Der Monat Juli ist nun schon eine Weile Geschichte. Darum dachten wir uns, erzählen wir euch passenderweise einfach die Geschichte des Fotografen hinter dem Julimotiv unseres JOYclub-Kalenders für das Jahr 2009. Dieses stammt von dem JOYclub Fotografen Felix Leonhard Steck, der als Silver_Berlin in unserer Community angemeldet ist.
Er selbst umschreibt die wichtigsten Merkmale von gelungenen Fotos wie folgt: "Natürlich sind Fotografien auch immer Information. Aber nur Informationen, die sich im Gleichklang mit den Emotionen in Fotografien ausdrücken, sind in der Lage die Zuneigung des Betrachters für die Fotografie und deren Botschaft zu erhalten."
Wie man an diesen Zeilen sieht, kann niemand Felix Leonhard Steck besser beschreiben als er selbst. Und somit präsentieren wir sein Portrait in seinen eigenen Worten und lassen obendrein einige seiner Bilder für ihn sprechen.
Zur Person
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| Mein Name ist Felix Leonhard Steck. In München geboren und aufgewachsen lebe ich heute hauptsächlich in Berlin und bestreite meinen Lebensunterhalt seit fast 20 Jahren als Fotograf und Journalist. | ||
Sein Weg
Ich habe mich recht früh für Fotografie interessiert, was manchen erst auf den zweiten Blick gefallen mochte. Ich denke hier nicht ohne Vergnügen an meinen Vater zurück, der zunächst wenig begeistert war, dass ihm sein 4-jähriger Filius einfach die Spiegelreflex entwendet hat, um zu "fotografieren".
Das für mich damalig an der Fotografie Faszinierende, hat sich bis heute eigentlich nur unwesentlich verändert: Das "Einfrieren" von Zeit. Jeder Klick ist schon Geschichte, die aber eben durch das entstandene Foto an sich wiederbringlich ist. Dass Fotografie aber auch formale und bildliche Qualitäten beinhalten kann – oder besser muss, denn sonst sprechen wir vom allseits beliebten Knipsen, nicht dem Fotografieren – dämmerte mir natürlich erst ein wenig später.
Aber mit den ersten selbst entwickelten Filmen setzte sich recht rasch diese Einsicht durch und ich habe begonnen, mehr Augenmerk auf das Wesentliche in der Fotografie zu lenken.
Heute freilich gibt es kaum noch Filme zu entwickeln und die Laborarbeit von damals hat sich in mit den Jahren mehr und mehr vor den Bildschirm verlagert.
Eines aber ist gleich geblieben: Ein wirklich gutes Foto entsteht weder im Labor, noch am Bildschirm. Die Basis für alles Weitere wird mit dem "Klick" des Auslösers gelegt, der Rest kann nur noch Verfeinerung sein.
Seine Schwerpunkte
Ich bin spezialisiert auf Architekturfotografie und Imagefotografie. Die "Mischung" aus beidem, die Hotelfotografie ist aber mittlerweile als Steckenpferd an erste Stelle meiner Arbeit gerutscht. Ein faszinierendes Sujet, das auch außerordentlich breitbandig ist, beinhaltet es doch weit mehr als die beiden genannten Hauptaspekte: People-, Food- und Reisefotografie sind ebenso Themen, die mich innerhalb der Hotelfotografie ständig in Bewegung halten.
Außerdem sind Reisen hier eher die Norm, und das Reisen an sich, das Erkunden fremder Länder und Kulturen gehört für mich zu den erstrebenswertesten Dingen, die man mit seinem Leben anfangen kann.
Und natürlich, wer hätte es geahnt? Aber ja, ich fotografiere – immer schon gerne den schönen Dingen zugewandt – Mädels. Die reifere Damenwelt möge mir die "Mädels" verzeihen, so bezeichne ich nun einfach mal Aktfotografie und es besteht kein Zusammenhang zum Alter meiner Modelle. Ich wandle da in den Spuren vieler Fotografen, die sich abseits der Fotografie, die dem Broterwerb diente, auch immer der holden, nackten Weiblichkeit zugewandt hat.
