seite aus immer mehr die Hüllen …

Ich muss sagen, das erste Shooting - und es war nicht das Letzte - hat entspannt und toll angefangen und als ich dann auch noch Frauke kennen lernte und sie auch ihre Ideen einfließen ließ, entstanden wirklich tolle Fotos.
Dabei merkt man, dass sie sich ihre Ideen nicht vor einem Shooting irgendwo aus dem Netz holen. Vielmehr sehen sie ihre Models und haben sofort eine Idee, wie sie sie richtig gelungen inszenieren können.




























