Und noch einmal schauen wir zurück ins alte Jahr. Hier lieferte der Fotograf Wolfgang Schäfer gemeinsam mit dem männlichen Teil unserer Mitglieder One_Two_Sexy das Motiv für den Monat September unseres JOYclub-Kalenders für das Jahr 2011.
Für Wolfgang ist das Schönste an der Fotografie die Zusammenarbeit mit den Menschen. Das war so und wird immer so bleiben. Ebenjenen möchte er mit seinen Bildern tief in die Seele blicken. Die Aktfotografie betreibt er in erster Linie als Hobby. Seinen Lebensunterhalt verdient er in einer Weinkellerei am Bodensee. Dieser Haupterwerb mutierte allerdings unverhofft zur Initialzündung für Wolfgangs Fotografiebegeisterung. Wie, das erfahrt ihr in unserer kleinen Werkschau über den Fotografen, der auch unter dem Künstlernamen "Hayate" bekannt ist.
- Inhaltsverzeichnis
- Von der Weinkellerei zur Aktfotografie
- Der Fotograf inszeniert für seine Aktfotos bevorzugt Männer
- "Learning by doing" ersetzt die hohe Aktfoto-Schule
- Die Studiofotografie macht den größten Teil der Arbeit aus
- Bei Shootings müssen sich Fotograf und Model wohl fühlen
- Der gemütliche Sturmwind
- Die Veröffentlichungen des Aktfotografen
- Kommentare
Von der Weinkellerei zur Aktfotografie
Wolfgang wurde am 16. März 1973 in Friedrichshafen geboren und lebte bis zum Ende seiner Lehrzeit am Bodensee. Anschließend zog es ihn beruflich für einige Jahre nach Stuttgart und Karlsruhe, um 2000 wieder in der alten Heimat am Bodensee zu wohnen und zu arbeiten. Hauptberuflich ist er für den Vertrieb und den Verkauf einer Weinkellerei am Bodensee verantwortlich.
Durch die Weinkellerei kam er dann auch zur Fotografie. Er benötigte brauchbare Bilder eines Models als Bacchus (dem römischen Weingott) aus dem Gewölbekeller der Kellerei. Da ihm die Musterbilder, die ein Fotograf gemacht hatte, nicht gefielen, beschloss er kurzerhand, es selber zu probieren.
"Das war eine lustige Sache. Das Model war Jurastudent und WG-Genosse einer Aushilfe im Betrieb. Die Kamera wurde gegen Wein bei einer großen Elektronikkette über das Wochenende ausgeliehen. Zu Beginn des Shootings brauchte ich erst mal zwei Schnäpse gegen die Aufregung ... aber dann konnte es losgehen. Heute, nach neun Jahren Erfahrung als Fotograf, muss ich fast selber den Kopf schütteln, wenn ich an das Shooting denke. Alles recht improvisiert in einem kalten Weinkeller, ohne Ahnung von Posen, mit viel zu viel Alkohol (der liegt da halt überall rum *schmunzelt*), was aber immerhin dazu führte, dass ich und das Model so gut drauf waren, dass die Bilder am Ende deutlich freizügiger wurden, als am Anfang geplant."
Aber dieses Shooting wurde für Wolfgang zur Initialzündung. Er hatte bemerkt, wie viel Spaß es ihm macht, einen Menschen zu betrachten und sich zu überlegen, wie er ihn sinnlich und erotisch in Szene setzen kann. Wolfgang beschloss, das Ganze möglichst bald zu wiederholen.
Der Fotograf inszeniert für seine Aktfotos bevorzugt Männer
Es hat sich dann recht schnell herausgestellt, dass Wolfgang schwerpunktmäßig eher mit Männern arbeiten wollte. Der Grund war sehr einfach: Der Fotograf hatte einfach bemerkt, dass er als Fotograf, der mit Frauen arbeitet, überall immer einer von hunderten, wenn nicht tausenden gewesen wäre. Fotografen allerdings, die in der Lage sind, Männer gut zu fotografieren, gibt es wesentlich weniger. Das erwies sich als interessante Nische für Wolfgang, der folgerichtig in den ersten Jahren ausschließlich Männer fotografierte.
