Jeden Tag lächeln sie uns an. Von unzähligen Plakaten. Aus Zeitungen und Zeitschriften. Im Fernsehen. Beim Durchblättern von Hochglanzmagazinen oder beim Stöbern im Internet bekommen Frauen (und viele Männer) glänzende Augen: Die Top-Models strahlen uns an. Und - sind wir doch mal ehrlich - insgeheim bewundern wir die ganzen Promis, Models, Filmstars - wie sie einfach tadellos aussehen, perfekt glänzen, geradezu makellose Schönheiten sind.
"Himmel, wie machen die das bloß? So werde ich wohl nieeee aussehen…", schießt es einem durch den Kopf. Doch Halt! Auch Top-Stars werden natürlich aufwändig geschminkt und gestylt, bevor sie vor die Kamera treten. Und genau diesen Traum erfüllen Halloween bei ihren Shootings, bei denen ihre Models in einen Star verwandelt und fotografiert werden. Uns gewähren Oliver und seine Lebensgefährtin Stefanie einen Blick hinter die Kulissen... Dieser Blick steht unter dem Motto: "Vorher - Nachher"
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Die Künstler
Halloween oder auch Atelier4Foto sind der Fotograf und Lichtgestalter Oliver sowie dessen Lebensgefährtin, die Visagistin und Kamerafrau Stefanie. Diese Tätigkeiten verfolgen sie mit aller Leidenschaft und betreiben sie als ausgleichendes Hobby zum stressigen Job.
Im normalen Joballtag sind beide Kopfmenschen (er ist Jurist, sie hat nach einer kaufmännischen Lehre BWL studiert). Irgendwann brauchten beide - neben dem Laufen - ein gemeinsames Hobby als Ausgleich zum Job. Und so landeten sie bei der Fotografie. Nicht ganz überraschend, denn Oliver hat schon als Teenager in der Dunkelkammer des elterlichen Badezimmers beim Entwickeln der Bilder herumexperimentiert und Stefanie war früher ständig als rasende Reporterin mit Kamera und Stenoblock unterwegs. Also gruben sie das alte Hobby wieder aus. "Nun haben wir sieben Hobbies: Sex und Fotografieren…" geben beide schmunzelnd zu Protokoll
Ziel von Halloween ist, ganz normale Menschen aus ihrem Alltagstrott herauszureißen und sie für einen Tag in einen Star zu verwandeln. Sie versuchen, ihren Alltagsmodels zu zeigen, wie schön Sie wirklich sind und vor allem, welcher Star in Ihnen steckt, sprich, mit wem Sie eine verblüffende Ähnlichkeit haben.
"Jeder Mensch hat seine kleinen optischen Schwächen … und vor allem seine Schokoladenseiten – man muss sie nur entdecken und ins rechte Licht rücken." Dies ist das Credo der beiden Künstler, bei deren Arbeit die Kunst der Visagistik, des Haarstylings, der Outfit-Beratung und des Modelcoachings auf die Kunst der Fotografie trifft – mit durchaus verblüffenden Ergebnissen. Wobei viele der wesentlichsten Elemente schon weit vor der digitalen Nachbearbeitung erledigt werden.
Ein weiteres Bild von Vivien
Ein weiteres Bild von Vivien
Ein weiteres Bild von Vivien
Ein weiteres Bild von Vivien
Mittels aufwändigem Make-up, einem gut gewählten Styling, dem gefühlvollen Einsatz von Licht und der Wahl des richtigen Bildausschnittes verschwinden schon früh so genannte "Problemzonen".
Ein Making Of
Im folgenden Abschnitt wollen wir Stefanie von Halloween zu Wort kommen lassen, die ein Shooting aus ihrer Sicht schildert.
