17.09.2009

Corwin

oder das Einfrieren von Momenten ...

Der JOYclub Fotograf vonKuhwede setzte sich in einem Fotowettbewerb in der Kategorie "Ästhetischer Akt" gegen starke Konkurrenz aus ganz Deutschland durch und wurde somit zum besten deutschen Aktfotografen 2009 gewählt.

Corwin gewinnt Fotowettbewerb

Das gefallene Kind
Das gefallene Kind

Im März 2009 startete zum zweiten Mal ein von Fotografiezubehör- hersteller "Sigma" und der Zeitschrift "Audio Video Foto Bild" ausgerichteter Fotowettbewerb. Ziel war die Kürung von Deutschlands besten Fotografen 2009 in sechs verschiedenen Kategorien wie "Natur", "Menschen", "Technik & Architektur" und "Ästhetischer Akt".

20 000 Fotos wurden im Laufe des Wettbewerbs hochgeladen und von den Besuchern der Contestseite bewertet. Aus den 100 bestbewerteten Fotos bestimmte eine Fachjury im nächsten Schritt die jeweiligen Gewinner der Kategorie. Warum euch das interessieren sollte?

Nun, einige der eingereichten Bilder stammten von unserem Fotografen vonKuhwede, der als Aktivkraft im Erotische Fotografie Forum immer wieder für begeisterte Kommentare sorgt. Und Fortuna war Corwin hold und er wurde mit nebenstehendem Bild "Das gefallene Kind" zum Sieger der Kategorie "Ästhetischer Akt" ernannt.

Die Gewinner erhielten nicht nur Pokal und Titel: Die Preisverleihung fand in der Motorsport-Hochburg Monza im Rahmen des Großen Preis von Italien statt. Die Gewinner verfolgten den Porsche-Cup und die Formel 1 auf exklusiven Plätzen und warfen einen Blick hinter die Kulissen der Motorsport-Szene.

  • Der Pokal ...
    Der Pokal ...
  • ... und sein glücklicher Gewinner. (Foto: Collandi)
    ... und sein glücklicher Gewinner. (Foto: Collandi)

Wir gratulieren an dieser Stelle ganz herzlich und laden euch ein, noch einmal im folgenden Portrait von Corwin herumzuflanieren und seine Bilder auf euch wirken zu lassen ...

Das Portrait

Corwin ist als Quereinsteiger zur professionellen Fotografie gekommen und musste sich das dazu nötige Wissen autodidaktisch beibringen. Was ihn dabei am Meisten reizte, war die scheinbare Möglichkeit, die Zeit einzufrieren und Momente festzuhalten. So half ihm die Fotografie dabei, die Welt aus einer anderen Sicht zu sehen und vor allem den kleinen Dingen große Bedeutung beizumessen.

Corwin

Zur Person

Corwin

Corwin kam 1979 in Leipzig zur Welt. Aufgewachsen in Leipzig Kleinzschocher ging er hier in Kindergarten und Schule und beendete seine schulische Laufbahn nach einigen Irrungen und Wirrungen mit einem Realschulabschluss. Eine Fotografenkarriere allerdings lag zu dieser Zeit noch extrem weit entfernt.

So betätigte er sich in der Folge ganze zehn Jahre in der Sicherheitsbranche, davon fünf Jahre mit eigener Firma. Danach jobbte er mal hier und mal da, hielt es aber nirgends lange aus, weil er in keinem der Jobs die wirkliche Erfüllung fand. Zudem wollte Corwin nicht einsehen, dass er anderen Leuten die Taschen voll arbeitete und dabei seine Tage verschenkte. Also beschloss er irgendwann sein Hobby zum Beruf zu machen und ist nun seit Oktober 2007 als freiberuflicher Fotograf, Designer und Journalist tätig. Diese Umstellung in seinem Leben brachte ihm die Erfüllung, nach der er 28 Jahre gesucht hatte. "Manchmal liegt das Gesuchte so nah, dass wir es nicht sehen."