Seit einiger Zeit führt er jedoch auch gelegentlich Paarshootings durch, wenn seine männlichen Models z.B. ihre Freundin mitbringen und diese dafür offen ist. Ein Soloshooting mit einer Frau würde er heute eher nicht mehr annehmen, da dabei seiner Meinung nach sowohl das Licht als auch die Posen ganz anders sein müssen. Dieses Feld überlässt er lieber Fotografen, die "da ein besseres Auge für haben".
Hayate sieht sich selbst auch nicht als Fashion-Fotograf. Er fotografiert seine Models zwar gerne auch mal in Fashion, von der Jeans bis zum Anzug, aber sein Schwerpunkt sind Bilder im Bereich Unterwäsche und Akt, bei denen man die Formen eines maskulinen Körpers mit dem Licht ausarbeiten kann.
"Learning by doing" ersetzt die hohe Aktfoto-Schule
"Ich würde nicht behaupten, einen festen Stil zu haben. Wenn ich mir meine Bilder von vor fünf Jahren anschaue, sind die sehr anders als die aus der heutigen Zeit. Ich habe auch kein festes Vorbild. Zwar schaue ich gerne mal in Fotobüchern oder im Internet, was andere Fotografen tun und nehme auch gerne mal Ideen und Anregungen auf, aber ich will auch mein eigenes Ding machen und meiner eigenen Fantasie freien Lauf lassen.
Ich denke dazu passt auch, dass ich noch nie einen Kurs oder Workshop zur Fotografie besucht habe. Bei mir ist alles "Learning by doing". Einzig einen Tageskurs zum Thema Bildbearbeitung habe ich mir in neun Jahren mal gegönnt."
Die Studiofotografie macht den größten Teil der Arbeit aus
In den wärmeren Monaten arbeitet der Fotograf zwar gerne auch mal draußen, aber der Schwerpunkt von Wolfgangs Fotografie findet im Studio statt. Er verfügt über ein sehr professionelles Studio, das er sich mit einem Berufsfotografen teilt. Das Studio bietet ihm neben der Wetterunabhängigkeit auch Platz, Ruhe und eine gewisse lockere Atmosphäre, die für seine Shootings wichtig ist.
Bei der Ausrüstung hat er wie jeder Fotograf klein angefangen. Mit der Zeit, als er sich sicher war, das die Fotografie das große Thema für ihn werden würde, begann auch er zu investieren. Heute führt er zu den Shootings immer eine Fototasche mit sich, für deren Inhalt "man als Gegenwert schon fast einen Kleinwagen bekommen würde".
Bei Shootings müssen sich Fotograf und Model wohl fühlen
"Bei den Models bin ich grundsätzlich erst einmal offen. Natürlich eignen sich für meine Art der Fotografie eher Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren, die vielleicht nicht ganz unsportlich sind. Das heißt nicht, dass man Bodybuilder sein muss, jedoch kann auch ich niemanden mit 10 kg Übergewicht wie Brad Pitt aussehen lassen."
Wer mit Wolfgang shooten möchte, kann sich per Mail und Telefon mit ihm in Kontakt setzen. Da viele seiner Models inzwischen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen, ist es ihm immer wichtig, das Shooting möglichst detailliert vorher am Telefon zu besprechen, so das jeder weiß, was er zu erwarten hat. Bei Leuten mit sehr langen Anreisewegen organisiert der Fotograf auch gerne ein Zimmer zum Übernachten.
Grundsätzlich erhalten seine Models ALLE Bilder, die bei einem Shooting entstanden sind, auf einer DVD. Diese kann man sich dann daheim in Ruhe anschauen, sich seine Favoriten aussuchen und diese Wolfgang mitteilen. Der bearbeitet in der Regel zehn Bilder intensiver nach.