So ein Shooting ist immer wieder eine aufregende Sache für uns. Jedes Shooting ist einzigartig. Auch heute sind wir gespannt wie ein Flitzebogen. Welchen Typ können wir aus Sybille-Sophie – unserem heutigen Model - herausholen? Was erwartet uns heute wohl beim Shooting? Wie wird unser Model vor der Kamera wirken? Alles ist möglich…
Seit wir die unglaublichsten Überraschungen mit retuschierten Hochglanzfotos von Models erlebt haben, verlassen wir uns nicht mehr ausschließlich auf die Sedcard, sondern schauen uns die Menschen lieber selbst direkt an. Umgekehrt haben wir auch schon die positivsten Überraschungen erlebt: Unscheinbare "Mauerblümchen" blühten vor unserer Kamera richtig auf.
Einmal hatten wir eine 36-jährige zweifache Mutter, die zum ersten Mal ein Shooting mitmachte, vor unserer Kamera in ein Top-Model verwandelt. Sie sah aus, als sei sie gerade bei einer Modenschau von Vivien Westwood mitgelaufen. Ihre Bilderstrecke reichte vom wilden Disco-Outfit von "Cher" bis zur sinnlichen "American Beauty".
Sybille-Sophie kommt gutgelaunt herein – schwer bepackt mit einem Koffer voller Anziehsachen für unser Shooting. Ich betrachte Sybille-Sophie ganz genau. Sie hat eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Jodie Foster. Die gleiche kühle, elegante Erotik und Ausstrahlungskraft. Sie weiß nur noch nichts von ihrer Wandlungsfähigkeit. Aber das wird sich gleich ändern. Wir klären ab, welche Vorstellung sie von den Fotos hat, wie sie sich sieht – und wie wir Sybille-Sophie sehen.
Maske
Während ich das Make-up und die Haare style, wird Sybille-Sophie Schritt für Schritt in einen Star bzw. ein Top-Model verwandelt. "Du wirst gleich aussehen wie Jodie Foster" verspreche ich ihr. Sie schaut mich ungläubig an. Schüttelt den Kopf. "Wo siehst Du denn Jodie Foster?!?" fragt sie mich verblüfft. Derweil drehe ich die Haare auf, tupfe das Make-up sanft auf die Haut, massiere ein, schwinge den Pinsel, um die Augen zu betonen. Sie werden gleich riesengroß werden…
Heller Kajal auf den inneren Augenrand aufgebracht, zaubert frische Augen. Der dunkle Kajal wird außen aufgebracht und sanft zu den Seiten mit einem Stäbchen verwischt (man kann auch Wattestäbchen nehmen). Flüssiger Lidstrich sorgt für den geheimnisvollen Augenaufschlag. Tuschen, tuschen, tuschen für dichtere Wimpern. Die dunkelste Lidschattenfarbe kommt auf den Arcada-Bogen, um große Augen zu zaubern. Das bewegliche Lid wird eine Nuance heller geschminkt und nach oben hin zu den Brauen aufgehellt. Direkt unter die Brauen kommt ein heller Lidschatten. Durch die Reflektion werden die Augenbrauen noch schwungvoller. Auf geschwungene Brauen lege ich großen Wert: Nichts fasziniert so sehr wie schöne, geheimnisvolle Augen.
Um hohe Wangenknochen zu modellieren, arbeite ich mit zwei Farben Rouge: die dunkle Farbe kommt auf den Wangenknochen, die beiden helleren Töne jeweils darunter und darüber. Dabei tupfe ich vorher vorsichtig das Rouge auf meinem Handrücken ab und setze den großen Pinsel von hinten nach vorne und wieder in Z-Form zurück. Diese "Apfelbäckchen-Form" ist in den USA sehr populär…
Nun noch den Lipliner auftragen für den perfekten Lippenstift. Dabei trage ich vorher mit einem kleinen Bürstchen kleine Hautschüppchen ab, damit der Lippenstift perfekt sitzt. Der Lipliner verhindert, dass der Lippenstift ausläuft. Der Lippenstift wird zunächst dunkel gehalten und in einer darauf liegenden Schicht heller aufgebracht, damit er länger hält. Zum Schluss kommt Lipgloss für glänzende Lippen darauf, die optisch größer wirken sollen. Bei großen Lippen schminke ich umgekehrt: dunkle Farben lassen die Lippen kleiner wirken. Einen Trick gibt es: Je dunkler der Lippenstift, desto heller der Kontrast zu den eigenen Zähnen, d.h. sie wirken umso weißer, je dunkler die Lippenfarbe ist.