Sein Werdegang

Corwin

Schon als Kind mochte Corwin die musischen Künste, wurde in jenen allerdings nicht unterstützt bzw. gefördert, weshalb sein Interesse am Malen, Singen und Dichten schnell in Vergessenheit geriet. Ein privates Tief verschaffte ihm viel Zeit, über sich und die Welt nachzudenken. Er beschäftigte sich mit spirituellen Lehren, Religionen und auch mit der Kunst, wobei er auch sein einst verschüttetes Interesse an der Malerei wieder entdeckte.

Corwin

Gleichzeitig entdeckte er sein Interesse für die Fotografie und betätigte sich anfangs gar nur mit einer Handykamera. Nach jahrelangem, unüberlegtem Rumknipsen benötigte er irgendwann aus beruflichen Gründen Fotos für eine erotische Webseite. Corwin lieh sich eine Kamera von einer Fotografin, schnappte sich seine Freundin und zog mit ihr los, um in einer alten Fabrikhalle ganze zwei Filme zu belichten. Nach Tagen der Spannung und des Wartens holten die Beiden die Bilder ab und waren vom ersten Shooting so sehr begeistert, dass ab da an feststand, dass eine eigene Kamera ran musste. Ein Jahr lang probierte und testete er, bis endlich im zweiten Jahr die ersten fremden Menschen vor der Tür standen, die gern Bilder von sich wollten. Seither ist die Kamera fast schon ein Teil von dem Fotografen geworden.

Seine Schwerpunkte

"Ich fotografiere vorwiegend Menschen, am liebsten nackt. Nur eine nackte Frau ist für mich eine Frau und nur ein nackter Mann ein Mann. Kleider trüben mir zu sehr das Bild und führen schnell zu Vorurteilen, sie machen eben Leute."

Corwin

Dennoch setzt Corwin Kleidung auch genau deswegen gezielt ein, um seinen Models die Möglichkeit zu geben, in verschiedene Rollen zu schlüpfen.

Der Fotograf legt keinen großen Wert auf technische Perfektionen. Die Technik ist für ihn im Grunde das Unwichtigste, da sie nur Mittel zum Zweck ist. In seinen Bildern möchte er nur das machen, wonach IHM ist, was ihm bisher in allen anderen Berufen nie möglich war. Seine Bilder sollen einfach nur unterhaltsam sein, sollen seine Sicht der Welt zeigen, sollen ihm selbst etwas über sich lehren und dürfen und sollen provozieren. "Wenn sie dann noch anderen Menschen gefallen ist das eine besondere Belohnung für mich."

Sein Stil

Corwin

Für meinen Stil, wenn es diesen geben sollte, gibt es keinen Namen, weil es eben mein eigener ist.
Corwin versucht bei seiner Arbeit niemanden zu imitieren, hat keine Vorbilder und ist auch nicht bestrebt, neue Trends zu setzen. Er möchte mit seiner Arbeit einfach nur zum Nachdenken anregen, möchte die Fotografie unserer Zeit in Frage stellen, ohne neue Maßstäbe setzen zu wollen.

Sein Ziel ist die Präsentation SEINER Art von Schönheit, die fern von Hochglanz und Beauty liegt. Seiner Meinung nach vermittelt nämlich die Fotografie der Moderne, die man im Großteil der Medien sieht, ein falsches Bild von uns Menschen. Immerhin zeige sie Frauen und Männer, die alle einem gewissen Ideal entsprechen. Diesem Umstand möchte Corwin entgegensteuern und zeigt darum meist nur die Menschen, die ihm gefallen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, was die breite Masse denken könnte.

  • Corwin
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Veröffentlichungen

Corwins Bilder wurden in verschiedenen Zeitschriften abgedruckt und schmücken die Cover von einigen Büchern, die mit ihm befreundete Autoren veröffentlichten. Außerdem schreibt er redaktionell für das Leipziger Stadtmagazin "Blitz!". Er erhielt zudem die Möglichkeit in einer Sparkassenfiliale einige seiner Werke auszustellen und soll im Februar eine Vernissage zur Eröffnung einer großen Allianz Filiale ausrichten. Nebenbei schreibt der vielseitige Fotograf an seinem ersten textlichen Buch, was noch dieses Jahr über einen Verlag erscheinen wird.