Sein Stil
Ich gehe nicht so weit, bei meiner Aktfotografie von eigenem Stil zu sprechen. Dies hat in erster Linie damit zu tun, dass ich eher zur Bescheidenheit neige und generell feststellen muss, dass es zu viele Knipser gibt, die weiß Gott was in ihre Machwerke hineininterpretieren möchten. Dem will ich mich nicht anschließen, auch wenn ich selbst mich wahrlich nicht als Knipser sehe.
Ich bemühe mich hauptsächlich darum, dass mein Motiv – in der Aktfotografie die Frau – an erster Stelle steht. Das heißt: Die Umgebung ist für mich Beiwerk, so wie die Dekoration auf einem schön angerichteten Teller, das Gericht adeln sollte und nicht umgekehrt. Das gelingt mir am besten mit Lichtführung und der Verwendung von farbigen Elementen im Bild.
Ich verabscheue das platte Licht von einem auf die Kamera aufgesteckten Blitz. Der hilft bestenfalls für informative Reportagen, sicher aber nicht um die Schönheit einer Frau hervorzuheben.
Auch die "Photoshop-Kunst" ist mir zuweilen ein Graus. Es reicht eben nicht aus, den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Technik zu legen, man sieht das den Ergebnissen eigentlich immer an und zumindest mich verstimmt das.
Die Farbigkeit spielt – wie bereits angedeutet – aus gleichen Erwägungen heraus eine wichtige Rolle für mich. Mono- oder duochrome Farbwelten finde ich zauberhaft.
Natürlich gibt es aber auch den Fall, in welchem die Umgebung, sprich Accessoires, Räumlichkeiten oder Momente, einem Foto den Kick verleiht, der es zu etwas Besonderem werden lässt. Sonst nämlich bräuchten wir ja nur eine weiße Wand und Licht, um gute Fotos zu machen.
Außerdem liebe ich erotische Spannungsverhältnisse, also z.B. Interaktionen mehrer Models. Das hat nichts mit Porno zu tun, sondern daraus ergeben sich oft ganz neue, reizvolle Situationen, die einem Foto dann zusätzlich gelungene Eigenheit verleihen.
Seine Veröffentlichungen
Da ich – wie gesagt – eher zur Bescheidenheit neige, habe ich es bisher immer abgelehnt Ausstellungen zu machen, auch wenn es Angebote gab und gibt. Ich sehe zu viel Mittelmaß bei den inzwischen zahlreich stattfindenden Fotoausstellungen, selten bewegt mich etwas wirklich.
Das gilt genauso für Fotobücher, die im Normalfall der vordergründigen Selbstdarstellung des Fotografen dienen, so jedenfalls will es mir scheinen. Auch hier möchte ich mich eher zurückhalten.
Ich selbst sehe meine Arbeit durchaus als gelungen an, ob sie "austellenswürdig", "druckwürdig" ist, mögen andere beurteilen
Die Präsentation meiner Arbeit hier im Joy-Club sehe ich weitaus entspannter. Das Medium Internet eignet sich eben gleichermaßen für die Bescheidenen, wie die eitlen Gemüter.
Ausblick
Momentan stecke ich über beide Ohren in "normaler" Arbeit, außerdem steht ein Urlaub mit meinem Sohn an. Es gibt allerdings ein Projekt, das ich schon seit geraumer Zeit mit mir herumtrage und das ich gerne bald (Herbst und Winter) realisieren möchte.
Es hat den Arbeitstitel: "stripped in private Ambience". Also nackt in den eigenen vier Wänden. Mich fasziniert der Gedanke, dass es da Parallelen geben kann, zwischen dem Modell und seiner Häuslichkeit. Hier werden sicher extrem interessante Spannungsfelder entstehen und es wäre der seltene Fall gegeben, dass Modell und Umgebung gleichwertig sind.
Alter, Geschlecht oder "Schönheit" der Modelle sind bei diesem Projekt übrigens eher zweitrangig, es kommt auf den Gesamtkontext an.