Kamera
Oliver baut inzwischen das Set auf, schneidet die Tapetenrollen für den Hintergrund zu und klebt diese auf, richtet die Blitze und Lichtformer ein sowie die Reflektoren oder Lichtwedler, um keine störenden Blendeffekte im Bild zu haben. Beim Tapetenmuster muss sauber auf Kante geklebt werden, damit sich das Muster fortsetzt. Als Lichtquelle dienen zwei Reflektoren - jeweils rechts und links des Models sowie ein Lichtformer für das Spitzlicht bzw. Kopflicht bei Portraitaufnahmen. Die Requisiten werden am Set aufgebaut. Oliver arbeitet viel mit Licht- und Schatteneffekten, um jedem Foto etwas Individuelles / Geheimnisvolles zu geben. Edles Leder in schwarz unterstreicht die sinnliche Erotik. Ein letzter Lichttest – jetzt geht´s los.
Und Action!
15 Uhr: die Frisur sitzt – das Set steht. Sybille-Sophie ist sprachlos: Sie sieht wirklich aus wie Jodie Foster. Wir können loslegen. Sybille-Sophie´s Schokoladenseite ist schnell erkannt: Sie hat ein sehr schönes Dekolleté. Zum Verstecken viel zu schade. Wir entscheiden uns für ein Lederoutfit auf der schwarzen Couch, vor einem edlen bronze-farbenen Hintergrund. Sybille-Sophie ist wirklich klasse und lässt sich am Set widerspruchslos coachen. Sie folgt professionell den Anweisungen Olivers und hat spürbar sehr viel Vertrauen zu uns, was man am entspannten Gesichtsausdruck erkennt.
Es muss ein absolutes Vertrauensverhältnis zwischen Fotograf, Model und Videofilmerin geben. Wenn das Model nicht dem Fotografen vertraut, werden die Bilder nichts. Dann würden die Augen und der Gesichtsausdruck verraten, dass sich das Model beim Shooting nicht wohl gefühlt hat. Und somit wären sowohl die Bilder als auch der Videodreh unbrauchbar.
Videodreh? Ja, genau, denn ich halte diese Szenen allesamt auf einem Video fest. Mein Erfolgsgeheimnis: Ich packe meine Kamera erst während des Shootings aus, damit das Model sich mit dem Fotografen akklimatisieren kann und sich auf dessen Foto-Anweisungen einstellt. Sonst würde sie eventuell irritiert sein, weil sie nicht weiß, in wessen Kamera sie schauen soll. So wird daraus eine Dokumentation, die den Ablauf eines sinnlichen Shootings festhält.
Nach sieben Stunden Shooting am Set sind rund 400 wunderschöne Bilder entstanden. Unser Model ist begeistert von den ersten Aufnahmen, die wir ihr am PC präsentieren.
Nachbearbeitung
Nun beginnt der Hauptteil der Bildbearbeitung: Mit Photoshop werden die schönsten Bilder von Oliver bearbeitet und zu stimmigen Beispielen ästhetischer Aktfotografie verarbeitet.
Derweil spiele ich den Videofilm ein, schneide und vertone ihn und füge die schönsten Fotos dieses Shootings ein.
Den fertigen Film des "Making-of-Shootings" erhält unser Model letztendlich als Dankeschön.
Ein abschließendes Beispiel für ein Shooting mit Halloween
Burlesque ist eine Kunstform, die ihren Ursprung im amerikanischen Unterhaltungstheater des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts hat. Diese lieferte die Bildidee für die Arbeit mit diesem Model.
Das Ergebnis beweist, dass Erotik KEINE Frage des Alters ist, blickt das hier dargestellte Model doch auf bereits 47 Jahre Lebenserfahrung zurück! Dabei gilt es zu beachten, dass dieses Bild "Out of the Box" ist, also keinerlei Retusche über sich ergehen lassen musste. Das Ergebnis spricht für sich selbst.
