Von Corwin erschien 2006 ein Bildband, namens Leipzig verfällt, in dem er Leipzig in einem anderen Licht darstellt, als es Touristen üblicher Weise kennen lernen werden. Die Idee hierfür kam ihm nach einer von ihm durchgeführten gleichnamigen Ausstellung. Seine Beweggründe für das Projekt umschreibt er wie folgt:

Ein Gebäude ist kein natürliches Phänomen, es ist dem Verstand und der Hand des Menschen entsprungen. Die Natur schickt ihre Geister (Wind, Regen, Feuer, Sonne) und alle nagen sie an dem Mauerwerk, am Holz, am Dach, alle tragen sie ein Stück dazu bei, zum Verfall. Mich fasziniert der Verfall sehr, mehr als der Neubau eines Hauses, darum habe mich in vielen dieser Gebäude rumgetrieben, um diese Bilderserie zusammenzustellen und so der Welt meine Sicht von Leipzig zu zeigen.

Hier einmal einige Beispiele für den Aufbau des sehr faszinierenden Bildbandes, in dem Corwin zu jedem seiner Bilder sehr treffende Kommentare anfügt. Als kleines Schmankerl präsentieren wir den JOYclubLesern die Originalbilder mit sehr seltenen, aber eindrücklichen Farbtupfern. Im Bildband selber arbeitete der Fotograf mit sehr fatalistisch anmutenden, harten Kontrasten im Schwarz/Weiß Look.

Corwin
An der Ecke
Das Foto wurde aufgenommen in der Frommanstraße / Göschenstraße. Es ist wirklich keine Seltenheit, dass zwei oder mehr Häuser der gleichen Art im krassen Gegensatz zueinander stehen. Ein Haus wurde saniert, das Nachbarhaus verfällt. Auf dem Foto kann man diesen Kontrast wirklich sehr schön sehen. Auf der rechten Seite das Haus, an dem der Zahn der Zeit nagt. Man kann regelrecht die Geschichten, die es schrieb, lesen und wenn man einen Fuß hinein setzt, auch den alten modrigen Geruch des Gemäuers wahrnehmen. Gleich daneben erstrahlt ein ähnliches Gebäude im Glanz des Sanierungswahnes. Angestrichen mit einem Weiß soll es die Reinheit und Unschuld symbolisieren, die es jedoch längst nicht mehr in sich trägt.
Aufschwung Ost
Als ich noch öfters in Connewitz unterwegs war und mit dem Hund Gassi ging, kam ich oft an diesem kleinen Laden in der Bornaischen Straße vorbei. Mit seinem strahlenden Weiß sticht er regelrecht aus der grauen Hausfassade hervor. Doch würde nicht ausdrücklich auf dem Schild stehen, dass es sich um einen Büroservice handelt, könnte man bei der Schaufenstergestaltung eher an ein kleines Bestattungsinstitut denken. Ich habe in diesem Laden nie Licht gesehen, auch sah ich nie jemanden den Laden betreten oder verlassen. Manchmal fragte ich mich, ob die ganze Besatzung nicht schon seit Jahren verstorben ist, es aber noch niemand bemerkt hat. Aber da die drei Pflanzen im Schaufenster noch grünten und nicht verdorrten, gab es keinen Anlass für mich, die Polizei zu verständigen.
Corwin
Corwin
Frieden
Dieses Foto gehört zu meinen persönlichen Favoriten dieser Serie. An der Ludwig-Hupfeld-Straße / Georg-Schwarz-Straße findet man dieses wundervolle Prachtexemplar. Am faszinierendsten hier ist der wirklich eindrucksvolle Dachboden mit einer übergroßen Terrasse, die dazu einlädt, einmal die Blicke über die Dächer von Leipzig schweifen zu lassen.

