
Aktfotos von Norbert Guthier haben uns schon in In Flagranti begeistert. Ganz unerotisch zeigte sich der Künstler mit seinem Bericht aus Vietnam.
In seinem nunmehr fünften Aktfoto-Buch präsentiert Norbert Guthier u.a. wieder viele Paare aus dem JOYclub als erotische Fotomodelle.
Wir möchten euch hier einige leckere Einblicke in das Aktfoto-Buch geben und lassen Sophie Andresky mit ihrem Vorwort zum Buch ihre Eindrücke dazu schildern:
Ja-ich-will-es-fass-mich-an-Momente
Eyes wide shut: Es sind diese Momente, die ich sonst mit geschlossenen Augen erlebe, diese Ja-ich-will-es-fass-mich-an-Momente. Und weil ich weiß, wie sich das anfühlt, was ich auf den Paar-Bildern sehe, mischen sich beim Blättern durch diesen Bildband Sehen und Fühlen, aktuelles Erleben und Erinnern, Intellekt und Körpergedächtnis. Entdecken und Wiederkennen zugleich.
Auf Seite 78 bleibe ich lange bei meinem Lieblingsfoto hängen. Die Hand auf dem Rücken ist fest und warm, sein Körper unter meinen Schenkeln vertraut und leicht behaart, sein Atem streicht warm über meine Pobacken, vielleicht sagt er gleich, dass ihm das gefällt, was er gerade sieht, dass es ihn anmacht, dass er mich riechen kann.
Die erste Berührung seines Fingers ist jedesmal unglaublich, alle Spannung konzentriert sich auf diesen Punkt zwischen meinen Beinen. Kein Wunder, dass da eine leichte Gänsehaut auf dem Oberschenkel ist, bei der Frau auf dem Aktfoto und bei mir, wenn ich die beiden ansehe.
Aktfotos zeigen intime Einblicke
Immer wieder finden sich Perspektiven und Momentaufnahmen, die ich so noch nicht gesehen habe, dabei sollte man doch meinen, dass auf dem Erotiksektor alles schon in Szene gesetzt wurde, aber vielleicht ist das genau das Geheimnis: Norbert Guthier wiederholt eben keine erotischen Stereotypen, sondern lässt Neues zu. Und dass dieses Neue das Bekannte ist, das, was ich selbst kenne, aber selten bis nie verbildlicht finde, macht die große Kunst dieses Buches aus.
Guthier konzentriert sich auf das unbedingt Private, er verzichtet auf erotische Inszenierungen. Keine Mimik-Masken, Handgriff-Choreographien, Körper-Chiffren. Stattdessen: Tageslicht, private Räume, hier ein Ikeaschrank, da eine schwarze Katze, ein gestreifter Pyjama oder ein offener Lichtschalter ohne Abdeckung.
Die Szenen sind so greifbar, dass ich die Schwüle in der Duschkabine auf Seite 50 fühle, die kühlen glatten Kacheln, das warme Wasser, das aus den Haaren in die Augen läuft, fest prasselnd auf dem Kopf und breit rinnend wie leckende Zungen am Körper herunter.
Aufnahmen an der Grenze zum Porno
Und obwohl hier ein Schwanz ein Schwanz ist, eine Möse eine Möse und Sex eben Sex, sind die Aufnahmen nie obszön oder pornographisch, nie voyeuristisch oder grenzüberschreitend, weil Sexualität immer in dem Rahmen dargestellt wird, der im Titel "Bonds of love" schon anklingt, als etwas, das zwischen Alltag und Wunder oszilliert.
Dass hier nicht nur die Liebe zwischen den fotografierten Paaren stattfindet, sondern Guthier auch seine Liebe zum Beruf thematisiert, merkt man in jedem Bild. Es ist dieses Zulassenkönnen von Intimität, das leise Dabeisein und Hinsehen, ohne sich mit der Kamera aufzudrängen, das ihn auszeichnet.
Das letzte Bild von der jungen blonden Frau, die mich so frei und glücklich aus den Laken anstrahlt, das ist wieder so eins, bei dem sich die Grenzen zwischen Foto und Realität verwischen. Das bin ich, das ist mein Lachen, mein Ich-bin-gekommen-und-jetzt-bin-ich-kitzlig-und-wieso-schrei-ich-eigentlich-immer-so-laut-Kichern. Wie schön, dass ich dabei einmal zusehen darf.
Sophie Andresky















