Das Junimotiv unseres JOYclub-Kalenders für das Jahr 2009 stammte von dem JOYclub Fotografen Andreas Wiegand, der als AWi unsere Community bereichert.
Wir haben den Fotografen mit dem ungewöhnlichen Motto: "Fotografieren können andere besser; ich knips nur Bilder, weil ich zu faul zum Malen bin..." bereits im Rahmen des bei uns vorgestellten Ferner Orient ganz nah Shootings ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.
Mit diesem Artikel wollen wir euch den Fotografen, der sich all sein Können autodidaktisch aneignete und sich selbst als Kunstlüstling bezeichnet, noch eingehender vorstellen. Natürlich im Verbund mit einer kleinen Werkschau, die repräsentiert, was er am Besten kann.
Zur Person
Sein Weg
In seiner Freizeit besuchte er verschiedene Malzirkel und schloss eine Ausbildung in den bildenden Künsten an, um gleich danach einen eigenen Malzirkel zu leiten.
Zur Fotografie kam er dann aus "Zeitgründen", denn er begriff die Fotografie als schnellste "Skizze" und er hofft inständig, diese "Skizzen" auch irgendwann einmal in eigenhändig gefertigte Gemälde oder Skulpturen umsetzen zu können.
Bis dahin nimmt die Fotografie die primäre Stelle in seiner Freizeitgestaltung ein, was vor allem durch die Einführung der Digitalfotografie noch forciert wurde.
Sein Wissen über die Bildbearbeitung hat er sich in einschlägigen Foren, durch Fachbücher und Freunde erworben.
Seine Schwerpunkte
Sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Menschen, respektive seiner "besseren" Hälfte. So verleiten ihn vor allem eben Frauen und die Darstellung des weiblichen Körpers zu immer anderen Auslegungen eigentlich altbekannter Themen. Für ihn ist die Kunstwelt voll von Anregungen. Was in ihm aber auch den Wunsch erweckt, einmal etwas zu fertigen oder herzustellen, was so noch nicht gesehen wurde.
Dabei kommt die Erotik in seinen Arbeiten niemals zu kurz, was seiner Vorliebe zu derselben geschuldet ist. Momentan verfolgt er verschiedene Projekte, die durchaus den einen oder anderen Bildband füllen könnten. Sein Projekt Hexen sei stellvertretend genannt. Des Weiteren laufen momentan die Vorbereitungen für ein Shooting auf und im Wasser und für eines zum Thema: "deftige Frauenportraits".
Sein Stil
AWi sieht sich selbst durch den Stil der gemalten Werke der alten Meister und diverser moderner Künstler geprägt, weshalb er versucht, in seinem Schaffen das Malerische mit der Fotografie zu verbinden. Zu zeigen, dass die "alten Meister" gar nicht so altbacken sind, ist dabei sein größtes Anliegen.
Seine Arbeitsweise
Dass dieser Eigenanspruch auch seine Art zu arbeiten beeinflusst, ist klar und wird von Andreas Wiegand selbst einmal anhand eines Bildes aus seinem Oeuvre beispielhaft und sehr verknappt dargestellt.
Als Ausgangspunkt dient mir ein gutes Basisbild, welches günstigerweise im RAW-Format vorliegt, um das Letzte aus dem Farbumfang herauskitzeln zu können. Dann wird das Basisbild in Lightroom "entwickelt" und in Photoshop folgen diverse Korrekturen, wie die Glättung der Haut, die Beseitigung von Irritationen, die Entfernung störender Bildelemente oder das partielle Schärfen bestimmter Bildbereich, um dem Bild Tiefe zu verleihen.
Im nächsten Schritt wird das Foto mit einer Textur überlagert, die meinen Ansprüchen genügt und eben das malerische Element in meinen Bildern betonen soll. Diese Textur wird mittels bildbearbeitungsprogramminterner Verrechnungsmodi an meine Bedürfnisse angepasst, danach stelle ich die optimale Deckkraft der Ebene ein, lasse die Ebenen vom Programm verschmelzen, fertig ….
Die Schritte kann ich hier nur allgemein halten, da sie sich von Bild zu Bild unterscheiden. Jedes digitale Bild sollte meiner Meinung nach vor einer Veröffentlichung mehr oder weniger bearbeitet werden, um die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen. Am wichtigsten dabei ist mir, dass vor der Aufnahme das Bild und deren Komposition schon im Kopf da sein müssen.
Das wiederum ist der Ausgangspunkt, um Vorarbeiten wie die Wahl des Models, der Location, der Accessoires und der Fototechnik durchzuführen. Bei der Aufnahme achte ich sehr auf die Komposition, um mich möglichst dem goldenen Schnitt zu nähern, was beständige Korrekturen am Posing oder bei den Requisiten notwendig macht. Wenn soweit alles passt, dann kann ausgelöst werden.
Meine Themenshootings - wie das Ferner Orient ganz nah Shooting - können sich durchaus über drei Stunden hinziehen und verlangen vollen Einsatz des Models. Wichtig dabei ist dann vor allem die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und zwischendurch bekommt das Model immer wieder die Aufnahmen zu sehen, einfach um zu wissen, dass sich sein Einsatz lohnt.
Nicht zu vergessen ist die Arbeit der Visagistin, ohne die die Bildbearbeitung unnötig umfangreicher wäre. Auch die Punkte der Vertragsabwicklung und der Einholung einer Einverständniserklärung der Besitzer von Locations, in diesen arbeiten zu dürfen, sollten niemals vergessen werden.
Was ich sagen möchte, ist, dass es nicht reicht, eine Spiegelreflexkamera und ein williges Model zu haben, um einigermaßen gute Bilder zu machen. Und wo wir bei dem Thema Kamera sind: Ich benutze eine Bridge-Camera mit hoher Auflösung, belächelt von den Profis, aber für meine Zwecke mehr als ausreichend.
Seine Veröffentlichungen
Im Selbstverlag hat Andreas Wiegand bisher zwei Fotobände zusammengestellt, die aber nicht thematisch geordnet sind, sondern eher einen Abriss seines bisherigen Schaffens darstellen. Neben kleineren lokalen Ausstellungen ist eine Ausstellung seiner Werke in Hamburg das klare Highlight seines bisherigen Schaffens.






