Details zum Buch: Leipzig verfällt

Taschenbuch - Bildband
erschienen im September 2007
Verlag: Edition PaperONE, Leipzig
104 Seiten
ISBN-10: 3939398594
ISBN-13: 978-3939398592
Preis: 14.95 EUR

Bestellmöglichkeit:
"Leipzig verfällt" bei PaperONE ordern

Ausblick

Corwin

Corwin versucht permanent bekannte Themen auf seine Art und Weise zu interpretieren und umzusetzen. Dies kann geschichtliche, religiöse oder wissenschaftliche Hintergründe haben. Beispielsweise würde er gerne geschichtliche Personen oder die Märchen der Gebrüder Grimm neu interpretieren und verbildlichen. Des Weiteren stehen große Veränderungen für den Fotografen bevor, eröffnete er doch im März sein eigenes Atelier.

  • Corwin
  • Corwin
  • Corwin
  • Corwin

Weitere Themen

Frauke und Florian Schiller
Die beiden Fotografen lassen sich am liebsten von ihren Models und deren Charakter inspirieren.

Stephan Sackmann
Der Fotograf liebt das bildhafte Er- zählen von Geschichten. Das sieht man seinen Lieblingsmotiven an.

Felix Leonhard Steck
liebt erotische Spannungsverhältnisse ebenso wie kräftige Farben, die den Blick des Betrachters lenken.

Kommentare

Kompliment

Geniale Bilder, wunderschönes Licht im richtigen Moment eingefangen....

Wir gratulieren zu dem tollen Preis, wirklich verdient...

tom_eve

Wozu spielt das eine Rolle?
Die Kamera ist bei der Fotografie immer der unwichtigste Teil.
Ich hätte das gleiche Bild auch mit einer 400D machen können.

Corwin

das möchte ich auch sagen .. das die kamera in diesen fall 2rangig ist .

es kommt auf die idee,das auge und dem augenblick des bildes drauf an

Das gefallene Kind
wurde mit vermutlich einer Canon EOS 5D Mark II gemacht, wenn ich das richtig sehe...

Wozu spielt das eine Rolle?
Die Kamera ist bei der Fotografie immer der unwichtigste Teil.
Ich hätte das gleiche Bild auch mit einer 400D machen können.

Corwin
Das gefallene Kind

wurde vermutlich mit einer Canon EOS 5D Mark II gemacht, wenn ich das richtig sehe... und es hebt sich von den ganzen sonstigen Belanglosigkeiten hier beachtlich ab. Respekt. *umpf*
meine besten

Glückwünsche, Corwin!

vg

greg
Herzlichen...

Glückwunsch zum Siegerbild!!
War auch in der Endausscheidung und muss sagen du hast es verdient:-)
greez
Sabine

ich kenne auch von früheren bildern den ausdruck corwinistisch und vielleicht hat spielluder ja recht und irgendwann finden wir dich und deine fotografische sichtweise unter diesem begriff bei wikipedia wieder!

Unter dem Begriff wird es wirklich schwer, aber unter meinem Namen schon eher.


Corwin
von mir...

... auch herzlichen glückwunsch. du hast es verdient! *ja*

*bravo*

ich kenne auch von früheren bildern den ausdruck corwinistisch und vielleicht hat spielluder ja recht und irgendwann finden wir dich und deine fotografische sichtweise unter diesem begriff bei wikipedia wieder! *floet*

ich schnüffel immer wieder gerne auf deinem profil und schau mir die bilder an und freu mich über neue werke von dir!

weiter so!

*kuh*

Hallo Biene und Alex.

Wie ich das mit Preisen und Angeboten handhabe, seht ihr auf meiner Webseite (siehe Profil).
Preisangebote gebe ich nicht ab. Ich lasse mir Preisangebote machen und "stricke" dann auf den jeweiligen Preis ein Shooting zu.

Corwin
...Hut ab...

...und Respeckt für Deinen Blick und Dein Gefühl, im richtigen Moment Mensch und Objekt aufs Bild zu bekommen...gerne würden wir uns in die sicherlich lange Liste Deiner "Kunden" einreihen...wir bitten um ein Angebot!!! l.G. Biene und Alex

  • Neu hier? Kein Problem!
Der Künstler
Corwin
Corwin ist hier im JOYclub als Fotograf vertreten.