Shootings können verschiedene Intentionen verfolgen: So wollen Models beispielsweise ihre Sedcard mit neuen Aktfotos erweitern, Fotografen mit Auftragsarbeiten Geld verdienen und Privatpersonen ihren Liebsten eine erotische Freude bereiten.
Bei dem Kalender-Shooting, das wir euch im Folgenden vorstellen möchten, stand hingegen der gute Zweck im Mittelpunkt. Das heißt aber keineswegs, dass an Ästhetik oder Professionalität gespart wurde. Ganz im Gegenteil: Der Fotograf Kristian Liebrand investierte 200 Stunden in Modelcasting, Planung, Shooting und Design.
Da der Startschuss zum dem Projekt erst Mitte November 2010 fiel, erfolgte die komplette Umsetzung, inklusive Vorab-Konzeptionierung und Vernissage, in nur sieben Wochen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Eindrucksvolle Aktfotos in dem eleganten Adiamo-Kalender 2011. Dieser erzielte eine Spendensumme von 1.000 Euro, die der Aktion "Lichtblicke" zu Gute kam.
Extravagant und edel: Die Location
Kristian legte Wert darauf, dass die Bilder möglichst abwechslungsreich sind und viele Geschmäcker treffen. Nicht nur Männer, auch Frauen sollten sich von den Bildern angesprochen fühlen. Deshalb wählte der Aktfotograf sechs sehr unterschiedliche Modeltypen beim Casting aus. Insgesamt haben sich etwa 150 Bewerberinnen aus ganz Deutschland online geworben. Diese mussten auch im Hinblick auf das edle Ambiente der Location passen.
Hierbei hat sich Kristian für den exklusiven Dance-Club "Adiamo" in Oberhausen entschieden. Der spezielle Charme der Räumlichkeiten bot die perfekte Kulisse für die Bildideen, die der Nordrhein-Westfale im Kopf hatte. Das Adiamo-Team konnte sich zudem schnell mit der Kalender-Idee identifizieren, so dass das Shooting umgehend in die Tat umgesetzt werden konnte.
Aufwändig und mit Liebe zum Detail: Das Shooting
Das Kalender-Shooting ist nicht nur in Bezug auf die Modelauswahl ein aufwändiges Projekt gewesen. Auch Styling, Requisiten und Beleuchtung erforderten viel Zeit und Einsatzbereitschaft.
Bei dem Styling hat sich der Fotograf etwas Besonderes einfallen lassen: Die speziell entworfenen Muster aus Tattoo-Linien und Glitzersteinen wurden von einem erfahrenen Team auf Gesicht und Körper der Models aufgetragen. Zudem kamen extra für das Shooting gekaufte Requisiten zum Einsatz, so unter anderem ein Weißlack-Cello, rote High Heels und eine E-Gitarre. Darüber hinaus konnte Kristian auf das vorhandene Equipment wie Cocktail-Gläser und Nebelmaschine zurückgreifen.
Aufgrund der sehr schlechten Lichtverhältnisse wurden bis zu sechs Blitzlichter eingesetzt, die untereinander per Funk synchronisiert und angesteuert werden konnten. Zudem machten es die wenigen Steckdosen erforderlich, rund 150 Meter Verlängerungskabel zu verlegen. Insgesamt dauerte das komplette Shooting sechs Tage, an denen alles immer wieder neu aufgebaut werden musste.
Inszeniert und ästhetisch: Die Bilder
Kristian beschreibt seinen Stil ganz simpel: "Ich habe keine Stilrichtung". Vielmehr versucht er immer wieder neue Bildkompositionen zu entwickeln. Dabei entstehen seine Fotos stets vorab im Kopf. Diese setzt er dann in der Kulisse, mit den Requisiten, der Beleuchtung, dem Styling und der entsprechenden Modelpose exakt um. Insofern sind die meisten Bilder des sportbegeisterten Grafikdesigners fast immer kein Zufallsprodukt, sondern bis in ins Detail inszeniert. Dem Aktfotograf ist es dabei wichtig, dass alle Bilder ästhetisch sind und die Frau respektvoll in ihrer individuellen Schönheit dargestellt wird.
Dies verdeutlicht auch Kristians Meinung, dass es nicht vordergründig auf die Technik ankommt, um gute Bilder zu schießen. Viel entscheidender seien die Kreativität in der Bildgestaltung, die richtige Perspektive, eine ästhetische Pose und vor allem der Umgang mit dem Model. "Wenn das Model sich nicht wohl fühlt, wird das perfekte Foto ein Wunsch bleiben", so der Foto-Spezialist.
Der fertige Kalender wurde Anfang des Jahres im Adiamo auf einer Vernissage mit etwa 400 Gästen und verschiedenen Live-Acts vorgestellt. Die Erlöse gingen an die Aktion "Lichtblicke", die sich unter anderem für misshandelte Kinder einsetzt.
Vielseitig und kreativ: Der Fotograf
Der engagierte Aktfotograf des Adiamo-Kalenders wurde 1973 geboren und absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann, woraufhin ein Studium zum Marketingbetriebswirt und Grafikdesigner folgte. 2005 machte er sich mit einer Werbeagentur und einem Fotostudio selbstständig. Seit 2008 ist er dabei ausschließlich auf die Aktfotografie spezialisiert. "Ich habe das große Glück meine Leidenschaft zu meinem Beruf machen zu können", freut sich Kristian.
Seine fotografische Bandbreite bietet sämtliche Möglichkeiten der erotisch-ästhetischen Fotokunst und erstreckt sich von Low-Key, High-Key, Outdoor, über Bodypainting bis hin zu On-Location-Shootings. Dabei mag Kristian besonders Shootings in und an außergewöhnlichen Orten, wie beispielsweise bizarren Bars und verfallenen Gebäuden. Auch extreme Stylings reizen den Foto-Liebhaber.
Sowohl 2010 als auch 2011 hat er in dem Wettbewerb "Deutschlands bester Fotograf" von der SIGMA-Fachjury für jeweils eins seiner Aktfotos eine Wildcard bekommen und wurde damit direkt ins Finale gewählt. Da sich insgesamt rund 4.000 Fotografen an dem Wettbewerb beteiligen, ist das für Kristian natürlich eine besondere Auszeichnung. Die Entscheidung für das Jahr 2011 fällt noch in diesem Sommer.
Neu und spannend: Der Kalender für 2012
In diesem Jahr möchte Kristian Liebrand erneut einen Kalender für den guten Zweck realisieren.
Dafür sucht er neben interessierten Models noch Sponsoren, die sich an dem Projekt und dabei insbesondere an den Druckkosten beteiligen möchten.
Bei Interesse könnt ihr euch gern bei ihm melden. Wir wünschen viel Erfolg für das Vorhaben und sind gespannt auf die neuen Bildideen.