Wolfgang gestaltet seine Shootings immer möglichst locker und freundschaftlich und bringt immer noch, wie ganz am Anfang, gerne eine Flasche Wein zum Shooting mit. Nur getrunken wird nicht mehr so viel wie vor neun Jahren. Das Ziel sind zwar professionelle Bilder, über die sich Model und Fotograf freuen können, aber Wolfgang sieht bei seinen Shootings einen großen Vorteil gegenüber Berufsfotografen: Da diese davon leben müssen, haben sie immer nur ein bestimmtes Zeitfenster, um ihre Bilder zu machen und zu bearbeiten. Er aber kann die Sache viel lockerer angehen, da er nicht unter Zeitdruck steht. Ein Umstand, der es seinen Models ermöglicht, sich bei ihm wohl zu fühlen.
Der gemütliche Sturmwind
Apropos wohl fühlen: "Als Typ würde ich mich selbst zum einen als humorvoll, aber vor allem auch als 'gemütlich' bezeichnen. Ich hasse Stress. Mein Künstlername 'Hayate' bedeutet auf japanisch zwar 'Sturmwind' bzw. 'Frischer Wind' ... aber den hat mir vor Jahren mal ein guter Freund verpasst, der meinte, ich würde frischen Wind in die Werbung der Kellerei bringen. Er war Asien-Fan und ist das bis heute. 'Hayate' hat mir dann gefallen und ich bin dabei geblieben, obwohl schon meine körperlichen Ausmaße eher an einen Bären, denn an einen stürmischen Wind erinnern."
Die Veröffentlichungen des Aktfotografen
Seine erste Veröffentlichung hatte Wolfgang im Jahre 2006 in einem Hochglanzmagazin für Männer. Sein bester Freund hatte, ohne ihn zu fragen, Bilder von sich (die Wolfgang gemacht hatte) dorthin geschickt und das Magazin wollte diese dann drucken und über den Fotografen berichten. Wolfgang war im Anschluss überrascht, wie viel Feedback er aufgrund dieser Veröffentlichung erreichte: "Aber ein bisschen erschreckt hat es mich auch. Ich habe nun mal noch einen 'normalen' Job und so reduziert sich das Fotografieren auf das Wochenende oder Urlaubstage. Jetzt gab es aber an manchen Tagen plötzlich dutzende Mails von Leuten, die etwas über mich, über Models, über Shootings usw. wissen wollten. Das war für mich schwer, allen gerecht zu werden." Des Weiteren realisierte er in den letzen Jahren einige Kalender, unter anderem auch für Privatfirmen.
Ganz besonders freut es Wolfgang, wenn er mit seinen veröffentlichten Arbeiten etwas in den Betrachtern bewegen kann: "Die zwei schönsten Erlebnisse durch Veröffentlichungen waren für mich zum einen, dass mich ein Mann aus Australien angeschrieben hatte, der auch schon meine Homepage kannte und beruflich nach Zürich musste. Dabei wollte er es sich nicht nehmen lassen, einen Tag am Bodensee zu verbringen und mit mir zu shooten. So konnte ich Abends dann angeben, dass die Leute schon um die halbe Welt fliegen, um zu mir zu kommen :-)
Das andere Erlebnis dreht sich um einen älteren Herren aus Großbritannien. Er hatte eine Postkarte geschickt bekommen mit einem Aktbild darauf, das ich gemacht hatte. So fand er meine Homepage und fand einige Bilder so gut, dass er diese unbedingt in seinem Sommerhaus am Meer als großformatige Bilder aufhängen wollte. Er bat mich also ihm einige Bilder zu verkaufen, die er dann selber drucken ließ. Ein paar Wochen, nachdem ich ihm diese geschickt hatte, bekam ich dann noch einmal eine Mail. Anbei war ein Bild, das er gemacht hatte und das meine Fotos ordentlich gerahmt an einer Wand seines Ferienhäuschens zeigte. Ich fand es einfach sehr schön, dass sich jemand, der mich nicht kennt, so über Bilder freuen kann, in die ich vorher ja auch ein Stück Herzblut gesteckt habe."





























